#rp14, Zeltlager und Spielefest

Mein Talk ist online!, schaut mal (mit Knopf an die Backe labern oder so ähnlch.. ;)):

Bisschen diffus, zugegeben – ich war doch recht irritiert von der Situation mit den Kopfhörern, von dem echt recht heftig blendenden Licht, stand vorher #ohschreck erst noch an ’ner falschen Bühne, weil ich zu doof war, das Programm ordentlich zu lesen und wäre also fast noch zu spät gewesen,… 😉 Na ja.

Der Vortrag war als Impuls gedacht, und ein schönes Ergebnis war für mich, dass eine Person mir schrieb, sie würde jetzt eben durch diesen Impuls tatsächlich in Konstanz versuchen, ein weiteres Coderdojo zu gründen. Wenn das kein cooles Feedback ist! Wenn sich nun längerfristig noch etwas aus dieser Idee „OneDayOfCode/Programmiertag“ zusammenfügt, wäre das natürlich umso toller. Schauen wir mal. Die Vortragsdokumentation steht hier.

Das Zeltlager, von dem ich im Talk am Rande berichtete, gibts übrigens auch dieses Jahr wieder, den Flyer dazu könnt ihr hier abrufen, und hier seht ihr meine Laune-Mach-Livebericht-Vor-Ort-Tweets vom letzten Jahr. Vielleciht wär das ja auch was für eure Kids (oder Kids, die ihr kennt)? Es sind noch Plätze frei, Reisezeit sind die ersten drei Wochen der Berliner Sommerferien.

Übrigens, falls ihr in Berlin seid und morgen (Sonntag) Zeit habt: Kommt doch mit Kind und Kegel spontan tagsüber in den Mauerpark (Seite Mauersegler), da findet morgen zwischen 11 und 16 Uhr das große Kinderring-Spielefest statt, auf dem es neben Zeltlagerinfos viele tolle Aktivitäten (Jonglage, Hüpfburgen, Kinderschminken, Kartonstadt,…) gibt. Und mich! 😉 Bis denne?

rp14 Vortragsdokumentation

War das ein Aufwand!, aber ich hab es ja versprochen: Hier findet ihr endlich meine schriftlich ausgearbeitete Vortragsdokumentation zum rp14-Talk(pdf). Auf Youtube ist das Video noch nicht, ich reiche den Link nach, sobald ich was höre/sehe.

// Ergänzung 18.05.2014 Eben entdeckt (ist nicht in den Folien verlinkt, daher hier als Nachtrag:

CODERDOJO Lightbot
„We are delighted to announce the free to play CoderDojo Web Edition of the popular coding educational game Lightbot. In a collaborative effort between CoderDojo and Lightbot to get more young people coding, we’ve developed the Lightbot – The CoderDojo version for young people as a precursor to their first string of code. About Lightbot: Lightbot is a puzzle game made to get kids programming; a game whose game mechanics mask computer science concepts. Using simple commands, procedures, and loops, players instruct a robot how to traverse through each level. „

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Die Vortragsfolien selbst hätten euch wenig genützt – Bilder angucken allein ists ja nicht. Ich habe also vieles sehr verdichtet, und dazu noch eine Menge Informationen, Organisationen,.., die ihr mir in vielen bereichernden Gesprächen ergänzend zugetragen habt, aufgegriffen und angefügt. Hoffentlich sind die nun proppevollen Folien so für euch nutzbar.

Weitere Ergänzungen, Hinweise,.. sind gerne gesehen! – und natürlich auch Support in Sachen „Projekt ComputerLernTag“. Klickt euch mal auf Seite 13, 14 der Dokumentation, da gibts ein paar mehr Infos dazu, Weiteres folgt zeitnah.

rp14: Common kids can code?!

Am Mittwoch könnt ihr mich auf der re:publica14 sehen und hören: Um 17 Uhr 30 halte ich meinen an letztes Jahr anknüpfenden Vortrag „Common kids can code?!“, in dem ich fragen werde, ob Kinder im digitalen Zeitalter wirklich automatisch gleich Netzgemüse sind, oder vielleicht oft doch eher Netzburger. Und falls das so ist, warum wir gerade angesichts der aktuellen Überwachungs-Herausforderungen und dem Wunsch nach neuen Perspektiven dringend Interesse daran haben sollten, dies zu ändern. Ihr seid nicht vor Ort? Dann guckt doch einfach den Stream! – und wenn das nicht klappt, dann halt später auf Youtube.

Hier noch mal das Video vom letzten Jahr – und am Rande ein Exkurs-Verweis auf meine Dokumente zur e:publish-Keynote, in welcher ich aus anderer Perspektive mal Verlage ermunterte, Kinder in all ihrer Vielfalt und als aktiv Handelnde ernst(er) zu nehmen.

Hilf, Internet: Es fehlen 168 Latten an der Kuppel!

Soeben erreichte mich von einem Freund mit viel Kreativität und leicht verdrehten Ideen, die er zu vielseitiger Freude in Kinderzentren dieser Stadt ehrenamtlich umsetzen kann, folgende E-Mail:

Latten für geopädische Kuppel gesucht

Hallo,

Ich suche für eine neues Projekt Holzlatten in verschiedenen Längen. Gesucht werden die Querstreben aus Bettgestellen. Die Länge sollte zwischen 70-100 cm betragen. Also sammelt fleißig. Ich brauche so ca. 168 Stück.

Vielen Dank und bis bald

Internet, vorzugsweise in Berlin, kannst du helfen? Ich stelle gerne den Kontakt her.

Kinder, Kinder! – gesammelte Werke

Wenn Ferien sind und Eltern zwangsweise-freiwillig umso mehr Zeit mit ihren lieben Kleinen (oder auch nicht mehr so Kleinen..) verbringen, wachsen fast unweigerlich die innerfamiliären Sprüchesammlungen. Und im Sinne der Creative Commons teile ich unsere neuesten mit euch. Büddesehr!

Karfreitag, K1 langweilt sich:
„Ist schon okay, ich häng heute halt rum im Gedenken an Jesus..“
(Hab langsam ein bisschen Angst vor seinen Humorfähigkeiten mit 18..)

K2, in der U-Bahn, aus dem Nichts heraus:
„Man darf seine Kinder bestimmt nicht Hitler nennen, oder Mama? Wär ja voll mies: Hiitleeer, kooommmm mal!“

K1, morgens im Wohnzimmer auf der Couch lesend, hinterm Comic hervorredend, als ich zu Schlafshirt und Unterhose schnell eine etwas „bekleidetere“ kurze Hose überziehen will:
„Ist auch besser so. Is‘ ja hier nich‘ der Garten Eden!“

K2, nach dem Training berichtend:
„Ich hatte keine 2€ für den Schrank dabei. Aber ich hatte Glück: In einem anderen Schrank lagen 2€, die konnte ich nehmen!“
„Na, dann brauchst du fürs nächste Mal ja kein Geldstück.“
„???“
„Na, was hast du denn mit den 2€ gemacht nach dem Training?“
(empört) „Ich hab sie natürlich(!!!) wieder in den Schrank zurückgelegt, in dem sie vorher waren!!“

Aus dem Nähkästchen. Oder: Schwiegermutters Kleiderschrank

Schwiegermutters Kleiderschrank ist mein Hobby. Oder anders gesagt: Schwiegermutters Merinowollteilchen, ihre weichgekämmten Baumwollshirts, ihre Berliner Geheimtippboutiquenauswahl. Dann nämlich, wenn sie wieder findet – Minimalismus ist ihr Trumpf und Ass – , dass das seit einem Jahr in ihrem Schrank hängende Blusenkleid ersetzt werden könnte. Weil es doch zu zipfelig, zu bunt, zu einfarbig, zu gewagt, zu puristisch, zu eng oder zu weit geworden ist. Ich danke herzlich!, denn mein Kleiderschrank besteht inzwischen zu großen Teilen aus ihren Teilen, in von mir abgewandelter Form.

Aus ihrem beim Waschen leicht verfilzten petrolgrünblauen Wollteilchen machte ich mir gerade heute, nach dem Frühstück und vor der Arbeit, mit der wunderbaren alten Pfaff ein mir genau passendes Kühler-Apriltag-Kleid mit Pippi-Langstrumpf-Tasche. Aus ihrer zarten Biesenbluse bekam Töchterchen ein Blusenkleid. Meine weiße Tunika war einst ein Schwimu-T-Shirt, unsere Kissen kleiden sich in berlinmoderne Ringelpullis, und als die Kinder noch kleiner waren, ließen sich aus den übrig gebliebenen Pulliärmeln genau passende Minileggins machen. Dafür sind sie nun zu groß, also die Kinderbeine, jedoch: Die Kinderpuppe nicht, und so zieren die grünen Punkte des sonst dunklen Etuikleids nun den Mantel des Puppenkindes. Das schräge Shirt hat sich gestern die groß gewachsene Freundin der Tochter als Kleid ausgesucht – einmal kurz die Schultern verschmälert, passte sie zackhoppi schon wunderbar hinein – , und so mancher Rock auf meiner Hüfte wurde ebenfalls aus Schwimu-Stoffen zugeschnitten.

Auch in Schwiegervaters Jackentasche hat sie sich versteckt – nachdem diese bei seiner seit vielen Jahren Heißgeliebten (gemeint ist hier die Jacke, nicht die Schwiegermutter) aus allen Nähten ging, durfte ein einst der sicherlich mindestens ebenso Heißgeliebten, also der Schwiegermutter diesmal, gehörendes Oberteil ein Stoffstück für sein morsches Täschchen spenden. Dieses wärmt nun seine Hände und trägt mit ihm seine Schätze spazieren, und vielleicht auch manchmal heimlich ihre Hand in seiner. Gar nicht mal schlecht, oder?

Einfach loslassen.

„Denn von den Kindern lernen wir.“
„20 Minuten Stillsitzen.“
„5 Meter.“
„Immer an der Wand lang.“
(…)

So viele Titelideen, und doch habe ich mich anders entschieden. Für den Titel nämlich, der wohl am besten beschreibt, was das höchste Mantra zu sein scheint bei dem, was ich derzeit übe. Heimlich, heimlich, im stillen Dachbodenkämmerlein, denn die Einräder sind ja noch im Osterhasenversteck (psssst..!). Die Ideengeberin, das liebe Töchterlein, die familiäre Sportskanone, hat schon einigen Vorsprung, denn sie ging in den vergangenen Monaten einige Male zu einem wochenendlichen Turnhallentreff. Scheute sich nicht, ohne Können zu üben, es schwer zu finden und dennoch immer wieder aufzusteigen. Hätte ich als Kind schon nicht so gemacht, ich wollte immer alles gleich können, und, Erfahrungen prägen ja, ich tue es auch heute noch nicht, jedenfalls, wenn ich es vermeiden kann. Dumm natürlich, falscher Stolz oder dämliche Peinlichkeit oder Was-Auch-Immer.

Nun habe ich aber zumindest eines von ihr gelernt, „denn von den Kindern lernen wir“: Nämlich den Biss zu behalten, zumindest übers erste innere Geht nicht! hinweg. Und übe also, angefangen bei den ratsamen ersten „20 Minuten Stillsitzen“, damit sich
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Auf die Ohren: 7 Mädchen, 365 Tage

Euren Ohren ist langweilig? Hört doch mal hier rein. Mach ich auch gerade.

KIDS – Berlin Kreuzberg: 7 Mädchen, 365 Tage

Sieben Berliner Mädchen mit Familien aus vier Nationen: Hanans und Jamilas Eltern stammen aus Palästina, Dalias und Adyans aus dem Irak, Manuelas aus Ghana, Sinem K.s Eltern sind kurdische Türken, die ihrer besten Freundin Sinem Y. Türken. Die Mädchen gehen in die 10. Klasse einer Kreuzberger Gesamtschule. Es ist ihr letztes gemeinsames Schuljahr, am Ende wollen sie ihren mittleren Schulabschluss machen. Werden das alle schaffen? Zwischen Schulstunden, erstem Job, Chillen, Praktikum und Theaterproben begleitet die Autorin die Kids ein Jahr lang und hört ihnen beim Erwachsenwerden zu.

Regie: Katrin Moll? | Ton: Andreas Stoffels, Katrin Moll? | Produktion: SWR / DKultur 2014 in Zusammenarbeit mit Moondog Productions

Leiser Jubel: EuGH kippt die VDS-Richtlinie

Nicht, dass es damit vorbei wäre mit dem immer wiederkehrenden Versuch der Totalüberwachung, aber ein wichtiger Zwischenerfolg ist es doch: Mit dem (hier unter wirspeichernnicht als pdf vollstd. abrufbaren) Urteil der Großen Kammer des Europ. Gerichtshofs wurde die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gekippt. Das heißt für die abwartende Haltung der GroKo, die zumindest in Teilen weiter pro Vorratsdatenspeicherung argumentiert (Bundestags-Innenausschuss-Vorsitzender Bosbach zur Welt: „Die Vorratsdatenspeicherung ist und bleibt notwendig(..)“), dass sie sich nun jedenfalls nicht mehr auf diese Richtlinie und das sich daraus ergebende Umsetzungserfordernis stützen können. Schon allein das eingeklammerte Zitat zeigt deutlich: Das heutige Urteil heißt bei aller Freude eben jedoch nicht, dass die Befürwortung einer anlasslosen Speicherung personenbezogener Daten im großen Stil vollends vom Tisch oder gar aus den Köpfen wäre. Anlass also nur für leisen Jubel heute – und dennoch, nach wie vor, auch immer noch und andauernd Anlass für Aufmerksamkeit und gegebenenfalls für lauten Protest, je nach politischer Tageslage.

Update:
Sehr lesenswert zum besseren Verständnis dieses Urteils und zu den Punkten, wo zukünftig noch die „Krux“ an der Geschichte sitzen könnte, ist diese Einschätzung des Berliner Verfassungsgerichtshofs-Richters und Rechtsanwalts Meinhard Starostik. Er erläutert:

“ Ähnlich dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März 2010 – 1 BvR 256/08 u.a. – BVerfGE 125, 260 zu den deutschen Umsetzungsvorschriften der Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie im TKG, geht auch der EUGH nicht davon aus, dass jegliche Vorratsdatenspeicherung mit den Grundrechten der EU unvereinbar sein könnte. Lediglich die vorliegende Richtlinie ist unverhältnismäßig und daher unwirksam.“

und zieht, ähnlich meiner Bemerkungen oben, den begründeten Schluss:

„Es ist zu befürchten, dass dies auch nach dem Urteil des EUGH nicht aufhören wird, sondern jetzt vielmehr eine verschärfte Auseiandersetzung darüber stattfinden wird, wie eine „richtige“ grundrechtekonforme Vorratsdatenspeicherung aussehen könnte. Die Auseinandersetzung über dieses, nicht nur für die Netzgemeinde sondern jeden Bürger so wichtige Thema, wird also weitergehen.“