Wie der Löwe zu seinem Schwanz kam.

Eigentlich wollte ich vielleicht mal Schriftstellerin werden. Tatsächlich bin ich nun unter anderem PR-Frau und Onlinetexterin, habe es zudem zu ein paar Sachtextveröffentlichungen gebracht und einigen Webseiten und noch zu einigem anderen, und das ist fein und prima und ich will mich freuen über dieses wirklich schöne und immer wieder neu bereichernde unentschiedene Arbeitsleben. Aber ein Teil mein Herzens, ja, schlägt gerade wieder laut in meiner heimlichen Schreibtischschublade, in der die Kurzgeschichten und halbfertigen Kinderbücher und sonstiges liegen, was ich vielleicht, ja vielleicht einmal… und immer diese Angst, ich könnte vorher tot sein und alle Texte verloren.

Nun will ich anfangen, irgendwann muss es ja sein, und wo fängt man denn an? Ja eben, am Anfang. Und der war vor ein paar Jahren, einige Jahrzehnte sind es genau genommen schon, denn ich war 8, und ich liebte Fabeln.

Herbst 1988: Wie der Löwe zu seinem Schwanz kam.Es war einmal an einem schönen Sonntagnachmittag. Die Schildkröte gab ein großes Fest, zu dem auch der Löwe eingeladen war. Also zog sich der Löwe sein schönstes Gewand an und machte sich auf den Weg. Das Fest sollte aber erst um Mitternacht beginnen.

Der Weg war weit. Der Löwe ging und ging. Plötzlich versperrte ihm jemand den Weg. Ein Gespenst! Der Löwe drehte sich um. Er wollte nach Hause. Als er losrannte, blieb sein Stummelschwanz an einer Baumwurzel hängen. Der Schwanz wurde länger und länger.

Als das nächste Fest kam, wurde unser Löwe von der Schildkröte angesprochen: „Herr Löwe, Sie sind ja hier der schönste Löwe im Saal. Wo haben Sie denn diesen prächtigen, langen Schwanz her?“
Und der Löwe musste die ganze Geschichte erzählen. Die anderen Löwen und Löwinnen aber wurden neidisch. Also klemmten auch sie ihre Schwänze im Baumwurzeln und rannten los.
So kommt es, dass der Löwe einen langen Schwanz hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *