Rutschbahn

Aus der aktuellen Ausgabe des Spiegel, S. 18:

In den nordischen Winterspielen ist Experimentierfreude gefragt: Die Bürger, rät manche Verwaltung,könnten Gehwege ja auch mit Katzenstreu oder Holzspänen aus der Zoohandlung streuen.

Na, das nenne ich doch mal einen kreativen Vorschlag zur Wetterbegegnung! Ich würde diesen sogar noch erweitern auf „Leute, nehmt Klumpstreu!“

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Schwimmen im Osten

Wer in Berlin Kinder im seepferdchentauglichen Alter hat, kann sich mit besten Absichten an die Berliner BaederBetriebe, den Verbund der hiesigen öffentlichen Schwimmbäder, wenden. So auch wir, nachdem unser kleiner Großer sich seit Monaten wünscht, endlich „richtig“ schwimmen zu lernen.

Aber: So einfach ist das nicht. Nachdem nämlich schon im Dezember alle ab Februar angebotenen Kurse in den umliegenden Hallen bereits restlos ausgebucht waren, musste das Kind auf den Frühling vertröstet werden. Und auch hieran wären wir ohne familiäre Unterstützung seitens eines patenten Schwiegervaters mit organisiertem Terminkalender, welcher am ersten Tag der Vorverkaufsfrist morgens um zehn vor acht in der Schwimmhalle unserer Wahl anrief und uns mit biblischen Überredungskünsten einen Platz im Anfängerkurs reservierte, kläglich gescheitert. „Schwimmen im Osten“ weiterlesen

Adidas Torschn

Ein Trauma meiner frühen Lichtenberger Jugend sind Turnschuhe. Kein einziges Paar befüllt seither meinen Schuhschrank, und lediglich zwei Paare haben es in den letzten 16 Jahren in ebendiesen geschafft (eines davon noch dazu ausschließlich -!- zur Nutzung im Turnunterricht, lang ists her..). Nun dachte ich, nach so vielen Jahren wäre es ausgestanden, überwunden. Doch dann… „Adidas Torschn“ weiterlesen

Hunde fälschen

Wer in Berlin auf den Hund kommt, oder besser gesagt: auf die Idee kommt, einen solchen halten zu wollen, der geht damit auch so einige Verpflichtungen ein. Nicht nur die (leider viel zu oft nicht einmal unter den grünen Teppich der Stadt gekehrte) Verpflichtung, sich um die Exkremente des tierischen Lieblings zu kümmern. Sondern unter anderem auch die Verpflichtung, das Tier „chippen“ zu lassen. „Hunde fälschen“ weiterlesen

Fast Glück

Wenn das Mutti dem Töchterlein zuruft, es möge seine Schneehose anziehen, jedoch im gleichen Augenblick der Sohn “Eins zwei drei vier Eckstein, alles muss versteckt sein“ brüllt, ist zu vermuten, welche Aufforderung den größeren unmittelbaren Reiz aufs kindliche Gemüt ausübt, oder?

Genauso war es heute morgen im Hause manubloggt, in welchem daraufhin etwas später während des doch noch stattfindenden Ankleideprozesses ein Mutter-Tochter-Disput über lange Wege im Schnee durch verpasste Busse entbrannte. An dessen Ende klappten wir fix und fertig die Wohnungstür zu.

Abwärts. Töchterlein, einsichtig und freundlich, ist bestrebt, die hohen Stufen zügig allein hinunterzulaufen. Rennt, während ich den Schlitten aus dem Geräteraum schnappe, schon zur Haustür vor. Nach Öffnung derselben ruft sie mir entgegen: „Maman, le bus!“ Ungläubig schaue ich in die vorgegebene Richtung. Tatsächlich, da steht er noch! Lauf, Forrest, lauf, das schaffen wir! „Fast Glück“ weiterlesen

Posaunenengel

Neulich in der U-Bahn in den Untiefen des schönen Berlin: Auf einer Bank vier Lausebengel, zwei Größere, geschätzt etwa acht oder neun Jahre, die anderen beiden vielleicht geradeso sechs Jahre alt: Eben erst eingestiegen, um die Plätze gedrängelt, nun nebeneinander sitzend, quasselnd, quietschend, mit noch rot gefrorenen Nasen vom Warten auf dem U-Bahnhof. Die Begleitmama (sind vermutlich nicht alle vier ihre Jungs, aber wer weiß das schon) mahnt chancenlos zur Ruhe.
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Oh Du lieber Datenschutz, alles ist hin..

Im Schulausschuss von Berlin Tempelhof-Schöneberg wurden offensichtlich am 01. Dezember 2009 sensible Personendaten über

Kinder mit Behinderungen und Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache als Loseblattsammlung

verteilt, wie der heutige Tagesspiegel berichtet. In Anbetracht dieser aktuellen Berliner Datenschutzpanne stimmt doch die Aussicht auf die automatisierte Berliner Schülerdatei, die im Winter 2009 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen wurde, sehr fröhlich: Wenn schon auf Bezirksebene nämlich kein 100% vertrauensvoller Umgang mit sensiblen Schülerdaten erfolgt, wie soll dies erst bei der erweiterten Erfassung werden?

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Sankt Martin – höchstpersönlich!

Soeben auf dem Weg vom Büro zum Martinsumzug des Kindergartens galoppiert rast er an mir vorbei. In einem Affenzahn, mit wehendem Mantel, auf einem feuerroten Drahtesel:

Cem Özdemir.

Ich glaube, bei dem Bettler, der seit etwa zwei Wochen unter der S-Bahn-Brücke wohnt, die über die Luisenstraße führt, habe ich ihn anhalten sehen. Was weiter geschah, konnte ich nicht erkennen – aber meine Illusion für heute war perfekt.

So, und nun gehe ich beschwingt Laternchen schwenken!

Schnupfen, Husten, Heiserkeit

Nun ist es Herbst. Allseits schnieft es, allseits schnupft es, jeder Huster fährt einem markerschütternd in die Glieder, auch wenn keine ureigene Betroffenheit vorliegt. Das war schon in den letzten Jahren so: Als arbeitende Eltern reagieren wir mit schnell verspannten Schultern auch schon bei minimalsten Atemgeräuschveränderungen, besonders im Umfeld unserer lieben Kleinen. Aber diese Herbst/Winter-Saison hat es besonders in sich: Die Panik geht nämlich um. „Schnupfen, Husten, Heiserkeit“ weiterlesen

Neusprech

Mich regt da etwas auf. Ein Wort. Ein Wort, welches es eigentlich gar nicht gibt, welches sich aber still und heimlich irgendwie etabliert hat. Scheinbar hat es etwas mit dem Prenzlauer Berg zu tun und mit Bugaboos, die es dort in vergleichsweise hoher Anzahl auf vergleichsweise geringer Fläche gibt.

Bugaboos, dass sind diese Hightech-Kinderwagen, die die, die als die hippen urbanen Eltern aus den Hochglanzmagazinen gelten, un-be-dingt haben müssen, und gegen die die, die prinzipiell was gegen den Prenzlauer Berg haben, wettern. Ich habe nichts prinzipiell gegen Bugaboo-Kinderwagen. Die sind mir recht egal, aber trotzdem sind wir mit dem zusammengesetzten Substantiv nun beim Thema:
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