Lieblingslyrik: Wer kommt mit zur Mascha-Kaléko-Lesung?


HandVerLesen – ein Mascha-Kaléko-Abend am 01.10.2015

Die Bibliothek am Wasserturm lädt am Donnerstag, dem 1. Oktober 2015 um 20 Uhr in das Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner in der Prenzlauer Allee 227, 10405 Berlin, zu einem Mascha-Kaléko-Abend mit der Berliner Künstlerin Cathrin Alisch (voc,viol,acc.), ein.
Die Dichterin Mascha Kaléko wurde als Tochter eines russischen Vaters und einer österreichischen Mutter 1907 am Rande der damaligen Donaumonarchie geboren. Sie war im Berlin der 1920er Jahre zu Hause und galt als ein außergewöhnliches literarisches Talent. Wacher Verstand verband sich bei ihr mit weiblichem Charme, politische Schärfe mit Witz und romantischer Ironie. Kalékos Sprache ist musikalisch und erlaubt ein Spiel mit den Rhythmen in Text und Ton. Cathrin Alisch gehört zu den Grenzgängerinnen zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie studierte Literatur- und Musikwissenschaft und absolvierte parallel dazu ihre künstlerische Ausbildung. Als Bühnen erfahrene Musikerin vertonte sie zum 100. Geburtstag der Lyrikerin Mascha Kaléko einige ihrer schönsten Gedichte – zeitlose Lieder über die Liebe und das Leben zwischen Trauer, Hoffnung und „aufgeräumter Melancholie“. Dabei konzentrierte sich Alisch auf die paar leuchtenden Jahre der jungen Mascha in Berlin.
Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen bei Anne Rüster, Tel.: 030 90295-3921, anne.ruester@ba-pankow.verwalt-berlin.de .

Rechtsruck Pankow? Ich will das nicht.

Ich wohne jetzt seit 16 Jahren in Pankow und fühle mich mit diesem Kiez sehr verbunden. Mit großem Erschrecken nehme ich hier im Kleinen wahr, was sich auch im Großen zeigt: Die fremdenfeindlichen Aktivitäten werden ganz offenkundig in vielfältiger Weise vor allem eines: immer mehr.

Das Kiez wird verschmiert. Besudelt. Hakenkreuze in den Bushaltestellen und an Laternenpfeilern, Flugblatt-Plakate rechter Gruppen, die nächstens auf Litfass-Säulen landen, ein verwehender Sack voller Flugblätter auf dem Gehweg vor dem Flüchtlingsheim, Aufkleber rechter Gruppierungen an Eingängen und Zaunteilen, immer wieder und in immer kürzeren Abständen besprühte Hauswände,.. Gerade hat es einen Flaschencontainer und Pfeiler getroffen – ich mag gar nicht so viele Fotos davon machen, wie ich es derzeit dokumentieren könnte. Und immer, wenn etwas davon beseitigt wurde, taucht schon eine neue Schmiererei auf.

Es gibt natürlich eine Menge Leute hier im Kiez, die sich dagegen einsetzen. Die mit anpacken, wenn es darum geht, solcherlei Schmierereien zu entfernen oder deren Entfernung durch zuständige Stellen zu veranlassen. Es gibt hier eine Menge hilfsbereiter, unterstützender Menschen, die sich für und in ihrem Kiez miteinander engagieren. Aber dennoch, es lässt sich nicht leugnen: In den letzten zwei Jahren hat sich hier definitiv etwas verändert – und mir gefällt diese Entwicklung ganz und gar nicht. Es gruselt mich…

Aus gegebenem Anlass: Leseempfehlungen Flüchtlingsdebatte

Ich zieh mal einen Link aus einem Kommentar-Kommentar hoch und verlinke zwei weitere Artikel, die ich euch gerne ans Herz legen möchte:

1) der Faktencheck der Süddeutschen Zeitung von Anfang September – Zahlen gegen Vorurteile.

2) eine Sprachkritik von @astefanowitsch bei derstandard.at zu den Begrifflichkeiten Flüchtlinge, Migranten usw.

3) den Prantl-Kommentar vom 17.09.15 zum geplanten Asylrecht: „Das geplante neue deutsche Asyl-Abschreckungsrecht ist ein Frevel. Es hungert die Geflohenen aus.“

Vielleicht möchte das ja wer lesen…

Update

4) Chronik flüchtlingsfeindlicher Vorfälle 2015 (beim heutigen Einstellen schon wieder viel zu veraltet, seit dem 07.09. sind bekanntlich-erschreckenderweise schon wieder etliche neue Übergriffe hinzugekommen…)

5) die sehenswerte Panorama-Sendung vom 17.09.2015 in der ARD-Mediathek

6) Asylfakten.de: (nicht nur) für Sachsen. „(..)weil wir selbst schon sehr häufig nach Links und Argumenten gesucht haben, um sie bei Facebook in die Kommentarspalte zu teilen, haben wir uns überlegt, anderen genau diese Faktensuche zu erleichtern.“

Sport frei – nicht in meiner Turnhalle?! Gegen eine Petition.

In Berlin petitioniert es mal wieder. Denn, Zitat:

„Gemeint ist dabei die möglicherweise geplante Beschlagnahmung von Sportstätten des Sportforums Hohenschönhausens.
An diesem Olympiastützpunkt arbeiten Schule, Trainer und Sportler über Jahre hinweg Hand in Hand, um langfristig Erfolge zu erzielen. […]
Es kann nicht sein, dass etwas, das jahrelang von Vereinen, Trainern, Sportlern, Eltern mit großem physischen, psychischen, sozialen und auch finanziellen Engagement aufgebaut wurde, nun leidet oder sogar gänzlich kaputt gemacht wird. Das ist nicht mehr nur ein Einschnitt in den Freizeitbereich.“

WIE BITTE?!

Dröseln wir es mal schön auf: Es gibt seit Tagen, Wochen, Monaten das Problem der Unterbringung der Flüchtlinge. Turnhallen als Übergangsquartiere sind in vielen Stadtbezirken eine relativ einfach realisierbare Option – es gibt sanitäre Anlagen und Platz, nutzende Vereine können oftmals – auch, wenn das natürlich nicht schön ist! – ihre Aktivitäten anteilig ins Freie verlagern UND engagieren sich glücklicher- und dankenswerterweise zudem vielfach ehrenamtlich bei der Versorgung und Unterstützung der Menschen vor Ort. Ähnliches gilt für den allgemeinen Sportunterricht und für das Engagement der Schulkinder sowie ihrer Familien vor Ort – gerade gestern berichteten die LOGO!-Kindernachrichten (wenn auch nicht aus Berlin) über ein tolles von Schüler*innen auf die Beine gestelltes Sprach-Lern-Programm für die in ihrer Turnhalle untergebrachten Menschen.

Andererseits bedeuten solche Umnutzungen natürlich Einschnitte in den normalen Schul- und Alltagsablauf. Ja, auch ich frage mich (s.o.), warum es nicht viel mehr möglich ist, große, leer stehende Objekte nicht viel schneller und konsequenter zur Verfügung zu stellen, die ebenfalls für die akute Unterbringung von Flüchtlingen geeignet wären (was ja jetzt im Flughafen Tempelhof z.B. auch umgesetzt werden soll). Ich weiß um die Beispiele zur dezentralen Unterbringung in Wohnungen als wünschenswerteste und beste Möglichkeit für Integration und auch um die Debatte, wie schwer es ist, das kurzfristig z.B. auch durch Beschlagnahmungen praktisch umzusetzen.

Vor allem aber weiß ich: Es kommen jeden Tag neu hunderte bis tausende Menschen ohne Dach überm Kopf in Berlin an. Kurzfristige Lösungen – auch unbequeme! – MÜSSEN also her.

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„Das ist zu schaffen!“

– so schrieb es Lorenz Maroldt heute im Checkpoint, dem preisgekrönten Tagesspiegel-Newsletter, der hier das morgendliche Familienfrühstück seit Monaten bereichert, angesichts der dieses Jahr für Berlin zu erwartenden 70.000 Flüchtlinge bzw. 1 Million für Deutschland (zum ausführlichen Artikel hier entlang). Hilfe wird vielfach benötigt – und wer mit anpacken will und kann, findet hier vielleicht gute Anknüpfungspunkte. Inhaltliches Futter zur Thematik stellt übrigens seit neulich die taz kompakt zur Verfügung – mit einer Sonder-Rubrik in deren, wiederum, Newsletter. Hoffentlich hilft’s – nach den Worten folgen gute Taten, ja? Solidarität, ftw.: Seid dabei. Ach ja, wenn ich mich richtig erinnere, ist morgen übrigens Weltfriedenstag

Tropfen auf den heißen #LaGeSo-Stein.

LAGESO_Wasser

Gestern bereits lief es nicht nur über Twitter, sondern wurde u.a. auch vom rbb laut auf die Agenda gesetzt: Bei um 40 Grad Außentemperatur in Berlin müssen Menschen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (kurz: LaGeSo), der zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge in Berlin, ausharren. Tag und Nacht, teilweise über einen mehrtägigen Zeitraum. Ohne vernünftig sichergestellte Versorgung mit Essen, Wasser, Medikamenten oder Schlafplätzen – nicht einmal (ausreichend) Zelte sind vor Ort. Freiwillig Helfende riefen angesichts der offenbar katastrophalen Umstände vor Ort die Bevölkerung auf, akut aktiv zu werden und zu unterstützen.
„Tropfen auf den heißen #LaGeSo-Stein.“ weiterlesen

Spontanität rulez! Oder auch: Entspannte Urlaubsplanung

Das Seeparadies zu hüten, ist ja wirklich ganz bezaubernd, so im Feriensommer. Wenn die liebe Tochter sich auch noch eine liebe Freundin mitbringt und sich somit quasi durchgängig selbst beschäftigt, bleibt der Manu zwischen Hühnern, Enten und Mücken sogar ausgiebige Lesezeit. Soweit, so gut. Schade eigentlich, wenn die liebe Tochter nur einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung hat, weil sie auch noch woanders hinreisen will in den Sommerferien, nämlich auf einen Zeltplatz, mit ihrem Vater und sonstiger Familie. Aber auch kein Problem: Denn (auch, wenn so manche Erwachsene heutzutage das leider anders sehen) klaromat können neunjährige Kinder alleine mit dem Zug fahren. Erst recht, wenn es vom Bahnhof nahe Seeparadies stündlich eine Direktverbindung zum Bahnhof nache Papasommerferienzeltplatz gibt. Zwei Stunden Regionalexpress, was soll da schon schiefgehen?!

Sonnabend, 14:25 Uhr:

„Hi XXX, hier ist Manu. Ich wollte nur Bescheid geben: Wir stehen jetzt auf dem Bahnhof, eure Tochter nimmt den Zug um 14:32 Uhr!“

„Manu? Es ist Sonnabend!“

„Ääääh, ja – eben?!“

„Na wir haben uns umentschieden, wir fahren doch erst Sonntag auf den Zeltplatz!“

„Äääh, wie jetzt?!“

„Oh, ja – haben wir dir wohl vergessen zu sagen. Äääähm, kann sie dann noch ’ne Nacht bei euch im Seeparadies bleiben?“

Äääh, ja. DAS war knapp… 😉 (Die Mädels waren happy. Und ich hatte noch mehr Lesespaßzeit. Alles paletti also – aber DAS mus man auch erst mal bringen… 😉

Beats Against Borders in Marzahn

„Wenn ihr Bock habt Flagge zu zeigen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Flüchtlingen, wenn ihr für ein Tolereantes und weltoffenes Berlin einsteht, wenn ihr neue Nachbarn herzlich willkommen heißen möchtet, dann seid ihr hiermit eingeladen, einen spitzenmässigen Tag mit uns im Orwo Haus- Marzahn bei „Beats against Borders, New Kids on the Block zu verbringen.

Live dabei:
Peter Fox, Zargenbruch, Sunflake Dinner, The Emma Project uvm. Das Ganze ist natürlich kostenlos! Los geht’s um 18:00 Uhr, die Wegbeschreibung könnt ihr unten sehen. Wer darüber hinaus Zeit und Lust hat, uns beim Aufbauen zu unterstützen, kann das gerne tun. Schaut einfach ab zwölf am ORWO-Haus vorbei und meldet euch bei der Orga-Crew vor Ort.

Wenn’s noch Fragen, meldet euch einfach unter info@jugendzentrum-betonia.de

Plakat zur Veranstaltung Beats Against Borders NEW KIDS ON THE BLOCK am 13.06.2015 | ORWO-Haus Berlin-Marzahn

Wegbeschreibung:
ORWOhaus e.V.
Frank-Zappa-Straße 19
(ehemals Straße 13)
D-12681 Berlin

Anfahrt von Stadtmitte:

Landsberger Allee rechts abbiegen in den Pyramidenring (hinter der Rhinstraße), dann gleich links in die Frank-Zappa-Straße; immer weiter durchfahren, fahren, fahren und dann seid ihr da!

Hier noch einmal der entsprechende Link inkl. Skizze, wo das ORWO-Haus genau liegt.“

Eben per E-Mail vom Jugendzentrum Betonia über den Kinderring Berlin erhalten. Für lesens-, verbloggens- und unterstützenswert befunden.

Hintergrund:
„In Marzahn-Hellersdorf wird in wenigen Wochen eine weitere Unterkunft für Flüchtlinge eröffnet. Aus diesem Anlass laden das Jugendzentrum Betonia und Kulturprojekte Berlin im Rahmen der „Interventionen – Refugees in Arts and Education“ am 13.06.205 zu einem Outdoor-Willkommenkonzert ins Orwohaus, Frank-Zappa-Straße ein.“ (Text von: Jugendzentrum Betonia)

Falls ihr also noch nichts vorhabt dieses Wochenende.. – hin da!

Wochenende im Paradies

Aus dem Foto ‚rausschaukeln, mitten in den Himmel hinein.

Milchreis mit Apfelmus und Zimtzucker auf dem Heuboden, gegrilltes Wildschwein vom Jäger und Spargel vom Bauern nebenan, Sonne, Wind, Kahnfahren auf dem See und im Garten immer ein Entenküken auf der Schulter:

Neulich waren wir im Paradies.

Ein paar Einsichten:

Ach ja, in der orangefarbenen Schüssel hab ich übrigens schon gebadet, als ich noch ein Küken war…