Ohne Vorwarnung

Da sitzt du gerade noch da und hängst deinen Gedanken nach, und dann kommt eine Nachricht, und BÄMM, erscheint alles in einem anderen Licht. Deine Sorgen, deine Freude, dein Glück, dein Stress, dein Was-Weiß-Ich werden vom Tisch gefegt. An den setzt du dich kurz darauf, nachdem jemand Gutes dir auf deine kleine Bitte hin sofort stillschweigend ein Nähmuster vor die Tür gestellt hat, und tust etwas gegen die Ohnmacht, nämlich Mützen nähen, sieben Stück, weil sieben doch eine Glückszahl ist und die Freundin, die gerade bösekrank ist, Glück wohl gerade brauchen kann, und Mützen auch.

Und dann denkst du, du kannst an gar nichts anderes denken als daran, doch das Leben belehrt dich schon wieder neu.

Denn wenn du plötzlich auf die Frage, ob es zu den alten Eigenbau-Ost-Surfbrettern neben dem Schuppen im Brandenburgischen eigentlich auch Segel gibt, ein „Ja, klar“, erhältst, und dir enthusiastisch ein Segel mit Gaff und allem vor die Nase gestellt wird und du wenige Minuten später bereits mit beiden Beinen auf dem Wasser stehst, dann ist das einfach nur wieder BÄMM, und zwar nicht nur, weil du auch ein paar Mal ins Wasser fällst, sondern weil das einfach beachtenswert-großartig ist, genauso wie der Spontanschweißkurs, den du danach direkt noch innerfamiliär beginnst, weil du erzählt hast, dass du das mal ausprobieren möchtest.

So viel Leben ohne Vorwarnung, Schlimmes und Schönes. Irgendwie passt es zu diesem wankelmütigen Wochenende, dass das zum ersten Mal brütende Huhn im elterlichen Hühnerstall das mit dem Brüten super hinbekommen, die schlüpfenden Küken dann aber tödlich-plattgesessen hat in übersteigerter Gluckenstarre. Das Leben ist ein Hühnerhof.

1 Gedanke zu „Ohne Vorwarnung“

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