Datenklau im Klassenzimmer

Schon einmal etwas vom „Verlag für Wissen und Innovation“ gehört? Nein? Nun, das ist ein Verlag, der sich gezielt an Schulen wendet und dort Bücher verschenkt.

Selbstlos. Uneigennützig. Mit ausschließlich guten Absichten.

Wirklich? Ich hatte da Zweifel. Und bin dem daher mal nachgegangen.Die Postkarten-Aktion

Im Frühling wendete sich der Verlag für Wissen und Innovation (VWI) mit der abgebildeten Postkarte an Schulen (draufklicken zum Vergrößern). Auf der Postkarte werden drei „Verschenkbücher“ angeboten. Die Schule erhält für die Schulbücherei zunächst ein Kinderlexikon und wird gebeten, die diesem beiliegenden „Gutscheinkarten“ für einen Büchergutschein an die der Schule zugehörigen Kinder weiterzugeben. Auf den Karten kann nach Angabe diverser persönlicher Daten durch die Eltern – Name, Vorname des Kindes und eines Elternteils, Adresse, Schulzugehörigkeit, Klassenstufe – ein Buch als Wunsch ausgewählt werden, welches der Verlag dann „kostenlos und ohne jede Verpflichtung“ über die Schule den Kindern als Geschenk zukommen lässt.

Begleitet wird das Ganze von einem Brief an die Schuldirektion sowie von einer Lehrerinformation, welche ich freundlicherweise beide in Kopie von einer Schule meines Vertrauens übergeben bekam und welche ich jeweils komplett im Wortlaut hier zum Abruf bereitstelle.

In Brief wie Informationsblatt wird als Anliegen des Verlags für die so genannte „Buchgeschenk-Aktion“ die „Förderung der Lesebereitschaft bei Schülerinnen und Schülern“ angegeben.

Verlags-Werbeaktion?
Die verschenkten Bücher stammen nicht aus dem Verlag für Wissen und Innovation selbst, sondern von bekannten Kinderbuchverlagen: von FX Schmid, einer Untermarke vom Ravensburger-Verlag, sowie von gondolino (früher Gondrom Verlag).

Warum verschenkt ein Verlag Bücher anderer Verlage? Handelt es sich um eine versteckte Verlags-Werbeaktion seitens Ravensburger oder gondolino? Oder soll der gute Leumund dieser Verlage für einen anderen Zweck benutzt werden?

Die Presseabteilung des gondolino-Verlags gibt auf telefonische Nachfrage die Auskunft, dass der Verlag für Wissen und Innovation als „ganz normaler Firmenkunde“ bei ihnen ein größeres Bücherkontingent gekauft habe und damit nun „machen könne, was er wolle“.

Bei Ravensburger, zu welchem FX Schmid als Untermarke gehört, will zunächst niemand klare Auskunft geben. Bei genauerer Nachfrage heißt es dann jedoch, es sei dem Verlag bekannt, dass der Verlag für Wissen und Innovation Ravensburger-Bücher verschenke, das Ganze sei „aber seriös“.

Aber: Dieses Wörtchen macht noch stutziger.

Wie seriös ist das Ganze wirklich? Können Familien in gutem Glauben der Verlockung „Geschenkgutschein“ folgen, oder nutzt hier ein Unternehmen den guten Ruf bekannter Kinderbuchverlage, um Adressdaten für auf den ersten Blick nicht einsehbare Zwecke zu gebrauchen?

Telefonische Interviews, ganz unverbindlich

Auf der Verschenk-Postkarte steht:

„Für ein kurzes telefonisches Interview zum Thema Lernen-Gesundheit-Zukunft danken wir Ihnen“.

Auch in Brief und Infoschreiben an die Lehrer wird auf eine

„Telefon-Aktion für die Eltern zu den Themen Lernen-Gesundheit-Zukunft“

hingewiesen. Genauere Informationen hierzu finden sich nirgendwo; das Ganze scheint bei ungenauer Betrachtung der Dokumente in den Kontext „Leseförderung“ eingebettet zu sein. Doch worum geht es wirklich?

Auf der Postkarte befindet sich für Nachfragen eine Postadresse sowie eine Telefonnummer. Eine gute Woche versuche ich den Verlag unter der auf der Postkarte angegebenen Telefonnummer zu erreichen, erfolglos. Ebenso geht es mir mit der im Impressum der schnell ermitteltenVerlags-Internetseite angegebenen Rufnummer. Unter der bei Whois.com angegebenen weiteren Telefonnummer mit gleicher Vorwahl werde ich mehrfach weggedrückt.

Die Internetseite des VWI-Verlags
Währenddessen habe ich mich zumindest schon einmal auf der Internetseite des VWI-Verlags umgesehen. Diese ist wenig aussagekräftig, legt jedoch zumindest einige erste Spuren: Da steht ein wenig zur Historie des Verlags – „ursprünglich Spezialist für enzyklopädische Literatur für Eltern schulpflichtiger Kinder.“ Aha, soso. Mich interessiert jedoch vielmehr, was der Verlag heute zur Basis seines Geschäftsmodells nimmt. Hinweise auf Buchveröffentlichungen finden sich keine. Vielmehr heißt es:

„Seitdem führten wir viele Tausend Eltern-Befragungen durch und haben erfahren, dass neben Wissen und Bildung auch die Themen Gesundheit, Umwelt und Zukunftssicherung für die jungen Eltern wichtig sind. Da diese Themen sehr beratungsintensiv sind, haben wir mit verschiedenen Kooperationspartnern einen Familienservice entwickelt (neutral – unabhängig – transparent).“

Kooperationspartner „zu den familienrelevanten Themen ‚Lernen’, ‚Gesundheit’ und ‚Zukunft’“
Und wer sind nun diese Kooperationspartner? Zum Thema Gesundheit offensichtlich das mehrfach über die VWI-Verlags-Internetseite verlinkte Vitalcenter Berg: ein Unternehmen, das Vitaminpillen verkauft – unter anderem auch solche extra für Kinder. Die Kooperation ist insofern offensichtlich vermehrt kommerzieller Natur:

Vitamine für KIDS Langzeit Kapseln
Kinder und Jugendliche denken beim Essen nicht über den gesundheitlichen Wert ihrer Mahlzeit nach. Hauptsache, es schmeckt! Aber gerade für einen Körper, der noch wächst und‘ sich entwickelt, ist eine ausreichende Nährstoffversorgung besonders wichtig.
Vitamine für KIDS Langzeit Kapseln enthalten eine sorgfältig abgestimmte Zusammenstellung hochwertiger Vitalstoffe. Die wertvollen Substanzen sind in einen rein pflanzlichen Quellstoff (Guar) eingebettet, der eine ca. 6-8 Stunden dauernde, gleichmäßige Freisetzung mit Langzeiteffekt ermöglicht.
90 Stück, 29.90 EURO zuzüglich Versandkosten.

Ein Kooperationspartner für den Bereich „Lernen“ wird auf der Internetseite nicht direkt angegeben, stattdessen wird zur Anforderung von Informationen zum Themenbereich „LESEN-LERNEN-SPIELEN“ auf eine web.de-Email-Adresse (lesenundlernen@web.de) verwiesen. Darüber hinaus findet sich auf der Webseite zum Bereich „Lernen“ aber ein eindeutiger namentlicher Verweis auf den Ravensburger-Verlag. Zufällige Verlinkung oder Ravensburger doch als Kooperationspartner, trotz der anders lautenden Angaben im Telefongespräch? Es bleibt spannend.

Telefonat mit dem VWI-Verlag
Nach etlichen nicht erfolgreichen Versuchen gelingt es mir schließlich doch noch, mit einer Person im VWI-Verlag zu sprechen. Der zweifelsohne sehr freundliche Herr am Telefon erklärt zu den auf der Postkarte angedeuteten Interviews, dass der Verlag mit den Familien, die auf der Postkarte ihre Telefonnummer angeben, ein unverbindliches Telefoninterview führt und ihnen dann nach ihrer Einwilligung zu ihren Interessen passende Kooperationspartner vermitteln würde. Diese Kooperationspartner würden dann den Familien weitere Informationen zu den genannten Themen zukommen lassen.

Hinsichtlich des Themenbereichs Gesundheit verweist der Herr – so, wie es auch die Webseite tut – direkt auf das Vitalcenter Berg, für den Bereich Lesen-Lernen-Spielen auf den Ravensburger-Verlag. Hier gehe es um die Präsentation eines „Medienpakets mit Büchern und Spielen“ für Kinder und Familien. Ausdrücklich fällt das Wort, Ravensburger sei den Familien gegenüber ein „Vertrauensgeber“. Gleiches gelte auch für gondolino. Der Herr bestätigt, dass es hier jedoch keine weitere Kooperation gegeben habe; der VWI Verlag habe lediglich Bücher von gondolino gekauft.

Unabhängige Beratung in Fragen von Anlagestrategien
Das Stichwort „Vertrauensgeber“ hallt noch in meinem Kopf nach, als ich hinsichtlich des Bereichs „Zukunft“ den Herrn direkt auf Versicherungs- und Anlageberatung anspreche. Hierzu ist jedoch fernmündlich nicht viel zu ermitteln: Es erfolgt nur der wenig ergiebige Hinweis auf „unabhängige Beratung in Fragen von Anlagestrategien“. Zu kooperierenden Unternehmen äußert sich der Herr nicht weiter, sondern kommt darauf zurück, dass von den Kooperationspartnern ja auch „in jedem Falle nur solche Personen kontaktiert werden, die ihre Telefonnummer auf der Postkarte angeben und im Vorgespräch einwilligen“ würden.
Wer die Telefonnummer nicht angebe, würde nur das gewählte Buch zugesendet bekommen: „Die Daten löschen wir dann direkt. Wir arbeiten ja seriös.“ Das sei ja nicht wie „bei Bertelsmann oder Brockhaus“, wo dann, so der Herr weiter, „direkt die Vertreter vor der Türe stehen“.
Es gäbe Schulen, die schickten alle Gutscheinkarten komplett mit durchgestrichenem Telefonnummernfeld zurück – das sei dann zwar ärgerlich, denn „diese Daten dürfen wir dann nicht verwenden. Aber das halten wir auch ein“. Mit der freundlichen Abkürzung, für weitere Rückfragen könne ich ihn jederzeit wieder anrufen, deutet er höflichst das Ende des informativen Gesprächs an.

Ich lege auf. Der Stapel an Recherchematerial, der sich während der Zeit, die ich den VWI-Verlag nicht erreichen konnte, auf meinem Schreibtisch aufgetürmt hat, ist hoch genug. Und kann meine Zweifel an der Seriosität dieser Gesamtangelegenheit trotz der Beteuerungen am Telefon nicht ausräumen.

Initiative „Lesen und Lernen“

Ich interessiere mich zunächst für eine Klärung der Verbindung zwischen VWI-Verlag und Ravensburger und die angesprochene sowie auf der Webseite erwähnte Initiative „Lesen-Spielen-Lernen“ bzw. „Lesen und Lernen“.
Eine Internetrecherche hiernach führt direkt zum VWI: Abrufbar ist ein pdf-Dokument, in welchem unter dem Stichwort „Lesen und Lernen“ als Kooperationspartner eindeutig Ravensburger aufgeführt ist.

Erneuter Anruf bei Ravensburger: Die Presseabteilung bestätigt bei genauerer Nachfrage, dass das Unternehmen neben dem Verkauf von Büchern an den VWI-Verlag diesen zudem bei der Zusammenstellung von Informationen beraten habe. In diesem Sinne habe es eine Kooperation gegeben. Ravensburger erhalte aber keine Daten vom VWI-Verlag und stehe mit den Tätigkeiten des Unternehmens in keiner sonstigen Verbindung. Für weitere Informationen zur laut Ravensburger VWI-eigenen Initiative Lesen und Lernen müsste ich mich daher direkt an den VWI-Verlag wenden.

Das ist allerdings nach weiterer Lektüre pdf-Dokument nicht nötig. In diesem steht nämlich:

„Im Grunde ist alles ganz einfach: Sie streben nach eigener finanzieller
Sicherheit und der Versorgung Ihrer Liebsten.(…) Mit Hilfe eines etwa 20 Minuten dauernden Aufklärungsfilms eines anderen Verlages können wir Ihnen z.B. zeigen, wie Sie Chancen zur Anlage und Zukunftssicherung nutzen können, die sich normalerweise nur die großen Geldinstitute vorbehalten – mit wesentlich höheren Renditen!“

Ah. Finanzielle Sicherheit. Zukunftssicherung. Anlageberatung also? Und dieser ganze „Lesen-und-Lernen“-Kram, die Kooperation mit den Kinderbuchverlagen, die ist dann also nur – irreführend? „Vertrauensgebend“ nannte es doch so schön der Herr vom Verlag am Telefon. Aha.

In dem pdf-Dokument steht der „Kooperationspartner Ravensburger“ in direkter Linie mit dem Vitalcenter Berg und, tatsächlich, mit einem Kooperationspartner für den Bereich Zukunft: einem Unternehmen namens „Der freie Berater Verlags GmbH & Co.KG“. Letzterer dürfte dann der genannte „andere Verlag“ sein, welcher besagtes Filmchen zur Verfügung stellt.

Auf der Webseite dieser Der freie Berater Verlags GmbH & Co.KG präsentiert sich das Unternehmen als „letztes Bollwerk der Wahrheit“ und bewirbt die hauseigene Finanzzeitschrift „Der Freie Berater“. Als Komplementär, voll haftender Gesellschafter und Geschäftsführer wird die CARPEDIEM Vertriebsgesellschaft mbH aufgeführt. Ich hätte gern ein paar mehr Informationen zur Verquickung des „freien Beraters“ und der Carpediem AG und mache mich im Netz auf die Suche.

Bei Wikipedia heißt es im Zeitschrifteneintrag zu „Der freie Berater“, dass der Geschäftsführer und Begründer der CARPEDIEM GmbH und Vorstand der CARPEDIEM AG, Daniel Shahin, auch Geschäftsführer und Begründer der Zeitschrift Der freie Berater ist. Weiterhin steht dort: „Themenschwerpunkte sind Finanzprodukte und Finanzberatung von Privatpersonen. (…)“. In diversen Internetforen finden sich lange Diskussionsstränge zu der Frage, ob es sich bei der CARPEDIEM um ein seriöses Unternehmen handelt oder nicht. Alles, was ich selbst diesen Hinweisen nachgehend im Netz zu dem Unternehmensgeflecht und den vertriebenen Finanzprodukten finden kann, ist kritisch bis ablehnend, ausgenommen die Informationen, welche vom Unternehmen selbst, von CARPEDIEM- Partner-Unternehmen oder von sonstwie verwandten Unternehmen herausgegeben werden.

Ein Blick auf die Webseite der CARPEDIEM GmbH verstärkt den Eindruck, es handle sich hier um ein nicht vertrauenswürdiges Unternehmen: Hier wird eindeutig für Strukturvertrieb, eine Art Schneeballsystem, welches verspricht, schnell reich zu werden, geworben:

„Wovon träumt der Mensch?

Nebenberuflich, ohne Vorkenntnisse, ohne Voraussetzungen, ohne Risiko sich ein zweites Standbein aufbauen zu können. Und wenn dieses Standbein erst einmal erfolgreich läuft, so ggf. dann auch zum Hauptstandbein werden kann.
(…)
Schauen wir uns mal die Theorie an: Sie starten Ihre Selbständigkeit, das heißt, Sie machen sich selbständig. Allein können Sie acht Stunden täglich arbeiten, mehr aber nicht. Da Sie jedoch ihre Produktivität erhöhen möchten, stellen Sie weitere Mitarbeiter ein. Nehmen wir mal an Sie suchen sich drei weitere Menschen, die es so wie sie auch ernst meinen und ihr Leben positiv verändern möchten (nicht als Angestellte, sondern wie Sie als zweites freiberufliches Standbein). Nun hat Ihr Unternehmen die Produktivität von bereits vier Mitarbeitern.
(…)
Und nun mal aufgepasst, was sich hieraus ergibt: 40 Mitarbeiter gewinnen jeweils jeder nur 4 Kunden in einem Monat, das ergibt dann 160 Kunden. Wenn Sie nun an jedem Kunden 150 Euro Differenz verdienen (das ist ein realistisches Beispiel aus unserem Alltag), wären das 160 x 150 Euro, somit bereits ein Einkommen von 24.000 Euro monatlich. Und nochmals: Sie haben nur die Struktur ins Laufen gebracht, Sie haben anderen Menschen in die Selbständigkeit verholfen, diesen eine Chance gegeben – und partizipieren plötzlich an einer Vielzahl von Terminen / Kunden.
(…)“

Auf der CARPEDIEM-Webseite gibt es dann, egal, durch welche Bereiche man sich klickt, letztlich immer wieder nur die Möglichkeit, sich einen „Aufklärungsfilm“ zu Anlageformen,

die die Kapitalanlagephilosophie von Der Freie Berater zu 100% umsetzt,

anzuschauen, sich diesen persönlich vorführen zu lassen oder aber direkt als „nebenberuflicher Aufklärer“ ins Strukturkonzept einzusteigen.

Absicht oder Versehen?
Eigentlich stinkt all dies schon so gewaltig, dass es mich graust. Ausgehend vom bestmöglichen Gedanken frage ich mich jedoch fairerweise noch: Ist der VWI-Verlag hier möglicherweise als unwissender, dem Thema Lesen verhafteter Verlag einem unseriösen Anbieter aufgesessen?

Nichts dergleichen: Bei einer weiteren Webrecherche nach dem Verlag für Wissen und Innovation finde ich in einer Jobbörse folgende Stellenanzeige für einen Minijob zur Datenerfassung, Standort Leverkusen.

Das Unternehmen:
Firmenname: Verlag für Wissen und Innovation
Unternehmensbeschreibung: Finanz-Coaching für Privathaushalte.
Branche: Finanzkanzlei, Makler, Versicherung, Bank
Jobbeschreibung: Dienstleistungsunternehmen (VWI Verlag) sucht haupt- und nebenberufliche Mitarbeiter für den Aufgabenbereich vertriebsvorbereitende Tätigkeiten (kein Verkauf keine Werbung)

Hier tritt der Verlag für Wissen und Innovation selbst eindeutig als Finanz-Coaching-Unternehmen auf. Jedoch: Dies wird auf der VWI-Verlags-Webseite in keiner Weise erwähnt. Ich erinnere daran, dass mir das Unternehmen auf die direkte Frage nach entsprechenden Tätigkeiten am Telefon ebenfalls keinerlei derartigen Hinweis gab. Auch auf den an die Schulen sowie über diese an die Eltern und Schulkinder weitergereichten Werbeanschreiben findet sich an keiner Stelle eine hierauf deutende Information.

Falsche Tatsachen
Stattdessen wird offensichtlich unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen Datensammelei betrieben: Mit der Behauptung, das Lesen fördern zu wollen, erschleicht sich das Unternehmen für sich oder seine Kooperationspartner – wobei anscheinend die im Bereich Lesen genannten Verlage hieran nicht beteiligt sind, sondern mit ihren Namen lediglich als Vertrauensgeber dienen – ausführliche Adressdatensätze von Familien.

Die Familien geben im guten Glauben an eine von den Schulen übermittelte Aktion zu Gunsten der Leseförderung, welche von bekannten, seriösen Verlagen (derzeit Ravensburger, gondolino) mitgetragen zu werden scheint, persönliche Daten an. Diese Daten werden hernach in für die Familien vorher nicht zu überblickender Weise unter anderem, möglicherweise sogar schwerpunktmäßig, für die Kontaktaufnahme zur Vermittlung von Finanzprodukten benutzt.

Die Hinweise auf Interviews, u.a. zum Bereich „Zukunft, lassen keinesfalls auf das offensichtlich eigentliche Kerninteresse, nämlich den Verkauf von Finanzprodukten und Versicherungen durch eigene Aktivitäten oder durch Kooperationspartner (im Norden z.B. die durch weitere Recherchen ermittelte Univerma AG) schließen.

Meine Meinung: Finger weg! und weitersagen.
Dieses Vorgehen erscheint mir mindestens äußerst fragwürdig. Mein dringender Appell an alle daher:
Finger weg, Postkarten nicht ausfüllen. Und in den Schulen für Aufklärung sorgen, damit dieses Unternehmen (und vermutlich gibt es noch genug andere, die ähnlich verfahren) mit dieser Masche nicht weiter durchkommt.

Liebe Mitlesenden, die ihr Schulkinder habt: Vielleicht möchtet Ihr diesen Blogeintrag zur Kenntnisnahme für eure jeweilige Schule ausdrucken, im Lehrerkollegium bekanntmachen und zur Information an die Elternschaft weitergeben. Da ich von Kindergärten weiß, bei denen Unternehmen ähnliche Verfahren ebenfalls bereits versucht haben, macht es Sinn, auch dort über entsprechende Praktiken zu informieren.

Bitte tragt einen Teil dazu bei, dass solche vielfach unlauteren Praktiken – über die Kinder an die Eltern; Ausnutzen von öffentlichen Institutionen wie Schulen u.ä.; Vorspiegelung falscher oder jedenfalls irreführender Motive; unklare Datenschutzangaben – in Zukunft unterbleiben oder jedenfalls etwas weniger leicht durchführbar sind.

83 Gedanken zu „Datenklau im Klassenzimmer“

  1. Danke für die Arbeit. Das sollten alle Eltern lesen und auch andere Angebote kritisch prüfen; nur fürchte ich, daß Kritik bei ‚kostenlos‘ schnell auf der Strecke bleibt.

  2. hallo
    manu,

    danke für
    die gute recherche.

    so geschenkbücher
    gibt es übrigens auch im kindergarten,
    sohn nuMMer eins hat leider keins bekommen,
    jedenfalls nicht aus dieser quelle,
    obwohl die gruppendynamik
    und damit auch der quengelfaktor gross ist.

    fun and sun

    pri and sac

    1. Der Quengel-Effekt ist neben dem Vertrauens-Dings ja genau einer der Punkte, durch die das anscheinend so gut funktioniert…

      Das mit den Kindergärten weiß ich (steht ja auch am Ende) – ich bin aber nicht sicher, ob es sich da auch um den VWI-Verlag oder ein ähnliches Unternehmen handelt, daher habe ich das denen lieber nicht zugeschrieben. Ich will ja nicht mit falschen Behauptungen um mich werfen :-)

  3. Danke für den Beitrag und die dazugehörigen Recherchen! …Wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass man so wenig private Daten wie möglich an- und abgeben -oder sich zumindest darüber bewusst sein sollte, an wen man diese weitergibt.

  4. Guter Artikel, gute Recherche, nur eins sei am Rande angemerkt:

    In der Verantwortung für sein Geschäftsgebahren ist bestimmt der Verlag ohne Zweifel. Aber wer hat den diese Gutscheine in Umlauf gebracht und da steckt der Teufel im Detail, genau es waren die Schulen, die nicht einen Moment lang nachgedacht haben, geschweige kritisch hinterfragt haben haben, welchen Schund sie mit der Ausgabe der Karten unterstützen. Und nicht zuletzt auch die Eltern, die noch immer so blauäugig sind, dass man heute etwas geschenkt bekommt, wenn man seine Daten angibt…und glauben,mit diesen Daten passiert gar nichts. Ganz schön blöd… Unsere Aktion verlief da schon ein wenig anders, wir haben die Karten eingesammelt, nur ausgefüllt mit den Vornamen unserer Kinder, haben diese gesammelt über die Schuladresse an den Verlag gesendet und was geschah? Wir haben die Bücher ohne Murren bekommen… solch ein Datenklau kann also nur geschehen, wenn es ein Verantwortlicher für die Daten zuläßt, aber es gibt ja zum Glück nicht so viele Dumme im Land…oder?

  5. Vielen Dank für die ganze Mühe, die Du Dir gemacht hast. Ist nach meiner Erfahrung nicht immer einfach, die ganzen Seiten im Web zu durchforsten und Informationen zu finden. Erinnere mich, dass an unserer Grundschule in Berlin/Rdf mal ein Gutschein über Duden/Rechtschreib/Mathe-Bücher verteilt wurden. Aufgrund meiner Faulheit habe ich diesen Zettel nie ausgefüllt.

    1. Meine Erfahrung mit der Aktion von Duden waren Recht positiv.
      Die haben wie es auf den Gutscheinen angekündigt wurde sich bei uns gemeldet.
      Das erstemal war es ein Außendienstler von Brockhaus. Der wollte uns eine Lexikothek für paar tausend Euro anbieten. Habe ich aber abgelehnt.
      Dann haben die sich von Duden gemeldet und Bücher für die komplette Schulzeit mit Internetportal und DVDs für 70 € angeboten.
      Das habe ich gemacht und bin auch damit zufrieden, da die Kinder dass auch nutzen.
      Ich finde nicht gut das die Aktion von Duden hier auch genannt wird, da diese auch Bildungsmedien beraten, wozu diese Verlage ja auch da sind und ich finde das genau dass der Punkt ist wo sich diese Geschichte unterscheidet.

      Gruß
      Kalle

  6. Hier noch ein kleiner Nachschlag zu meinem Artikel Datenklau im Klassenzimmer: Gerade habe ich im Netz einen Kommunikationsleitfaden für Mitarbeiter der Carpe Diem/Der freie Berater gefunden, in welchem die Verflechtungen mit dem VWI-Verlag als Adressgebe

  7. Hallo Manu, dein Beitrag über den „Datenklau im Klassenzimmer“ kam mir heute gerade richtig. Danke dafür.
    Hatte heute einen Anruf von dem genannten VWI. Die Dame am Telefon wollte unbedingt meine Frau sprechen. Da diese aber nicht zu sprechen war, musste sie sich wohl oder übel mit mir begnügen. Das hab ich ihr sofort angemerkt.
    Nach einem kurzen Gespräch fragte ich, wer denn hinter dem VWI steht und was genau das Anliegen sei ? Leider wurde sie nicht konkret und versuchte mir auszuweichen. Und sie wollte nochmal anrufen wenn meine Frau da sei. Daraufhin sagte ich zu ihr, wenn sie mir nicht sagen können worum es geht dann wünsche ich keine weiteren Anrufe und unser Gespräch sei hiermit beendet.
    „Das machen wir aber trotzdem“ war dann der letzte Satz.
    Da weiss man doch sofort was los ist.
    Mit Seriösität hat das wohl wenig zu tun !
    Danach hatte ich rechergiert und bin auf Deinen Blog gestoßen.
    Als ich gerade unser Kind aus dem Schulhort geholt hatte, sprach ich das Thema gleich an. Die Leiterin sagte mir, dass ständig derartige Angebote ankommen aber sie als Kita/Schulhort das ablehnen. Mit dem Standpunkt, dass die Eltern selber entscheiden sollten wo sie ihre Daten hingeben.
    Nach den Ferien werde ich dann an den Schulleiter herantreten und ihm einige Fragen hierzu stellen. Soviel von mir dazu. Mit sonnigen Grüßen Mario

  8. Hallo, hier bin ich nochmal papa mario.
    Ich wollte hier nur noch kurz mitteilen, dass die vom VWI dann doch wiederholt bei uns angerufen hatten und dass obwohl ich klar und deutlich gesagt hatte „ich wünsche keine weiteren Anrufe“. Diesmal musste ich es noch deutlicher sagen, mal sehen ob sie es nun verstanden haben.
    Das nur nochmal zur Seriösität des Verlages.
    Diese lässt sich somit als fraglich erscheinen.
    sonnige Grüße papa mario

  9. Hallo,

    Gleiches Thema, nur andere Art der Ausführung:

    Ein Mitarbeiter des besagten Unternehmens kam vor ein paar Tagen zu mir und fragte mich, ob ich nicht auch VIEL Geld verdienen möchte. Da ich Webdesigner bin und mich im Internet sehr gut auskenne sollte ich ihm ein Social-Network Portal wie „facebook“ „wkw“ etc. programmieren. Auf meine Frage hin, warum gerade er so ein Projekt ins Leben rufen möchte, bekam ich die Antwort, dass der Zweck einzig und alleine zum Sammeln von Adressen dienen soll. Er möchte dann Leute aus Verschiedenen PLZ Bereichen anschreiben und dort in Hotels Aufklärungsarbeit in Sachen “ Wir holen Ihr Geld zurück“ leisten möchte. So würde auch ich, vorausgesetzt ich würde mit auf eine solche Veranstaltung gehen, innerhalb von 90 Tagen etwa 200.000 Euro in der Tasche haben.

    Natürlich mache ich bei einem solchen Mist nicht mit.

    – Verstoß gegen das Datenschutzgesetz

    – Unlauterer Wettbewerb

    sind bereits 2 Gesetze, die ich bisher ermitteln konnte. Ich denke da gibt es noch einiges mehr wogegen da verstoßen würde ( bin leider kein Anwalt )

    Ich verspreche allen, dass ich bei einer solchen Aktion nicht mitmache. Im Gegenteil: Ich hätte richtig Lust dazu die Schweinerei auffliegen zu lassen.

    Wer also Ideen hat. einfach bei mir melden.

    Ich erlaube dem Inhaber der Seite mich diesbezüglich über meine E-Mail Adresse zu kontaktieren.

    Chris

  10. Liebe Manu,

    beim Lesen Deines Blogs kam ich mir vor, wie bei einem Grisham-Roman. Tolle Arbeit.

    Ein Kollege von mir hat ein Jobangebot von einer ‚dem Verlag nahestehenden Gesellschaft‘ erhalten: hohes Festgehalt bei wenig Arbeit. Das kam uns dann doch etwas komisch vor, denn in der Fiananzbranche muss man schon richtig gut sein, um ein dickes Gehalt zu bekommen. Bei den Recherchen bin ich dann auf Deinen Blog gestoßen und habe meinem Kollegen gleich abgeraten…

    Wie Du schon geschrieben hast und wie wir in Finanzkreisen immer sagen: there’s no free lunch…

  11. mein sohn hat vor kurzem auch so eine karte mitgebracht; ich habe dann nach recherche beschlossen, da mal mitzumachen – wenn das echt alles ein scam ist, koste ich sie dann wenigstens geld 😉
    also bei mir kam dann auch das erste telefonat, war aber tatsächlich nur ein interview. am ende wurde ich eben gefragt, ob ich interesse an weiteren informationen habe – ich hab dann mal ja gesagt, wollte ja wissen, was noch kommt. anscheinend steckt dahinter so ein familienservice, also sie schicken so einen newsletter rum mit informationen zu diesem lernen/lesen/zukunft/gesundheit-thema. am ende wurde mir noch so ein „kostenloses, unverbindliches“ finanzgutachten angeboten, dazu wollte dann jemand zu mir kommen und mir einen film zeigen. ich hab sie mal kommen lassen (war aber eigentlich kein druck, ich hätte auch einfach nein sagen können.), wie gesagt, kostet sie geld ;-D aber da war dann gar kein druck, also ich wollte die finanzberatung nicht, aber mir wurde nicht mal was aufgedrängt. war etwas überrascht.
    kanns sein, dass die das hier gefunden haben und irgendwas verändert haben?

  12. hi manu,
    hab grad über twitter mitbekommen, dass du eine unterlassungsaufforderung zu diesem artikel bekommen hast.
    wer fordert dich da auf?
    mir scheint dein beitrag gut recherchiert und auch ausreichend als deine eigene meinung gekennzeichnet.
    ich würde mich an eine/n anwält/in deines vertrauens wenden und weiteres beraten.
    aber erstmal nicht löschen!
    viele grüße!
    p.s.: kannst mir auch gerne ne PM schicken, hab meine mailadresse eingetragen…

      1. Eine große Werbeaktion für die Ravensburger ist das Spielemuseum, Preisausschreiben und Ravensburg spielt. Es ist mittlerweilen obligatorisch das jedes Unternehmen alles versucht irgendwie und unbedingt an Adressen zu kommen, unter dem Motto „Wer zuerst kommt….“ Besonders an Schulen und Beck schaut leider zu oder macht sogar mit? Wenn man dann nachforscht und begründeten Verdacht hegt, kommen schnell die Drohungen von Anwälten zum einschüchtern, anstatt einfach nur die Wahrheit zu sagen. Wer nicht zu verbergen hat, kann damit leben. Diese Methoden sind bekannt. Wie und warum jetzt die SZ auf den Blogg hinweist, ist abzuwarten was sie damit bezwecken möchte? Mut und trotzdem weiter so, guter Bericht. Immer daran denken, es ist auch in Ravensburg nicht alles Gold was glänzt, dass sollte motivieren.

  13. Manu, du solltest das ganze dem Verbraucherschutz melden, die helfen dann auch mit Anwalt/Unterlassungsklage Androhung, falls das überhaupt nötig ist. Denn unterlassen musst du nur etwas, das nicht wahr ist. Wenn die Fakten für deine Ergebnisse sprechen, ergo das Unternehmen zeigt unlauteres Geschäftsgebaren, dann darf man das auch ohne Konsequenzen so sagen und darauf aufmerksam machen.

    Und offenbar hast du schon gut recherchiert.

    Kontakte doch mal Udo Schmallenberg (Verbraucherschutz) über Twitter #internetfallen

    LG Marina

    1. Danke für die Tipps, ich werde mal schauen – und lasse mich natürlich auch beraten, was ich jetzt machen soll/darf/kann..

      1. Erstmal läßt du das so stehen wie es ist, Juristen drohen und fordern immer das Blaue vom Himmel herunter.

        In Deutschland entscheiden immer noch Gerichte und keine Rechtsanwälte.

        1. Schritt müßte dann sein, diese(r) RA müßte Klage einreichen, dann muß es geprüft werden und erst dann – schlimmstenfalls – kommt eine Unterlassungsentscheidung vom Gericht.

        Die „drohen“ immer was das Zeug hält, du hast jemanden in die „suspekte“ Suppe gespuckt, klar dass das nicht gut ankommt. :) Es soll Journalisten geben die können davon ganze Bücher schreiben.

        Lass dich (vorläufig) nicht Kirre machen. Bringt nichts. Dazu ist aber bereits schon an anderer Stelle was kommentiert worden.

        mfg

  14. Wie einige vielleicht bei Twitter mitbekommen haben, erreichte mit heute ein anwaltlicher Brief (Text folgt in separatem Post‘), aus welchem hervorgeht, ich möge doch bis 27.10. einen meiner Artikel löschen, sonst drohten mir eine Klage wegen angeblicher

    1. Danke für die Unterstützung (nicht nur dir, sondern allen, die sich da gerade einklinken) – ick bin echt richtich jerüahrt!

  15. Toll recherchiert. Da soll noch mal einer sagen, deutsche Blogs seien irrelevant!

    Bitte weiter so und in diesem Fall: Durchhalten! Ich sehe hier auch nicht, was eine Unterlassungsforderung rechtfertigen könnte. Hätte das ein großer Verlag gedruckt, hätten die sicher nicht aufgemuckt.

    Viele Grüße
    Rainer

  16. bin regelrecht angewidert von solch unseriösem Gebaren. Habe selbst diesen Datenklau ziemlich unsanft zu spüren bekommen.
    Ein sehr kostenintensiver Eintrag bei einem „renommierten“ Telefonbuch-Verlag (ca. 560 EUR) war dummerweise sowohl mit einem Tip-Fehler als auch mit einer falschen Berufsbezeichnung versehen.
    Noch vor Erscheinen der ersten Auflage erhielt ich bereits entsprechend „falsch adressierte“ Werbeangebote. Kataloge, Broschüren, Flyer und das allerschlimmste: tägliche Werbe-Faxe aus UK, die nicht nur unser Fax blockieren sondern auch eine Menge an Papier und Tinte verbrauchen.
    Der Telefonbuch-Verlag behauptet, dass er keine Adressen verkaufe und er demnach für die unerwünschte Werbeflut nicht verantwortlich sei. Schließlich könne jeder die Adresse den Gelben Seiten oder dem Telefonbuch entnehmen.
    Wie soll das möglich sein, wenn so etwas bereits 6 Monate vor der Herausgabe der betreffenden Auflage passiert ????

  17. Hi Manu, wenn du deine ganze Recherche mit Beweisen (Telefonmitschnitte, Screenshots usw.) gesichert hast, hättest du bei einer möglichen Klage gegen dich gute Chancen, dass deine Recherche auch als solche annerkannt wird und nicht als reine Verleumdung bezeichnet werden.

    Aber wende dich besser zuerst an den Verbraucherschutz, der kann dir dann auch gute Anwälte für ein Verfahren vermitteln.

  18. Ich würde mit stark verfälschten, aber für den Postboten noch wiedererkennbaren, Namen bestellen. Du wirst in den Monaten danach feststellen, dass du unter genau diesem „Falschnamen“ mit Werbung bombardiert wirst. Sogar die GEZ wird dir schreiben.
    Falls du eine Mail-Adresse angeben kannst, machst du es genau so. web.de-Adresse neu einrichten mit einem zur neuen Identität passenden Namen.
    Handynummer genau so. Ich habe eine Simkarte von 1&1. Die habe ich nur zum raustelefonieren auf FEstnummern (weil gratis). Die Nummer kannte KEINER. 100%!! Seitdem ich an einer ähnlichen „Aktion“ teilgenommen habe rufen da regelmäßig „automatische GEwinn-Roboter“ und angebliche Umfrageinstitute an. Das stört mich aber nicht, da DAS Handy zu Hause im ausgeschalteten Zustand auf Not-Einsätze wartet (wenn mal das VOIP ausfällt…).

    -Trude-

  19. Generell bin ich gegen Datenklau und Co, mache bei keinen Gewinnspielen mit, bei denen ich irgendwelche persönlichen Daten (sogar Adresse) angeben muß oder beantworte irgendwelche Umfragen am Telefon. Aber das hier – da ist doch von Anfang an klar, daß man sich mit einer Befragung einverstanden klärt. Und anscheinend wird man auch weiterhin bei jedem Schritt gefragt, ob man damit einverstanden ist. Ich kann da nichts „Kriminelles“ entdecken.

  20. Da es ja hier um das sammeln von Adressen geht. Vermisse ich den Widerspruch zum verwenden der Adressen. -> Info an den Datenschutzbeauftragten des Landes.
    Da hier weiter Geschäft vermittelt werden sollte auch der davon Verbraucherschutz erhalten. Insbesondere handelt es sich um eine Art Gewinnspiel und der Ausschluß bei Nichtangabe der Telefonnummer an sich ist eventuell auch schon ungesetztlich.

    Nach wie vor befinden wir uns auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland, in dem es eine Grundgesetzt gibt und einen §5 (Frei Meinungsäußerung).

    Schmäkritik kann ich nicht erkennen, das ganze ist ordentlich recherchiert.

    Also nicht unter Druck setzen lassen.

  21. … also wenn du soweit recherchiert hast, würde ich das material z.b. an spiegel tv oder den stern oder an ein anderes grösseres medium (tageszeitung, regional-tv- oder radiosender ) weitergeben … zum einen als schutz deiner person, denn ein grosses medium gehen solche leute meistens nicht ohne weiteres an, zum zweiten aber auch, damit ‚den anfängen gewehrt wird‘ ….

    mit wurden einemmal von einer sog. ‚5ten WestWay‘ aus köln knapp 900 € vom visa-konto eingezogen … ich habe privat recherchiert und das ganze hat es dann bis in die tagesthemen geschafft …. über die kripo oder die staatsanwaltschaft köln kam damals heraus, das der schaen, den diese firma angerichtet hatte, schon etwa 1,5 mio betragen hatte …. (achtung … es war die 5.te WestWay …)
    … also mein tip … öffentlichkeit herstellen… laut reden mit allen und jedem …..

    lg

  22. Ich bin seit über 20 Jahren Print-Journalist, und ich hätte diesen Artikel bei der Faktenlage ohne Bedenken gedruckt. Ich hätte etwas weniger von meiner persönlichen Befindlichkeit geschrieben, aber grundsätlich geht das in meinen Augen in Ordnung (ich bin allerdings kein Anwalt). Wenn sie dir mit Klage drohen, dann wäre es sehr wichtig, zu erfahren, was genau sie an dem Beitrag bemängeln. Das kann eine Kleinigkeit sein, vielleicht eine nicht haltbare Formulierung in einem Satz. Wenn du einen Anwalt hast, der dich berät, dann wäre das sehr sinnvoll. Es ist durchaus möglich, dass auch im Online-Angebot des Verlages Details sind, die zum Beispiel gegen das UWG verstoßen, da würden sie dann gegebenenfalls Angriffsflächen für eine eigene Abmahnung bieten. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass der Verlag erst einmal mit Klage droht, um dich einzuschüchtern. Sollten sie damit nicht aufhören und sich unkooperativ zeigen, kann man das Material ja gerne an Blogs, Sender, Online-Angebote mit einer größeren Reichweite weiterleiten, und die Leute können sich dann mal ansehen wie ein Shitstorm von innen aussieht: Jako und Jack Wolfskin lassen grüßen.

    1. Ich habe den Anwaltsbrief ja auch online gestellt, darin kannst du nachlesen, was die bemängeln.

      Persönliche Befindlichkeit: Na ja, kommt ja immer auf das Medium an, für welches geschrieben wird – hier handelt es sich um mein kleines feines Blog.. Hätte ich für ne Zeitung geschrieben o.ä., wäre die sprachliche Ausformung sicherlich eine andere gewesen, da bin ich variabel :-)

  23. Hallo ich danke dir für die ausführliche Recherche und der damit verbundenen Aufklärung! Wir haben besagte Karte auf einem Elternabend der Krabbelstube unseres Sohnes bekommen und natürlich ausgefüllt! Bekommen haben wir nichts! Zum Glück wie ich jetzt feststellen muss! Ich würde bezüglich der Abmahnung mal zu einem guten Anwalt gehen! Wegen der Wahrheit gemahnt zu werden ist schon wahrlich dreist! Ansonsten weiter über Twitter verbreiten, das hat doch schon so mancher Firma das Genick gebrochen!

    Viele Grüße und viel Erfolg!
    Tina Keil

  24. Ganz ehrlich, die Daten hat doch eh das Einwohnermeldeamt und auch das Telefonbuch… Wenn man dann jetzt ein Geschenk, für Daten, die eh jeder weiß, kriegt: Warum nicht ?

  25. Lieber Manu. DANKE! Als ich die Karten gesehen habe und meine Frau meinte, hier prüf das mal, hab ich mir nicht soviel Arbeit gemacht, hatte aber schon nach knapp 10 Minuten ein ungutes Gefühl in meiner ScammerDrüse (sitzt hinten im Nacken ;))

    Das was du hier ablieferst ist, und das hat ja auch schon jemand ganz richtig bemerkt, guter, qualitativ höchstwertiger, Jornalismus und das du dafür eine Klageandrohung abbekommst zeigt nur dass du in ein Nest getroffen hast. Ich hoffe auf Streisand und wenn du Hilfe brauchst, sag Bescheid.

    Werde den Artikel morgen ausdrucken und aufhängen im Kindergarten.

  26. das ist ja noch nichtmal eine unterlassungserklärung, sondern „nur“ ein brief. gesendet über eine anwaltskanzlei.
    ohne konkrete zitate/screenshots der inhaltlich bemängelten passagen. mit einer allgemeinen androhung von klage und schadensersatzforderungen. sehr unseriös.

  27. Da sammelt jemand im Gegenzug für eine kostenlose Dienstleistung Daten. Dieses unspektakuläre Geschäftsmodell in halbwegs kreativer Verpackung hätte man man auch kürzer auf den Punkt bringen können.

  28. Es wäre schön, wenn sich viele Eltern und vielleicht auch Lehrkräfte an das Kultusministerium ihres Bundeslandes wenden würden, damit per Anordnung von Oben so was nicht in die Klassenräume kommt.

    Es ist schwer seinem eigenen Kind zu kommunizieren, dass es keine Unterschrift für ein scheinbar kostenfreies Buch bekommt, wenn alle Klassenmitglieder dieses erhalten. Und auch als Elternteil geht man eigentlich davon aus, dass wenn so etwas von der Schule kommt, es einen seriösen Hintergrund hat.

    Für diesen tollen Blogartikel möchte ich mich auch Bedanken, denn nun werde ich auf solche Sachen besonders achten. Des Weiteren hoffe ich, dass es nicht zu einer Abmahnung kommt bzw. du Unterstützung erhälst.

  29. Ich bin zufällig bei Twitter darüber gestolpert.
    Neugierig hab ich eben gelesen und ich muss sagen, ich bin geschockt. Gut, gibt es Menschen mit Zivilcourage, die ihrem Bauchgefühl vertrauen und weiterforschen. Und das dann öffentlich mitteilen. Weiter so, gross rausbringen, dann halten die schon die Klappe, die haben nur Angst.

  30. Hallo Manu,

    Da hast Du ordentlich Zeit reingesteckt und ein raffiniertes Akquisesystem zu Tage geführt.
    Es ist wahr: Wir wollen wissen, mit wem wir es zu tun haben. Wenn also Finanzberater solche Wege gehen, müssen sie auch -und zwar gleich eingangs- als solche zu erkennen geben. Wenn der Geschäftszweck des VWI die Listung von Adressen zur Weitergabe an Kooperationspartner ist, dann wollen wir das wissen.

    Wenn Du nichts zurücknehmen, aber ganz sicher gehen willst: Die persönlichen Befindlichkeiten aus dem Schreiben rausnehmen und die Recherche einfach stehen lassen.
    Dass es sich nicht um wirklich anfechtbare Inhalte handelt, kann man an der Vorgehensweise sehen. Ansonsten hättest Du sofort eine Abmahnung erhalten und keine so großzügige Frist (27.10.2010).

    Die Gegenseite kennt die Eskalationsstufen ganz genau. Da sind immer Profis am Werke.

    Viel Erfolg,

    Thias

  31. Ich hätte da auch so meine Bedenken mit dem Angebot. Als Grundschullehrerin weiß ich, dass viele Eltern bei dem Wort „umsont“ ihr Gehirn abschalten.

    Und der Verlag… Kauft Restposten für nen Apfel und n Ei… und kommt schnell an sensible Daten unter dem Deckmantel der „Leseförderung“, wobei die meiner Meinung nach einfach nur verkaufen wollen, wenn sie damit werben…

  32. Liebe Manu, ich betreibe selber einen Blog, in dem ich immer wieder lang recherchierte und „aufdeckerische“ Artikel poste ( http://iblog.ikarius.net ). Ich schätze daher Deinen Arbeitsaufwand hoch ein und danke Dir für die wertvolle Information in diesem Artikel.

    Ich würde in vorliegendem Fall vom Schlimmsten ausgehen, also dass das Mahnschreiben echt wäre und tatsächlich geklagt werden würde. Dann würde ich an Deiner Stelle nochmals den Artikel Satz für Satz durchgehen und all jene ändern oder streichen, die Aussagen tätigen, die Du nicht belegen oder beweisen kannst. Ich hab Dir ein paar Beispiele heraus gesucht und sie kommentiert:

    „… kann meine Zweifel an der Seriosität dieser Gesamtangelegenheit trotz der Beteuerungen am Telefon nicht ausräumen.“ ->Das ist Deine persönliche Meinung und ich glaube nicht, dass man Dich deswegen belangen kann. Es ist jedermann Recht, Zweifel an etwas zu haben und diese auch zu äußern.

    „Ah. Finanzielle Sicherheit. Zukunftssicherung. Anlageberatung also? Und dieser ganze „Lesen-und-Lernen“-Kram, die Kooperation mit den Kinderbuchverlagen, die ist dann also nur – irreführend?“ -> Müsste eigentlich auch in Ordnung sein. Vielleicht kann man es mehr als Frage formulieren, sonst klingt es fast wie eine Aussage: „Das ist irreführend“. Kannst Du eindeutig belegen, dass es irreführend ist? Wenn nicht, streiche es.

    „Ein Blick auf die Webseite der CARPEDIEM GmbH verstärkt den Eindruck, es handle sich hier um ein nicht vertrauenswürdiges Unternehmen.“ -> Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Schreiben vom Anwalt auf genau diesen Satz abzielt. Und ich bin mir sehr sicher, dass Du den gesamten Artikel so im Netz stehen lassen kannst, wenn Du nur diesen einen Satz streichst. Jemandem öffentlich nachzusagen, er wäre nicht vertrauenswürdig… das ist praktisch immer klagbar, so vertrauensunwürdig kann man gar nicht sein. Vorsicht! Das muss unbedingt raus aus dem Artikel!

    „Eigentlich stinkt all dies schon so gewaltig, dass es mich graust.“ -> Hm, vielleicht kannst Du das noch entschärfen. Stinkt es wirklich? Oder stinkt es nur Dir? Das eine ist eine Tatsache, das andere eine Meinung.

    […] erschleicht sich das Unternehmen […] ausführliche Adressdatensätze von Familien -> Ich weiß nicht recht, „erschleichen“ könnte man auch noch entschärfen. Es sei denn, Du kannst es 100% beweisen, dass sie das tun.

    Am Rest des Artikels kann ich beim besten Willen nichts Verwerfliches oder Klagbares finden. Abgesehen von den oben genannten Punkten (und Aussagen, die ich möglicherweise übersehen habe) würde ich den Artikel jederzeit selber ins Netz stellen.

    Gute Arbeit! Gratuliere!

  33. *Mal generell zur Branche:*

    Über das Blatt „Der freie Berater“ bin ich schon vor Jahren auf Carpediem aufmerksam geworden.

    Carpediem verleitet Menschen dazu, all ihre Finanzverträge aufzulösen, um sie durch Carpediem-Produkte zu ersetzen. Motto: Alles am Markt ist unseriös, außer Carpediem.

    _Dieses Motto wird übrigens in nahezu allen Strukturvertrieben vertreten!_

    „Der freie Berater“ ist tatsächlich ein reines Propaganda-Blatt für Carpediem – nichts anderes. Carpediems Geschäftsführer Daniel Shahin brach seine Ausbildung ab und wechselte in die Finanzdienstleistung, was 1988 noch ohne jede Qualifikation dauerhaft möglich war! Außerdem ist er bekennender Esoteriker. Siehe: http://www.shahin-seminare.com/biografie.html.

    Carpediem ist ein typischer Strukturvertrieb bzw. Schneeballsystem mit den üblichen Versprechungen (Jeder kann schnell reich werden usw.). Siehe: http://www.carpediemgmbh.de.

    _ALLE Strukturvertriebe_ (AWD, Deutsche Vermögensberatung, MLP, OVB usw.) _arbeiten wie Carpediem_, nur ist das nicht immer so offensichtlich! Das Prinzip ist überall gleich: Mitarbeiter werden generell als Scheinselbständige auf deren eigenes Risiko und zu Null Kosten für die Firma „eingestellt“. Praktisch jeder kann sofort beginnen, anfangs auch ohne jede Qualifikation, weil ggf. der „Betreuer“ die „Beratung“ (=Verkauf) durchführt. Dabei verfügen die Betreuer meist nur über die gesetzliche Mindestqualifikation, nämlich den „Geprüften Versicherungsfachmann“. Dieses Zertifikat kann man in wenigen Wochen erwerben; es ist nur eine einzige IHK-Prüfung auf die man sich vorbereiten muss. _Mit bestandenem Test wird man dann als „Finanzexperte“ auf die Menschheit losgelassen!_

    [Anmerkung: Ich habe Menschen kennen gelernt, die gerade noch Aushilfsjobs hatten (Putzfrau, Parkplatzreiniger bei IKEA usw.), aber aufgrund des eilig erworbenen IHK-Zertifikats nun gleich Altersvorsorgeberatungen für ganze Familien durchführten und entsprechend alle bestehenden Verträge „optimierten“!]

    Einnahmen werden ausschließlich über Vertragsprovisionen generiert: Bestehende Verträge der Kunden kündigen und neue Verträge abschließen! Der Kunde wird dahingehend bearbeitet, dass alles was er bisher hatte „schlecht“ ist und nun künftig aber alles „besser“ sei. Oft benutzen die Finanzvertriebe dafür eigens erstellte „Finanz-Gutachten“. Gern mit dem Hinweis „Wir beraten unabhängig“. Das ist in Wahrheit aber alles mehr oder weniger Blödsinn und Augenwischerei. Das merkt man aber auch als Mitarbeiter mitunter erst nach Jahren! Kunden UND Mitarbeitern wird in Strukkibuden meist langsam das Gehirn gewaschen!

    Es geht letztendlich immer nur um die Abschlussprovisionen, nicht wirklich um eine Verbesserung des Kunden. Auch wenn firmenseitig etwas ganz anderes erzählt wird und man als Mitarbeiter anfangs auch an die „gute Sache“ glaubt. (Wir sind die Guten, unsere Verträge die besten, wir helfen den Kunden aus ihrem bisherigen Finanzwirrwarr usw…)

    Woher ich das alles weis? Weil ich selbst einige Zeit für einen der größten Finanzvertriebe mit Sitz in Regensburg arbeitete. Die Firma hat sich darauf spezialisiert, sich als besonders seriös und vertrauenserweckend zu präsentieren. Mit der Masche einer „Unternehmensberatung für private Haushalte“ und einem bezahlten „TÜV-Zertifikat“, für welches der TÜV bereits mehrfach in der Fachpresse Kritik erntete. Dieses Siegel wurde auch schon an Skandal-Firmen wie z.B. der insolventen MEG AG von Mehmet Göker vergeben. Auf zahlreichen Seminaren und Veranstaltungen traf ich viele Menschen aus diversen Finanzvertrieben und musste mit der Zeit feststellen, dass es überall das Selbe ist!

    Die Masche, mit Gratis-Büchern und dem guten Namen seriöser Unternehmen (Ravensburger) über Kinder an deren Eltern heran zu kommen, ist mir allerdings neu. Geniales Ablenkungsmanöver!

    _Am Ende landen die Familien dann in einer Finanzberatung / Finanzoptimierung wie oben beschrieben!_

    Normalerweise arbeitet die Branche über „Empfehlungen“ als Vertrauensgeber. Bestehende Kunden werden gedrängt die Adressen ihrer Bekannten zu „empfehlen“. Dann wird mit vordefinierten Gesprächsleitfäden am Telefon bei der Neukundenakquise der Bezug zum Empfehlungsgeber hergestellt, als vertrauensbildende Maßnahme. Solche Telefonate ohne Einwilligung des Angerufenen sind seit längerem gesetzlich verboten – auch dann, wenn ein Bekannter den Angerufenen „empfiehlt“. Trotzdem wird weiterhin so gearbeitet…

    *Fazit:*

    Der Finanz-Strukturvertrieb in Deutschland sollte verboten werden! Einschließlich der Möglichkeit Mitarbeiter als „arbeitnehmerähnliche Selbständige“, also praktisch scheinselbständig, zu führen. Außerdem sollte generell niemand ohne mehrjährige, fachbezogene Berufsausbildung Finanz- und Versicherungsprodukte vertreiben dürfen! Dann würde sich der Finanzmarkt sehr schnell selbst bereinigen und auch mit all den unseriösen Köder-Maschen wäre Schluss…

  34. Hi Manu,
    lass dich von den Typen bloß nicht einschüchtern. Hast du im Gegenzug schon mal dran gedacht, dich mit deinen Recherchen mal bei AKTE zu melden? Die reißen sich ja meistens um solche Sachen.

  35. Der Artikel ist mir mit dem Verweis auf das Anwaltschreiben bei Twitter über den Weg gelaufen.

    Leider gibt es gerade von diesen „unsauberen“ Geschäftsmodellen viel mehr als vielen bekannt. Das einzige was man dagegen machen kann, ist sie aufzudecken.
    Daher meinen vollen Respekt für diesen Blog. Angenehm geschrieben und gut recherchiert.

    Lass dich bloß nicht von irgendwem abhalten.

    Viele Grüße
    Tim

  36. Ein guter Artikel! Danke dafür!

    Zur Sache nur ganz kurz: Es ist erstaunlich, dass es heutzutage immer noch Menschen gibt, die denken, dass es etwas wirklich umsonst gibt und das in einem solchen Ausmaß. Wer da nicht stutzig wird, der hat es auch nicht anders verdient. Sorry für die deutlichen Worte.

    Interessant finde ich auch, wie sich gleich wieder die „Hobbyjuristen“ auf diese Angelegenheit stürzen: „Telefonmitschnitte“ > „Gute Chancen vor Gericht“. Auweia. Ohne ausdrückliches Einverständnis des Gesprächspartners ist sowas illegal.

    Und zu der Sache, dass es in Ordnung ist, wenn die Sachen ja wahr sind: Recht haben und recht kriegen sind immernoch zweierlei Dinge. 😉

    Ein Danke nochmal für den Artikel.

  37. Hallo Manu,

    tolle Recherchearbeit, die Du da geleistet hast! Viele Journalisten können sich an Dir ein Beispiel nehmen.

    Ich bin selber freier Journalist und finde die Geschichte sehr spannend. Ich überlege schon die ganze Zeit, an welche Redaktion man da am besten herantreten sollte, um die Story an eine breitere Öffentlichkeit zu streuen.

    Zum Punkto Anwaltsschreiben: Unbedingt Deine Headline ändern! Helmut hat Dir schon einige gute Anregungen gegeben, aber besonders die Überschrift könnte ein Problem werden.

    Denn wenn die Firma so vorgeht, wie von Dir beschrieben, KLAUEN sie keine keine Daten (das Wort ist eh irreführend, die meisten Daten werden kopiert, nicht geklaut), sondern sie werden ihnen freiwillig mitgeteilt. Dass auf den Postkarten ein Widerspruchsrecht zur weiteren Verwendung der Daten fehlt ist eine Schwachstelle des Unternehmens, aber klauen tun sie hier nichts.

    Liebe Grüße,

    Daniel

  38. Ich bin auch nur aufgrund eines Retweets bzgl. des Anwaltsschreibens auf deinen Blog hier gestoßen.

    Grundsätzlich würde ich auch sagen, dass alles gut recherchiert klingt – du solltest deine eigene Meinung nur noch deutlicher kennzeichnen (aber das wird dir ja oben schon geraten).

    Aber auf jeden Fall brauchst du professionelle Hilfe durch einen Fach-Anwalt, wenn du über die „große Distanz“ gehen wirst.

    Der heise Verlag (c’t magazin etc.) könnte sich für die Geschichte evtl. auch interessieren.

  39. Hallo Manu,
    Kompliment für die Recherche. Aufmerksamen Branchenteilnehmern fällt carpediem schon seit langem auf, leider regelmäßig negativ. Erst hat man Versicherungsvertreter schlecht geredet (Motto Gib Vertretern kein Chance), dann hat man versucht, unabhängige Versicherungsmakler für sich zu gewinnen und weil auch das offenbar nicht von Erfolg gekrönt war, macht man seit einiger Zeit anscheinend in Sachen Strukturvertrieb pur. Man könnte meinen, je weniger fachliche Ahnung die Mitarbeiter haben, desto besser sind sie nun bei Carpediem aufgehoben. Schade, dass wegen solcher Unternehmen der Ruf einer ganzen Branche leiden kann. Das wird wohl bei solchen Recherchen die Kunst sein: Die schwarzen Schafe der Herde zu merzen, ohne die ganze Herde dabei über die Klippen zu treiben…
    Für scharfsinnige SchreiberInnen mit einem dicken Fell, dem Herzen am richtigen Fleck und einer größeren Farbpalette als ’schwarz oder weiss‘ bietet die Finanzbranche in jedem Fall ein äußerst ausgiebiges Betätigungsfeld. Vermutlich bis zur Rente.
    Schöne Grüße

  40. _falls_ es eine organisatorische verbindung zu den genannten buchverlagen gäbe, könnte es auch interessant sein, buchpreisbindungsgesetz und uwg-gesetz zu konsultieren. besprechen sie sich doch vielleicht mal mit anderen verlegern, vorzugsweise mit solchen, die ähnliche inhalte verkaufen und nicht mit den angesprochenen unternehmen in verbindung stehen. der börsenverein des deutschen buchhandels hat eine rechtsabteilung, die die mitglieder in preis- und wettbewerbsrechtlichen fragen umfassend berät.

    ich kann das auf den ersten blick nicht beurteilen, ihre geschichte klingt aber interessant.

    .~.

  41. Vielen, vielen Dank!!! Sehr gute Recherche!!! Die Gutscheine sind in unserer Grundschule verteilt worden. Mir kam das komisch vor und hab‘ dann gegoogelt… Ich habe bereits die Lehrer informiert und ihnen Deinen Beitrag ausgedruckt. Die Gutscheine werden nicht abgeschickt werden – wieder ein paar gutgläubige Leute vor schrägen Finanzdienstleistern gerettet!

  42. Hallo Manu,

    auch an unserer Grundschule waren die Karten im umlauf. Habe Deinen Blogg weitergereicht (an die Klassenlehrerin). Heute wurden die Karten in den Müllcontainer der Schule verwiesen. mir kam diese „Interview“ Sache eben spanisch vor. Daher meine Recherche, bei der ich dann auf diesen Blogg stieß. Vielen Dank!

  43. Heute erschien ziemlich prominent in der Printversion der Ravensburger Zeitung ein Artikel, der meinen Blogbeitrag Datenklau im Klassenzimmer aufgriff. Der Artikel ist auch online abrufbar. Daraufhin meldete sich am späten Nachmittag der Geschäftsführe

  44. Hallo,
    Bin zufällig beim Surfen hier gelandet und muss schon sagen das ist gleichermaßen besorgniserregend wie schockierend.
    Bin beeindruckt von deiner Recherchearbeit und deinem Durchhaltevermögen. Habe selten was so gründlich recherchiertes gelesen und finde du solltest auf jeden Fall weiter machen.
    Gruß,
    Knox

  45. Was heute noch passieren wird bei den BigBrotherAwards2011, verrät schon jetzt netzpolitik.org. Für mich aufgrund eines aufregenden Sommers 2010 besonders interessant folgende Auszeichnung: Verbraucherschutz: Verlag für Wissen und Innovation in Starnbe

  46. Hallo zusammen,
    habe mir grad mal eure Einträge durchgelesen….. Weiß garnicht was ihr fürn Aufstand macht, jedem ist doch frei überlassen ob ihr solch eine Gutscheinkarte ausfüllt oder nicht, jeder von uns kann lesen und ist selbst in der Lage zu entscheiden. Wenn man ausfüllt muss man sich doch im klaren sein das sich ein Mitarbeiter meldet, auch ich habe an der Duden Aktion teilgenommen und habe mir den GS aufmerksam durchgelesen, ganz einfach… GS ausfüllen, Buchgeschenk bekommen und wenn man nicht weiter informiert werden möchte der Datennutzung in 2 Sätzen wiedersprechen, davon mal abgesehen was ist so schlimm daran wenn sich ab und an mal jemand meldet und uns über WISSEN und BILDUNG informiert ?! Man muss ja nichts kaufen…. Vllt dollte sich jeder mal überlegen wo und wann er seine Daten so preisgibt, fast jeder Deutsche hat z.b. eine Paybackkarte oder schonmal etwas bestellt wißt ihr was da mit euren Daten passiert… NEIN… auf den GS hingegen steht es klar drauf.

    Grüsse
    Mia

    1. Nun ja, der Punkt ist aber, dass, wenn so etwas über Institutionen wie Schulen läuft, der werbliche Aspekt anders zu betrachten ist, als wenn das (z.B.) in nem Café ausliegt.
      Zweitens sind die Karten, um die es hier konkret ging, nicht identisch mit denen des Duden-Verlags, von denen du sprichst (es fehlten bestimmte Hinweise, die Folgen der Weitergabe waren so nicht eindeutig etc.).
      Drittens ist es etwas anderes, ob etwas von vornherein auf Erwachsenenschiene läuft oder über die Kidner versucht wird, bestimmte Kontakte herzustellen.
      Und viertens, aber das nur am Rande: Ja, die Problematik von Payback-Karten ist tatsächlich viel zu wenigen bewusst, das ist ein verwandtes, aber nicht dasselbe Thema.

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