Karnickel

Kann mir bitte mal jemand sagen, warum auf der Chausseestraße in Berlin-Mitte, so auf der Höhe zwischen Liesen- und Wöhlertstraße, jede Menge Messingkaninchen in den Fahrbahnasphalt eingegossen sind?

Soll das vielleicht Scharfsinnig-Satirisches bedeuten, à la „Achtung, da vorne ist bald der neue schicke Hauptsitz des BND, das sind die mit den großen Lauschern!“?
– Ich vermute ja, dafür gibt es doch eine andere, längst nicht so frappierend logische Erklärung. Wer weiht mich ein?
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Oh là là!

Für die, die es noch nicht wissen: Seit einigen Wochen (gefühlt Monate Jahre) fährt in Berlin nicht nur die S-Bahn so gut wie gar nicht mehr, auch an der U-Bahn wird gebaut, die uns betreffende Tram ist anteilig stillgelegt und mit dem Auto steht man (demzufolge) durchgehend im Stau. Einzige Alternative für unter Strom stehende, eilige Fräuleins wie mich: der Drahtesel. Auf ebendiesem radle ich nun also seit inzwischen ungefähr vier Wochen sehr regelmäßig von A bis Z und quer durch die Stadt (natürlich mit Helm und Licht und Armraushalten und so, keine Sorge, Oma, Mama, Papa, Tanten, Onkels und Großcousinen..).

Nun hat das Ganze nur einen Haken: Ich trage wirklich gerne Röcke. „Oh là là!“ weiterlesen

Spätsommerviertel

Altweiberspinnweben wabern durch die benzinene Stadtluft, und ein Hauch von Spree. In der morgendlichen Spätsommersonne aalt sich in einer Sandkuhle im Kanzlerviertel, inmitten einer Taubenschar, ein herrenloser Hund. Behäbige Gelassenheit. Im Hintergrund die gläserne Reichtstagskuppel, in der sich eine Menschenschlange dem blauen Himmel entgegenwindet.

Nicht mehr lange, bald schon wird es Herbst sein, und der Himmel grau.

#fsa09 – Freiheit statt Angst

25.000 Menschen (wo wart ihr anderen, die ihr alle kommen wolltet?!).
Viele bunte Luftballons.
Viel Musik (für eine Demo meiner Meinung nach fast zu viel & zu laut, aber na ja).
Super Sommerwetter.
Motivierte Redner auf der Tribüne.
Unglaublich viel Parteigedöns, was zwar in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen klar, aber irgendwie auch schade war (immerhin wurde die Demo eigentlich von über 160 Organisationen unterstützt!).
Verrückte, abgedrehte, lustige, durchgeknallte, junge, alte, normale Leute.
Sogar die weltbekannte Pippi Langstrumpf – klar eigentlich, schließlich ist sie doch bis heute das mutigste, freieste Mädchen der Welt, oder?

Aktionsmaterial

Oder: Wir basteln uns eine Überwachungskamera.

Material: kleiner Schuhkarton, Pappe, Klebstoff oder Klebeband, Schwarzes Geschenkpapier oder Farbe, Filzstifte, Holzstab (Besenstiel o.ä. tut es auch)
Zeitdauer: 10 Minuten
Eigentlich selbsterklärend, aber hier schnell für gänzlich Unkreative ne supereasy Bauanleitung:

Die Pappe auf den Schuhkarton auflegen, sodass sie ungefähr 5cm übersteht, und links und rechts runterfalten.
Nun bis zur Faltung seitlich die Pappe schräg wegschneiden.
Dieses „Pappdach“ auf dem Karton festkleben.
Nun den gesamten Karton inkl. Dach in (z.B.) schwarzes Geschenkpapier so glatt wie möglich einwickeln (oder alles einheitlich anmalen).
Auf einfaches Papier „Überwachungsauge“ malen, kreisrund ausschneiden
Fast fertig: Jetzt vorne „unters Dach“ das Auge als Objektiv aufkleben
In den Karton unten mittig ein Kreuz einschneiden, in welches der Holzstab eingesteckt wird
Diesen mit Klebeband gut fixieren, fertig.

Wochenendspaziergang

Keine Ausreden, dieses Wochenende gehen alle mit: Mama, Papa, Omma, Oppa, Mini, Maxi und Hinz und Kunz. Fragt mal bei den Nachbarn, mit denen Ihr eh schon immer mal was unternehmen wolltet nach, ob nicht genau dieses Wochenende der perfekte Zeitpunkt für nen gemeinsamen Ausflug wäre. Beim Kumpel, der nie Zeit hat für ein Bier, bei der fast vergessenen alten Freundin, bei Frau Krause von unterm Dach und beim Gemüsemann um die Ecke.

In Berlin ist nämlich am Samstag echt was los: Da ist die GRÖSSTE BÜRGERRECHTSDEMO ALLER ZEITEN BISHER, und ihr könnt live dabei sein. Also, bangemachen gilt nicht: Parole mitkommen! Für Freiheit statt Angst!

Treffpunkt ist um 15:00 Uhr am Potsdamer Platz, und wer mich ganz persönlich zwischen den mindestens 150.000 250.000 1.000.000 Leuten treffen will, der hält am besten ab kurz vor drei und bis zum Loslaufen an der ersten Ampel Europas, die da mittenmang auf dem Platz steht, Ausschau nach der kleinen Frau mit den schwarzen Haaren, den Seifenblasen und dem Kinder-Gesichter-Schminkkasten.

Ja, also dann – bis Samstag!