Faschismus auf Hochglanzpapier: Frauenmagazine entmündigen.

Huh, Margarete Stokowski hat da ordentlich den Finger in die Wunde gelegt mit ihrer spitzen Analyse zu den Inhalten von Frauenzeitschriften in der taz. Sie leitet ein: „Jemand, der eine Frau anspricht, weil ihre Fußnägel nicht lackiert sind, der ihr sagt, ihr Körper sei eine Sünde, der ist vielleicht krank oder paranoid. Diese Krankheit, auf Hochglanzpapier gedruckt und mit vielen bunten Bildern versehen – das ist der Inhalt von deutschen Frauenzeitschriften im Jahr 2012.“ Sie fragt sich, warum diese Magazine trotz vieler bekannter Kritikpunkte so erfolgreich sind („Der einfache Trick ist, die Leserin auf ein Problem hinzuweisen, das sie womöglich hat, und zu erklären, wie sie es – in 5, 8 oder 33 Schritten – lösen kann. Die billigste Variante kapitalistischer Produktanpreisung. Allerdings mit einem speziellen Dreh: Hier fehlt nicht einfach etwas im Regal oder Kleiderschrank, hier wird die Leserin selbst für unzulänglich erklärt.“) und belegt in ihrem Artikel zuletzt sogar Elemente faschistoider Ideologie in den Kommunikationsformen solcher Zeitschriften. Fußnägelhochkräuselnd, pointiert und lesenswert. Hier der Artikel.

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