Für die gute Sache – not.

Da stolpere ich neulich im Netz über die Internetseite eines Bundestagsabgeordneten: Die von Thomas Jarzombek aus Düsseldorf, CDU, IT-Dienstleister und als Bundestagsabgeordneter nicht nur Mitglied der Ausschüsse für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sondern seitens seiner Fraktion auch in die netzpolitisch vielbehoffte Enquêtekommission „Internet und digitale Gesellschaft“ berufen. Und lese da, dass sich der Abgeordnete für eine Bildungsoffensive für Kinder von 4 bis 6 Jahren „von Microsoft und Partnern“ starkmacht. Bitte?!Ich frage mich doch, worum es hier wirklich geht: Bildung, schön und gut, dass Politiker sich hierfür politisch einsetzen – nicht super, sondern selbstverständlich, denn Teil ihres Aufgabenfeldes. Aber ist es politisch tragbar, dass Bundestagsabgeordnete sich dabei von Konzernen derartig PR-technisch einspannen lassen? -Ja, ich weiß, so funktioniert „das Geschäft“, aber davon wird das doch nicht besser… Und wie plump das hier noch dazu angestellt zu sein scheint – so, als wäre die Art eine indiskutable Selbstverständlichkeit. Ist sie das?

Microsoft ist da natürlich wirklich ein guter Coup gelungen: Kinder/Bildung/Kitas/Schulen ausrüsten gibt in Zeiten der Schlechtausstattung von Bildungseinrichtungen ein gutes Image – und durch frühe Markenbindung werden vielleicht aus den Kindern dann auch die treuen Kunden von morgen. Und das alles politisch und durch Einbindung in öffentliche Institutionen wie Schulen und andere von Klein auf gefördert.

– Irgendwie verstehe ich, warum so viele Menschen sich solchen Strukturen gegenüber ziemlich klein und machtlos fühlen…

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