Hunde fälschen

Wer in Berlin auf den Hund kommt, oder besser gesagt: auf die Idee kommt, einen solchen halten zu wollen, der geht damit auch so einige Verpflichtungen ein. Nicht nur die (leider viel zu oft nicht einmal unter den grünen Teppich der Stadt gekehrte) Verpflichtung, sich um die Exkremente des tierischen Lieblings zu kümmern. Sondern unter anderem auch die Verpflichtung, das Tier „chippen“ zu lassen. „Hunde fälschen“ weiterlesen

Big Parents Are Watching You

Nachstehenden Artikel habe ich für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift unerzogen verfasst, die seit letztem Samstag in den Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich ist und ansonsten auch als digitales Magazin hier abrufbar ist. Das Thema der aktuellen Ausgabe lautet: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist schlechter: Sichere Bindungen in der Familie.

Wer den Artikel lieber in Zeitschriftenformat digital lesen möchte, kann ihn hier auch als pdf mit Bildchen und in schöner Setzung kostenlos abrufen.

Big Parents Are Watching You.
Von Klein auf überwacht: Freiheitseinschränkungen in einer technisierten Kindheit

Aktuell gibt es beim Umgang mit Kindern in unserer Gesellschaft einen Trend, der sich aus der Sorge um das Wohl der lieben Kleinen nährt, aber mindestens bezogen auf die Würde der Kinder als fragwürdig, wenn nicht sogar als gefährlich einzuschätzen ist: nämlich den Trend, zu Gunsten der Sicherheit der Kinder deren Freiheit dramatisch zu beschneiden. Hauptargument bei diesen Freiheitseinschnitten ist der Wunsch der um das Wohl ihrer wenigen Sprösslinge besorgten Gesellschaft, die Kinder vor vermuteten Gefahren zu schützen. Dies erscheint vielleicht zunächst nachvollziehbar, jedoch: Ohne Raum für eigene Erfahrungen, ohne Raum für Eigenverantwortung können sich Kinder nicht entwickeln. Zu viel Sicherheit schränkt ein, bremst, unterdrückt. Oder nach dem Pädagogen, Kinderarzt und Autor Janusz Korczak, der sich bereits in den 1920er Jahren für Kinderrechte einsetzte: Freiheit bedeutet zwar weniger Sicherheit, hat aber dieser gegenüber einen höheren Wert.(1)

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Sicherheitsrisiko

Hatte nicht erwähnt, dass ich neulich morgens um sieben am Flughafen Tegel etwas müde mein Netbook aus Versehen in der Kontroll-Plastikwanne liegen ließ und schon weg ging. Das gab nen Aufstand… Hab‘ es zum Glück (da war ich wirklich dankbar) von den kurz vor der Panik befindlichen Kontrolleuren nach Ausruf ihrerseits wiederbekommen, aber das hätte auch schiefgehen können…
Dabei musste ich mich an einen meiner älteren Blog-Einträge erinnern. In Anbetracht der aktuellen Nacktscanner-Entwicklungen dachte ich mir, dieser Artikel sei ein Re-Post‘ wert. Spaß beim Lesen? Hoffentlich nicht.
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Macht euch nackig!

Hach, wie schön: Da sollen Nacktscanner neudeutsch „Körperscanner“ eingeführt werden und zuerst regt sich noch etwas Protest. Doch dann gibt es plötzlich ein Attentat, der sich medial herrlich pushen lässt, und schon ist die allgemeine Angst so groß, dass von Hinz bis Kunz plötzlich Einigkeit besteht: Klar, für unsere Sicherheit machen wir uns natürlich nackig! Zumal, wie uns alle großen Nachrichtenmagazine zeigen, die Bilder ja auch gar nicht mehr auf die Körperproportionen bezogen sind. Ach so? „Macht euch nackig!“ weiterlesen

Freiheit vs. Sicherheit vs. Freiheit

Meine persönlichen Überzeugungen sind das eine:
– dass Freiheit das höchste Gut ist
– dass immer verstärktere Personenkontrollen und sonstige Bestrebungen der Personenüberwachung nicht zu mehr Sicherheit, sondern nur zu immer weniger Freiheit führen
– dass die gegenseitige Freiheitsgewährung für ein vertrauensvolles Miteinander unabdinglich ist
– dass gegenseitiges Misstrauen Gift für ein solches Miteinander und Gift für ein demokratisches Zusammenleben ist. Im Kleinen, z.B. Gängeleien und Überwachung innerhalb einer Familenstruktur, wie auch im Großen, z.B. mit Maßnahmen wie der gegen die Bürger gerichteten Vorratsdatenspeicherung.

Glücklicherweise bin ich häufig umgeben von Menschen, die das ebenso sehen und mit denen ich gemeinsam an einem Strang ziehen kann. So fühlt sich der Kampf gegen Windmühlen nicht ganz so einsam an. Ich bin auch recht zuversichtlich, dass es Mittel gegen Windmühlen gibt und das Ganze nicht vergebliche Liebesmüh, sondern den Versuch wert ist.

Nichtsdestotrotz: Es bleibt eben ein Kampf gegen Windmühlen. „Freiheit vs. Sicherheit vs. Freiheit“ weiterlesen

ELENA, die Datenhure

Schon mal was von ELENA gehört? Nein? Solltet Ihr aber: Hinter diesem scheinbar harmlosen Frauennamen verbirgt sich nämlich eine Datenhure, die ab 2010 heimlich, still und leise etwa 40 Millionen Menschen mit schmierigen Fangarmen umschlingen und so schnell wohl nicht wieder loslassen wird. Warum dies keine Übertreibung ist, versuche ich hier einmal zu erläutern. Um danach laut zu schreien: Auf die Barrikaden! „ELENA, die Datenhure“ weiterlesen

Oh Du lieber Datenschutz, alles ist hin..

Im Schulausschuss von Berlin Tempelhof-Schöneberg wurden offensichtlich am 01. Dezember 2009 sensible Personendaten über

Kinder mit Behinderungen und Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache als Loseblattsammlung

verteilt, wie der heutige Tagesspiegel berichtet. In Anbetracht dieser aktuellen Berliner Datenschutzpanne stimmt doch die Aussicht auf die automatisierte Berliner Schülerdatei, die im Winter 2009 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen wurde, sehr fröhlich: Wenn schon auf Bezirksebene nämlich kein 100% vertrauensvoller Umgang mit sensiblen Schülerdaten erfolgt, wie soll dies erst bei der erweiterten Erfassung werden?

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Entscheidend ist, was hinten rauskommt.

Soeben in meiner Mailbox (sinngemäß zitiert): Sag mal Manu, da gab es heute dank der FDP diesen riesigen Sieg gegen das Zugangserschwerungsgesetz, und in deinem Blog lese ich dazu NICHTS? Was ist los?

Na gut, dann mal meine unbedeutenden Gedanken dazu, die ich gerne mit der kleinen Öffentlichkeit meines bescheidenen Blogs teile:

Das ist eine Farce.

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Freiheit, Gleichheit, Sicherheit

Die Würfel sind gefallen. Hinterm Komma wird noch gezählt, aber der Ausblick auf Schwarz-Gelb ist eindeutig. Daraus ergeben sich beeindruckende politische Möglichkeiten für die nächsten Jahre.

Besonders in Kenntnis der sicherheitspolitischen Entwicklungen in meiner douce France, die der BRD überwachungstechnisch wie militärisch „um einige Längen voraus“ ist, finde ich den Gratulationsbrief von Nicolas Sarkozy an Mme la Chancelière Merkel ernstlich verstörend:
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