Flik Flak. Schnickschnack.

Einer meiner ersten Konsumträume war eine Uhr. Flik Flak, die Schweizer Uhr für Kinder, tönte es in meiner DDR-Kindheit aus dem westlichen Fernsehprogramm, und wie bezaubert sah ich auf dem Bidlschirm die beiden befreundeten Zeiger, den kleinen roten und den langen blauen, im Kreis drehen und freundlich lächeln. So die Zeit zu messen, das musste es sein.

Nicht nur in Erinnerung an diese Träume stand, als das große Kind begann, die Zeit zu messen, für mich als Prenzlauer-Berg-Qualitätsorentierte-Gutproduktkaufende-Privilegienmutter natürlich fest, von welchem vertrauensvollen Markenunternehmen ich also das entsprechende Uhrwerk kaufen würde.Zum Geburtstag erhielt das Kind eine FlikFlak-Uhr. Zur großen Freude seiner Mutter (jaja, das Kind freute sich auch).

Nach einer guten Woche bereits zeigte sich jedoch die Superqualität, denn der Uhr brach in einer abendlichen Ermüdungserscheinung der Dorn ab. Kleiner Exkurs in die Uhrenkunde, der Dorn ist dieser kleine spitze Schniepel an der Schnalle, welchen man durch eines der Löcher im Armband steckt, um die Uhr zu schließen (wieder was gelernt..). Und dieser Dorn jedenfalls ist bei der hochwertig verarbeiteten, stoßfesten und waschmaschinengeeigneten FlikFlak-Uhr – aus Plastik. Und anscheinend mit einer Sollbruchstelle versehen.

Der Dorn brach also ab, während das Kind die Uhr am Arm hatte – nicht etwa während einer wilden Herumreißaktion, einer wütenden Abreißatacke oder anderem. Nein, einfach so, beim Abendbrot, rutschte dem guten Kind die Uhr vom Arm. Ich saß daneben.

In der Vermutung, dass es sich eventuell doch um einen „Anwendungsfehler“ des Kindes gehandelt haben könnte, nahm ich nicht die Garantie in Anspruch, sondern bestellte bei dem Uhrhändler, welcher uns das hochwertige Stück verkauft hatte, eigeninitiativ eine neue Schnalle. Nach Überweisung eines entsprechenden Betrags erreichte uns ein Ersatzarmband – an welchem nun, nach nicht allzu langer Zeit der Weiterbenutzung (also des gewöhnlichen Tragens der Uhr am Arm) genau dasselbe Problem wieder auftrat. Och, menno! Nun befindet sich die Armbanduhr angebunden im Ranzen des Kindes, ich suche verzweifelt nach der Rechnung (Ordnung ist das halbe Leben..) zwecks frustrierter Reklamation – und lerne einmal mehr das, was ich meinen Kindern so dringend versuche zu vermitteln: Das, was die in der Werbung sagen, ist nicht… (den Rest könnt ihr euch selbst zusammenreimen). Manno, kann nicht mal irgendeine Illusion erhalten bleiben?

1 Gedanke zu „Flik Flak. Schnickschnack.“

  1. Qualität bekommt man heute keine mehr…überall sind Sollbruchstellen eingebaut, damit bloß nichts ewig hält, man muss ja immer neue Produkte verkaufen.
    Allerdings ist es schon ein Zeichen für besonders miese Qualität wenn ein Produkt für Kinder so wenig aushält…

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