Wohin die Autos schwimmen

Heute wurde ich auf einen interessanten Artikel bei evangelisch.de mit dem Titel „Krieg und Katastrophen: Wie sag ich’s den Kindern?“ aufmerksam gemacht.

Der Artikel berichtet von einer qualitativen Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen beim bayerischen Rundfunk (IZI):

Befragt wurden mehr als 300 Kinder zwischen 5 und 13 Jahren in Deutschland, 180 in den USA und 160 in Brasilien. Dazu kommen Stichproben aus Hongkong, Südkorea, Kuba oder der Dominikanischen Republik. (…) Kinder malten dafür Bilder, wie sie die Ereignisse in den Medien erlebt haben. Dabei zeigte sich, dass die Wahrnehmung vom Umfeld und dem medialen Diskurs beeinflusst wird – und zwar international unterschiedlich. (…)

Die Studie wurde zusammen mit der Bundeszentrale für Politische Bildung im Juli in München während der Blitz-Kindermedienkonferenz „Tsunami und Super-GAU – Für Kinder berichten: Konzepte aus Forschung und Praxis“ vorgestellt.
Bei dieser Konferenz, so schreibt die Bundeszentrale für Poltische Bildung, sollte vor allem ermittelt werden, „(…) was die Erkenntnisse aus den Forschungsergebnissen für die Qualität in der Berichterstattung bedeuten (…) [und] konkrete Qualitätsmerkmale für den Fall einer Katastrophenberichterstattung für Kinder entwickelt werden.“

So stellt die Studie zum Beispiel fest:

Kinder stellten völlig andere Fragen als Erwachsene. „Beim Tsunami wollen sie wissen, wohin die Autos schwimmen. Wenn es im AKW brennt, sorgen wir Erwachsenen uns um die Gesundheit und die Zukunft der Stromerzeugung. Kinder wollen wissen, wie es zu dem Feuer kam. Wird das nicht erklärt, dann kommt es zu Fehlinterpretationen. So haben viele Kinder feuerspuckende Vulkane gemalt“(…)

Weiter ergibt sich den beiden Artikeln folgend nachweislich aus der Studie:

Vorsicht bei Fremdwörtern und Metaphern, die Kinder eventuell nicht verstehen.
Kinder wollen Fakten. Fakten sollten nicht mit Emotionen vermischt werden.
Kinder wollen Erklärungen: Warum ist etwas passiert?
Kinder haben Angst, dass schlimme Katastrophen sich auch bei uns ereignen können. Sie wollen daher Perspektiven für die Lösung von Problemen und wissen, wie sie sich selbst einbringen können.

In der journalistischen Ausbildung sei daher erforderlich, dass „der Fokus auch auf junge Leser erweitert wird“, und „Journalisten Kinder endlich als ganz normale Leser und Hörer begreifen“ müssen. (Quelle)
Jau!

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