Schon lange möchte ich eine Sache in Sachen Piratenpartei loswerden, und heute scheint mir, gerade, weil es keinen aktuellen Anlass gibt, auf den ich mich beziehen (und damit eine Person gegen andere herausgreifen) müsste, ein geeigneter Moment dafür zu sein:
Leute, mich nervt das Generve mit dem Dilettantismus.
Ob in Zeitungsartikeln, Talkshows oder Blogbeiträgen, von dort zu Wort kommenden Piraten fallen oft Argumente wie „Wir müssen erst noch lernen“, „Wir wollen erst mal bei den anderen schauen“, „Wir wissen ja gar nicht, wie das mit der Politik geht“, „Learning by doing“ etc.
Das ist ja alles sicherlich nett gemeint – nicht protzen, nicht behaupten, sondern denken und dann liefern. Dennoch, oder vielleicht sogar gerade darum: Meiner Meinung nach sollten solche Sprüche und Pseudo-Entschuldigungen schleunigst aufhören. Vielmehr möchte ich gepfefferte Formulierungen hören, die auf Folgendes abzielen:
„Die anderen Parteien sind professioneller? In Sachen Lobbyismus-Einbindung ins politische Geschehen ist das sicher viel zu oft der Fall!“
„Die anderen Parteien haben mehr Ahnung von Zahlen? Angesichts der Haushaltsdefizite in Bund, Ländern und Kommunen darf man diese Kompetenzen wohl anzweifeln.“
„Die wissen, was sie tun? Das stellen wir angesichts vieler politischer Entscheidungen und Konsequenzen der letzten Jahre und Jahrzehnte massiv infrage!“
Die Piraten sollten sich nicht entschuldigen für all das, was sie vom Politikbetrieb noch nicht wissen, noch nicht verstanden haben. Vielmehr sollten sie sich in Acht davor nehmen, ihn so zu verstehen, sich so anzupassen, dass sie dort perfekt und aalglatt mitspielen können. Letzteres erscheint mir nämlich die viel größere Gefahr, für die Piraten wie auch für die Menschen, die sie wähl(t)en.