Kinderarztbeobachtungen: IGeL, Impfungen und Medizin für alle

medikamente_blogMit einem Drittkind, das 13 Jahre jünger ist als das Erstkind, sieht man ja doch einiges, was sich verändert hat bei den medizinischen Empfehlungen. Schon die Unterschiede zwischen K1 und K2 waren erstaunlich (bei K2 war z.B. das zentral erfasste Baby-Hörscreening gerade neu). Und nun erleben wir noch viel mehr Unterschiede – die uns zum Teil erst den Kopf schütteln und dann mit den Ohren schlackern lassen. Und manches „darf“ man ja gar nicht aussprechen.

Ein paar Beispiele?

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Alles Babykram..

jambes_mCirca Ende 2015 erzählten mir bei einem netten Treffen zwei liebe Menschen, die ich aus dem politischen Umfeld kenne, dass in ihrem Umfeld welche ein Kind bekämen, und von ihrer leichten Sorge, dass sich dann mit denen eigentlich alles nur noch um DIESES eine Thema drehen würde. Und sie sagten mir sinngemäß: „Ach Manu, aber DU bist da ja das Gegenbeispiel. Du hast doch auch mit den noch kleinen Kindern so viel anderes gemacht. (..)“

Manu schweigt

Dieses Gespräch hat mich ziemlich beeindruckt (zumal ich zu der Zeit selbst und für andere unsichtbar nach vielen Jahren des Wünschens und Partnerüberzeugens tatsächlich gerade „ein bisschen schwanger“ war). Das Gespräch hat mich nachdenken lassen über mich, über mein Engagement gestern, heute, morgen, über mein Blog, über die Frage nach dem Voltaire’schen „Gärtnern“ oder dem Kämpfen gegen Windmühlen (ganz egal, ob diese nun „Vorratsdatenspeicherung“ und „Überwachungsgesetze“ oder „AfD“ und „Front National“ auf ihren Flügeln zu stehen haben). Das Gespräch ist mit ein Grund, warum es (nicht nur) hier so still wurde um mich, um meine digitale Persönlichkeit. Was würde ich noch schreiben, was schreiben wollen? Was vom Privaten publik machen, was politisch betrachten,…?

Ja, ich fühlte mich „gepampert“ von der Aussage, ein „tolles Gegenbeispiel“ zu sein. Und wusste oder fühlte aber doch eigentlich auch sofort, dass es meiner Selbstwahrnehmung letztlich nicht entsprach. Denn auch wenn ich weiter studierte beim ersten Kind, auch wenn ich ziemlich kurz nach der Geburt von K2 einen Job annahm, auch wenn ich immer noch viel anderes machte als das Tausendsassa, das ich nun einmal bin und bleiben werde, und auch wenn ich mich in den Jahren, in denen meine beiden Großen im Kita- und Grundschulalter waren, recht intensiv politisch engagiert hatte: Meine Gedanken, meine Bestrebungen kreisten trotzdem und vielleicht gerade darum auch immer sehr um meine kleinen großen ganz persönlichen Wunder. Ja, ich hätte so ziemlich alles sofort für sie aufgegeben. Und wie wichtig mir Kinder im Allgemeinen, aber auch meine im Besonderen waren und sind, spiegelte sich schließlich auch auch immer hier, auf diesem meinem kleinen Blog, mindestens zwischen den Zeilen.

„Schnulli“-Content

Wir haben hier tatsächlich noch ein Baby bekommen und nun darf ich ihn noch mal ganz hautnah erleben, diesen Zauber des ersten Jahres.* Glück - kleine m-Hand an großer M-HandUnd nach vielem langem Hin- und Herüberlegen sag ich jetzt auch: Ja, das ist gerade der Schwerpunkt in meinem Leben. Ja, darum kreise ich gerade voller Glück, denn dieses dritte Wunder war sogar in meinem privilegierten, überaus wohlbehüteten und liebeserfüllten Leben keineswegs selbstverständlich. Und ja, bei allem schlechten Großen, dass der Rede und der Aufregung vielleicht so viel wichtiger erscheint – über dieses Kleine will ich momentan mit Vorliebe schreiben. Denn mein kleines, unwichtiges Leben spielt eben gerade auf diesen Saiten und ich bin so un-, un-, un- unendlich dankbar dafür.

Und vielleicht ist, bleibt ja sogar irgendwie politisch, irgendwie gesellschaftlich relevant, was ich so Kleines schreibe, auch wenn es sich um Kinderarztbesuche, windel(freies) Leben, um Geschwisterliebe und ähnlichen „Schnulli“ handelt.

 
 

 
 
 
*Ich weiß natürlich, dass nicht jede und jeder diese Zeit als Zauber empfindet. Ich kenne die Debatte um „regretting motherhood“ und will diese in keiner Weise abwerten oder gar wegreden. Für mich selbst jedoch ist es tatsächlich ein großer Zauber mit ganz viel Liebe und unbezahlbar-wertvollem Bling Bling und ich gehöre zweifelsohne zu jenen, die in der Elternschaft mit – vielleicht aus manchem Auge gar übertriebener – Freude aufgehen und diese Rolle in freier Wahl leben möchten.

Service? Superservice! Großartiges Bürgeramt Pankow!

Gestern machte ich mich im wunderbaren Sonnenschein mit dem vor wenigen Tagen geborenen Drittkind auf seinen ersten Weg außerhalb der Wohnung – um nämlich das liebe Küken im Bürgeramt anzumelden. Vor Ort dann die Erkenntnis: Das passiert an einer speziellen Stelle im Standesamt (die anderen Kinder hatte immer der Papa angemeldet, ich war da nie dabei gewesen und hatte entsprechend keine Ahnung) – und diese Stelle ist nur an 3T/W geöffnet, der gestrige gehörte natürlich nicht dazu.

Die Damen am Bürgeramts-Empfang versuchten, mich trotzdem an den Tisch der zuständigen Kollegin zu bekommen, diese war aber zu der Zeit nicht vor Ort. Kurzentschlossen boten sie an, sich dann eben ihrerseits „um allet zu kümmern, ditt jeht ja so nich‘ mit so eem kleenen Würmchen!“ Eben kam der Anruf: Alles geklärt, Kollegin weiß Bescheid, Unterlagen sind vorgelegt, nachher kann ich alles abholen kommen.

Und dann geh ich noch mal am Empfang vorbei. Mit Blümchens. Weil derart mitkümmerndes Dorfleben in der Stadtbehörde echt mehr als wunderbar und definitiv selbst für das entspannte Pankow keine Selbstverständlichkeit ist.

Kindheitserinnerung: Vergessenes Essen

Mann, das hatte ich lange nicht. Grüner Salat! In süß(-sauer)! Welch supersimple kulinarische Wunderbarkeit – und in diesem Fall aus der Faulheit geboren (Appetit auf Grünzeug und keine Lust, die restlichen Zutaten für einen vollwertigen gemischten Salat einkaufen zu gehen)…

manubloggt grüner Salat

Einfach bloß grüner Salat (ganz originalgetreu wäre leicht labberiger Kopfsalat), Zitronensaft (heute frischer, früher bei meinen Eltern Zitronensäure in Wasser gelöst, wir hatten ja nüscht ;)) und Zucker. Und dann reinlegen, ääääh, reinhauen! (Und wie Papa immer sagte: Aber schön kauen, sonst legen sich die Blätter an die Magenwände an und machen Bauchschmerzen!)

HACH!!!

 

Großelternbande: von Vertrauen, Konflikten und Ehrlichkeit zwischen den Generationen

Kindheitserinnerungen: Meine Großeltern

Als ich ein Kind war, waren meine Großeltern für mich sehr wichtig. Ich hatte durch diverse Scheidungen und Neuverbindungen in der Familie vier Großelternpaare, zu dreien von ihnen gab es (und gibt es bis heute) viel Kontakt – und bei einem dieser Großelternpaare war ich im Kindergarten- und Grundschulalter besonders häufig zu Besuch. Da durften wir bei Oma und Opa im Bett oder wahlweise auch auf der Couch schlafen, es gab wenig Regeln und viel Eiscreme, der Opa hatte einen dicken Bauch, auf dem wir Kinder wild herumtobten, und es gab einen großen gelben Kachelofen, der für mich als Neubausiedlungskind irgendwie einen besonderen Reiz hatte.

Dickkopf gegen Dickkopf

Als ich ungefähr neun oder zehn Jahre alt war, hatte ich einen Streit mit meinem Kachelofen-Opa. Er fand, ich sei alt genug, auch mal ein bisschen zu helfen und solle auf einer Kehrschaufel die Asche die Straße hinunter und bis zur Aschetonne tragen. Ich fand das unglaublich peinlich und die Art seiner Aufforderung vermutlich auch unangemessen. Zwei Köpfe, zwei Meinungen prallten aufeinander, er meinte, dann könne ich jetzt auch nach Hause fahren, und genau das tat ich dann auch.

„Ich kläre hier was mit meinem Opa!“

Zu Hause hätte ich nichts erzählen müssen, aber sicherlich habe ich es doch getan. Und vermutlich haben meine Eltern, immer sehr auf eine gute Kommunikations-Balance bedacht, mir geraten, den Opa einfach anzurufen. Das Dilemma sei unauflösbar, aber ein gemeinsamer Weg sei bestimmt auch möglich, ohne mein Gesicht zu verlieren. Das werde schon wieder, „nur Mut!“

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Och LÜK! Denkspiele zum Weiterdenken

Besonders fies fand ich als Kind ja die Erkältungstage, an denen man nicht mehr mit gemeinen Kopf- und Gliederschmerzen im Bett lag und vor sich hinlitt, sondern jene, an denen es eigentlich irgendwie schon wieder ging, aber doch nicht so richtig. Das waren dann diese ungeheuer unendlichen Laaaaaaaangeweiletage.. Letzte Woche nun war eines der Kinder hier im Hause manubloggt in genau dieser Situation – und kramte zum Zeitvertreib Kreuzworträtsel, allerlei Spiele und auch den LÜK-Kasten hervor. Das LÜK-System ist hier eigentlich ziemlich beliebt, wir haben eine Vielzahl an Heften und die Kinder machen das ganz gerne mal.

Aber diese LÜK-Aufgabe hier* – und die geschickte Kritik des Kindes – lohnt einen kritischen Blogeintrag:

„Mama, die sind doch doof: Ich soll hier herausfinden, wie viele Mädchen insgesamt auf der Seite sind. Aber das kann man so gar nicht herausfinden. Die Frage müsste eigentlich heißen: Wie viele Kinder tragen ein Kleid oder einen Rock?, denn Mädchen können ja auch Hosen tragen! Und Jungs auch Kleider, auch wenn sie das fast nie machen. Ich leg das jetzt so hin, wie die das wollen, aber ich finde das doof!“

*Im Artikelbild oben seht ihr einen Ausschnitt aus der betreffenden Seite. Um auf die richtige Lösung für die betreffende Frage zu kommen, muss das spielende Kind alle Figuren mit Rock oder Kleid, die auf der Seite abgebildet sind, zählen. Diese haben zufälligerweise übrigens auch alle mindestens schulterlange oder längere Haare, im Gegensatz zu allen Figuren mit Hosen.

Ich hab es extra noch mal nachgeschlagen, da wir das Heft nur aus zweiter Hand haben: Ja, es handelt sich hier um eine noch immer aktuelle Ausgabe, die man ganz regulär auch über den Verlag bestellen kann. Und ja, die LÜK-Hefte finden in vielen Schulen regelmäßig Eingang in die sogenannte Frei- oder Stillarbeit, werden als Ergänzungsmaterial für das ach so moderne Enrichment oder auch für die Nacharbeit von Themen genutzt. Da wäre es mal dringend Zeit für ’ne überarbeitete Neuauflage, oder?!

Rechtsruck Pankow? Ich will das nicht.

Ich wohne jetzt seit 16 Jahren in Pankow und fühle mich mit diesem Kiez sehr verbunden. Mit großem Erschrecken nehme ich hier im Kleinen wahr, was sich auch im Großen zeigt: Die fremdenfeindlichen Aktivitäten werden ganz offenkundig in vielfältiger Weise vor allem eines: immer mehr.

Das Kiez wird verschmiert. Besudelt. Hakenkreuze in den Bushaltestellen und an Laternenpfeilern, Flugblatt-Plakate rechter Gruppen, die nächstens auf Litfass-Säulen landen, ein verwehender Sack voller Flugblätter auf dem Gehweg vor dem Flüchtlingsheim, Aufkleber rechter Gruppierungen an Eingängen und Zaunteilen, immer wieder und in immer kürzeren Abständen besprühte Hauswände,.. Gerade hat es einen Flaschencontainer und Pfeiler getroffen – ich mag gar nicht so viele Fotos davon machen, wie ich es derzeit dokumentieren könnte. Und immer, wenn etwas davon beseitigt wurde, taucht schon eine neue Schmiererei auf.

Es gibt natürlich eine Menge Leute hier im Kiez, die sich dagegen einsetzen. Die mit anpacken, wenn es darum geht, solcherlei Schmierereien zu entfernen oder deren Entfernung durch zuständige Stellen zu veranlassen. Es gibt hier eine Menge hilfsbereiter, unterstützender Menschen, die sich für und in ihrem Kiez miteinander engagieren. Aber dennoch, es lässt sich nicht leugnen: In den letzten zwei Jahren hat sich hier definitiv etwas verändert – und mir gefällt diese Entwicklung ganz und gar nicht. Es gruselt mich…

Sport frei – nicht in meiner Turnhalle?! Gegen eine Petition.

In Berlin petitioniert es mal wieder. Denn, Zitat:

„Gemeint ist dabei die möglicherweise geplante Beschlagnahmung von Sportstätten des Sportforums Hohenschönhausens.
An diesem Olympiastützpunkt arbeiten Schule, Trainer und Sportler über Jahre hinweg Hand in Hand, um langfristig Erfolge zu erzielen. […]
Es kann nicht sein, dass etwas, das jahrelang von Vereinen, Trainern, Sportlern, Eltern mit großem physischen, psychischen, sozialen und auch finanziellen Engagement aufgebaut wurde, nun leidet oder sogar gänzlich kaputt gemacht wird. Das ist nicht mehr nur ein Einschnitt in den Freizeitbereich.“

WIE BITTE?!

Dröseln wir es mal schön auf: Es gibt seit Tagen, Wochen, Monaten das Problem der Unterbringung der Flüchtlinge. Turnhallen als Übergangsquartiere sind in vielen Stadtbezirken eine relativ einfach realisierbare Option – es gibt sanitäre Anlagen und Platz, nutzende Vereine können oftmals – auch, wenn das natürlich nicht schön ist! – ihre Aktivitäten anteilig ins Freie verlagern UND engagieren sich glücklicher- und dankenswerterweise zudem vielfach ehrenamtlich bei der Versorgung und Unterstützung der Menschen vor Ort. Ähnliches gilt für den allgemeinen Sportunterricht und für das Engagement der Schulkinder sowie ihrer Familien vor Ort – gerade gestern berichteten die LOGO!-Kindernachrichten (wenn auch nicht aus Berlin) über ein tolles von Schüler*innen auf die Beine gestelltes Sprach-Lern-Programm für die in ihrer Turnhalle untergebrachten Menschen.

Andererseits bedeuten solche Umnutzungen natürlich Einschnitte in den normalen Schul- und Alltagsablauf. Ja, auch ich frage mich (s.o.), warum es nicht viel mehr möglich ist, große, leer stehende Objekte nicht viel schneller und konsequenter zur Verfügung zu stellen, die ebenfalls für die akute Unterbringung von Flüchtlingen geeignet wären (was ja jetzt im Flughafen Tempelhof z.B. auch umgesetzt werden soll). Ich weiß um die Beispiele zur dezentralen Unterbringung in Wohnungen als wünschenswerteste und beste Möglichkeit für Integration und auch um die Debatte, wie schwer es ist, das kurzfristig z.B. auch durch Beschlagnahmungen praktisch umzusetzen.

Vor allem aber weiß ich: Es kommen jeden Tag neu hunderte bis tausende Menschen ohne Dach überm Kopf in Berlin an. Kurzfristige Lösungen – auch unbequeme! – MÜSSEN also her.

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„Das ist zu schaffen!“

– so schrieb es Lorenz Maroldt heute im Checkpoint, dem preisgekrönten Tagesspiegel-Newsletter, der hier das morgendliche Familienfrühstück seit Monaten bereichert, angesichts der dieses Jahr für Berlin zu erwartenden 70.000 Flüchtlinge bzw. 1 Million für Deutschland (zum ausführlichen Artikel hier entlang). Hilfe wird vielfach benötigt – und wer mit anpacken will und kann, findet hier vielleicht gute Anknüpfungspunkte. Inhaltliches Futter zur Thematik stellt übrigens seit neulich die taz kompakt zur Verfügung – mit einer Sonder-Rubrik in deren, wiederum, Newsletter. Hoffentlich hilft’s – nach den Worten folgen gute Taten, ja? Solidarität, ftw.: Seid dabei. Ach ja, wenn ich mich richtig erinnere, ist morgen übrigens Weltfriedenstag

Wochenende im Paradies

Aus dem Foto ‚rausschaukeln, mitten in den Himmel hinein.

Milchreis mit Apfelmus und Zimtzucker auf dem Heuboden, gegrilltes Wildschwein vom Jäger und Spargel vom Bauern nebenan, Sonne, Wind, Kahnfahren auf dem See und im Garten immer ein Entenküken auf der Schulter:

Neulich waren wir im Paradies.

Ein paar Einsichten:

Ach ja, in der orangefarbenen Schüssel hab ich übrigens schon gebadet, als ich noch ein Küken war…