Wortwahl

Gestern im Abgeordnetenhaus: Eine bildungspolitische Frage beschäftigt das Plenum. Zur Debatte stehen die unzumutbaren Belastungen, denen die armen G8-Gymnasiasten ausgesetzt seien.
Sicher, die Verkürzung des Abiturs auf acht Jahre ist eine Diskussion wert, und vielleicht auch einige neue Begriffe – aber diese kreative Wortschöpfung ließ mich doch vor allem über etwas anderes nachdenken: Ob wohl findige Journalisten diesen Ausdruck schon im letzten Jahr in ganz anderem Zusammenhang genutzt haben – für die Scharen an politisch aktiven Gymnasialschülern und –schülerinnen, die sich Schule schwänzend nach Heiligendamm begaben? Obwohl, wahrscheinlich nicht, denn es heißt ja immer, die „Jugend von heute“ wäre ach so unpolitisch; also gab es vielleicht im letzten Jahr noch gar keine Notwendigkeit für einen solchen Begriff.Und ob politisierende Schulschwänzer überhaupt zum verkürzten Abitur zugelassen werden, entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis…

– Na, dann braucht die Duden-Redaktion, sollte sich die Debatte um die Abiturverkürzung noch hinziehen, jedenfalls bei der Aufnahme der G8-Gymnasiasten in das bekannte Nachschlagewerk nicht zwei Bedeutungen angeben. Oder vielleicht doch – und dann in der Heiligendamm-Konnotation mit dem Zusatz „veraltet“, oder gar „utopisch“… Wir dürfen gespannt sein!

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