… und dann war sie groß.

Unglaublich, was die kleine m (knapp 3 1/2 Jahre) in den letzten Wochen an Großwerde-Programm durchgezogen hat. Zunächst, vor ca. 3 Wochen, die Entscheidung, sie würde jetzt in ihrem Bett im Spielzimmer schlafen (und nicht mehr im Familienbett). Ihr großer Bruder (5 1/2) ließ sich dadurch auch überzeugen, im Spielzimmer zu schlafen und nicht mehr bei uns – dass die Kleine vor ihm „groß“ ist, wollte er dann wohl doch nicht riskieren. 😉Quasi zeitgleich ihre Entscheidung, sie bräuchte nun auch keine Windeln oder Windelslips mehr. Klappt tatsächlich beeindruckend gut, selbst nachts (da hat sie immer freiwillig sicherheitshalber noch nen Windelslip angezogen, aber das war die letzten Nächte eigentlich auch nicht mehr nötig – sobald sie es will, kann sie die also gern auch weglassen).

Und als der große Bruder sich am Wochenende von mir ein bisschen überreden ließ, doch mal zu probieren, ob er schon allein Brötchen kaufen kann, da tönte die Mademoiselle: „Ich will aber mi-hit!“ So taperten die beiden dann also Hand in Hand über die (gut einsehbare) Ampel vorm Haus und die Straße runter, bogen gemeinsam um die nächste Ecke und kamen dann freudestrahlend und stolz wie Bolle mit Brötchen, Croissants und Schokoriegeln zurück.

Wirklich stark, was sie sich da auf einmal zutraut (und er natürlich auch, ganz klar!).

Umso mehr tat sie mir heute Abend leid, als sie so richtig realisierte, dass sie nicht mit zur Kinderladenfahrt darf, die übermorgen losgeht (die Kleinsten, zu denen sie eben doch noch gehört, können nicht mit, erst alle ab vier oder so, Ausnahme war nicht möglich – hatte schon vor einigen Wochen dezidiert nachgefragt).

Klar, wir haben für sie „Ablenkprogramm“ in Form von einer Exklusiv-Übernachtung bei Opa und Oma organisiert, was bestimmt auch toll wird – aber sie weinte doch bitterlich. „Ich bin doch jetzt groß!“ Sogar ihre Tasche hatte sie schon gepackt mit Taschenlampe und Co.

Ganz ehrlich, und ganz egal, wie pathetisch sich das jetzt anhört – es hat mir fast das Herz zerrissen. Arme Maus. Aber mit Opa wird es bestimmt auch ganz toll, zumindest dieses Wissen gleicht das Mitleid ein bisschen aus.

1 Gedanke zu „… und dann war sie groß.“

  1. Ich lese Deine Zeilen und kann jede Gefühlsregung nachvollziehen. Mir selbst ging es so, als ich mit dem Rüpel seine baldige Schule besucht habe. Und ich schiebe noch den rührseligen Satz hinterher: „Sie werden so schnell groß!“

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