digital paradise

Neulich bei einer Debatte zum Themenbereich Generationen und Demokratie: In einer Diskussionsrunde werden Familienkommunikationsprobleme als Folge des kompletten technischen Versagens der Eltern, die als „digital immigrants“ ihren Kindern, den „digital natives“, völlig unterlegen seien, dargestellt. Ich will das gar nicht bezweifeln, das Ganze war wirklich interessant. Vor allem aber auch durch die ganz persönliche Erkenntnis: Ein Glück – allzu alt können wir wohl doch noch nicht sein.*Wie haben wohl früher die Leutchen ihre Abende verbracht, wenn die Kinder schliefen? Ja ja, was Ringelnatz dazu meint, weiß ich schon, und klar, ab und an machen wir auch mal Party 😉 Aber so die ganz normalen Abende, unter der Woche? Bei uns beginnen die Abende ja eigentlich recht „durchschnittlich“, indem wir über Eck, einer im Fernsehsessel, einer auf der Couch, im halbdunklen Wohnzimmer sitzen. Aber dann… sind wir wohl hoffentlich doch nicht ganz so sesselpupserisch, wie es sich bis hier hin möglicherweise anhört. Denn vor uns steht kein Bier und wir schauen auch nicht dumpf in die eine Mattscheibe. Sondern wir trinken Kaffee und schauen neben der einen Mattscheibe noch in zwei weitere. Jeder ein Notebook auf dem Schoß, geht das wahre Leben los 😉

Dann wird endlich gemailt, gebloggt, gefored und gejabbert, parallel diskutiert und politik-geblödelt, bisschen aufm Händi telefoniert (weil der Akku vom VoiP-Gerät leer ist, Pech gehabt), und aller technischen Affinität zum Trotz trauen wir uns sogar auch ab und an zu lesen. Womit wir wieder bei der guten alten Zeit wären – allerdings, Männe liest selbst Bücher gerne digital. Was das angeht, bin ich persönlich ja dann doch eher der konservative Typ…


*Und wenn doch irgendwann: Kommt ja nicht aufs Alter an, sondern darauf, was man draus macht und gemacht hat. Oder, um es mit Erich Frieds „Kleinem Beispiel“ zu sagen:

Auch ungelebtes Leben
geht zu Ende
zwar vielleicht langsamer
wie eine Batterie
in einer Taschenlampe
Aber das hilft nicht viel:
Wenn man
(sagen wir einmal)
diese Taschenlampe
nach so- und so vielen Jahren
anknipsen will
kommt kein Atemzug Licht mehr heraus
und wenn Du sie aufmachst
findest Du nur Deine Knochen
und falls Du Pech hast
auch diese
schon ganz zerfressen
Da hättest Du
genau so gut
leuchten können.

Wir arbeiten dran…

2 Gedanken zu „digital paradise“

  1. „Dann wird endlich gemailt, gebloggt, gefored und gejabbert, parallel diskutiert und politik-geblödelt, bisschen aufm Händi telefoniert“

    Ha, gemailt, also. ts ts… bloss mir nicht. Ts!

    Jabberdibab…

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