Kunst am Ende der Welt

Da fährst du weit, weit weg, und von dort aus noch mal weiter, und dann lässt du auch noch den großen Campingplatz von Giby mit den hundert Kindern hinter dir, um mit einer noch kleineren Gruppe von gerade mal acht, neun Menschen in ein zweitägiges Außenlager zu fahren.

Und dann findest du am Außenlagerplatz, einem kleinen Nicht-Mal-Zeltplatz mit herzigem Plumpsklo und im Wasser versinkendem Steg (hier Piotrs Winterimpression von selbigem, weiter unten ein Foto von mir) am Ufer eines Flusses eine Galerie und triffst dort Menschen, die unglaublicherweise Menschen kennen, die du selbst kennst in irgendwelchen nahen oder fernen Großstädten dieser Welt, du unterhältst dich mit ihnen einen kurzen Abendmoment lang über Politik und Nationalismen und Mehrsprachigkeit und Schulsysteme – und du merkst, dass die Welt eben doch ein Dorf ist.

In Buda Ruska lernte ich den Naturfotografen Piotr Malcewski und seine Frau Anna kennen, der eben in genau dieser Weise über Ecken wieder Menschen kennt, die ich… Ihr seht.Piotr und Anna haben sich in einem alten Bauernhaus direkt am Ufer der Czarna Hancza niedergelassen und vermieten mitten im ländlich-idyllischen Nirgendwo Ferienbetten; auf ihrem Gelände lässt sich aber auch hervorragend am Flussufer neben ihrem russischen Saunahäuschen campieren. Ich habe hier vor Ort übrigens zum ersten Mal in meinem Leben ein Zelt aus Paddeln als Stangen und einer doppelt gelegten, mit Seilen und Heringen verspannten Plane Plane selbst gebaut (einen kleinen Abendsonneneindruck hiervon findet ihr ganz unten auf dem letzten Bild..).

Das eigentlich Besondere ihres Platzes aber ist die alte Scheune, in welcher Piotr seine Galerie untergebracht hat. Mit seinen Ausstellungen hat er von Buda Ruska aus auch über die Region hinaus anscheinend schon einige Aufmerksamkeit erregt.

Als ich vor Ort war, zeigte er dort noch Balkan-Winterbilder, die seit einigen Tagen aber im Kloster von Wigri hängen dürften, denn dorthin sollte die Ausstellung wohl umziehen.

Die obere Etage seiner „Kulturscheune“ möchte Piotr auch noch ausbauen und hier u.a. Exponate seiner Reisen in die Mongolei ausstellen.

Falls ich in zwei Jahren wieder in die Gegend fahren sollte (Für die von euch, die Kinder haben, schon mal zum Abspeichern im Hinterkopf..: Der Kinderring fährt immer im Wechsel ein Jahr ins Zeltlager nach Schweden Nähe Malmö, ein Jahr auf den Platz in Polen, immer in den ersten drei Berliner Sommerferienwochen!), werde ich sicher mal wieder vorbeischauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *