Im Winter wird es heiß!

Wer seinen Körper gesund erhalten und sein Abwehrsystem stärken will, ohne kilometerweit durch den Großstadtdschungel zu rennen oder ähnlich absurde Aktivitäten auszuführen, wird sich, schon allein des Aufwärmfaktors in der kalten Jahreszeit wegen, vermutlich mit dem Gedanken an regelmäßige Saunabesuche tragen.
Ich für meinen Teil bin früher (ja, mit knapp achtundzwanzig kann nun auch ich solche Dimensionen anführen…) regelmäßig in die Sauna gegangen und empfand dies insgesamt als sehr wohltuend und sinnvoll. Allerdings, diese Anekdote darf erzählt sein, entschied ich mich damals schon für eine reine Frauensauna, da ich bei einem der wenigen Mischsaunabesuche die sicherlich völlig hintergrundsfrei gestellte Frage eines nackten Opis, ob ich ihm mal „den Rücken abschrubben könnte“, doch irgendwie nicht wiedererleben wollte. Diese Einschränkung behielt ich seitdem mangels Bedarf an neuerlichen Missverständnissen bei, und in den letzten Jahren kann ich die Anzahl der tatsächlich in die Tat umgesetzten Saunabesuchsvorhaben eh an meinen Fingern abzählen (genau genommen an einer Hand).
Nun begab es sich aber im letzten Winter, dass ich mit meiner Mutter und meinem Töchterlein die Kristalltherme in Ludwigsfelde aufsuchte, in welcher es auch diverse Saunen gibt. Und man höre und staune: Meine damals knapp einjährige, kleine, zarte Tochter schien, wie sich dort herausstellte, Saunabesuchen gegenüber gar nicht so negativ eingestellt zu sein, wie man Kindern in Deutschland gemeinhin unterstellt. (Okay, allen finnischen Freundinnen gegenüber sei zugegeben, dass es sich aus nordischer Sicht höchstens um einen Saunavorraum handeln konnte, denn wir hielten uns bei etwa 60 Grad Celsius circa drei Minuten auf.) Und als dann bei der Kinderkur, welche ich mit meinen zwei Läusen im Sommer absolvierte, Sauna fest mit zum Kurprogramm gehörte und besonders von Moritz auch begeistert angenommen wurde, war die Entscheidung gefallen: Diese vergleichsweise leichte Übung würden wir auch zu Hause weiterführen!

Jedoch – leichter gesagt als getan… Die Saunakultur in Deutschland beinhaltet ja für gewöhnlich, dass man sich möglichst ruhig verhält, höchstens flüsternd kommuniziert, im Ruheraum keinen Mucks macht etc.pp. Wie sollte das in einer winterlich gut gefüllten Großstadtsauna mit zwei kleinen Kindern möglich sein? Hierzu kam der finanzielle Aspekt – ich hatte vor, mit den Kindern (wie in der Kur geübt) nur einen bis maximal zwei Saunagänge durchzuführen, und wollte dafür eigentlich nicht unbedingt drei Mal den Eintrittspreis bezahlen. Dann sollte es möglichst keine richtig „heiße“ Sauna sein, sondern für die Kinder irgendwo zwischen 60 und 80 Grad Celsius liegen (Finnen: Ohren zu!). Und schließlich auch noch eine Sauna ohne Aufguss mit irgendwelchen undefinierten ätherischen Substanzen, da die, je nach Zusammensetzung, bei Kindern durchaus asthmafördernd und Allergien hervorrufend sein können. Also – sollte ich bei diesem Anforderungskatalog das Projekt gleich wieder für gescheitert erklären?
Nein! Ungefähr zwei Minuten zu Fuß von unserem Haus entfernt gibt es nämlich ein kleines, feines Kosmetikstudio. Mit Sauna. Und die kann man mieten, für acht fuffzig zwei Stunden lang. Dank flexibler Studioleitung änderte ich die Zeitbegrenzung auf eine Stunde, dafür bezahlen die Kinder nichts. Aufguss, Saunatemperatur und Co. kann man selbst bestimmen, und es hängen dort, da man die Sauna für sich mietet, auch keine Ruhe suchenden Menschen herum, die sich an den Quietschgeräuschen kalt duschender Kinder oder an im Saunaraum mit den Kindern wahlweise singenden oder ihnen Geschichten vorlesenden Müttern stören würden. Perfekt!
Und es gibt noch eine Steigerung. Ab nächster Woche habe ich dann nämlich auch persönlich einen Erholungseffekt von dem tollen wöchentlichen Event, das bisher doch eher ein bisschen stressig für mich war– für ’nen Zehner dann zwei Stunden Sauna, davon eine ganz alleine nur für mich, und danach bringt Martin die Kinder vorbei. Während wir zu dritt saunieren, macht er zu Hause Abendbrot, die Kinder kommen schon mit Schlafanzug (und Jacke drüber) zu Hause an, und wir haben dank saunamüde schnell in der Falle verschwundenen Kindern sogar noch Zeit für einen schönen Abend zu zweit. Hört sich nach gutem Timing an, oder? 😉

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