Schwabylon

Neulich von Freunden, die die Arbeit ans andere Ende Deutschlands treibt, eine Einladung für ne Abschiedsparty erhalten:

Ich drücke ihnen vorsorglich schon heute die Daumen, dass sich die Berliner Trockenübungen als hilfreich für den bevorstehenden Integrationsprozess erweisen werden. 😉

Durst

In der ersten Reihe, vorne rechts von der Bühne im Grips-Theater, sitzt ein kleiner Junge. Ungefähr sechs Jahre alt. Er ist dabei, vertieft und eingetaucht in die Geschichte von Pauline, Meena und Malik, fiebert mit, ist entsetzt, beeindruckt, erfreut und schockiert, so, wie die Situationen der Geschichte eben verlaufen. Und er ist mutig, bereit, traut sich zu antworten, als die Schauspieler nach einer guten Stunde eindringlichen, schnellen, interaktiven Spielens zum Thema Wasser, Globalisierung und Ausbeutung ins Publikum fragen: „Was können wir tun? Wir, hier?“ Ihm kommt die naheliegende Idee, dass wir, wir hier, Baumwolle, deren Anbau Menschen krank macht und arm lässt, nicht kaufen sollten, sondern solche, die so angebaut wird, dass sie andere nicht krank macht und arm lässt, und er sagt das laut, und viele der Erwachsenen im Raum, auch ich, halten uns beschämt bedeckt. Und dann singt dieser kleine Junge für sich und für seine kleine Welt und für alle am lautesten mit, als das Mitmachstück „Wasser ist kein blaues Gold“ angestimmt wird. „Durst“ weiterlesen

Für das Leben lernen wir.

Heute in Pankow: Ich laufe an einer mit 3 Bauarbeitern besetzten Baustelle vorbei. Ein älterer Bauarbeiter hält beim Arbeiten inne, gafft. Unangenehm. Genau, als ich vorbei gehe, pfeift er auch noch. Jaja, nett gemeint und so, schon klar, kein Sexismus, schon klar, ich sag ja auch nichts, geh einfach vorbei, 100 x erlebt, die Sonne scheint und ich weiß ja, „es soll doch ein Kompliment sein“ und „ich soll mich nicht so haben“. Das Sagen übernimmt für mich aber doch jemand – der junge Kollege des Bauarbeiters. Der ruft nämlich in breitem Berliner Dialekt seinem Kollegen zu: „Ey lass das, haste keen‘ Benehmen?!“ – und sagt darauf noch zu mir: „Tschullijung. Der lernt noch.“

Hach. <3 !! -- Update am Abend des 17.04.

Getwittert hatte ich das auch, und nun schau ich nach und sehe: zum aktuellen Zeitpunkt 59 Retweets. 99 Favs. War dann wohl wirklich berichtenswürdig.

Leben retten. Kannste auch.

Wann habt ihr euren letzten Erste-Hilfe-Kurs gemacht? Zur Führerscheinprüfung? Dann wirds Zeit für eine Auffrischung. Schaut mal hier beim DRK, die haben da online was vorbereitet. Vom Malteser Hilfsdienst gibts ne Erste-Hilfe-App, dann habt ihr die Infos immer dabei. Und in diesem Youtube-Clip gibts was zum Auffrischen der Herzmassage. Dauert nur 2 Minuten. Lohnt sich.

Besser geht immer – merkt euch „30 zu 2“ für „30 x Drücken“ / „2 x Beatmen“. Und noch besser natürlich: Macht mal wieder ’nen Kurs. Hab ich gerade. Fühlt sich gut an. Hoffentlich brauch ichs nicht.

PS: Schon mal Erste Hilfe geleistet? Lust, das aufzuschreiben? Hier werden solche Berichte gesammelt. Für weniger Gaffen und mehr beherztes Zupacken.

NL: Veggiesteaks via Lotteriespende

Heute im FIGARO gelesen: In den Filialen einer niederländischen Supermarktkette verteilt eine NGO namens Natuur en Milieu derzeit an die Kunden Veggie-Fleischersatz zu jeder gekauften Fleischpackung. Die Aktion wird durch Mittel der zweitgrößten niederländischen Lottokasse De Nationale Postcode Loterij gefördert.

Idee: „Flexitarismus“ fördern. Den Leuten solche im Durchschnittsverbrauch noch relativ unbekannten Pflanzenprodukte ans Herz legen, damit sie auf den Geschmack kommen und so vielleicht künftig von so manchen weniger Fleisch und mehr Pflanzliches gegessen wird, im Sinne des Umweltschutzes. Denn – hättet ihr gewusst, dass für die Produktion von nur _einem_ Kilo Rindfleisch so viel Wasser verbraucht wird wie für 365 Tage lang tägliches Duschen eurer individuellen Luxuskörper? So wirklich bewusst ist einem das ja im Alltag nicht, auch wenn schon klar ist, dass das Viehfutter Wasser verbraucht, und das Tier selbst, etc.pp. Aber 365x Duschen? Für EIN Kilo Fleisch? Schon krass. Die Blümchen auf der Fensterbank sind da doch um einiges genügsamer..

(Btw., auch interessant, neulich über Twitter erfahren: Wusstet ihr, dass in Berlin anscheinend bereits jede zehnte Person vegan lebt? Auch da hätte ich mich verschätzt.)

Leseempfehlung: „Sind Jungs so?“ von Sabine Hark

Auch 2010 wurden lesenswerte Artikel geschrieben, die aus der Mottenkiste herauszuholen absolut lohnenswert ist. Via Twitter erreichte mich heute ein solcher der Soziologin Prof. Sabine Hark, den sie anlässlich eines zum damaligen Zeitpunkt erschienenen ZEIT-Dossiers zum Thema „Jungs sind so!“ schrieb. Hier ein Auszug:

(…) Um nicht missverstanden zu werden: Es geht nicht darum, die nackten Tatsachen zu leugnen, dass etwa die Mehrzahl der Hauptschüler männlich und die Mehrzahl derjenigen, die die Schule ohne Schulabschluss verlassen, Jungs sind. Darin steckt ohne Zweifel eine unserer großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen, bedeutet es doch, dass ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung von gerechter und menschenwürdiger Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen wird. Doch ebensowenig wie ‚Jungs so sind‘, sprechen diese vorgeblich nackten Tatsachen für sich, wie viele in der Debatte insinuieren. Denn schauen wir genauer hin, so zeigt sich sehr schnell ein multivariates Set von Gründen für das männliche Schul-drop-out. Auch ist auf der Rückseite dieser Statistiken beispielsweise zu verzeichnen, dass gerade in der Sekundarstufe II Lehrerinnen nicht die Mehrheit des Lehrpersonal stellen, sie für die „Diskriminierung“ der Jungen, von der Hurrelmann spricht, also zumindest in der gymnasialen Oberstufe mehrheitlich nicht verantwortlich sind, oder dass am oberen Ende der Bildungsleiter, in den akademischen Spitzenpositionen, noch auf viele Jahre hin deutlich mehr Männer als Frauen zu finden sein werden – und wir reden hier über Zahlen im 20 %-Bereich. Und wenn wir den Blick über den nationalen Tellerrand schweifen lassen, so verzeichnen wir, dass 2/3 aller Analphabet_Innen weiblich sind und nur in 3 % aller Länder genau so viele Frauen wie Männer an tertiärer Bildung partizipieren.(…)

Prof. Sabine Hark ist Soziologin. Sie ist Professorin an der TU Berlin und wissenschaftliche Leiterin des dortigen Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung.

Ich empfehle auch „3 years after“ die Lektüre des ganzen Artikels, den ihr hier aufrufen könnt.

Busfahrtengespräche

Neulich fuhr ich mit den Kindern Bus. Sie saßen, ich stand in ihrer Nähe und hörte, wie sie sich unterhielten. Die Kleine so: „Du, weißt du was, ich bin aber echt froh, dass ich nicht das dritte Kind von Mama und Papa bin.“ Der Große zurück: „Wieso?“ „Na du weißt doch: Jeder Dritte hat Nagelpilz..!“ Pause. Schweigen. Dann der Große: „Quatsch. Auf dem Plakat an der Apotheke steht nicht ‚jeder Dritte‘, sondern ‚jeder Achte.‘ Und wer hat schon ACHT Kinder..!“

Erkenntnisse

Sprach das eine der Kinder mit strenger Stimme zu uns Eltern: „Übrigens, wir haben herausgefunden, dass ihr nachts heimlich im Bett Schokolade esst, wenn ihr eigentlich schlafen sollt!“

Ach, Kinder, wenn ihr wüsstet… 😉

Mäusekuchen

Happy birthday to me! Hoch die Tassen und Teller, virtuell gibts heute Kuchen für alle! Wie jung ich noch bin, verrät euch mein (durch Anklicken vergrößerbares) Geburtstagskuchenmuffinbild, bzw. die bunten Kerzen auf ebendiesem. Und wer einen Blick für die kleinen Dinge im Leben hat, findet irgendwo vielleicht sogar noch ein kleines Mäuschen. Naaa? 🙂