Chaos. 27C3.

Es ist Winter in Berlin. Und Chaos. Und das meine ich überhaupt nicht wetterbezogen, denn es ist 27C3, der 27. Chaos Communication Congress. Inzwischen schon der dritte Tag – vor lauter spannenden Vorträgen, Diskussionen, Gesprächen und Treffen bin ich nicht einmal zum Bloggen gekommen.

Mein Eindruck: Das Event ist internationaler geworden. Um einen herum tönt es sehr häufig Englisch, Französisch und Spanisch, die Lounge ist teilweise ein regelrechter Sprachtummelplatz. Und ich versteh sogar was (was eine Ebene tiefer im Himmel, wo gehackt und gefrickelt wird, sprachtechnisch dann meinesteils manchmal nicht ganz so der Fall ist^^; aber ich arbeite dran, und ich spüre Fortschritte).

Verändert ist in diesem Jahr auch die Verkaufstaktik für die Einlassbändchen: Es hat hierzu ja in den letzten Jahren schon einiges an Diskussionen gegeben, die räumlichen Kapazitäten des BCC sind begrenzt, Ausweichobjekte anscheinend schwierig zu realisieren; im letzten Jahr mindestens mussten Leute, die von fern her angereist waren, ohne Bändchen draußen im Schnee stehen bleiben, weil die Halle ausverkauft war. Nun also gab es dieses Jahr den Versuch des Bändchen-Vorverkaufs in drei Phasen, was dann zumindest solche Szenarien einigermaßen vermieden haben dürfte.

Wie auch im letzten Jahr werden zudem die Veranstaltungen aus den einzelnen Räumen per Stream übertragen, es wurde auch erneut ausdrücklich aufgerufen, externe C3-PublicViewing-Hacking-Wasauchimmer-Treffen zu organisieren – dieses Jahr, getreu dem Motto We come in Peace, als „Peace Missions“.
Die Interaktion zwischen „Draußen“ und „Drinnen“ wird gefördert, so können z.B. per Twitter Fragen in die Talks übermittelt werden. Und das wird auch tatsächlich umgesetzt, klappt meinem Eindruck nach (also jedenfalls in den Vorträgen, die ich besucht habe), echt gut.

Außerordentlich klasse finde ich, dass anscheinend im Berliner Tränenpalast ein solcher Congress-Streamguck-Hackcenter-PeaceMission-Treffpunkt ist – wer also noch Hoffnung hatte, nach Berlin gekommen ist nun dennoch kein Bändchen ergattern konnte, hat damit unweit des Alex (2 S-Bahn-Stationen) die Möglichkeit, sich mit anderen zusammenzufinden.
Und: Wer sich im BCC befindet und aber in ner Veranstaltung doch keinen Platz gefunden hat (teilweise ist der Andrang heftig), kann bei entsprechender Ausrüstung auch mit nem DVBT-Stick auf dem eigenen Rechner den Stream mitgucken – mit stabilem Bild und ohne Päckchenausfall. Keine Ahnung allerdings, wie weit das über das BCC hinaus reicht – vielleicht noch bis auf den Alex, aber bei -10Grad Celsius ist das dann wohl nicht das lauschigste Plätzchen zum Fernsehgucken. Dann doch lieber der Tränenpalast.

Diverses zu den Vorträgen nachlesen könnt Ihr bei Interesse im CCC Event Weblog, getwittert wird mit dem Hashtag #27c3 und im Veranstaltungs-Wiki gibts auch jede Menge Infos.

Die gestreamten Vorträge werden, ebenfalls wie in den letzten Jahren, nach dem Congress sozusagen tischfertig als Downloads angeboten und sind damit nettes Abendprogramm-Material, wenn im Fernsehen abends mal wieder nichts kommt. So als kleine Anregung für eure bevorstehenden Langeweile-Abende in 2011…

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