Männeken Piss

Wie herrlich ist es, einen TomTom zu besitzen. Doch auch der weiss nicht unbedingt alles, und wenn er einen nachts um zwei irgendwo in der französischen Pampa unbedingt über eine (ohne beschilderte Umführung) gesperrte Strasse routen will, dann kann man -zumal mit fast leer gefahrenem Tank und keiner erreichbaren Tankstelle in Sicht- durchaus ein bisschen genervt werden. Wie gross in so einer Situation die Freude über ein trotz Nacht und Nebel offensichtlich noch bemanntes Auto, dessen Fahrer man um Auskunft bitten kann, ist, lässt sich vermutlich recht leicht nachvollziehen.

Wir hatten dieses Glück. Mitten im Niemandsland stand ein Auto am Strassenrand; zwei Typen standen in der Nähe. Kurz entschlossen bremste ich scharf und stellte unser Auto neben ihres. Die Jungs, die offensichtlich gerade eine Pinkelpause machten, schauten etwas irritiert. Höflich wartete ich daher im Inneren unserer baignole, bis die beiden Typen ihre Kronjuwelen wieder verstaut hatten, bevor ich ausstieg und nach dem Weg fragte. Die Jungs nahmen die Szene mit Humor und boten sich sogar an, extra einen anderen Weg -und damit uns voraus- zu fahren. Welche Erleichterung.
Übrigens fiel mir erst beim wieder Losfahren auf, dass ich während der Park-Pinkel-Warteaktion nicht nur mein Licht nicht ausgemacht, sondern sogar das Fernlicht angelassen hatte…

(Tippfehler und fehlendes „sz“ lassen sich nicht auf Nachlässigkeit meinerseits, sondern auf die derzeit obligatorische französische Tastatur zurückführen)

The Bat II

Heute komme ich aus dem Bloggen gar nicht mehr heraus! Nun ja, aber Fortsetzungen sind (zumindest fürs Publikum) ja durchaus ab und an recht amüsant, und sehr ruhig schlafen werde ich heute Nacht wohl nicht; da kann ich meine somit gewonnene freie Zeit auch zum Schreiben nutzen.. 😉

Als mein liebes Töchterlein heute seinen Mittagsschlaf beendet hatte und gemütlich an mich gekuschelt mit mir auf der Wohnzimmercouch herumfläzte, war ich tout à coup hellwach: Da flog doch mitten durch unser Wohnzimmer mit ordentlich weit ausgefalteten Flügeln ein Tier! Im ersten Augenblick, ich konnte es ja noch gar nicht richtig erkennen, dachte ich an eine verflogene Meise oder so etwas. „Martin, komm SCHNELLLL“, presste ich schreiend-quietschend hervor, und „The Bat II“ weiterlesen

The Bat

Wer in einem Altbau unterm Dach wohnt, der lässt, recht sicher, dass durchs Fenster niemand einsteigt, schon mal selbige offen stehen. Auch über längere Zeit, wenn gesichert ist, dass durch das überstehende Dach selbst bei klimabedingt vermehrtem Starkregen und heftigen Windböen die liebevoll selbst abgeschliffenen Dielen im Inneren nicht nass werden.
In unserem Fall standen seit mehreren Tagen die oberen Flügelfenster im Spielzimmer offen. An diese kommen nämlich selbst bei wildesten Kletteraktionen die Kinder niemals nie heran, wo doch schon ihr herzallerliebstes kleines Mütterlein nur mit wildesten Stunts eine Chance hat, selbige zu erreichen.
Nun fand ich gestern mysteriöserweise eigenartige Spuren im Spielzimmer. Bei genauerer Betrachtung musste ich recht angewidert feststellen, dass „The Bat“ weiterlesen

Kleider machen Leute II – oder die Odyssee geht weiter

… und weil es so schön ist, wurde es heute umso deprimierender:
Wir fanden uns also, wie vorgenommen, im Naturkaufhaus ein; fanden dann auch die Etage mit dem biologisch korrekten Schuhwerk, und von der Pracht der unzähligen Damenschuhe ausschließlich der Firmen, an denen ich mich optisch totkaufen könnte, erschlagen, entdeckten wir dann auch den um die Treppe herum übersichtlich angeordneten Herrenschuhbereich. Nun gut, fanden wir weiter, ein Paar würde für Martin ja auch reichen (zumal bei den nicht ganz so übersichtlichen Preisen). Aber wir FANDEN dann keines…!
Auch im Naturkaufhaus gab es nämlich „Kleider machen Leute II – oder die Odyssee geht weiter“ weiterlesen

Kleider machen Leute: CLEAN CLOTHES CAMPAIGN

Nun wissen wir ja alle eigentlich, wie es mit dem Welthandel steht. Wie unsere Klamotten hergestellt werden, verdrängen wir, soweit es uns gelingt, genau wie die Frage danach, ob das saftige Schnitzel in der Pfanne schon mal eine ebenso saftige grüne Weide gesehen hat.
Dass mir diese Verdrängung -glücklicherweise?- nicht mehr so wirklich gelingt, dürfte dem aufmerksamen Blogleser durchaus schon aufgefallen sein. Doch was heißt das nun? Was fange ich mit diesem unruhigen Gewissen nun an? Konsumboykott?
Ich habe es ernsthaft in Erwägung gezogen, aber „Kleider machen Leute: CLEAN CLOTHES CAMPAIGN“ weiterlesen

Schöne Aussichten

Einer meiner Lieblingsorte in Berlin ist der Schwedter Steg. Dabei handelt es sich, wie Ortsunkundige vielleicht meinen könnten, nicht etwa um einen romantisch an einem stillen See gebauten, schilfumsäumten Bootssteg, auf dem man sich niederlassen und mit den Füßen im Wasser strampeln kann (auch wenn ich diese Idee zugegebenermaßen recht verführerisch finde, bei 28 Grad Außentemperatur). Nein, der Schwedter Steg, gelegen genau am Dreiländerdreieck Mitte-Prenzlberg-Wedding, ist eine Brücke an einer Brücke. „Schöne Aussichten“ weiterlesen

Die orientalische Methode

Mangels Platz im auserwählten Schnippelladen wagte ich mich gestern zum Herren-Coiffeur in unserer Straße. Ich wollte ja schließlich eine Kurzhaarfrisur, so ganz falsch konnte ich da nicht sein. Die Begrüßung nach meiner Frage, ob das denn ginge, war herzlich: „Natürlich, kein Problem. Augenbrauen zupfen auch gleich noch?“
Hmmmmm, war das jetzt ironisch gemeint? Oder sah ich wirklich so schlimm aus?? Ich schluckte erst einmal und entgegnete selbstbewusst, dass ich das normalerweise allein machen würde. Daraufhin nahm der arabisch angehauchte Friseur meine Brauen aus der Nähe in Augenschein, runzelte die seinigen und meinte nur „Na, ganz okay.“ Ich schluckte nochmals und nahm mutig Platz.
Zu meiner Ehrenrettung stellte sich dann heraus, dass „Die orientalische Methode“ weiterlesen

Eiszeit

Je wärmer es wird, desto mehr lechzen die Mäuler nach Abkühlung. Von morgens bis abends fahren regelmäßig drei Eisverkäufer mit ihren rollenden Eisständen hier am Binzer Ostseestrand entlang und buhlen mit ihrem überteuerten abgepackten Eis um die Gunst all derer, die zu faul sind, sich oberhalb des Sandstrandes in der Promenade zu deutlich günstigeren Preisen ein frisches Kugeleis zu holen. Manchmal folgen sie einander regelrecht auf dem Fuße, alle drei mit dem gleichen Angebot.

Es muss, zumindest für Kandidat Eins, ein schlechtes Geschäft sein. Recht athletisch, sicherlich nett, aber ca. Mitte vierzig und nicht auffallend interessant tritt er an gegen Kandidat Zwei, irgendwo zwischen sechzehn und achtzehn vielleicht, recht sportlich, braungebrannt aber langweilig und ein bisschen zu aufgeblasen, und Kandidat Drei, ca. gleiches Alter und auf dem Wege zum Prince Charming von Binz.
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