Pauline ist weg! :-((((

Pauline, die Flohmarktpuppe, lag in einer staubigen Kiste. Halb versteckt zwischen alten Tellern und Schüsselchen, DDR-Fundus. Tochter sah sie, nahm sie vorsichtig heraus, zeigte sie ihrem Bruder. Ein echter Schatz, da waren sich beide Kinder sicher. Eine Puppe mit Geschichte, Geschichten. Mit Herz. Sicherlich wäre sie sehr teuer, so eine alte Puppe. Steinalt musste sie schließlich sein, viel älter als sie selbst. Das Schild „Jedes Teil ein Euro“ konnte doch nicht für sie gelten? Es konnte doch. Unfassbar. Tochter kaufte sie, trug sie wie ein rohes Ei nach Hause. Wusch sie, kämmte ihr die Haare, kümmerte sich seitdem. Bis gestern.

Im Oma-Opa-Familienausflugsurlaub in Radebeul passierte es: Auf dem Karl-May-Museums-Kinderfest war sie noch da, die Puppe, doch auf dem Weg zwischen Museumsausgang und Auto ist sie verloren gegangen. Dem müden Kind, zwischen Mamas und Papas Armen wechselnd, aus dem Handgelenk geflitscht. Weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Wir waren noch mal vor Ort, haben die Straße abgesucht, noch später am Abend. Keine Spur. Ach, Pauline. Wenn du auch nur ahntest, wie sehr eine Siebenjährige hier um dich weint, es würde dir das Puppenherz erweichen.

Wahrscheinlich ist nichts mehr zu machen, aber ich will es so doch noch einmal versuchen. Welt da draußen, hat jemand Pauline gesehen? Gefunden? Wir hätten sie so gerne wieder hier, in den Armen des traurigen Kindes. Natürlich gäbe es einen Finderlohn, natürlich gäbe es ein persönliches Dankeschön.

Pauline ist ungefähr 30, vielleicht 35 Zentimeter groß, hat kurze, helle, lockige Haare und braune Augen. Sie hat ein hellgelbes Kleid an. Ihr Körper ist aus Plastik, Arme und Beine sind beweglich.

Ach komm, Welt da draußen, müssen solche Geschichten denn wirklich traurig ausgehen? Oder schreibst du mit uns ein neues Märchen? Unsere Kleine wünscht sich Pauline zurück… (pdf)

Update: Kinderjeans

Antwort von Ökotest (sorry, komme erst jetzt dazu, das zu posten) – nicht sehr erbaulich, leider, denn die wissen auch nicht mehr als ich:

„Ffm, 16.5.2013

ÖKO-TEST Magazin 5/2013 – Kinderjeans

Sehr geehrte Frau Schauerhammer,

vielen Dank für Ihre Email. In der Testvorbereitung war es so, dass zwar Kinderjeans aus dem zertifizierten Biobereich zu bekommen waren, aber leider keine als fairtrade zertifizierte Ware. Umso wichtiger finde ich daher auch Initiativen wie die Ihre, immerhin haben Sie entsprechend zertifizierten Jeansstoff entdeckt, für einige Menschen ist Selbernähen sicher eine mögliche Alternative.

Viele Grüße aus Frankfurt

(Name)
Verbraucherberatung
ÖKO-Test Verlag“

Dota: Überwachte Welt

„Für die, die da glauben, Frieden sei aus Bomben und Sicherheit aus Stacheldraht gemacht: Schreib an die Wände, dass Menschen hier wohnen, jetzt ausnahmslos unter Verdacht. Und gib dabei auf dich Acht, dass dich die Kameras nicht sehn, wenn du vorhast, durch die überwachte Welt da draußen zu gehn“

Ich setze meinen Aluhut auf und tanze mit dem Liebsten in den Tag, während Dota singt.

Boah, nee ey: Hexe Lillis unpassende Bilderdarstellungen

Vorab: Dies ist ein Crosspost‘ mit buuu.ch, dort blogge ich auch manchmal über Kinderbücher. Schaut doch dort mal vorbei!

Eigentlich fand ich bisher die Hexe-Lilli-Bücher gar nicht so schlecht. Da gibt es eine ganze Reihe von, scheinen ganz witzige Geschichtchen zu sein von einem nicht sehr angepassten Hexenmädchen, die ziemlich viel erlebt. Hatten wir ab und an mal aus der Bibliothek ausgeliehen zum Selbstlesen des großen Kindes, es gab auch mal eines als Ferienlagerlektüre und so. Diverse davon habe ich nun vor nicht allzu langer Zeit auf dem Flohmarkt ergattert und einige davon ohne weiter hineinzugucken ins Kinderbuchregal gestellt. Neulich blättern die Kinder nun „Hexe Lilli feiert Geburtstag“ durch. Aus dem Augenwinkel sehe auch ich die Bilder.

Die Illustratorin Birgit Rieger versuchte sich offenbar in dem Buch in Hautfarben-Diversität – aber es ist dermaßen schief gegangen, dass ich es bis jetzt nicht fassen kann. Auf zwei Seiten ist ein dunkelhäutiges Kind mit völlig übertrieben-überzeichneten Fleischlippen dargestellt. „Boah, nee ey: Hexe Lillis unpassende Bilderdarstellungen“ weiterlesen

Sechzehntes Türchen: Kerzen ankleiden

Advent, Advent, das dritte Licht. Und nackig lassen wir es nicht. Oder so. Heute basteln wir nämlich Adventslichter zum Mitnehmen, und das geht soooo einfach.

Ihr beklebt hierfür in wenigen Minuten schlicht und ergreifend die Aluhülle eurer Teelichter mit einem schönen Band (ein hübscher Pappstreifen tut es natürlich auch), und evtl. weiteren – niedrigen!, nicht den Rand überstehenden – Verzierungen (ich habe z.B. noch Holzknöpfe genommen). Ankleben könnt ihr den Spaß mit der Heißklebepistole (meine Variante) oder auch mit Sekundenkleber (magichnich). Inzwischen gibt es – für die Nicht-Recycelnden unter euch, die mit neuem Zeug basteln #tststs – sogar fertige bunte, gemusterte oder sogar gehäkelte Klebeborten in den üblichen Kramläden der großen und kleinen Einkaufscenter zu kaufen, stehen beim Schleifenband. Und sehen zugegebenermaßen schon auch recht verlockend und noch turbozeitsparender aus, weil man da dann ja nicht mal mehr Kleber braucht fürs Kerzenkostüm. „Sechzehntes Türchen: Kerzen ankleiden“ weiterlesen

Fünfzehntes Türchen: Kramgläser statt Geschenkpapier

Verschenkt doch zu Weihnachten mal Kram: Bonbons, oder Büroklammern, oder Schrauben, Tintenpatronen, Knöpfe, Plätzchen, Berliner Luft, weihnachtslichtschimmernde Glasmurmeln, oder was Freund, Freundin, LoverIn, Omi, Kinder, Hund und Katze sich sonst so wünschen oder eurer Meinung nach brauchen könnten. Ihr braucht dafür nur leere Schraubgläser, Stoff, Gummibänder und evtl. Bänder o.ä. zum Verzieren. Nach Bedarf evtl. Klebstoff oder doppelseitiges Klebeband. Ach, und ne Zickzackschere wäre nicht ganz schlecht. „Fünfzehntes Türchen: Kramgläser statt Geschenkpapier“ weiterlesen

Zehntes Türchen: Glitzerzapfen

Es gibt da ein vermutlich relativ unbekanntes Weihnachts-Kinderlied, welches ich liebte zur Weihnachtszeit, welches ich sang, wegauf, weghinab, mit fünf, an Mamas oder Papas Hand zwischen Kindergarten und Abendbrot. Ein Lied von einem Tannenbäumchen, „wirst ja bald geschmü-ückt“, mit „Glitzerzapfen an den Zweigen, Nüssen goldbemalt“. Wie malte ich mir dies hübsch aus, und tatsächlich hatten wir auch einige Zapfen, mit Draht zum Anbiegen, goldbemalt, die ich am 24. an den Baum kniepern durfte. Eigentlich wäre es doch schön, diese Tradition wieder aufleben zu lassen, oder gar in der Adventszeit schon solche Zapfen aufzuhängen, oder? Machen wir heute. „Zehntes Türchen: Glitzerzapfen“ weiterlesen