Was ich wirklich dringend bräuchte, wäre ein Gerät, welches all diese klaren Gedanken, Textbausteine, Satzfetzen und Selbstgespräche aufzeichnet, die mir Tag für Tag und Abend für Abend durch den Kopf schießen. Immer dann, wenn ich denke: „Das müsste ich gleich dringend aufschreiben“, sollte es diese Gedanken per Copy & Paste einfach in eine Cloud, natürlich ne selbst verwaltete wie z.B. diese hier, stellen; sortieren würde ich das dann selbst. Das kann doch nicht so schwer sein, wer entwickelt mir denn sowas mal rasch?
Autor: manu
It’s not a bug. It’s a feature.
Und dann stehen sie vor dir, diese Tüten, prall gefüllt mit Medikamenten, und du gibst Kindern jeden Morgen ihre verordnete Dosis Medikinet. Und wenn du sie fragst, warum sie das nehmen, wissen sie es teilweise gar nicht so genau. Aber sie wissen, dass sie ihr Leben lang schon irgendwelche Medikamente nehmen, weil das eben so ist, weil das eben Erwachsene so gesagt haben, weil das eben Ärzte so fordern, weil das eben so zu ihrem Alltag gehört.
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Heimweh nach Internet
Manche von euch haben es mitbekommen: Ab Dienstagabend bin ich weg. Nicht allein, sondern in Begleitung von „’nem Arschvoll Kinder“, wie meine Oma es formulieren würde, aber doch – ohne euch. Drei Wochen lang. Ohne regelmäßige Twitter-Updates zum Lauf der Welt, ohne Mail und Blogs und Pipapo.
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Nationalpolitische Fußballscheiße?
Das wollte ich schon seit Tagen bloggen, fand aber keine Zeit dazu. Rückt mir mal den Kopf gerade, falls ich das falsch sehe, oder regt euch mit mir auf…
Vielleicht übertreibe ich, vielleicht sehe ich alles viel zu kritisch, vielleicht überinterpretiere ich. Aber diese eigenartigen Fußballplakate, die hier seit einigen Tagen in Pankow hängen, stoßen mir übel auf. Alles #schland, oder was? Nach Portugal war es „OH OH OH OBRIGADO“ – gemeint, so dachte ich zunächst, als eine Art Dank dafür, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen die portugiesische am 09. Juni das Auftaktspiel gewonnen hatte; den Witz verstand ich nicht ganz, aber gut. Auf jeden Fall hatte ich so ne neue Vokabel gelernt – und gerade den Dank wollte ich zunächst nicht sarkastisch, sondern wohlwollend als ehrlich gemeint interpretieren.
Seit ich jedoch nach dem Niederlande-Spiel dann diese Plakate hier sah, halte ich auch das erste Plakat für sarkastisch und bin insgesamt gelinde gesagt in Aufregung. Dieses durchgestrichen/überdruckte GE, die Wortwahl „Niederlage“, stößt mir mega-nationalpolitisch auf. Ist „natürlich“ nur Interpretation, lässt sich nicht mit harten Fakten belegen, findet sich übrigens auch keinerlei ViSdP auf den Plakaten. Aber, sorry, vielleicht auch gerade deshalb: Ich kann bei diesen Plakaten die politische Ebene nicht wegdenken. Für mich geht es hier nicht mehr um eine harmlose, positiv geäußerte Freude über den Ausgang eines Fußballspiels. Das Plakat scheint mir wenigstens hämisch-schadenfroh und schon dadurch keineswegs positiv. Zudem, und das finde ich widerlich, referiert es mindestens unbedacht auf den Überfall Deutschlands auf die Niederlande im Mai 1940, jedenfalls kam bei mir dieser Gedanke selbst im Wissen um die EM und das D-NL-Spiel SOFORT auf und blieb fies im Kopf hängen.
Wer denkt sich sowas aus? Was wird in den nächsten Tagen noch plakatiert hier? Ich hab nichts gegen Fußball und die EM, auch nichts dagegen, dass sich Leute eine bestimmte Mannschaft aussuchen und mit dieser besonders mitfiebern, schaue selbst auch manches Spiel. Aber die Auswüchse, die dieses Nationalfieber gerade annimmt, sowie die Frage, wie dies ggf. im Sinne eines verstärkten Nationalgefühls und – das macht mir halt Sorge – Nationalgebahrens und -überlegenheitsgefühls wirken könnte, machen mir echt Sorge. Muss das so?
taz-Interview: Kinder haben keine freie Wahl.
U.a. durch den unerzogen-Artikel hier hatte mich eine Journalistin der taz gefragt, ob ich Lust hätte, ein Interview zum Thema „Geschlechtsneutrale Erziehung(?)“ zu machen und dabei vor allem auch ein bisschen von meinen ganz persönlichen Erfahrungen zu berichten. Den Ansatz fand ich nach einiger Überlegung ganz nett (wenngleich ich mich ja ein wenig gegen diesen Erziehungs-Begriff sträube, aber gut). Das Interview kam nun heute, ich finde es recht gut geworden. Hier könnt ihr es online lesen.
Netzfund:Betriebssysteme und Gender
Habe gerade eine interessante Studienarbeit, die im Rahmen eines Seminars zum Thema „Diversity Ansätze in der Produktentwicklung“ an der Fachhochschule Wolfenbüttel erstellt wurde, gefunden: Die Studienarbeit aus dem Jahr 2007 untersucht „Gender-Aspekte bei den Betriebssystemen Windows Vista und Linux-KDE“. In der Zusammenfassung der Arbeit heißt es:
BRIGITTE weiß, was Frauen wollen. Sagt sie.
Da ich hier neulich ja schon mal so schön bei der Frage war, was Frauen denn eigentlich wollen, war ich natürlich interessiert an dem, was die „größte klassische Frauenzeitschrift Deutschlands“ (siehe PM, letzter Punkt) gerade vor wenigen Tagen als „Kommunikationsanalyse“ (hier auch als pdf abrufbar) herausbrachte.
In der BRIGITTE-Pressemitteilung zur Analyse heißt es:
„Seit 1984 erhebt die BRIGITTE KommunikationsAnalyse alle zwei Jahre repräsentativ die Einstellungen der aktuell rund 30 Millionen deutschen Frauen im Alter von 14 – 70 Jahren (bis 2008: 14 – 64 Jahre) zu allen konsumrelevanten Lebensbereichen sowie den Markendreiklang aus Bekanntheit, Sympathie und Verwendung für über 1100 Marken aus 20 Pressemitteilung Gruner+Jahr AG & Co KG 2 Produktbereichen. Dieser Markendreiklang misst den Erfolg und die Wirkung der Markenkommunikation und macht in Verbindung mit den vielfältigen Einstellungen und Verhaltensinformationen die Studie zu einem wichtigen Instrument für Marketing und Werbung. Die repräsentative Befragung zur BRIGITTE KommunikationsAnalyse 2012 mit 5.026 mündlichen und schriftlichen Interviews wurde zwischen September und November 2011 von MMA MediaMarktAnalysen, Frankfurt am Main, und Ipsos, Hamburg, durchgeführt. Die Datenaufbereitung übernahm ISBA, Hamburg. “
Zusammenfassend: BRIGITTE hat durch Befragung von über 5.000 Frauen herausgefunden, was die rund 30 Millionen deutschen Frauen konsumieren wollen. Na, dann wollen wir doch mal schauen, zu welchen Themen Frauen da überhaupt befragt wurden. Oder zu welchen auch nicht. Vermutungen, anyone?
Filmpremiere: Frei wovon? Frei Wozu?
Heute um 15 Uhr 30 im ACUD in Berlin-Mitte findet eine wie ich finde sicherlich spannende Filmpremiere statt – falls jemand von euch noch ein kurzfristiges Ausflugsziel für den Samstagnachmittag sucht:
Freie Roboter sind glücklicher.
Während des Linuxtags setzte ich meinen persönlichen Horizonterweiterungsschwerpunkt auf die vor Ort anzutreffenden Projekte, die sich besonders mit Lernen, Hinwendung zu Nicht-Techis, spielerischer Auseinandersetzung mit OpenSource o.ä. beschäftigen. Zu meinen Favoriten gehörte da ganz klar Freedroidz, ein Programmier-Workshop-Angebot für Kinder und Jugendliche. Es geht darum, kleine Robotertierchen so zu programmieren, dass diese bspw. den Kopf oder gar den ganzen Körper bewegen, sich steuern lassen etc. Das Ganze setzt auf der Lego Mindstorms Plattform auf, das Programmiergerüst basiert auf Java. Die Kids können schon in ziemlich kurzer Zeit (1-Tages-Workshops) ohne technisches Vorwissen ziemlich coole Sachen machen – gut für persönliche Erfolgserlebnisse und das Überwinden von Einstiegssorgen. Das OS-Projekt hat sich, so wurde mir berichtet, u.a. auch mit sehr positiver Resonanz am Girl’s Day beteiligt.
Ich finde das wirklich super und habe schon fest im Hinterkopf verankert, mich fürs kommende Schuljahr um einen Schulworkshop mit freedroidz zu kümmern. Allein schon wegen der Formulierung im Flyer:
Programmieren ist keine Kunst, vielmehr ist es eine Kulturfertigkeit, wie Lesen oder Schreiben. Jeder sollte die Möglichkeit dazu bekommen es früh zu erlernen – es muss ja nicht gleich die ganz große Literatur sein, aber im Urlaub eine Karte an die Oma schreiben sollte drin sein.

BKA, Trojaner, Deep Package Inspection und Piratenpartei
Sieh an, sieh an: Schon knapp zwei Wochen nach Auftauchen des aktuellen Windows-Verschlüsselungstrojaners schaffte es auch das BKA, in einer Pressemitteilung vor diesem zu warnen. Das ist ja toll!
In den Hinweisen, wie man sich vor diesem Trojaner schützen kann, steht natürlich an keiner Stelle der Hinweis, dass ein Befall absolut betriebssystemabhängig ist und auch ein Aktualisierthalten eines Windows-Betriebssystems nur ein relativer Schutz ist: Das BKA weist nicht darauf hin, dass nur Windows-Nutzende betroffen werden können und ein Umstieg auf Linux eine effektive Vorbeugungsstrategie wäre. Na, aber das wäre wohl auch unzulässige Parteinahme…
Btw., liebe Netzaktive,es gibt durchaus auch für Nicht-Windows-Nutzende Gründe, sich in diese Trojanerdiskussion einzubringen: Wenn die nämlich weiter auf derart niedriger Flamme gekocht wird wie im Moment (und es gibt Indikatoren, die dafür sprechen, dass die abnehmende Tiefendiskussion auf unterschiedlichen sonst recht aktiven Ransomware-Boards aus Sorge vor der hinter diesem Virus stehenden Tech-Mafia resultiert..!), dann haben wir bald eine Menge infizierter Rechner, erst Recht dann, wenn Rechner nicht mehr „nur“ per Mail, sondern vielleicht bald auch über DriveBy-Surfing mit diesen Viren verseucht werden. Und dann wird die Forderung nach Deep Package Inspection („um Malware-Pakete auszufiltern“) politisch sehr schnell sehr laut werden – und in der Bevölkerung zu sehr viel Verständnis führen, denn mit Windows-Rechnern ließe sich dann wirklich nicht mehr vernünftig im Netz surfen.
Um dieser Forderung rechtzeitig Einhalt zu gebieten, sehe ich derzeit nur einen Weg: JETZT Otto und Ottilie Normalverbrauchende auf Linux, in welcher Distri auch immer, vorzubereiten. Und politisch den Einsatz quelloffener Software und von OpenSource-Betriebssystemen MASSIV zu fordern und zu fördern. Na denn (nicht nur) Piraten, hier gibt es Arbeit. Alle mal ran! (Es drängt.)
Wer wissen will, worum es genau geht:
Ich hab drüber geschrieben, adressiert insbes. an die windowsnutzenden Nicht-Techis.
Martin hat drüber geschrieben (mehr Tech-Details, Screenshots, konkrete Anknüpfungspunkte für techn. Unterstützung).
Im Trojaner-Board und bei Delphi-Praxis wird drüber diskutiert.
Im Forum Botfrei (vom BSI gesponsort) könnte es auch diskutiert werden, tiefergehende Threads finde ich aber nicht :-//