a world where people can make choices to be whoever they are

Heute habe ich einen sehr interessanten Artikel gelesen über eine Familie, die versucht, ihre Kinder möglichst gender-neutral aufwachsen zu lassen. Und die sich deshalb bei ihrem dritten Kind sogar dazu entschieden hat, das biologische Geschlecht des Kindes nicht der Gesellschaft öffentlich preiszugeben. Wie zu lesen ist, ein nicht einfaches Unterfangen in einer Welt, die sich so sehr an biologischem Geschlecht und Geschlechterkonstruktionen orientiert und hieran so vieles festmacht. Aber lest doch einfach selbst.

Was wir werden.

Am Wochenende in der U-Bahn: Neben Tochter (5) und mich setzt sich eine stylische Frau mit Kinderwagen, in welchem ein ebenso stylisches, niedliches Baby blubbert und lacht. Töchterlein beobachtet das etwa 4-monatige Kind eine Weile, mustert eingehend die Garderobe des kleinen Menschleins (schwarzes Doors-T-Shirt, karierte Hose, Käppie, dunkelblaue Söckchen) und meint dann profihaft:

„Da sieht man schon gut, dass das mal später ein Junge wird!“

Krieg lernen: War School.

WAR SCHOOL from Ben Newman on Vimeo.

Aufrüttelnder, beeindruckender Kurzfilm von Ben Newman. Von mir hier gefunden.

Wichtiger Hinweis an Leute mit Kindern: Schaut euch den Film bitte unbedingt erst mal allein an und überlegt dann, ob und wie ihr das ggf. mit euren Kindern schauen wollt – ist wirklich harter Tobak und keinesfalls lustige Bespaßung.

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Nadia Plesner: Time for intervention


Die dänische Künstlerin Nadia Plesner hat mit Darfurnica ein hochpolitisches Kunstwerk geschaffen, mit welchem sie auf die furchbare Situation in Darfur aufmerksam machen will. Ihre Arbeit Darfurnica ist eine moderne Version von Picassos Guernica. In ihrem Werk stellt sie Ereignisse in Darfur mit zeitgleich aufgetretenem, weltweit beachtetem Hollywood-Klatsch parallel dar, um so auf die Absurdität dessen, was in der öffentlichen Wahrnehmung als wichtig wahrgenommen wird, hinzuweisen.

An der Schnittstelle zwischen Darfur und Hollywood steht in ihrem Bild ein halbverhungertes Kind mit einer Handtasche. Und genau diese Darstellung soll der vielbeachteten Künstlerin nun zum Verhängnis werden: Louis Vuitton hat die Künstlerin verklagt (bereits zum zweiten Mal übrigens, es gab zwischen dem Unternehmen und der Künstlerin schon einmal eine ähnliche Auseinandersetzung).

Das Anliegen von Nadia Plesner ist es, die Geschehnisse in Darfur in die weltweite Medienöffentlichkeit zu bringen, und die von ihr gewählte Ausdrucksweise sollte Teil ihrer künstlerischen Freiheit sein. Es ist gut zu wissen, dass das Dänische Museum HEART die Künstlerin hier unterstützt: Ab dem 21. März 2011 wird Darfurnica dort öffentlich ausgestellt.

Wer der Künstlerin helfen will, kann z.B. spenden, um sie in ihrem Prozess zu unterstützen.

Update: Eben einen Artikel vom Januar aus der WELT online gefunden – auch Henryk M. Broder hat sich mit Dafurnica und dem Vuitton-Konflikt (nun ja, dem alten und dem zu erwartenden, der im Januar noch nicht klar war) befasst. Und kommt zu dem Schluss, dass doch hoffentlich seitens Vuitton die Konsequenz eine „fette Spende für Darfur“ sein sollte.
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Schafft Infrastruktur: Internet für Libyen!

Einer der TopTweets auf Twitter heute lautet:
Und während alle auf eine Wolke starren, gegen die sie nichts machen können, fliegen in Libyen Flugzeuge, gegen die sie was machen können.

Mir gehts jetzt hier nicht um die Flugzeuge, sondern um Netz-Infrastruktur – um Möglichkeiten der Bereitstellung von offener Kommunikationsinfrastruktur. Für Berichte nach Außen, für freie Kontaktaufnahme, zum Hilfesuchen. Um Möglichkeiten der Meinungsbildung und der freien Meinungsäußerung. Telecomix bittet in Sachen Libyen dringend um Hilfe:

We are getting reports that the current modem lines are getting blocked in #libya. Plz set up your own proxy and post!

#Libya is blocking international calls to modem pools. Plz set up alternate proxies for the needy if you can!

Wer kann: Helft! Bitte.

Im Februar hatte ich hier ja auf entsprechendes Engagement schon für Ägypten verwiesen. Jetzt gilt ähnliches umso dringender für Libyen, wo die mediale Aufmerksamkeit für das, was dort aktuell vorgeht, aufgrund der dramatischen Ereignisse in Japan offensichtlich ebenso dramatisch abfällt.

Tragt dazu bei, Infrastrukturen aufzubauen, durch die mehr und mehr tatsächlich gilt, was sich Telecomix zum Ziel setzt:

We can write our own news. We are writing our own history as we speak. That is the full impact of the internets. In countries where correspondents are no longer allowed to report, citizens can themselves reach out for global support, and find ways to bypass the digital roadblocks built by their oppressors. We no longer need to be confined to what is „newsworthy“.

Erklärungsnot: Japan. Atomunfall. Kinder.

Aus der Ferne betroffen, schockiert, ungläubig zu verfolgen, was gerade in Japan vor sich geht, ist das Eine. In betroffene, schockierte, ungläubige, wissensdurstige Kinderaugen zu blicken, ohne die richtigen Antworten auf ihre Fragen zu haben, etwas anderes. Zumindest in Sachen Erklärungsnot und Wissensdurst gibt es online einiges an Seiten und Materialien, die den Anfang vieler Gespräche bilden können. Hier eine kleine Sammlung zum Thema Kernkraftwerke, Atomenergie, Atomunfall, Japan, die kindgerecht erklären, was gerade passiert.
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Internet nach Ägypten. Bitte helft!

Was aktuell in Ägypten vorgeht, können wir uns hier, glaube ich, gar nicht wirklich vorstellen, ganz egal, welche Kommunikationsmöglichkeiten den Menschen vor Ort zur Verfügung stehen. Je weniger Möglichkeiten sie aber haben, um über ihre Landesgrenzen hinaus mitzuteilen, was vor Ort geschieht, desto wahrscheinlicher ist es, dass Menschen unterdrückt werden können, ohne, dass Protest hierüber eine Chance hat, wahrgenommen zu werden; dass Macht missbraucht und Gewalt ausgeübt werden kann.

Um freie Meinungsäußerung und Demokratie weltweit zu stärken, braucht es: Infrastruktur! Und einmal mehr haben wir hier ganz praktisch die Möglichkeit, diese mit relativ einfachen Mitteln zur Verfügung zu stellen.

Daher: Bitte, springt mal über euren Schatten, macht mit!

Wie’s geht, ist in einer heutigen Pressemitteilung der Piratenpartei so gut dargestellt, dass ich diese hier der Einfachheit halber einstelle. „Internet nach Ägypten. Bitte helft!“ weiterlesen

PCs fair trade: Voll pc.

Annalist hat vor ein paar Tagen in ihrem Blog eine Initiative vorgestellt, die ich hier auch aufnehmen möchte: procureITfair.

Die Kampagne procureITfair setzt sich für “Soziale Verantwortung in der Beschaffung von Computern” ein, zu deutsch: will, dass kleine und große Unternehmen, Institutionen, Behörden, darauf achten, dass die Hardware, die sie anschaffen, fair produziert wird.

(Zitat annalist)

Es ist tatsächlich die erste mir persönlich bekannt gewordene breitere Kampagne in Sachen Technik-FairTrade und ich möchte euch die Auseinandersetzung damit umso dringlicher ans Herz legen. Beachtet bitte auch die aktuelle Petition von procureITfair zur fairen Technikausstattung an öffentlichen Universitäten in Europa.


Weiterlesen:

pcglobal – für Arbeitsrechte und Umweltgerechtigkeit in der Computerindustrie: Kampagnenleitung für procureITfair

weed (Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung – dem Projekt übergeordnete NGO)

Terror im Spielzeugladen

Die Entwicklung von Spielzeug geht einher mit der Entwicklung der Menschheit. Von primitiven ersten Formen wie Steinen, Holzstücken, Knochen oder groben Tonpuppen der frühen Steinzeit bis zu den hochtechnisierten Spielgeräten der Gegenwart. Kinderspielzeug war oft Spiegelbild der vorherrschenden Kunstepochen, aber auch der sozialen und politischen Anschauungen und Ereignisse. Oft wurde die Wirklichkeit der Erwachsenenwelt in der Parallelwelt der Kinderstuben nachempfunden.

(Quelle: Planet Wissen – Geschichte des Spielzeugs)

In den aktuellen „Zeiten des Terrors“ finden sich natürlich die passenden Utensilien bereits im Spielzeugregal: „Terror im Spielzeugladen“ weiterlesen