Das Buchmesse-Kinder-Desinteresse. Nicht von Seiten der Kinder.

Die Frankfurter Buchmesse ist an zwei von fünf Tagen ihrer jährlichen Öffnung keine reine Fachmesse, sondern für die Öffentlichkeit, auch „Endverbraucher“ genannt, zugänglich. Auch für Kinder. Am Samstag begab ich mich – zunächst ganz privat – mit meinen zwei beiden ziemlich literaturinteressierten Nachwuchsleseratten während eines sowieso geplanten Frankfurt-Urlaubs in die Kinderbuchhalle ebendieser Messe – und war, gelinde gesagt, schockiert.

Das Schockerlebnis bestand nicht etwa in der Erkenntnis, dass es zur Zeit unseres Eintreffens brechend voll war, das kennt und gönnt man einer Messe ja. Auch das zu einem späteren Zeitpunkt eingenommene Messemittagessen konnte mich nicht aus der Fassung bringen (die Kinder schon, aber in so vielen schlechten Kantinen wie ich haben sie halt noch nicht gespeist, da ist noch Abhärtung erforderlich).

Nein, schockierend war die Erkenntnis, dass sich in der Kinderbuchhalle ausstellerseitig so ziemlich niemand durchgängig ernsthaft für jene interessierte, welche doch ihre ureigenste Zielgruppe darstellen: für die Kinder. „Das Buchmesse-Kinder-Desinteresse. Nicht von Seiten der Kinder.“ weiterlesen

Kaputt. Juhu!

Aktuell ist in der Schule Projektzeit, das Kind ist diese Woche Teil der Fahrradwerkstatt-Gruppe. Ärgerlich nur, dass das eigene Fahrrad heil ist. Dennoch musste es zur Schule mitgenommen werden, man könnte ja wenigstens den Sattel mal ein bisschen höher stellen oder die Klingel wieder festschrauben oder so, und da wir aber ein bisschen spät dran waren, chauffierte ich Fahrrad und Kind zackzack im Auto zur Schule.

Heckklappe auf. BROCH!, stürzte das Fahrrad aufs Straßenpflaster. KRATZSCH!, splitterte das Rücklicht über den Fußweg. JUBEL, tönte das Kind: „DANN KANN ICH DAS JA MIT HEISSKLEBER KLEBEN!“

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die Freude machen…

Bestattungen: Hier!

Straßenrandsfund. Falls ihr noch was Schnelles für die Mittagspause sucht..

(Btw.: Als das eine Kind neulich, ohne wirklich nach fahrenden Autos zu schauen, fast über die im Bildhintergrund verlaufende Straße gelaufen wäre, bemerkte das andere Kind trocken: „Wenn das schief gegangen wäre, hätten wir dich da gleich reinbringen können.“)

Absätze kommen ganz groß. Bei Kinderschuhen.

Meiner Oma (Schuhgröße 33/34, wirklich) dürfte das gefallen: Bei Deichmann gibts jetzt jede Menge Absatzschuhe! Die halbe Wand voller Stiefel Größe 31-36 besteht aus Schuhen mit „Wedges“, diesen neuen alten Keilabsätzen. Dumm nur, dass sich diese Schuhwand in der KINDERabteilung befindet, da ja bekanntlich Größe 31-36 nur in Ausnahmefällen Erwachsenenfüßen entspricht (okay, die 36 schon, aber ihr seht meinen Punkt).

Ach ja, zur kinderlosen Schuhgrößenrelation: Größe 31/32 entspricht (je nachdem, wie sie so ausfallen, also die Schuhe und gleichermaßen die Kinder..) so circa der Altersgruppe 6-8, 33/34 dann so 8/9 oder so, also bestes Grundschulalter, alle Angaben ohne Gewähr..

Bei mir weckt das irgendwie leise Erinnerungsgedanken, wisst ihr noch, vor ein paar Jahren, diese Neckermann-Stringtangas ab Kleidergröße 104?..

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Eier haben alle. Fragt sich nur, welche. (Update)

Vorgestern liefen die Kinder vor mir die Straße entlang und kamen an einem dieser riesigen Rosa-Ü-Ei-Werbeplakate vorbei. Sie blieben stehen, schauten, lasen (beide), und dann mussten sie lachen. Aber nicht so fröhlich, vor Freude, sondern eher so kopfschüttelnd-schlau. Und dann sagte die Tochter schelmisch zum Sohn: „Die darfst du dann aber NICHT kaufen, weil das ist ja NUR für Mädchen“, und er antwortete mit quietschiger Stimme: „Und du, du darfst ab jetzt nieniemehr ein normales Ü-Ei haben, weil die sind ja dann logischerweise nur für Jungs!“
Und dann gackerten sie und waren sich einig, dass das wohl Quatsch sei, und Sohn sagte noch: „Und in jedem siebten Ei ist so’ne komische Fee, die total dünn ist“, und Tochter war relativ schockiert, als er ihr anschließend ausführlich erklärte, dass die als echte Frauen gar nicht überleben könnten mit der Figur, Barbies übrigens auch nicht. Sie kamen schnell ins medizinisch Eingemachte, für so eine Optik müsste man einem Menschen Rippen entnehmen (wo er das wieder herwusste – keine Ahnung). Das fand sie dann ziemlich interessant, sie unterhielten sich noch eine Weile über Körperdeformationen und Spielzeug, welches als Lebewesen schon von Geburt an dem Tode geweiht sei, zum Beispiel irgendwelche Plüschtiere aus dem Spielzeugladen mit überdimensionierten Köpfen. Und dann rannten sie vor zum großen Ritterspielplatz und das Eier-Thema war für sie erledigt.

Ist es aber natürlich nur in diesem exemplarischen Fall, aber nicht generell. Warum, könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen, und da gibts dann wiederum Links, die anzuklicken es sich lohnt. „Eier haben alle. Fragt sich nur, welche. (Update)“ weiterlesen

Solidarität mit Pussy Riot

— Update 21.08.12: —

Die Aktivistinnen sind verurteilt worden, in einer nervenzehrenden, zeitraubenden, weltweit übertragenen und mit Unverständnis und Kritik aufgenommenen Urteilsverkündungsarie. 2 Jahre Straflager sind es geworden, was eine Berufung eventuell an Verkürzung ergibt, wird sich zeigen. Ein hartes Urteil bleibt es wohl in jedem Falle, allein schon die 5 1/2 Monate in Untersuchungshaft. Ich mag es mir selbst nicht vorstellen.

Den Text des Punkgebets in deutscher Übersetzung sowie eine lesenswerte Einschätzung, was das eigentlich Besondere an dem Prozess um Pussy Riot ist, und warum dieses Besondere letztlich alle angeht, könnt ihr hier aufrufen (gefunden via Twitter/annalist).

Während der Demonstration anlässlich der Urteilsverkündung vor der Russischen Botschaft in Berlin solidarisierten sich viele Menschen mit Pussy Riot – teilweise jedoch, wie die Mädchenmannschaft berichtet, mit kruden Vorstellungen, wie und womit den feministischen Aktivistinnen inhaltlich sinnvolle Unterstützung gezeigt werden könne.

Im Kölner Dom gab es eine Aktion dreier Menschen, die sich solidarisch mit Pussy Riot zeigen wollten – sie stürmten wohl einen Gottesdienst. Der Pfarrer schloss sie und ihr Anliegen mit ins Gebet, eine Strafanzeige wurde dennoch gestellt.

Auf dem Blog der Piratenpartei Hamburg hat jemand einen guten Artikel mit der Überschrift „Putin kündigt demokratischen Wertekanon auf“ geschrieben, in dem unten auch die Daten zum internationalen Spendenauruf, um die Aktivistinnen juristisch sowie hinsichtlich der Versorgung ihrer Kinder zu unterstützen.

Wie diverse Blätter melden, sind inzwischen weitere Mitglieder von Pussy Riot zur Fahndung ausgeschrieben.

Derstandard.at veröffentlichte bereits am Samstag eine gute Shortview einiger Kommentare von Zeitungen aus Russland und Europa.
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17.000.000 $ schwer. Fast.

Also dieser Spam wird auch immer einfallsreicher. Und diese persönliche Ansprache. Fast wäre man(u) ja versucht… 😉
Neenee, Leute.

Unangenehm vor allem: Die entsprechende E-Mail ging nicht etwa an mich (und meine Mailaddi ist ja nun nicht soooo schwer herauszufinden), sondern lief mit Betreff an mich über die Mailaddi der Schule. DAS befremdet mich dann allerdings doch sehr. WTF!
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