Och LÜK! Denkspiele zum Weiterdenken

Besonders fies fand ich als Kind ja die Erkältungstage, an denen man nicht mehr mit gemeinen Kopf- und Gliederschmerzen im Bett lag und vor sich hinlitt, sondern jene, an denen es eigentlich irgendwie schon wieder ging, aber doch nicht so richtig. Das waren dann diese ungeheuer unendlichen Laaaaaaaangeweiletage.. Letzte Woche nun war eines der Kinder hier im Hause manubloggt in genau dieser Situation – und kramte zum Zeitvertreib Kreuzworträtsel, allerlei Spiele und auch den LÜK-Kasten hervor. Das LÜK-System ist hier eigentlich ziemlich beliebt, wir haben eine Vielzahl an Heften und die Kinder machen das ganz gerne mal.

Aber diese LÜK-Aufgabe hier* – und die geschickte Kritik des Kindes – lohnt einen kritischen Blogeintrag:

„Mama, die sind doch doof: Ich soll hier herausfinden, wie viele Mädchen insgesamt auf der Seite sind. Aber das kann man so gar nicht herausfinden. Die Frage müsste eigentlich heißen: Wie viele Kinder tragen ein Kleid oder einen Rock?, denn Mädchen können ja auch Hosen tragen! Und Jungs auch Kleider, auch wenn sie das fast nie machen. Ich leg das jetzt so hin, wie die das wollen, aber ich finde das doof!“

*Im Artikelbild oben seht ihr einen Ausschnitt aus der betreffenden Seite. Um auf die richtige Lösung für die betreffende Frage zu kommen, muss das spielende Kind alle Figuren mit Rock oder Kleid, die auf der Seite abgebildet sind, zählen. Diese haben zufälligerweise übrigens auch alle mindestens schulterlange oder längere Haare, im Gegensatz zu allen Figuren mit Hosen.

Ich hab es extra noch mal nachgeschlagen, da wir das Heft nur aus zweiter Hand haben: Ja, es handelt sich hier um eine noch immer aktuelle Ausgabe, die man ganz regulär auch über den Verlag bestellen kann. Und ja, die LÜK-Hefte finden in vielen Schulen regelmäßig Eingang in die sogenannte Frei- oder Stillarbeit, werden als Ergänzungsmaterial für das ach so moderne Enrichment oder auch für die Nacharbeit von Themen genutzt. Da wäre es mal dringend Zeit für ’ne überarbeitete Neuauflage, oder?!

Abschluss-Konferenz EWSDGE

In den letzten Jahren war ich mehrfach und in unterschiedlicher Weise – als Protokollantin (Bsp., Liste 2013, Bsp. 2015, Liste Dt. 2015), als Rednerin sowie als PoetrySlammerin – und an ganz unterschiedlichen Orten in Deutschland und in Frankreich in das Projekt Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung bzw. (in der europaweiten Fortsetzung) European Women Shareholders Demand Gender Equality eingebunden.

Heute findet in Brüssel die Abschlusskonferenz dieses spannenden und erfolgreichen Projekts statt.

Politik ist bekanntlich „dicke Bretter bohren“ – das nervt manchmal (mich Ungeduldige ja sogar ziemlich oft), aber umso wichtiger ist es, dass viele Menschen über lange Zeit am Ball bleiben und sich gemeinsam stark machen. In Sachen Gleichberechtigung dürfen sich der djb und alle mit ihm verbundenen Organisationen und Institutionen heute für die geleisteten Anstrengungen und die bisher bereits erreichten Erfolge meiner Meinung nach mindestens einmal kräftig auf die Schultern klopfen, gemeinsam anstoßen – und dann aber nicht mit der wichtigen Arbeit aufhören, sondern weiter bohren, bohren, bohren. Chapeau an alle hier vielfach Engagierten. Und weiter so!

Mehr Informationen zum Output des Projekts finden sich u.a. hier, hier (pdf) und hier. Eine interessante Pressemitteilung des djb aus 12/2015 zur „Aufsichtsrätinnen-Richtlinie“ ist hier abrufbar.

Kleiner Abschied – ein sehr persönliches Protokoll

Am Dienstag vor zwölf Tagen saß ich bei Freunden am Küchentisch und sie klatschtratschfragten mich fröhlich: Manu, weißt du schon das Neueste?

Weißt Du, wer SCHWANGER ist?

Fast wäre ich geplatzt, aber ich biss mir in die Wangen, um mich nicht aufgeregt-kichernd zu verplappern mit Ja, ICH!, Anfang achte Woche!, denn wir wollten es ja vor der vielbewarnten vollendeten 12. Woche noch nicht so sehr herumerzählen… Nur einige besonders enge, langjährige Freundinnen, mit denen ich seit Jahren überall da, wo es Internet gibt, fast jeden Tag in Kontakt stehe, wussten bereits von unserem Projekt Nummer Drei.

Dies ist das Protokoll einer kleinen Geburt¹ Anfang der neunten Schwangerschaftswoche.

Es ist auch und vor allem eine mich mit großer Dankbarkeit erfüllende Sprachfetzen-Nacherzählung vieler Nachrichten eines mich seit langem tragenden Freundinnen-Netzes, das es ohne das Internet überhaupt nicht gäbe und das durch die vielen neuen technischen Möglichkeiten und Dienste, die in den letzten Jahren quasi drumherum gewachsen sind, noch viel stabilere Fäden zum Fortspinnen dieser Freundschaften bekommen hat.

Und es ist sicherlich einer der persönlichsten Beiträge dieses Blogs. So sei es.

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Knick in der Optik

Wenn alles bleiben soll, wie es ist, muss sich alles verändern oder so – und daher ist das Blog jetzt endlich mal neu angezogen. Und umgezogen. Juhu!

So manches stimmt noch nicht – ich muss noch diverse Kommentare nachziehen, die irgendwo verschollen sind; Bilder sind zwar inzwischen in ihren Artikeln, nicht aber unbedingt immer an den eigentlich vorgesehenen Plätzen angekommen; optisch ist eh noch einiges anzupassen, bis das hier so richtig „meins“ ist und auch technisch sind mir noch einige Veränderungen wichtig. Aber das ist alles Finetuning. Wird schon.

Auf gutes neues Weiterlesen!

H2O-Junkies, steht früh auf!

Neulich gesehen in der Schwimmhalle Europasportpark am S-Bahnhof Landsberger Allee: Da hängt, wohl damit die Damen und Herren im Kassenhäuschen nicht ständig von Nachfragen genervt werden, ein Aushang, auf dem steht in dicken Lettern:

Der Vorverkauf für die Kurse ab April beginnt am 22.02.2016 um 06:30 Uhr!

Ich hatte tatsächlich auch vor, mir da nen BerlinerBäder-Kurs zu buchen – nee, nicht für die Kinder, die sind eh viel zu beschäftigt, sondern echt und wirklich einfach mal für mich. Daher dachte ich mir, es könne nicht schaden, mal zu fragen, ob der Run auf die Erwachsenenkurse denn auch so hoch sei wie bekanntermaßen auf die Kinderkurse. Zu meinem Entsetzen erfuhr ich: JA!, die sind immer alle ganz schnell weg, manche stünden an diesem Tag ab 5 Uhr vor der Halle.. Uuuuh. Ich überleg mir das wohl doch noch mal mit dem Kurs.. (Ich bin eine von denen, die es angesichts der Terminprobleme der Berliner Bürgerämter nicht mal in die dortige Notfall-Warteschlange geschafft hat, als mein Personalausweis sich mal für einige Monate ganz fies in einer versteckten Tasche einer Schwiegermuttererbstückhandtasche versteckt hatte!)

Nun denn, wer jedenfalls disziplinierter ist in Sachen Frühaufstehen und sich dann auch noch für Badsport interessiert, hat gute Chancen auf (m)einen Kursplatz. Denn ich werde mit 99%iger Sicherheit an dem Tag weder ab um 5, noch ab um 6 und auch nicht um 7 auf gut Glück zur Schwimmhalle fahren. Petri heil also den Morgenstündigen unter euch..

Ruck und Röcke beim 4. efF-Neujahrsempfang

War das ein Spaß: Dem Neujahrsempfang des Vereins erfolgsfaktor FRAU e.V. durfte ich am 25. Januar einen „Kulturbeitrag“ beisteuern. Bissige Zitate, zerknüllte Zeitungen, fliegende Erdnüsse – und alles für die gute Sache!

Ich habe viele interessante Gespräche geführt, durfte mich über ein großes positives Echo auf meinen Beitrag freuen und fand es besonders schön, bei dieser Veranstaltung auch die Gelegenheit zu haben, die beeindruckende Bundesfamilienministerin a.D. Renate Schmidt, Schirmherrin von erfolgsfaktor FRAU e.V., persönlich kennenzulernen.

erfolgafaktor FRAU e.V. Foto Neujahrsempfang 2016
Neujahrsempfang von erfolgsfaktor FRAU e.V. (efF) am 24. Januar 2016 im Schauspielhaus Nürnberg: (v.l.) Claudia Specht, Vorsitzende von efF, Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D. und Schirmherrin des Vereins, Generalkonsulin Ingrid Hofmann (r.), Geschäftsführende Alleingesellschafterin der I. K. Hofmann GmbH und Sponsorin der Veranstaltung, sind zusammen mit rund 160 weiteren Gästen begeistert vom Poetry-Vortrag von Manuela Schauerhammer (2. v.l.), Texterin aus Berlin. In ihrer Performance verpackte sie humorvoll und wortgewandt, was sie auf so mancher Hauptversammlung erlebt hat. Foto: Kurt Fuchs / efF – Abdruck honorarfrei

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Auszeit

Huch, was ist denn los? Manu, wo bist du? Du bloggst nicht, auf Twitter schreibst du fast gar nicht,.. Keine Sorge, alles gut – es ist nur so viel zu tun und „wir haben doch keine Zeit“ und „irgendwo muss man ja sparen“, das ist dann eben mal hier.. Aber wird schon, sind sogar einige Projekte für dieses Blog im Hinterkopf, die umzusetzen auch endlich mal durchdacht werden muss..

Brecht mal wieder.

Gestern Abend in einem Kneipengespräch hatte ich eine Diskussion über den Sinn oder Unsinn des Lernens (nicht nur Lesens) von Lyrik. Man könne doch alles nachlesen, wozu auswendig lernen? Mein Argument: Müssen sollte man sowieso nichts (vor allem anderen nur _das_ sollte meiner Meinung nach jedes Kind lernen..), aber es sei doch manchmal schön und auch wertvoll, Texte im Herzen bei sich zu tragen.

Welche Texte ich denn so wertvoll fände, dass sich diese Art von Rumtragen lohne? Ich erwähnte als Beispiele Kaléko, Fried, Brecht, hätte gern auch noch Tucholsky, Heine oder Kästner dazugesetzt, da hieß es schon: Na dann solle ich doch jetzt bitte mal ein Gedicht von Brecht rezitieren, so auf die Schnelle!

Um mal spitzfindig zu sein: Ich hatte ja nicht behauptet, Brecht gelernt zu HABEN, sondern nur gesagt, es wertvoll zu finden, dies zu tun;)
Aber in jedem Fall, das muss ich zugeben, war ich doch so überfahren von der Forderung, dass in meinem Kopf so plötzlich (außer – immerhin – dem W aus seinem bemerkenswerten Alfabet) kein lange gelernter Brecht mehr aufzutreiben war – Mackies Messer steckte sozusagen tief in meinem Rücken, außer so’nem bisschen Liedtexte war da nicht viel zu erwühlen. Nach einer halbwach-nachgedachten Nacht ist mir dann eines eingefallen, das ich tatsächlich schon als Schulkind gelernt habe. Auch, wenn ich es erst mal aus dem Internet herauskramen musste, so kam die Erinnerung doch wenigstens nach dem Lesen der ersten Zeile komplett wieder. Es sind Brechts Bitten der Kinder: „Die Häuser sollen nicht brennen. Bomber sollt‘ man nicht kennen. Die Nacht soll für den Schlaf sein, Leben soll keine(..)“ – na, wer kann es auch noch? Ich finde: Ja, es hat zweifelsohne den besprochenen Platz im Herzen verdient.

Werd‘ nun vielleicht wirklich mal wieder Gedichte auswendig lernen und oder mal auswengid gelernte rekapitulieren. Nachdem mein Herbstprojekt „Handstand lernen“ jetzt einigermaßen passabel durch ist, wäre das doch ein schönes Projekt für den Winter? Im traurigen Monat November war’s,..

Refugees Emancipation: Internet Cafés für Geflüchtete

Kontakt halten zu den nächsten Menschen in der Ferne. Sich informieren, lernen, sich vernetzen und/oder vernetzt bleiben. Sich zurecht- oder auch Zerstreuung finden. Das Internet gehört zu unserem Leben heute elementar dazu – oder, wie es die Deutsche Welle formulierte: „Das Internet und der Zugriff auf seine vielfältigen Inhalte ist von zentraler Bedeutung für die Lebenshaltung, fand der Bundesgerichtshof“.

Daher finde ich die Initiative Refugees Emancipation ausgesprochen unterstützenswert. Ich habe daher gerade was für die Unterstützung eines Internet-Cafés der Initiative in Potsdam gespendet, vielleicht hat ja die eine oder der andere auch die Möglichkeit, eine der Projekt-Initiativen zu unterstützen? Das geht ganz einfach hier über betterplace.org – oder auch durch direkte Beteiligung. Ach ja, die Spende ist in Deutschland übrigens steuerabzugsfähig.

Refugees Emancipation Clip from Refugees Emancipation Support on Vimeo.