„A transit lounge in Heathrow is a dangerous place to be.“

Was Alan Rusbridger, der Chefredakteur des britischen Guardian in diesem Artikel schreibt, ist unfassbar. Skurril, bizarr, fast möchte ich laut lachen – wäre es nicht die Realität, sondern eine aberwitzige Filmgeschichte, würde ich es tun.

Da will eine demokratisch legitimierte Regierung eine Zeitungsredaktion mit massivem Druck davon abhalten, im öffentlichen Interesse stehende Berichte weiterzuverfolgen und zu veröffentlichen. Sie kündigt an, hierfür gegebenenfalls auch gerichtliche Wege zu beschreiten – und damit explizit die Pressefreiheit zu zerstören – , falls die Redaktion nicht von sich aus mit dem Berichten aufhört. Um Druck aufzubauen, entsendet die Regierung „Experten“, die vor Ort eine Datenzerstörung absichern sollen: Sie fordern die Redaktion auf, unter ihrer Aufsicht im Verlagsgebäude Festplatten zu zerstören, im digitalen Zeitalter eine Farce, aber gleichzeitig auch ein bedrohlicher symbolischer Akt.

Gleichzeitig schafft und nutzt diese demokratisch legitimierte Regierung mit ihren Terrorgesetzen unsichere Räume, in denen sonst fest geltende rechtsstaatliche Prinzipien keine Anwendung finden, und versucht in diesen Räumen gezielt, Menschen einzuschüchtern und aus ihnen Informationen herauszupressen. So geschehen im Transitbereich des Londoner Flughafens Heathrow, auf welchem David Miranda, der Lebensgefährte und Arbeitspartner des im Snowden-Fall vielfach berichtenden Journalisten und Guardian-Kolumnisten Glenn Greenwald, festgehalten und verhört wurde, wie Rusbridger berichtet:

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Aufreger: „Verschlüsselte Mails“ im Radio

Der Liebste fuhr gestern zwischen diversen Terminen durch die Stadt. Radiohörend. Irgendwann rief er mich an, sozusagen schon durchs Telefon puterrot bellend, ob ich auch diesen PR-Scheiß gehört hätte auf radioeins, und dass er es ja nun wirklich nicht fassen könne. „Die sind doch sonst nicht so doof!“ Hilfe!, so aufgebracht hab ich ihn selten erlebt, und das heißt wirklich was – ihr müsst wissen, schon als Kind im Ferienlager beim Neptunfest bekam er, wie mir zugetragen wurde, mal den Titel „ruhigstes Eichhörnchen des Jahres“ oder so ähnlich… Jedenfalls hat er dem Lieblingsradiosender abends ’ne gepfefferte Mail geschrieben. Und mir eine Kopie davon mit der Erlaubnis des Verbloggens soeben freundlich zur Verfügung gestellt.

Hallo,
könnt Ihr bitte aufhören, den PR-Blödsinn, dass die Telekom, GMX usw. in Deutschland jetzt verschlüsselt und damit sicher anbieten, über die Nachrichten zu verbreiten. Das ist ja wohl nicht Euer Ernst, dass Ihr
dass in die Welt posaunt, ohne es zu hinterfragen. Durch die angekündigten Maßnahmen wird technisch nichts sicherer, außer der Kommunikation zwischen den beteiligten Unternehmen, die E-Mails selbst werden aber nicht verschlüsselt, nur die Kommunikation der Mailserver. Die Mails liegen dann immer noch unverschlüsselt auf den Servern von Telekom & Co. Das ist pure PR, die sich in Zeiten der zunehmenden Überwachung prima unter die Leute bringen läßt.
Vergleiche auch hier: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-08/email-telekom-gmx-verschluesselt

Diese Kritik hätte ich mir auch von Radio1 gewünscht!
Vielen Dank

Im Kapitalismus gibt es keine Geschenke.

Da gehst du mit besten Vorsätzen auf eine Demo: Bringst Wasser mit, in kleinen Verschenkflaschen mit nem kreativen Protestspruch, weil es heiß ist und du das ’ne witzige Aktion findest, und schreibst das an dein Fahrrad. Und was passiert? Du triffst eine Menge schockierter Menschen. Menschen, die dich für einen kommerziellen Democaterer halten und wohl vermuten, dass du sowas öfter machst, als kleinen Nebenverdienst, mit finanziellen Ambitionen; Menschen, die erst mal irritiert wieder weglaufen, wenn du auf ihre Frage „Was bekommstn du dafür?“ mit „Ein Dankeschön“ antwortest, um dann nach ein, zwei Minuten wiederzukommen und „Echt jetzt?“ zu fragen. Menschen, die dir von einem Buch erzählen, in dem ein Banker sagt, dass es im Kapitalismus auf der Straße nie Wasser geschenkt gibt, auch nicht, wenn da jemand in Not ist, und die deshalb schmunzelnd meinen, mit dieser kleinen Aktion hätte sich die Welt ein bisschen verändert.

Ich weiß nicht, wer den Kopf mehr schüttelte, so manche Demobesuchenden oder ich. Vermutlich hätte ich ein großes „ZU VERSCHENKEN!“ mit aufs Schild malen sollen, um die Annäherung der Massen zu vereinfachen. Irgendwann ging es auch so. Nun würde ich aber doch gerne wissen, wie viele der Beschenkten, die eigentlich unbedingt etwas spenden wollten, meiner dann geäußerten Bitte nachgekommen sind, doch einfach jemand Bedürftigem heute einen auszugeben, etwas in einen Spendenbecher zu legen oder Was-Auch-Immer…

Wasser trinken gegen Überwachung!

Gleich gehe ich los: Demonstrieren ist angesagt heute. Und da es so heiß ist und ich eigentlich nie ohne irgendein mir sinnvoll und angemessen erscheinendes Aktionsmaterial zu ’ner Demo gehe, habe ich mich entschieden, das Lasteneselchen mal auszureizen: Es wird heute ordentlich beladen anlässlich meiner Miniaktion „Wasser trinken gegen Überwachung!“ 66 kleine Mineralwasserflaschen, beklebt mit Aluspiegelfolie und folgendem Text:

„Für die, die da glauben, Frieden sei aus Bomben und Sicherheit aus Stacheldraht gemacht: Schreib an die Wände, dass Menschen hier wohnen, jetzt ausnahmslos unter Verdacht. Und gib dabei auf dich Acht, dass dich die Kameras nicht sehn, wenn du vorhast, durch die überwachte Welt da draußen zu gehn“ (aus: DOTA, Überwachte Welt)

Wasser trinken gegen Überwachung: eine Miniaktion von @manubloggt – Prost! 😉

Bittebitte: Teilt mit anderen, soll ja keine und keiner hier umkippen vor Hitze!

Hoffen wir, dass das Rad bis zum Demoauftakt nicht zusammengebrochen ist 😉

Demoauftakt 14 Uhr auf dem Heinrichplatz; Strecke: Oranienstraße, Rudi-Dutschke-Straße, Kochstraße, Wilhelmstraße, Behrenstraße, Ebertstraße, Brandenburger Tor (Abschlusskundgebung) – wer’s spontan noch liest (ihr benutzt doch alle RSS-Feader..), kommt doch auch!

Dota: Überwachte Welt

„Für die, die da glauben, Frieden sei aus Bomben und Sicherheit aus Stacheldraht gemacht: Schreib an die Wände, dass Menschen hier wohnen, jetzt ausnahmslos unter Verdacht. Und gib dabei auf dich Acht, dass dich die Kameras nicht sehn, wenn du vorhast, durch die überwachte Welt da draußen zu gehn“

Ich setze meinen Aluhut auf und tanze mit dem Liebsten in den Tag, während Dota singt.

Massenpetition gegen Vorratsdatenspeicherung unterzeichnen!

Leute, bis zum 14. September könnt und solltet ihr diese Petition hier dringend noch mitzeichnen.

Gespiegelter Beitrag von vorratsdatenspeicherung.de:)
Bis zum 14. September 2011 müssen 50.000 Unterschriften im Internet gesammelt werden, damit der Initiator Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung das Anliegen persönlich im Bundestag vortragen kann. „Massenpetition gegen Vorratsdatenspeicherung unterzeichnen!“ weiterlesen

Zensuskommission zu den BigBrotherAwards 2011

*lol* Da sitz ich gerade so schön in der Bloggerlounge bei den BigBrotherAwards in Bielefeld, weil im Plenum kein Platz mehr war, und checke schnell mal meine Mails. Und was finde ich da? Eine mir vom DIW zugesendete PM von heute Mittag, Sperrfrist 18:00 Uhr, die ich leider nicht leaken konnte, weil ich kein Netz hatte bis eben. Nun spricht der Vorsitzende der Zensuskommission gleich, nachdem er seinen Award entgegennehmen musste-durfte-hat.
(Oh, großer Fail in der Live-Kommunikation, er will ihn nur von „ner jungen Dame“ und bittet den Laudator darum, sich zu setzen, weil er jetzt viel sagen möchte…)

Nun ja, ich blogge hier jedenfalls jetzt im pdf-Abruf die PM, vielleicht interessierts ja wen 😉

Aktiv gegen ELENA: Jetzt gehts rund!

Aktiv werden gegen ELENA ist jetzt ganz einfach: Beteiligt Euch an der Verfassungsbeschwerde gegen das unsägliche Verfahrensgesetz! Das kostet euch lediglich ne Briefmarke und ein bisschen Spucke (oder noch nicht mal diese, wenn ihr eine dieser neumodischen selbsklebenden Marken benutzt..) Mitmachen können alle, die abhängig beschäftigt sind.

Lediglich die Zeit ist sehr knapp:

Die einzige Herausforderung: Man muss innerhalb der kommenden Woche ein Formular ausdrucken, ausfüllen und zur Post bringen

beschreibt es treffend Markus von netzpolitik.org. Die Unterlagen müssen nämlich bis zum 25. März eingegangen sein.

Also los, alle mitmachen, und zwar schnell schnell! Auf dass das böse Spiel mit dem schönen Namen nun bald ein Ende hat.

Die Kritikpunkte zum ELENA-Verfahren sind unter anderem auf stopptelena.de, beim FoeBuD auf dieser Infoseite oder auch im AK-Vorrats-ELENA-Flyer (pdf) zusammengefasst (meine Blogeinträge hier zum Thema ELENA kennt ihr ja eh ;-)).

Zeichnet die ePetition gegen ELENA mit!

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hier nun mein dritter ELENA-Beitrag – diesmal kurz gehalten, denn Argumente gegen ELENA habe ich wohl in letzter Zeit hier im Blog schon zur Genüge geliefert {1], [2].

Meine Empfehlung: Zeichnet die ePetition gegen ELENA mit!
„Zeichnet die ePetition gegen ELENA mit!“ weiterlesen