Und der Zensus so?

Manche von euch werden sich vielleicht noch dunkel erinnern: Im letzten Jahr gab es einigen Rummel um die Volkszählung, gegen die sich zwei Jahrzehnte vorher Massen engagierten und die nun im vergangenen Mai erneut gestartet wurde, mit einem veränderten Verfahren, sodass viele sich gar nicht betroffen fühlten. Fragebögen wurden ja zunächst „nur“ an Hausbesitzer verschickt, sodass – wie in Städten ja vermehrt üblich – Mieter hiervon zunächst einmal gar nichts weiter merkten (wohlgemerkt: Aber dennoch, ohne hierzu weiter informiert zu werden, durch Weitergabe bestimmter Daten z.B. durch den Vermieter selbstverständlich betroffen waren und sind!). Nur eine geringere Zahl „Auserwählter“ wurde zur persönlichen Beantwortung eines zusätzlichen Fragebogens herangezogen und von den „Volkszählern“ besucht. Ansonsten blieb es, abgesehen von der einen oder anderen Meldung, relativ ruhig.
Dennoch, Skandale und Skandälchen gab es um die Volkszählung herum seit letztem Jahr bis heute immer wieder. Falschabfragen, Datenpannen. Der neueste medienwirksam begleitete Fehler ist wohl dieser hier – 40.000 Ende Januar versendete, ungültige und/oder ungerechtfertigte Heranziehungsbescheide zum Zensus2011 durch ein Vertun beim Statistikamt Nord (weiterer Zeitungsartikel dazu: hier).

Der AK Zensus gab am 30. Januar eine Pressemitteilung zu den gravierenden Mängeln des Zensus heraus, welche bereits einen Widerhall bei heise/telepolis sowie im Neuen Deutschland fand.

Nachdem nun ab heute auch im Raum Berlin-Brandenburg jedenfalls in Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern die „Befragung zur Klärung von Unstimmigkeiten“ beginnen soll (pdf), ist in Anbetracht der diversen Probleme und Mängel in anderen Bundesländern wohl auch hiermit Fehlern und weiteren Skandalen zu rechnen.

Es bleibt also spannend. Falls aus dem Umfeld meiner Leserschaft jemand persönlich betroffen sein und unsicher ob des weiteren Vorgehens sein sollte: Meine Koordinaten sind bekannt, wenn ich weiterhelfen kann, tu ichs gern.

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