Hatte nicht erwähnt, dass ich neulich morgens um sieben am Flughafen Tegel etwas müde mein Netbook aus Versehen in der Kontroll-Plastikwanne liegen ließ und schon weg ging. Das gab nen Aufstand… Hab‘ es zum Glück (da war ich wirklich dankbar) von den kurz vor der Panik befindlichen Kontrolleuren nach Ausruf ihrerseits wiederbekommen, aber das hätte auch schiefgehen können…
Dabei musste ich mich an einen meiner älteren Blog-Einträge erinnern. In Anbetracht der aktuellen Nacktscanner-Entwicklungen dachte ich mir, dieser Artikel sei ein Re-Post‘ wert. Spaß beim Lesen? Hoffentlich nicht.
Sicherheitsrisiko (ursprgl. vom 28.05.2008)
Viel zu früh ist es, doch es ist schon hell. Schlange stehen am Sicherheitsschalter vor Terminal A. Vor mir ein wichtiger Typ: Schicker Anzug, tolle Wolle, war garantiert teuer. Diskret-edle Notebooktasche, und natürlich: blitzsaubere Schuhe.
Klapp, wie selbstverständlich öffnet er sein Mäppchen. Legt sein MacBook Air in eine graue, zerkratzte Kiste, die Tasche in die nächste. Dazu die Uhr und das Jacket, das Hemd ist am Rücken schon nassgeschwitzt. Auf Nachfrage des Sicherheits-Services kann er „selbstverständlich“ auch seinen Gürtel ablegen. Die Hose hält trotzdem. Nun schnell durch die Schranke. Es piept.
Ein automatisiertes „Bitte setzen Sie sich kurz“, und schon schiebt ihn der Beamte, der eigentlich nicht einmal einer ist, sondern ein ganz privater Sicherheitsangestellter, sehr bestimmt in eine der grauen Nischen neben dem Fließband, auf dem sein Notebook schon an ihm vorbeizieht. Die Füße auf ein Schemelchen, Schuhe aus, die Hose wird hochgeschoben, bis die haarigen Unterschenkel über den Socken aus feinstem Zwirn ans Licht kommen. Die Rolex wartet am anderen Ende des Fließbands.
„Sie können sich wieder anziehen“, heißt es tonlos. Wie selbstverständlich fädelt sich der Herr in die Reihe der anderen ein, die nebeneinander Knöpfe knöpfen, Schnürbänder schnüren, Jacken überwerfen und ihre Computer vertauschen. Der Gürtel schnappt, der Verschluss der Rolex knackt. Genuscheltes „Auf Wiedersehen“. Ganz sicher, millionenfach. Diskussionslose Selbstverständlichkeiten für die liebe Sicherheit. Schöne neue Welt.
Und nichts kann man dagegen tun!