Was Alan Rusbridger, der Chefredakteur des britischen Guardian in diesem Artikel schreibt, ist unfassbar. Skurril, bizarr, fast möchte ich laut lachen – wäre es nicht die Realität, sondern eine aberwitzige Filmgeschichte, würde ich es tun.
Da will eine demokratisch legitimierte Regierung eine Zeitungsredaktion mit massivem Druck davon abhalten, im öffentlichen Interesse stehende Berichte weiterzuverfolgen und zu veröffentlichen. Sie kündigt an, hierfür gegebenenfalls auch gerichtliche Wege zu beschreiten – und damit explizit die Pressefreiheit zu zerstören – , falls die Redaktion nicht von sich aus mit dem Berichten aufhört. Um Druck aufzubauen, entsendet die Regierung „Experten“, die vor Ort eine Datenzerstörung absichern sollen: Sie fordern die Redaktion auf, unter ihrer Aufsicht im Verlagsgebäude Festplatten zu zerstören, im digitalen Zeitalter eine Farce, aber gleichzeitig auch ein bedrohlicher symbolischer Akt.
Gleichzeitig schafft und nutzt diese demokratisch legitimierte Regierung mit ihren Terrorgesetzen unsichere Räume, in denen sonst fest geltende rechtsstaatliche Prinzipien keine Anwendung finden, und versucht in diesen Räumen gezielt, Menschen einzuschüchtern und aus ihnen Informationen herauszupressen. So geschehen im Transitbereich des Londoner Flughafens Heathrow, auf welchem David Miranda, der Lebensgefährte und Arbeitspartner des im Snowden-Fall vielfach berichtenden Journalisten und Guardian-Kolumnisten Glenn Greenwald, festgehalten und verhört wurde, wie Rusbridger berichtet:
„„A transit lounge in Heathrow is a dangerous place to be.““ weiterlesen
Da gehst du
Gleich gehe ich los: 

