Real Life im Kinderzimmer (oder auch nicht)

Lebensnahes Spielen ist ja gut und schön, aber so leid es mir tut: Manches finde ich doch ganz schön abartig. So zum Beispiel den Duo-Pack „Polizist mit Gangster„, polizistenseitig komplett mit Schlagstock und Co., um den ganz in schwarz (mit bisschen rot dran) gekleideten, vermummten Bösewicht gleich mal spielerisch zu Boden zu knüppeln.

Ich weiß nicht, irgendwie kann ich mit den ebenfalls ziemlich kampfeslustigen Rittern und Piraten besser leben, da kann man sich zumindest noch einreden, die Kinder würden damit fleißig Turnierreiten und Bootfahren nachspielen….

4 Gedanken zu „Real Life im Kinderzimmer (oder auch nicht)“

  1. Ich kann ehrlich gesagt die Piraten ebenso wenig leiden und nicht verstehen, wieso man Kindern zu dem Thema Spielzeug schenkt und gar noch Artikel nach der Art des „Merchandising“ wie z.B. Helme.

    Piraten sind und waren schon immer brutalste Verbrecher, und das gehört statt entsprechendem Spielzeug den Kindern beigebracht.

    Ein Kind z.B. mit „Pirates“ auf dem Helm kommt mir daher ähnlich pervers — und gedankenlos gleichzeitig — vor, als stünde stattdessen „Serienmörder“, „Vergewaltiger“ o.ä. drauf.

    1. Hmm – na ganz so sehe ich das nicht: Piraten, Ritter,.. spielen unsere so wie Märchen. Die sind ja auch grausam. Aber es ist für sie eben Teil einer Fantasiewelt, Fantasiegeschichten. Da rauben die Piraten dem bösen König das Gold und befreien die Prinzessin. Oder zwei Piratengruppen wetteifern um den schönsten Schatz (ja, okay, mit wilden gruseligen Schlachten). Nun ja…

      Der Große abstrahiert ziemlich deutlich zwischen Kämpfen in Fantasiegeschichten (in denen es für ihn eindeutige Gut- und Böse-Positionen gibt) und Gewalt / Körperlichkeiten in der echten Welt. Da das gut funktioniert, kann ich schon ganz gut mit seinem Piraten-Faible leben (und mit seinen morbiden selbtgezeichneten Piraten-Comics…). MEIN Lieblingsthema ist das trotzdem nicht – aber inzwischen hab ich mich seinerseits damit arrangiert.

      Mit dem Knüppelpolizisten aber nicht (wobei ich vermute, dass er bald auf den Trichter kommt, sich sein Taschengeld für sowas zusammenzusparen… *örks*)

  2. Für mich sind Ritter und Piraten vor allem gefühlsmäßig eine ganz andere Kategorie, weil sie mich an meine eigene Kindheit erinnern. Und schließlich ist Pippis Papa ja auch Seeräuber :-)
    Allerdings gab es zu meiner Zeit auch keine echten Piraten. Unsere Tochter hat mit Piraten so ihre Probleme, weil sie im Radio von den echten Piraten hört, die böse Dinge tun. So etwas will sie dann auch nicht spielen. Aber sie ist ohnehin sehr speziell, was „böse Dinge“ angeht, die lehnt sie entschlossen ab. Ein prügelnder Polizist käme da schon gar nicht in die Tüte. Mir aber auch nicht.

    1. Ja – das kann ich verstehen, da vermischen sich dann märchenhafte Fantasiewelt und Realität. Hatten wir auch schon mal als Irritationsfrage, aber ist wohl wieder in Vergessenheit geraten bzw. wird ausgeblendet.

      Ich vermute aber auch, bei euch läuft öfter Radio als bei uns; hier haben die Kinder mit gesprochenen Nachrichten noch nicht wirklich viel Kontakt, wird sich wohl demnächst (durch Schule) ändern. Bin gespannt..!

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