Pimp your Fahrrad

Eine Ära ist zu Ende: Am Wochenende hab ich den Fahrradkindersitz auf dem hinteren Gepäckträger abgebaut. Dem hinteren, denn vorne hatte ich mir auch mal einen draufgebaut, und Fußstützen (die ich nun morgen früh noch abschraube, hab ich vergessen vorhin), denn eine Zeitlang fuhr ich mit zwei Kindern auf diesem Rad, behelfsmäßig. War lustig. Aber vorbei – auf dem Gepäckträger vorne thront schon eine Weile ein etwas überdimensionierter Korb, in den auch ein Schulranzen, eine Notebooktasche und ein halber Einkauf passen (oder zur Not doch (getestet ;).. ein müdefaul zusammengekauert sitzendes Kind).

Wie dem auch sei: Hinten… da sitzt seit heute eine übriggebliebene Fleischerkiste. Ha!, Drahtesel, du bist und bleibst ein liebes Lastentier.
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Blutspenden ist raus.

Vor 12, 13 Jahren wollte ich mal Blut spenden gehen. Durfte ich aber nicht. Wurde gleich wieder weggeschickt, weil ich damals die obligatorische 50kg-Marke nicht geknackt hatte (mit gerade mal gut anderthalb Metern Körperlänge ist diese Marke nicht so weit weg von aller Logik wie für größere Menschen). Dann kamen die Kinder, die Stillzeiten,.. Immer wieder Ausschlusskriterien. Alles inzwischen lange vorbei, Gewichtsschallgrenze denn doch auch nach oben durchbrochen. Diesen Frühling wollte ich dann nun endlich, endlich spenden – aber da war noch Heuschnupfenzeit, Ceterizin-Behandlung, wiederum Ausschlusskriterium. Und heute? Ich hab’s probiert. „Blutspenden ist raus.“ weiterlesen

Ohne Vorwarnung

Da sitzt du gerade noch da und hängst deinen Gedanken nach, und dann kommt eine Nachricht, und BÄMM, erscheint alles in einem anderen Licht. Deine Sorgen, deine Freude, dein Glück, dein Stress, dein Was-Weiß-Ich werden vom Tisch gefegt. An den setzt du dich kurz darauf, nachdem jemand Gutes dir auf deine kleine Bitte hin sofort stillschweigend ein Nähmuster vor die Tür gestellt hat, und tust etwas gegen die Ohnmacht, nämlich Mützen nähen, sieben Stück, weil sieben doch eine Glückszahl ist und die Freundin, die gerade bösekrank ist, Glück wohl gerade brauchen kann, und Mützen auch.

Und dann denkst du, du kannst an gar nichts anderes denken als daran, doch das Leben belehrt dich schon wieder neu.

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Kopfbaustellen

Wenn der Kopf so voll ist, dass du aufgrund all deiner tollen Ideen ständig andere Ideen verdrängen musst, dann könnte ja vielleicht aufschreiben helfen. Ich versuch das jetzt mal und hab mir heute aus ein paar alten Leisten und mir freundlicherweise überlassener Leinwand eine für den Anfang hoffentlich ausreichend große Projektwand gebaut, die nunmehr die Innenseite meines Werkstattbüros ziert. Theoretisch ist die Leinwand natürlich direkt beschreibbar, aber ich muss das erst noch auf mich wirken lassen und ein bisschen testen, daher hab ich einen ersten kleinen Teil meiner derzeitigen „Projektziele“ vorerst mal auf nach Themen einigermaßen geordnete Zettel geschrieben und angepinnt. Bereiche bisher: Krea (von Musikkram über Töpfereisachen bis zu Raumgestaltung), Welt retten – ein bisschen (Blutspenden, Verschenkekisten und so Gedöns)), Sport (von Holz machen über besser schießen über Rettungsschwimmkurs fertig machen bis 5 Knoten für immer lernen), KFZ („Alles, was der Führerschein hergibt“), Elektronik/Mechanik und sonstiges (von „besser löten“ über sinnvolles Schrottsammeln bis schweißen lernen). Mal sehen, wie sich das entwickelt. Ich berichte!

Vom richtigen Leben im richtigen

Wieder einmal ist ein Zeltlager vorbei. Wieder einmal habe ich drei tolle, anstrengende Wochen mit tollen, anstrengenden Menschen verbracht, kleinen und großen, vielen jüngeren, einigen älteren. Mit ihnen gelacht, gelästert, gelernt, gelebt. In Schweden ein Drei-Wochen-Zeltlagerleben mitgestaltet, so aufrichtig und richtig, so gemeinsam und ehrlich und unmittelbar, wie das eben möglich ist mit in diesem Jahr insgesamt über 140 Menschen auf einem wilden Naturzeltplatz in der mir seit unfassbaren zwanzig Jahren bekannten Weite am südschwedischen Bolmensee.

Damals wie heute bin ich bewegt: Von den Kindern mit ihren so unterschiedlichen Geschichten und Charakteren. Von der Gemeinsamkeit, oder manchmal auch von dem immerwährenden Versuchsprojekt, aus Gegeneinander Gemeinsam wachsen zu lassen. Von den vielen Aktivitäten, die ich vorurteilsfrei ausprobieren durfte ebenso wie von all denen, die ich beisteuern, weitergeben konnte an andere.

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„Jugend hackt“ in Berlin!

Egal, ob eure Kids (12-18J.) gerade die ersten Schnipsel HTML aufschreiben oder sich schon an komplizierterer Software versuchen: Wer sich für Code und Programmieren interessiert und Lust hat, mit anderen Kids und Jugendlichen zusammen wie die Großen ein Projekt zu bearbeiten, dürfte im September bei „Jugend hackt“ in Berlin genau richtig sein. Auf der Webseite heißt es:

Zusammen wollen wir innerhalb von zwei Tagen Apps, Visualisierungen, Prototypen oder andere Projekte aus den Themenfeldern „Schule/Bildung“ und „Freizeit/Umwelt“ auf die Beine stellen. Dabei kannst du selbst entscheiden, welche Themen du wie bearbeiten möchtest.

Yey! Wer unter euch also tastatursportbegabte Kids kennt, sollte diese vielleicht mal ganz gezielt auf diese tolle Veranstaltung hinweisen. Mehr Infos gibts auf der jugendhackt-Website via Bilder-Verlinkung in diesem Beitrag.

Pauline ist weg! :-((((

Pauline, die Flohmarktpuppe, lag in einer staubigen Kiste. Halb versteckt zwischen alten Tellern und Schüsselchen, DDR-Fundus. Tochter sah sie, nahm sie vorsichtig heraus, zeigte sie ihrem Bruder. Ein echter Schatz, da waren sich beide Kinder sicher. Eine Puppe mit Geschichte, Geschichten. Mit Herz. Sicherlich wäre sie sehr teuer, so eine alte Puppe. Steinalt musste sie schließlich sein, viel älter als sie selbst. Das Schild „Jedes Teil ein Euro“ konnte doch nicht für sie gelten? Es konnte doch. Unfassbar. Tochter kaufte sie, trug sie wie ein rohes Ei nach Hause. Wusch sie, kämmte ihr die Haare, kümmerte sich seitdem. Bis gestern.

Im Oma-Opa-Familienausflugsurlaub in Radebeul passierte es: Auf dem Karl-May-Museums-Kinderfest war sie noch da, die Puppe, doch auf dem Weg zwischen Museumsausgang und Auto ist sie verloren gegangen. Dem müden Kind, zwischen Mamas und Papas Armen wechselnd, aus dem Handgelenk geflitscht. Weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Wir waren noch mal vor Ort, haben die Straße abgesucht, noch später am Abend. Keine Spur. Ach, Pauline. Wenn du auch nur ahntest, wie sehr eine Siebenjährige hier um dich weint, es würde dir das Puppenherz erweichen.

Wahrscheinlich ist nichts mehr zu machen, aber ich will es so doch noch einmal versuchen. Welt da draußen, hat jemand Pauline gesehen? Gefunden? Wir hätten sie so gerne wieder hier, in den Armen des traurigen Kindes. Natürlich gäbe es einen Finderlohn, natürlich gäbe es ein persönliches Dankeschön.

Pauline ist ungefähr 30, vielleicht 35 Zentimeter groß, hat kurze, helle, lockige Haare und braune Augen. Sie hat ein hellgelbes Kleid an. Ihr Körper ist aus Plastik, Arme und Beine sind beweglich.

Ach komm, Welt da draußen, müssen solche Geschichten denn wirklich traurig ausgehen? Oder schreibst du mit uns ein neues Märchen? Unsere Kleine wünscht sich Pauline zurück… (pdf)

Wo die Seele wohnt.

Neulich in Berlin: Geplant ist eigentlich ein Stadtparkausflug. Doch, ach, auf dem Weg durch den fremden Stadtteil rufen die Kinder: „Da ist ja ein Loch im Zaun!“, „Ha, da klettern wir jetzt durch“, und schon laufen sie nach kurzem Bücken in den grünen Kreuzberger Friedhofspark hinein.

Ich, die Mutter, krieche hinterher, denke ‚was ist schon dabei, gehen wir halt auf ’nem Friedhof spazieren‘. Er ist aber viel größer als die, welche die Kinder bisher kennen, kein alter Bauerndorffriedhof aus dem Urlaub, auch nicht vergleichbar mit dem Uraltfriedhof mit den moosbewachsenen Grabsteinen in Pankower Daheimnähe. So laufe ich ihnen hinterher, zügiger, um sie noch einzuholen, spreche doch lieber kurz an, dass ein Friedhof – jedenfalls hierzulande – eher ein ruhiger, besinnlicher, für manche auch trauriger Ort sei, dass sie bitte respektvoll mit anderen sein sollen,… Es wäre nicht nötig gewesen. Welch beeindruckende Auseinandersetzung.

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Netzneutralität – jetzt auch mit ARD und ZDF

ARD und ZDF schließen sich in einem gemeinsamen Positionspapier (pdf; Kenntnis via Twitter) der Forderung nach einer vertieften gesetzlichen Regelung zur Festschreibung von Netzneutralität an.

Bitte informiert auch ihr euch, klärt euer Umfeld zum Thema auf und zeichnet die aktuelle Bundestags-ePetition, auch wenn uns allen bewusst sein sollte, dass solche Petitionen nur begrenzt wirksam sind (Netzpolitik.org erklärt es noch mal schön). Ein Zeichen sind sie aber doch, die Debatte um Netzneutralität wird durch eine hohe Zeichnendenzahl sicherlich weiter in die Gesellschaft getragen und der Druck auf die Politik erhöht, und genau darum muss es jetzt gehen.

Hier und hier gibts übrigens Interviews mit dem einreichenden Petenten. Und nach wie vor lesenswerte, ausführliche Artikel zum ökonomisch motivierten Kampf gegen die Netzneutralität, dem Versuch der Vereinnahmung des Internet und auch zu den diesbzgl. Interessen der Telekom gab es u.a. schon im Sommer 2010 auf carta und im Sommer 2011 in der c’t.