Es war mindestens noch zehn mal so idyllisch, wie es das Bild erahnen lässt. Da werden selbst Mückenstiche zu netten Souvenirs…
Autor: manu
U-Bahn-Fundstück
Neulich in der U-Bahn für knipsrelevant befunden:
– eine Nichtrauchen-Kampagne, die ihren Fokus nicht primär auf die Gesundheit der Konsumenten, sondern auf die der an der Produktion Beteiligten ausrichtet. Fragte mich beim üblichen U-Bahn-Vor-Mich-Hin-Gestiere, ob diese Bioladen-Kippen dann gar nicht fairtrade sind..

Von kleinen, fiesen Windowsrechnerkrabbeltierchen
Euer Rechner läuft unter Linux? Na, dann ist ja alles gut. Meinetwegen auch, wenn ihr ein Apple-Produkt benutzt. Alles nicht der Fall? Windows drauf, aus Gründen? Okay. Dann jetzt wirklich aufgepasst und weitergesagt, weil man das überhaupt nicht oft genug sagen kann und weil es im Moment noch mehr gilt als sowieso: Finger weg von obskuren E-Mail-Anhängen.
Wenn bei euch ne Mahnung oder ähnliches per Mail eintrudelt, mit der ihr nichts anfangen könnt, dann MACHT. SIE. NICHT. AUF. Auch nicht „nur mal ganz kurz“, weil ihr so neugierig seid. Nur mal ganz kurz gucken wollt. MACHT. ES. EINFACH. NICHT.
Warum? Weil seit etwa einer guten Woche ein neuer, fieser Trojaner (bzw. inzwischen schon mehrere Derivate davon) im Umlauf ist. Gegen den gibt es im Moment noch kein vernünftiges „Heilmittel“: Man kann ihn zwar entfernen (wenn ihr das nicht selbst mit Hilfe entspr. Anleitungen im Netz hinbekommt, könnt ihr euch an PC-Dienst eures Vertrauens wenden, für Berlin und Umgebung empfehle ich mal ganz uneigennützig diesen hier ;)), aber jedes dieser Pferdchen verschlüsselt vorher Dateien. So richtig fies. Und bisher gibt’s noch keine verlässliche Möglichkeit, die wieder zu entschlüsseln. Nicht mal die schnellen Engel auf den einschlägigen Boards (für D insbesondere trojaner-board.de und forum.botnet.de) haben bisher eine Möglichkeit zur Entschlüsselung gefunden.
Zumindest bisher könnt ihr euch das gemeine Biest nur per E-Mail einfangen, nicht beim Surfen via Verteilung über Bannernetzwerke. Die gängigen Virenscanner erkennen, wenn aktualisiert(!), inzwischen die Versionen, die seit einigen Tagen kursieren, aber da täglich neue dazukommen, sollte sich niemand darauf verlassen.Wenn ihr, warum auch immer…, doch einen entsprechenden Mailanhang anklickt und damit ausführt, ist wirklich schnell die Kacke am Dampfen.
Schauen wir uns doch einmal ein bisschen näher an, worum es sich handelt:
(fyi: Wer meinen Artikel hier gelesen hat, kennt von Nachstehendem schon Teile. Aber nicht alles.)
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Gestern, heute, morgen. Und ne Kurzgeschichte.
Gestern war in Deutschland Tag des Grundgesetzes. Anlässlich dieses Tages werden seit Jahren vom Bündnis für Demokratie und Toleranz Menschen ausgezeichnet, „die sich in ihrem Umfeld für Freiheit, Menschlichkeit, und eine tolerante Gesellschaft einsetzen“.
Heute sollte in Berlin ein Flughafen eröffnet werden. Das hat sich etwas verschoben, aber irgendwann in naher oder ferner Zukunft wird es ihn geben. Und mit ihm, wie schon jetzt vielerortens, Überwachung, Angst und eingebildete Sicherheit genauso wie Diskriminierung und Ausgrenzung.
Gestern, heute, morgen: Genau jetzt ist wohl der richtige Moment für
eine Kurzgeschichte.
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Yeah: BRIGITTE TECH!
WOW: Heimliche Quellen haben mir gerade Entwürfe dreier Seiten der neuen Brigitte-Rubrik NEW MEDIA / technik zugespielt. Ab 30.05. bei Ihrem lokalen Medien-Dealer? 😉
Frauenzeitschriften: Alles klar, Markt.
Lieber Markt, der du alles regelst, wir müssen reden.
In Zeiten, in denen zu Recht und zum Glück alle alles machen können, Frauen und Männer sich gleichberechtigt um die drei K’s und das K Nummer Vier namens „K wie Kohle“ kümmern, verwundert mich doch eines:
Warum gibt es in keiner einzigen großen „Frauen“Zeitschrift die Rubrik „Technik“, schlicht und einfach verankert neben den altbewährten Rubriken „Beauty“, „Style“, „Kochen“, Backen“, Wellness“, „Reise“ und „Kinder“? Die Rubrik „Business“ oder auch „Beruf“ hat es, oh Jubel, inzwischen ja wenigstens vielfach in die fest integrierten Sparten dieser Zeitschriften geschafft, da wäre es doch nun mal ganz dringend Zeit für eine neue Neuerung!
Lieber Markt, ich sehe ein, dass so eine Entscheidung nicht überstürzt werden darf. Aber in einer Zeit, in der schon seit Jahren 79 Prozent aller deutschen Haushalte einen Computer besitzen, in einer Zeit, in der jeder vierte Haushalt hierzulande ein Smartphone sein eigen nennt und in der das Internet für alle möglichen und unmöglichen Fragen des Lebens und der gesellschaftlichen Teilhabe immer wichtiger wird – in einer solchen Zeit willst du mir noch glaubhaft machen, dass Frauen sich wirklich (außer, um die RSS-Feeds dieser für sie bestimmten Damenmoden-Koch-Reise-Zeitschriften zu abonnieren oder Bubbleshooter zu spielen) nicht für Technik interessieren (lassen)?!
Linuxtag 2012: Morgen geht’s los.
Morgen beginnt die Konferenz, die eigentlich einen Pluralnamen bräuchte, aber von sich selbst im Singular spricht: Der Linuxtag, oder eben korrekter die Linuxtage, vier intensive Tage des Austauschs zum Themenbereich OpenSource und Linux.
Das Programm ist rappelvoll, es wird also sicher spannend. Und das mit Sicherheit nicht nur für die von euch, die selbst programmieren, sondern auch für Interessierte, die eher aus sozialen oder politischen (statt aus technischen) Gründen an OpenSource interessiert sind.
So wird es zum Beispiel einen Praxisbericht über die gesammelten Erfahrungen im Einsatz von OpenSource-Produkten in der öffentlichen Verwaltung geben; die dringend erforderliche Auseinandersetzung mit der Frage nach offenen Technik– und Medienangeboten für Schulen wird in verschiedenen Veranstaltungen thematisiert. Am Rande der Konferenz wird auch ein Panel mit dem provokant fragenden Titel „Sind die Frauen die Retter des Fachkräftemangels in der IT?“ stattfinden.
Überdies gibt es an den einzelnen Veranstaltungstagen nochmals vertiefte Themenschwerpunkte, so steht zum Beispiel am Freitag das Thema IT-Sicherheit im besonderen Fokus.
Kontroverse Diskussionen sind in jedem Fall sicher – und ich versichere: Ich werde berichten. Übrigens nicht nur hier, sondern auch für das Europamagazin Café Babel, welchem ich einen Artikel über den Linuxtag mit Schwerpunkt auf Smartphone-Nutzung, der Initiative „FreeYourAndroid“ und dem gesellschaftlichen Nutzen von quelloffener Software versprochen habe. „Aber nicht zu geekig, sodass das noch alle verstehen können“, war die Bitte. Schauen wir mal 🙂 (Btw., falls auch ihr Verwendung für Vor-Ort-Berichterstattung habt: Ihr könnt euch gerne per Mail bei mir melden!)
Piratenpartei: ein Rant am Rande
Schon lange möchte ich eine Sache in Sachen Piratenpartei loswerden, und heute scheint mir, gerade, weil es keinen aktuellen Anlass gibt, auf den ich mich beziehen (und damit eine Person gegen andere herausgreifen) müsste, ein geeigneter Moment dafür zu sein:
Leute, mich nervt das Generve mit dem Dilettantismus.
Ob in Zeitungsartikeln, Talkshows oder Blogbeiträgen, von dort zu Wort kommenden Piraten fallen oft Argumente wie „Wir müssen erst noch lernen“, „Wir wollen erst mal bei den anderen schauen“, „Wir wissen ja gar nicht, wie das mit der Politik geht“, „Learning by doing“ etc.
Das ist ja alles sicherlich nett gemeint – nicht protzen, nicht behaupten, sondern denken und dann liefern. Dennoch, oder vielleicht sogar gerade darum: Meiner Meinung nach sollten solche Sprüche und Pseudo-Entschuldigungen schleunigst aufhören. Vielmehr möchte ich gepfefferte Formulierungen hören, die auf Folgendes abzielen:
„Die anderen Parteien sind professioneller? In Sachen Lobbyismus-Einbindung ins politische Geschehen ist das sicher viel zu oft der Fall!“
„Die anderen Parteien haben mehr Ahnung von Zahlen? Angesichts der Haushaltsdefizite in Bund, Ländern und Kommunen darf man diese Kompetenzen wohl anzweifeln.“
„Die wissen, was sie tun? Das stellen wir angesichts vieler politischer Entscheidungen und Konsequenzen der letzten Jahre und Jahrzehnte massiv infrage!“
Die Piraten sollten sich nicht entschuldigen für all das, was sie vom Politikbetrieb noch nicht wissen, noch nicht verstanden haben. Vielmehr sollten sie sich in Acht davor nehmen, ihn so zu verstehen, sich so anzupassen, dass sie dort perfekt und aalglatt mitspielen können. Letzteres erscheint mir nämlich die viel größere Gefahr, für die Piraten wie auch für die Menschen, die sie wähl(t)en.
Argentinien: Freie Wahl des Geschlechts. Find ich gut!
Fundstück aus der heutigen taz:
In Argentinien darf künftig jede und jeder selbst das eigene Geschlecht bestimmen – ganz ohne Hormonbehandlung oder Chirurgie. Es ist ein weltweit einmaliges Gesetz.
Den ganzen Artikel könnt ihr hier lesen.
Bei DRadio Wissen gibt es erfreulicherweise einen unter CC-BY-NC-ND lizensierten Artikel mit Informationen zu diesem Thema, in dem sich auch eine Erläuterung zur aktuellen deutschen Situation findet. Der Artikel fasst wie folgt zusammen:
„Tausende von Argentiniern bekommen mehr Rechte, ohne dass irgendjemand anderes auf etwas verzichten muss“. Mit diesen Worten hat Agentiniens Vizepräsident Amado Boudou ein neues Gesetz gelobt, das es allen Bürgern des Landes freistellt, ihr Geschlecht selbst zu wählen. Die Regelung, die bereits am Mittwoch Abend im Parlament beschlossen wurde, macht psychologische und medizinische Tests überflüssig. Auch das Geschlecht, das bei der Geburt festgelegt wurde, spielt bei der Entscheidung keine Rolle. Männer, die sich als Frauen fühlen, können das künftig einfach in ihrem Pass eintragen lassen – gleiches gilt natürlich auch für Frauen, die sich als Männer fühlen. Das Gesetz muss noch von Präsidentin Cristina Kirchner unterzeichnet werden, ihre Unterschrift gilt als sicher. Argentinien gilt in ganz Lateinamerika als Vorreiter, wenn es um Freiheiten für Homo- und Transsexuelle geht. In Deutschland müssen Menschen, die ihre offizielle Geschlechtsbezeichnung ändern wollen, zwei Gutachten einholen.
Einen weiteren Bericht hierzu fand ich bei der Badischen Zeitung.
„Ich hab nicht angezeigt“
(Update: Habe eben auch den Mädchenmannschaft-Artikel von gestern zum Thema gefunden. In diesem weist Helga, und damit hat sie Recht, darauf hin, dass die Links zu diesem Thema bitte mit Vorsicht zu behandeln sind wg. der darunter beschriebenen Gewalterfahrungen. Dies möchte ich für alle Verlinkungen in diesem Post hier daher auch ergänzen.)
Über die Kegelklub-Mailingliste lief gerade der Hinweis auf einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, welcher wiederum auf eine sehr beeindruckende, mutige, unterstützenswerte Aktion verweist:
Ich hab nicht angezeigt, eine Kampagne mit dem Anliegen, „das immer noch tabuisierte Ausmaß sexualisierter Gewalt in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Hierfür werden insbesondere via Twitter und Facebook kurze oder lange Statements, Berichte, Positionen gesammelt, in denen Opfer ihre Gründe gegen eine Anzeige öffentlich machen können.
Auf der Seite wird hierzu erläutert: „„Ich hab nicht angezeigt““ weiterlesen


