(Update: Habe eben auch den Mädchenmannschaft-Artikel von gestern zum Thema gefunden. In diesem weist Helga, und damit hat sie Recht, darauf hin, dass die Links zu diesem Thema bitte mit Vorsicht zu behandeln sind wg. der darunter beschriebenen Gewalterfahrungen. Dies möchte ich für alle Verlinkungen in diesem Post hier daher auch ergänzen.)
Über die Kegelklub-Mailingliste lief gerade der Hinweis auf einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, welcher wiederum auf eine sehr beeindruckende, mutige, unterstützenswerte Aktion verweist:
Ich hab nicht angezeigt, eine Kampagne mit dem Anliegen, „das immer noch tabuisierte Ausmaß sexualisierter Gewalt in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Hierfür werden insbesondere via Twitter und Facebook kurze oder lange Statements, Berichte, Positionen gesammelt, in denen Opfer ihre Gründe gegen eine Anzeige öffentlich machen können.
Auf der Seite wird hierzu erläutert:
Vergewaltigt worden zu sein ist kein Einzelschicksal. Viele Frauen und Männer kennen Frauen und Männer, die vergewaltigt wurden – vielleicht auch Sie. Vielleicht, ohne es zu wissen.
Sexualisierte Gewalt ist ein Angriff auf die Menschenwürde. Sie geschieht jeden Tag in jeder Gesellschaftsschicht. Jeder von uns kann es jederzeit passieren.
Doch das Thema ist unbequem. Es ist ein Tabu. Damit das so bleibt, wird den betroffenen Frauen suggeriert, daran selbst Schuld zu haben: „Hättest du dich nicht so oder so verhalten, wäre dir das nicht passiert.“
Dadurch werden vergewaltigte Frauen zum Schweigen gebracht, um den Schein einer heilen Welt aufrecht zu erhalten.
Wir wissen, dass es nicht einfach ist, das Schweigen zu brechen, öffentlich zu machen, warum wir eine Vergewaltigung nicht angezeigt haben.
Lassen Sie es uns dennoch tun. Brechen wir das Tabu.
Beenden wir unser Schweigen. Lassen Sie uns sichtbar werden und unsere Stimmen erheben: Wir haben nicht angezeigt, weil…
Schreiben Sie, warum Sie noch nicht oder niemals Anzeige erstattet haben, sehr gerne auch anonym.
Hier ist Platz für Ihre Stimme. Wir glauben Ihnen.“
Eine entsprechende Aktion gab es auch schon im frankophonen Teil des Internet unter dem Hashtag #jenaipasporteplainte sowie auf English unter dem Twitter-Hashtag #Ididnotreport, nachzulesen z.B. in diesem März-Blogpost bei (londonfeminist.
Allen, die den Mut bewiesen, sich hier mitzuteilen und damit zu helfen, das Schweigen und das Tabu um solche Fragen zu brechen, wie es oben im Zitat heißt, meine ausdrückliche Anerkennung.