Phantasialand

Neulich morgens in einer Berliner Altbauwohnung: Ein verzweifelter Junge sucht seinen kleinen Matchbox-Abschleppwagen. „Ich hab den gestern Abend DA hingestellt. Ich weiß es GANZ genau!“ Mama sucht mit, ohne Spur. Anruf beim Papa, der schon unterwegs ist, es aber auch nicht weiß. Schließlich Befragung der kleinen Schwester. „Weißt DU, wo mein Abschlepper ist?“ „Ja, weiß ich. Im KLO!“

Schweigen.

„Wie, im Klo? Im Badezimmer, meinst Du, ja? Zeig mal, wo.“

„Nicht im Badezimmer. Im Kloo-ho! Hier. Ich hab mit den hier immer rumgefahren, so, so, so“, sie beschreibt einen wilden Kreis auf der Klobrille, „und dann ist es plouf da reingefallen und dann hab ich es weggespült. Und dann zugeklappt. Ganz einfach.“

Ungläubiges Starren, Schluchzen, Brüllattacke des großen Bruders.

Grübelnde Mama: Glaubwürdig vorgetragen hat sie es ja – aber sie kommt eigentlich doch noch gar nicht selbst an die Klospülung dran?! Doch auch auf Nachfrage hält sie an der Geschichte fest. Hmmmm.

Unnötig zu erwähnen, dass das Auto dann doch von den Toten –ähh, aus dem Klo – auferstanden ist und sich zwei Tage später unter einigen Kunstgemälden des Großen in dessen Spielzeugregal wiederfand. Wie genau es dahinge-schw-k-ommen ist, wird wohl für immer Captain Nemos Geheimnis bleiben…

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