Sommerzeit

Auch ein Blog braucht mal eine Pause. Eine Sommerpause. Und da der Sommer nun offensichtlich begonnen hat (28 Grad in Berlin und aktuell -fast Mitternacht- noch gefühlte 25 mindestens), mach ich hier mal für ein paar Wochen die Schotten dicht.

Ahoi und farwel! – und bald in umso wilderer Leidenschaft wieder hier, ja? :-)

Kinderfernsehen

Zufällig mitbekommen: Sonntag, 19:25 im Kika eine Kinder-Info-Sendung zum Thema Mücken. „Warum juckt ein Mückenstich?“ und so. Hörte sich gut an – zumal wir dieses Jahr nach Schweden fahren, mitten in den Wald & ans Wasser. Mückenstiche gibt’s da sozusagen als Gratis-Reisezubehör gleich mitgeliefert. Da insbesondere unser großer Herr Kleingroß bisher eher empfindlich bis panisch auf kleinere Hautverletzungen, Stiche und Co reagiert, dachte ich in mütterlich-gutmütiger Naivität, diese aufklärerische Sendung könnte hier vielleicht ein bisschen relativierende Abhilfe schaffen.
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Phantasialand

Neulich morgens in einer Berliner Altbauwohnung: Ein verzweifelter Junge sucht seinen kleinen Matchbox-Abschleppwagen. „Ich hab den gestern Abend DA hingestellt. Ich weiß es GANZ genau!“ Mama sucht mit, ohne Spur. Anruf beim Papa, der schon unterwegs ist, es aber auch nicht weiß. Schließlich Befragung der kleinen Schwester. „Weißt DU, wo mein Abschlepper ist?“ „Phantasialand“ weiterlesen

Männeken Piss

Wie herrlich ist es, einen TomTom zu besitzen. Doch auch der weiss nicht unbedingt alles, und wenn er einen nachts um zwei irgendwo in der französischen Pampa unbedingt über eine (ohne beschilderte Umführung) gesperrte Strasse routen will, dann kann man -zumal mit fast leer gefahrenem Tank und keiner erreichbaren Tankstelle in Sicht- durchaus ein bisschen genervt werden. Wie gross in so einer Situation die Freude über ein trotz Nacht und Nebel offensichtlich noch bemanntes Auto, dessen Fahrer man um Auskunft bitten kann, ist, lässt sich vermutlich recht leicht nachvollziehen.

Wir hatten dieses Glück. Mitten im Niemandsland stand ein Auto am Strassenrand; zwei Typen standen in der Nähe. Kurz entschlossen bremste ich scharf und stellte unser Auto neben ihres. Die Jungs, die offensichtlich gerade eine Pinkelpause machten, schauten etwas irritiert. Höflich wartete ich daher im Inneren unserer baignole, bis die beiden Typen ihre Kronjuwelen wieder verstaut hatten, bevor ich ausstieg und nach dem Weg fragte. Die Jungs nahmen die Szene mit Humor und boten sich sogar an, extra einen anderen Weg -und damit uns voraus- zu fahren. Welche Erleichterung.
Übrigens fiel mir erst beim wieder Losfahren auf, dass ich während der Park-Pinkel-Warteaktion nicht nur mein Licht nicht ausgemacht, sondern sogar das Fernlicht angelassen hatte…

(Tippfehler und fehlendes „sz“ lassen sich nicht auf Nachlässigkeit meinerseits, sondern auf die derzeit obligatorische französische Tastatur zurückführen)

Eiszeit

Je wärmer es wird, desto mehr lechzen die Mäuler nach Abkühlung. Von morgens bis abends fahren regelmäßig drei Eisverkäufer mit ihren rollenden Eisständen hier am Binzer Ostseestrand entlang und buhlen mit ihrem überteuerten abgepackten Eis um die Gunst all derer, die zu faul sind, sich oberhalb des Sandstrandes in der Promenade zu deutlich günstigeren Preisen ein frisches Kugeleis zu holen. Manchmal folgen sie einander regelrecht auf dem Fuße, alle drei mit dem gleichen Angebot.

Es muss, zumindest für Kandidat Eins, ein schlechtes Geschäft sein. Recht athletisch, sicherlich nett, aber ca. Mitte vierzig und nicht auffallend interessant tritt er an gegen Kandidat Zwei, irgendwo zwischen sechzehn und achtzehn vielleicht, recht sportlich, braungebrannt aber langweilig und ein bisschen zu aufgeblasen, und Kandidat Drei, ca. gleiches Alter und auf dem Wege zum Prince Charming von Binz.
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Regentanz

Ein Sommertag in Binz. Notfall-Café-Besuch, Blick auf die stürmische Ostsee im strömenden Regen. Für die Kinder gibt es Vanilleeis mit Himbeeren.
Nach dem Essen prasselt der Regen noch wilder, alle Plätze unter der noch dichten Caféhaus-Markise sind besetzt. Für die Kinder wird es auf den Stühlen langweilig.
Zwischen den Markisen rinnt der Regen in Sturzbächen herunter. Die Caféhaus-Gäste suchen nach trockenen Plätzen mit gutem Blick – nicht auf die Ostsee, sondern auf das besondere Spektakel:

Genau unter den Sturzbächen der Markise steht ein kleines, aufgedrehtes Mädchen und blickt lachend in den Himmel. Rosa Gummistiefel, Matschhose bis unters Kinn, mit einem kleinen Plastikboot und einem Eimerchen in den Händen, sie stampft und spritzt und strahlt vor Freude über den riesigen Badespaß. Ihr großer Bruder gesellt sich quietschend dazu.

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Leider war der Fotoapparat im Hotel…

Dornröschen

… und sie stach sich an einer Spindel und fiel in einen hundertjährigen Schlaf.

Manchmal fühle ich mich hier wie in einem Dornröschenschloss, mit meinem wuchernden Knöterich auf dem Balkon und den vielen Kinderbüchern überall verteilt. Als ob mir der Knöterich auch alle Gehirnwindungen zuwucherte und keinen Platz mehr ließe für Themen jenseits der Märchen- und Windelfront. Ich habe eigentlich keinen Grund mich darüber zu beklagen:
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