Sankt Martin – höchstpersönlich!

Soeben auf dem Weg vom Büro zum Martinsumzug des Kindergartens galoppiert rast er an mir vorbei. In einem Affenzahn, mit wehendem Mantel, auf einem feuerroten Drahtesel:

Cem Özdemir.

Ich glaube, bei dem Bettler, der seit etwa zwei Wochen unter der S-Bahn-Brücke wohnt, die über die Luisenstraße führt, habe ich ihn anhalten sehen. Was weiter geschah, konnte ich nicht erkennen – aber meine Illusion für heute war perfekt.

So, und nun gehe ich beschwingt Laternchen schwenken!

Laterne, Laterne

Eine Tradition, die es in meiner Kindheit eigentlich nur zu Kindergeburtstagen gab, die sich aber inzwischen standort- und religionsunabhängig offensichtlich zumindest auf alle Kindergärten Deutschlands ausgebreitet hat, ist die des herbstlichen Laternenumzugs. Wahlweise, je nach Traditionsbewusstsein, mit Sankt Martin und Esel oder Pferd und entsprechendem Lied oder ohne (das eine, das andere oder beides). In jedem Fall aber: mit Laternen.

Was braucht nun aber eine solche Laterne (natürlich, engagierte Haushalte, wie alle es sind, selbstgebastelt!) UN-BE-DINGT? Genau: Eine Kerze und einen Holzstab. Oder doch besser einen elektrischen Leuchtstab?

Dies ist, auch wenn Nichteltern es vielleicht unvorstellbar finden, eine durchaus ernstzunehmende Frage, die Jahr für Jahr aufs neue ausgefochten ausdiskutiert werden muss. Von Eltern, natürlich.

Hier einmal, dem allgemeinen Amusement gewidmet, ein völlig fiktives Streitgespräch. „Laterne, Laterne“ weiterlesen

Schnupfen, Husten, Heiserkeit

Nun ist es Herbst. Allseits schnieft es, allseits schnupft es, jeder Huster fährt einem markerschütternd in die Glieder, auch wenn keine ureigene Betroffenheit vorliegt. Das war schon in den letzten Jahren so: Als arbeitende Eltern reagieren wir mit schnell verspannten Schultern auch schon bei minimalsten Atemgeräuschveränderungen, besonders im Umfeld unserer lieben Kleinen. Aber diese Herbst/Winter-Saison hat es besonders in sich: Die Panik geht nämlich um. „Schnupfen, Husten, Heiserkeit“ weiterlesen

Neusprech

Mich regt da etwas auf. Ein Wort. Ein Wort, welches es eigentlich gar nicht gibt, welches sich aber still und heimlich irgendwie etabliert hat. Scheinbar hat es etwas mit dem Prenzlauer Berg zu tun und mit Bugaboos, die es dort in vergleichsweise hoher Anzahl auf vergleichsweise geringer Fläche gibt.

Bugaboos, dass sind diese Hightech-Kinderwagen, die die, die als die hippen urbanen Eltern aus den Hochglanzmagazinen gelten, un-be-dingt haben müssen, und gegen die die, die prinzipiell was gegen den Prenzlauer Berg haben, wettern. Ich habe nichts prinzipiell gegen Bugaboo-Kinderwagen. Die sind mir recht egal, aber trotzdem sind wir mit dem zusammengesetzten Substantiv nun beim Thema:
„Neusprech“ weiterlesen

Seliger Glaube

Neulich gab es hier ja ein Aufklärungsgespräch zum Thema Weihnachtsmann und Osterhase. Von diesem berichtete der Jüngling nun seiner lieben Oma, auch, dass er das natürlich auf keinen Fall weitererzählen werde an Kleinere, und dann erzählte er ihr stolz und mit großer Inbrust:

„Weil ich jetzt auch zu den Großen gehöre, kann ich ja jetzt auch Geschenke machen. Besonders zum Beispiel dem Nikolaus: Dem stell‘ ich dieses Jahr dann auch etwas hin, wenn der meine Schuhe füllt, und dann kann er es sich mitnehmen!“…

Urheberrechtsfrage

Nachdem ich mir hier vorlesenderweise ständig sozusagen Fusseln vor den Mund rede, hatte ich die grandiose Idee, für Phasen von Heiserkeit, Dringend-Arbeiten-Müssen, akuter Telefonitis meinerseits oder ähnlichem die Lieblingsbücher beim Vorlesen mitzuschneiden. Als private Hörbuchsammlung, sozusagen.

Und dann dachte ich: Na, wenn ich das schon mache, dann wäre es ja auch ganz nett, die entsprechenden Dateien online zu stellen. Aber… „Urheberrechtsfrage“ weiterlesen

Die wichtigen Dinge des Lebens

Heute auf dem morgendlichen Kinder-Wegbring-Weg fällt dem großen m ein, dass er seine Trinkflasche vielleicht nicht eingepackt hat. Ich sage ihm, dass er sich dann halt ’nen Becher holen solle, Hauptsache er würde trinken, das sei wichtig. Kam wohl etwas belehrend ‚rüber – seine Antwort war nämlich:

„Jaaaaaaa Mama, und atmen. Das ist nämlich das Wichtigste.“

*gnihihi*

Klare Ansagen

„Maman, kann ich kurz da vorne auf dem square alles einmal machen? Nur une fois?“, fragt die kleine m (3 1/2), während wir auf dem Fahr- respektive Laufrad nebeneinander nach Hause radeln. „Du kannst auch draußen warten, ich komme gleich wieder. Lies doch mal ein Buch!“

Sprichts, pest vor, lehnt das Laufrad an den Spielplatzzaun, geht rein und macht alles ein-mal.

Am lustigsten war zu beobachten, wie sie den beiden Kindern auf der Schaukel erklärte, dass sie jetzt DRINGEND EIN-mal schaukeln müsse, auch nur ganz kurz, sie hätte nicht so viel Zeit und müsse ja auch noch rutschen. Die sind dann tatsächlich abgestiegen.. Und ich saß, wie angewiesen, auf den Fahrradständern vorm Spielplatz, bewachte die Räder und las -ein Buch.

Danke Kind. Ich glaube, es wird erwachsen…