#Aufschrei bei Jauch: Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Was mich an vielen „von außen“ kommenden Beiträgen zur #Aufschrei-Debatte wirklich nervt, ist die Unterstellung, dass die gesammelten #Aufschreie von Opfern kämen, dass diese doch selbst „schuld“ seien daran, wie sie bestimmte Situationen empfinden, und dass sie halt ihr Verhalten ändern müssten als einzige Strategie. Dies formulierte u.a. auch Wibke Bruhns bei der gestrigen Jauch-Sendung „Herrenwitz mit Folgen – hat Deutschland ein Sexismus-Problem?“ so. „Die Männer“ würden sich eh nicht ändern. Das kann doch wohl nicht wahr sein!

Mich ärgern solche Verdrehungen, ich halte sie für falsch, für platt und für gesellschaftsschädlich. Aber nacheinander. Schauen wir doch mal: „#Aufschrei bei Jauch: Das kann doch wohl nicht wahr sein!“ weiterlesen

Prinzessin Leia goes Disney

Jaja, die Sache mit Disney und Lucasfilm und den voraussichtlichen drei weiteren StarWars-Teilen habt ihr sicher alle mitbekommen. Wie schön, dass nun auch Prinzessin Leia endlich aus ihrer männerlastigen Welt rauskommt und ein paar echte Prinzessinnenfreundinnen bekommt. Schaut selbst:

(in diesem Youtube Channel hab ich mich gerade festgeguckt – lohnt sich. Bette gleich noch ein weiteres Vid‘ ein, aber klickt euch echt mal durch!)

Absätze kommen ganz groß. Bei Kinderschuhen.

Meiner Oma (Schuhgröße 33/34, wirklich) dürfte das gefallen: Bei Deichmann gibts jetzt jede Menge Absatzschuhe! Die halbe Wand voller Stiefel Größe 31-36 besteht aus Schuhen mit „Wedges“, diesen neuen alten Keilabsätzen. Dumm nur, dass sich diese Schuhwand in der KINDERabteilung befindet, da ja bekanntlich Größe 31-36 nur in Ausnahmefällen Erwachsenenfüßen entspricht (okay, die 36 schon, aber ihr seht meinen Punkt).

Ach ja, zur kinderlosen Schuhgrößenrelation: Größe 31/32 entspricht (je nachdem, wie sie so ausfallen, also die Schuhe und gleichermaßen die Kinder..) so circa der Altersgruppe 6-8, 33/34 dann so 8/9 oder so, also bestes Grundschulalter, alle Angaben ohne Gewähr..

Bei mir weckt das irgendwie leise Erinnerungsgedanken, wisst ihr noch, vor ein paar Jahren, diese Neckermann-Stringtangas ab Kleidergröße 104?..

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Eier haben alle. Fragt sich nur, welche. (Update)

Vorgestern liefen die Kinder vor mir die Straße entlang und kamen an einem dieser riesigen Rosa-Ü-Ei-Werbeplakate vorbei. Sie blieben stehen, schauten, lasen (beide), und dann mussten sie lachen. Aber nicht so fröhlich, vor Freude, sondern eher so kopfschüttelnd-schlau. Und dann sagte die Tochter schelmisch zum Sohn: „Die darfst du dann aber NICHT kaufen, weil das ist ja NUR für Mädchen“, und er antwortete mit quietschiger Stimme: „Und du, du darfst ab jetzt nieniemehr ein normales Ü-Ei haben, weil die sind ja dann logischerweise nur für Jungs!“
Und dann gackerten sie und waren sich einig, dass das wohl Quatsch sei, und Sohn sagte noch: „Und in jedem siebten Ei ist so’ne komische Fee, die total dünn ist“, und Tochter war relativ schockiert, als er ihr anschließend ausführlich erklärte, dass die als echte Frauen gar nicht überleben könnten mit der Figur, Barbies übrigens auch nicht. Sie kamen schnell ins medizinisch Eingemachte, für so eine Optik müsste man einem Menschen Rippen entnehmen (wo er das wieder herwusste – keine Ahnung). Das fand sie dann ziemlich interessant, sie unterhielten sich noch eine Weile über Körperdeformationen und Spielzeug, welches als Lebewesen schon von Geburt an dem Tode geweiht sei, zum Beispiel irgendwelche Plüschtiere aus dem Spielzeugladen mit überdimensionierten Köpfen. Und dann rannten sie vor zum großen Ritterspielplatz und das Eier-Thema war für sie erledigt.

Ist es aber natürlich nur in diesem exemplarischen Fall, aber nicht generell. Warum, könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen, und da gibts dann wiederum Links, die anzuklicken es sich lohnt. „Eier haben alle. Fragt sich nur, welche. (Update)“ weiterlesen

Provinzstadtplakate vom Ordnungsamt

Eben auf Twitter entdeckte ich folgenden Tweet von @rhotep:

So stellt sich das Ordnungsamt „saubere“ Berliner Parks vor: bit.ly/Nj6alm Glückliche weiße Heteropärchen. Mehr: http://bit.ly/OHmqAL

Die Links führen zu einer Plakatkampagne des Berliner Ordnungsamtes. Und so sehr ich der von @rhotep geäußerten Kritik zustimme, und zwar sowohl vom Ansatz her, dass entsprechende Darstellungen im Sinne von Diversität keinesfalls zu unterstützen sind, als auch vom Ansatz her, dass das der Situation in Berlin keinesfalls entspricht, so sehr fragte ich mich beim Betrachten der diversen Plakate aus der Serie auch: Was an dieser Kampagne ist denn ÜBERHAUPT Berlin?! „Provinzstadtplakate vom Ordnungsamt“ weiterlesen

Die Sewing Machine. So ähnlich wie ein 3D-Drucker, nur für Stoff.

Mit einem 3D-Drucker, den so gut wie niemand hat, weil man die sich selber bauen muss (außer man hat so an die 12.500€ übrig) und das doch ein bisschen aufwändiger ist und doch auch mit an die 1000 Euronen ne Menge Schotter kostet (hier noch ne Anleitung basierend auf FISCHER-Technik, oder ihr googelt halt einfach mal selbst..), kann man aus Kunststoffen, Kunstharzen oder Metall eine ganze Menge Zeug herstellen. Ich vermute, das ist ziemlich cool, aber dennoch: Ich hab keinen. Aber eine Nähmaschine hab ich – nicht selbst gebaut, sondern irgendwann mal bei Lidlpennyaldi gekauft (und ich hab im Internet erstaunlicherweise auch KEINE Bauanleitung gefunden, wie man sich eine selber bauen kann!..)

Wenn man so ungefähr weiß, wie ein solches Nähmaschinchen funktioniert, kann man damit auch wirklich eine ganze Menge Zeug herstellen, auch ganz plastisch in 3D und so ;-). Wie bitte,ihr wisst das nicht, so ganz grundlegend? Kein Problem. Der Armin von der Sendung mit der Maus hat das mal erklärt, sehr prima:

Nun wollte ich ja, siehe letzter Post, sowieso einiges mit meiner 3D-Maschine herstellen ;-), und da das kleine Kind ist nämlich inzwischen schon ganz schön groß ist und kommt in die Schule kommt, hatte ich auch zumindest ein konkretes Projekt vor Augen:

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Faschismus auf Hochglanzpapier: Frauenmagazine entmündigen.

Huh, Margarete Stokowski hat da ordentlich den Finger in die Wunde gelegt mit ihrer spitzen Analyse zu den Inhalten von Frauenzeitschriften in der taz. Sie leitet ein: „Jemand, der eine Frau anspricht, weil ihre Fußnägel nicht lackiert sind, der ihr sagt, ihr Körper sei eine Sünde, der ist vielleicht krank oder paranoid. Diese Krankheit, auf Hochglanzpapier gedruckt und mit vielen bunten Bildern versehen – das ist der Inhalt von deutschen Frauenzeitschriften im Jahr 2012.“ Sie fragt sich, warum diese Magazine trotz vieler bekannter Kritikpunkte so erfolgreich sind („Der einfache Trick ist, die Leserin auf ein Problem hinzuweisen, das sie womöglich hat, und zu erklären, wie sie es – in 5, 8 oder 33 Schritten – lösen kann. Die billigste Variante kapitalistischer Produktanpreisung. Allerdings mit einem speziellen Dreh: Hier fehlt nicht einfach etwas im Regal oder Kleiderschrank, hier wird die Leserin selbst für unzulänglich erklärt.“) und belegt in ihrem Artikel zuletzt sogar Elemente faschistoider Ideologie in den Kommunikationsformen solcher Zeitschriften. Fußnägelhochkräuselnd, pointiert und lesenswert. Hier der Artikel.