Kleinkindbustiers als Gesundheitsvorsorge – echt jetze?!

Neulich nebenbei entdeckt (Sale durchgeguckt):

„Mit diesem frischen Bustier legen Mädchen einen gesunden Grundstein für
ihre Zukunft.“

Erhältlich ab Größe 92 (das entspricht dem Alter 1,5 Jahre). Japp.

Für die Nieren wäre ein Unterhemd besser, scheint mir? Oder hab ich bloß was verpasst und Eltern sollten nach neuestem Forschungsstand für ihre lütten Girls insbesondere auf das Wärmen der noch unentwickelten Brustdrüsen achten?

Screenshot aus dem Online-Shop, Stand 26.08.2016 10:34 Uhr

sanetta mädchenbustier quelle http://www.sanetta.de/md-bustier-44.html

Och LÜK! Denkspiele zum Weiterdenken

Besonders fies fand ich als Kind ja die Erkältungstage, an denen man nicht mehr mit gemeinen Kopf- und Gliederschmerzen im Bett lag und vor sich hinlitt, sondern jene, an denen es eigentlich irgendwie schon wieder ging, aber doch nicht so richtig. Das waren dann diese ungeheuer unendlichen Laaaaaaaangeweiletage.. Letzte Woche nun war eines der Kinder hier im Hause manubloggt in genau dieser Situation – und kramte zum Zeitvertreib Kreuzworträtsel, allerlei Spiele und auch den LÜK-Kasten hervor. Das LÜK-System ist hier eigentlich ziemlich beliebt, wir haben eine Vielzahl an Heften und die Kinder machen das ganz gerne mal.

Aber diese LÜK-Aufgabe hier* – und die geschickte Kritik des Kindes – lohnt einen kritischen Blogeintrag:

„Mama, die sind doch doof: Ich soll hier herausfinden, wie viele Mädchen insgesamt auf der Seite sind. Aber das kann man so gar nicht herausfinden. Die Frage müsste eigentlich heißen: Wie viele Kinder tragen ein Kleid oder einen Rock?, denn Mädchen können ja auch Hosen tragen! Und Jungs auch Kleider, auch wenn sie das fast nie machen. Ich leg das jetzt so hin, wie die das wollen, aber ich finde das doof!“

*Im Artikelbild oben seht ihr einen Ausschnitt aus der betreffenden Seite. Um auf die richtige Lösung für die betreffende Frage zu kommen, muss das spielende Kind alle Figuren mit Rock oder Kleid, die auf der Seite abgebildet sind, zählen. Diese haben zufälligerweise übrigens auch alle mindestens schulterlange oder längere Haare, im Gegensatz zu allen Figuren mit Hosen.

Ich hab es extra noch mal nachgeschlagen, da wir das Heft nur aus zweiter Hand haben: Ja, es handelt sich hier um eine noch immer aktuelle Ausgabe, die man ganz regulär auch über den Verlag bestellen kann. Und ja, die LÜK-Hefte finden in vielen Schulen regelmäßig Eingang in die sogenannte Frei- oder Stillarbeit, werden als Ergänzungsmaterial für das ach so moderne Enrichment oder auch für die Nacharbeit von Themen genutzt. Da wäre es mal dringend Zeit für ’ne überarbeitete Neuauflage, oder?!

Abschluss-Konferenz EWSDGE

In den letzten Jahren war ich mehrfach und in unterschiedlicher Weise – als Protokollantin (Bsp., Liste 2013, Bsp. 2015, Liste Dt. 2015), als Rednerin sowie als PoetrySlammerin – und an ganz unterschiedlichen Orten in Deutschland und in Frankreich in das Projekt Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung bzw. (in der europaweiten Fortsetzung) European Women Shareholders Demand Gender Equality eingebunden.

Heute findet in Brüssel die Abschlusskonferenz dieses spannenden und erfolgreichen Projekts statt.

Politik ist bekanntlich „dicke Bretter bohren“ – das nervt manchmal (mich Ungeduldige ja sogar ziemlich oft), aber umso wichtiger ist es, dass viele Menschen über lange Zeit am Ball bleiben und sich gemeinsam stark machen. In Sachen Gleichberechtigung dürfen sich der djb und alle mit ihm verbundenen Organisationen und Institutionen heute für die geleisteten Anstrengungen und die bisher bereits erreichten Erfolge meiner Meinung nach mindestens einmal kräftig auf die Schultern klopfen, gemeinsam anstoßen – und dann aber nicht mit der wichtigen Arbeit aufhören, sondern weiter bohren, bohren, bohren. Chapeau an alle hier vielfach Engagierten. Und weiter so!

Mehr Informationen zum Output des Projekts finden sich u.a. hier, hier (pdf) und hier. Eine interessante Pressemitteilung des djb aus 12/2015 zur „Aufsichtsrätinnen-Richtlinie“ ist hier abrufbar.

Ruck und Röcke beim 4. efF-Neujahrsempfang

War das ein Spaß: Dem Neujahrsempfang des Vereins erfolgsfaktor FRAU e.V. durfte ich am 25. Januar einen „Kulturbeitrag“ beisteuern. Bissige Zitate, zerknüllte Zeitungen, fliegende Erdnüsse – und alles für die gute Sache!

Ich habe viele interessante Gespräche geführt, durfte mich über ein großes positives Echo auf meinen Beitrag freuen und fand es besonders schön, bei dieser Veranstaltung auch die Gelegenheit zu haben, die beeindruckende Bundesfamilienministerin a.D. Renate Schmidt, Schirmherrin von erfolgsfaktor FRAU e.V., persönlich kennenzulernen.

erfolgafaktor FRAU e.V. Foto Neujahrsempfang 2016
Neujahrsempfang von erfolgsfaktor FRAU e.V. (efF) am 24. Januar 2016 im Schauspielhaus Nürnberg: (v.l.) Claudia Specht, Vorsitzende von efF, Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D. und Schirmherrin des Vereins, Generalkonsulin Ingrid Hofmann (r.), Geschäftsführende Alleingesellschafterin der I. K. Hofmann GmbH und Sponsorin der Veranstaltung, sind zusammen mit rund 160 weiteren Gästen begeistert vom Poetry-Vortrag von Manuela Schauerhammer (2. v.l.), Texterin aus Berlin. In ihrer Performance verpackte sie humorvoll und wortgewandt, was sie auf so mancher Hauptversammlung erlebt hat. Foto: Kurt Fuchs / efF – Abdruck honorarfrei

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Statt Blumen: Speakerinnenliste goes Frauentag

Heute ist Internationaler Frauentag. Bitte, Leute: Keine Blumen! Wir brauchen schließlich keinen weiteren konsumfreudigen Valentins-Mutter-Gedönstag, sondern, ja, auch heute und nach wie vor: Es gilt, zu kämpfen.

Zu kämpfen gegen Ungleichbehandlung. Gegen Lohnungerechtigkeit. Gegen unterschiedliche Behandlung aufgrund des „Risikos“ einer Eltern- oder im konkreten Falle besser gesagt: einer Mutterschaft. Gegen unterschiedliche öffentliche Sichtbarmachung. Zu kämpfen gilt es zum Beispiel gegen #1frautv, also TV-Sendungen im ganz aktuellen, häufig sogar öffentlich-rechtlichen Fernsehen, bei denen zu den geladenen Gästen zu welchem Thema auch immer gerade mal eine oder (außer der ab und an weiblichen Moderatorin) keine Frau gehört. Zu kämpfen gilt es für gleichberechtigte #50Prozent. Zu kämpfen gilt es gegen Panels, auf denen keine oder zu wenig Frauen sitzen. Ha, und zumindest hier gibts jetzt was Neues: Die Speakerinnenliste. Lanciert heute, am Internationalen Frauentag. Digitaler Kampfgeist.

Danke an Railsgirlsberlin, die Entwicklerinnen, die dies stillschweigend und konzentriert umgesetzt haben.
Danke an alle, die das Projekt sonstwie durch immer wieder Drübersprechen am Laufen gehalten haben.
Danke an alle, die es nun weiter füllen, und an all die, die es im Sinne einer besseren Sichtbarmachung von Frauen zukünftig nutzen.

Hoch die Fäuste, Frauen, heraus zum Internationalen Frauentag!

Tagesspiegel DiversitySlam 2013: Eine Lesung

Ich schrieb in anderem Zusammenhang hier im Blog schon davon: Für den im Rahmen der Diversity Konferenz 13 von der Charta der Vielfalt zusammen mit dem Tagesspiegel organisierten „Diversity Slam“ beauftragte mich im Herbst der djb, eine Projektbewerbung zu erstellen sowie im Falle der Annahme für den djb zu slammen. 10 Minuten, alle kreativen Stilmittel erlaubt. Challenge accepted. Die Einreichung schaffte es ins Finale, und so präsentierte ich das Projekt im Dezember schließlich mit… einer szenischen Lesung. Die ich euch jetzt endlich auch zeigen kann – bitte sehr! 😉

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Das kleine s möchte in der Garderobe abgeholt werden. ;-)

Vergangene Woche fand in Berlin zum zweiten Mal die Diversity-Konferenz statt. Zum ersten Mal gab es dort einen „Diversity Slam“ – 4 Organisationen, die in einem komplizierten Bewerbungsverfahren ausgewählt worden waren, traten jeweils mit einem max. 10minütigen Slam-Vortrag gegeneinander an. Ich wurde hierfür vom Deutschen Juristinnenbund zu dessen Projekt „Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung“, für welches ich diesen Sommer mehrere Wochen durch deutsche Lande tingelte, mit einer aus Zitaten erarbeiteten szenischen „Hauptversammlungs-Lesung“ ins Rennen geschickt. War das ein Spaß! „Das kleine s möchte in der Garderobe abgeholt werden. ;-)“ weiterlesen

Fell

„Warum rasierst du dir eigentlich die Beinhaare ab?“ Liebe Tochter, das ist eine der schwereren Fragen an eine Mutter, die sonst vieles nicht so macht wie „die anderen“. Die euch Kindern vorzuleben versucht, dass ihr euch nicht nach dem richten sollt, was andere euch vorgeben, sondern nach dem, was euch euer Herz sagt. Ich könnte antworten mit „weil ich das so schöner finde“, aber ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt. Genau genommen weiß ich nämlich gar nicht mehr, wie meine Beine mit ausgewachsenen Haaren aussehen würden. Obwohl, ich erinnere mich durchaus, als ich ungefähr so alt war wie du, liebe Tochter, so mit sieben oder acht, da fand ich bereits in dem DDR-Ferienlager, in das ich immer fuhr, und in dem sich vermutlich weder Erzieherinnen noch Erzieher die Beine oder die Achseln oder sonstewas rasierten, also da fand ich bereits: Ich hab ganz schön viele Haare an den Beinen. Es war damals wohl nur so eine Feststellung, genau wie deine diesen Sommer, nachdem du anscheinend von anderen Kindern darauf gebracht wurdest: „Mama, im Zeltlager haben welche gesagt, ich hätte ganz schön viele Haare an den Beinen.“ Noch scheint es dir nichts weiter zu bedeuten, aber ich ahne, dass die Haare schon in zwei, drei Jahren ein umfassenderes Thema sein werden. So wie bei der Tochter einer Freundin, elf oder zwölf gerade, die sich jetzt auf jeden Fall auch die Beine rasieren will. „Das machen eben alle.“ Alle Mädchen. Aber warum? Und was macht das mit dir? Mit euch? Mit uns?

Liebe Tochter, deine Kopfhaare sind schon heute nicht strohblond. Deine Körperhaare werden es wohl also auch nicht sein, meine jedenfalls sind recht dunkel. Wie unfair, wirst du vielleicht eines Tages einmal denken, und vielleicht wirst du dann auch mal, wie ich, probieren, sie zu blondieren. Bei mir hat das nicht funktioniert, meine Haut hat es nicht gut weggesteckt. Genauso wenig wie all diese Enthaarungscremes, die Elektroepilierversuche, die Klebewachsstreifen. Rasieren bleibt mein Mittel der Qualwahl. Oder die Pinzette – so manchen freien Nachmittag habe ich schon damit zugebracht, sie einzeln mit einer Pinzette in Wuchsrichtung aus der Haut zu ziehen, das tut dann nämlich fast nicht weh. „Aber das dauert ewig, was du in der Zeit sonst noch alles hättest machen können,..“, würdest du vielleicht antworten, wenn ich dir all dies erzählte, und dann würdest du vielleicht noch ein weiteres Mal nach dem ‚Warum‘ fragen, und ich hätte weiter keine bessere Antwort als „Das machen eben alle“. Entschuldige meine Unzulänglichkeit.

Ich frage mich ja auch Dinge, zum Beispiel, wie es wohl sein wird, wenn das in deinem Umfeld auch alle machen, all deine Freundinnen, Bekannten, du. Werden wir dann Rasieraufklärungsgespräche führen, in denen ich dir am lebenden Beispiel nicht nur die Narben vom Draußentoben als Kind, sondern auch die vielen kleinen Schatten von ehemaligen Schnittwunden zeige und eine sinnvolle Rasiertechnik, damit du dich vielleicht von Anfang an nicht so oft schneidest? Vielleicht wäre es dann gut, dir auch zu erklären, dass enthaarte Beine nicht immer schön und glatt aussehen, sondern von all den guten oder schlechten Behandlungen auch pickelig und wund werden können. Viel lieber aber würde ich dir sagen: Tu’s nicht. Sei, wie du bist. Es wäre nur bei dem unzulänglichen Beispiel, das ich dir biete, allzu unglaubwürdig. Du weißt schließlich schon heute, dass ich nicht ins Schwimmbad gehe ohne kritischen Blick auf meine Körperbehaarung und gegebenenfalls einen dir vermutlich völlig bescheuert erscheinenden Rasierduschgang in der heimischen Badewanne genau vor dem Losgehen. Dir ist schon seit deiner Kleinkindzeit bekannt, dass Frauenbeine pieken, jedenfalls meine, wenn ich die Stoppeln nicht ordnungsgemäß im Griff behalte, und schon als kleines Kind wolltest du sommers deshalb manchmal nicht auf meinen nackten Schenkeln sitzen. Es machte mich traurig, aber dennoch blieb da der Anspruch an die Norm, und es überwog am Ende unfassbarerweise „Das machen eben alle.“ Unbegreiflich, findest du? Entschuldige meine Unzulänglichkeit.
„Fell“ weiterlesen

Ich glaub, es ha(c)kt! – Hilfe: Mädels für „Jugend hackt“ gesucht!

Wie hier bereits beschrieben, findet im September in Berlin zum ersten Mal die (nur im Namen) an bekannte sportliche Großereignisse angelegte Veranstaltung „Jugend hackt“ statt.

Programmierinteressierte Kinder & Jugendliche ab 12 treffen sich in Berlin (Anreise von außerhalb wird unter Umständen finanziell unterstützt!) und arbeiten mehrere Tage „wie die Großen“ an unterschiedlichen Programmierprojekten. „Wie die Großen“ hat auch diese echt tolle Kinder-Hack-Veranstaltung ein Problem: Wie mir zu Ohren kam, gibt es bisher wohl noch vergleichsweise wenige Mädchen, die zur Veranstaltung kommen wollen.. Das kann doch wohl nicht sein! Helft bitte mit, „Jugend hackt“ noch bekannter zu machen und Mädels zu ermutigen, sich anzumelden!

Klebt doch einfach DIESEN Veranstaltungsaufruf (pdf) an den Kinderclubeingang in eurem Kiez, sprecht mal mit den Mitarbeitenden im Stadtteilzentrum, schickt die Info an euch bekannte techinteressierte Mädels weiter, verteilt den Aufruf über die Mailingliste eurer Schule, hängts im Supermarkt aus oder im Bioladen oder im Techmarkt im nächsten Einkaufszentrum… Was auch immer.

Tiefgreifende Programmierkenntnisse sind NICHT ZWINGEND erforderlich, Interesse am Coden und erste Schritte in diese Richtung natürlich schon („Wir freuen uns über alle 12- bis 18-Jährigen, die schon einmal Programmiercode geschrieben haben – egal, ob ihr gerade erst HTML lernt oder schon komplizierte Python-Algorithmen baut.“)

Bitte teilt das – und schon mal danke fürs Helfen :-) „Ich glaub, es ha(c)kt! – Hilfe: Mädels für „Jugend hackt“ gesucht!“ weiterlesen

Gender und Zahlen: Helft mit!

Die Bloggerin Anne Roth sammelt jetzt Daten:

„Hintergrund dieser Sammlung ist, dass mir gerade jetzt bei den Diskussionen rund um Sexismus und den #aufschrei auf jede Beschreibung von Benachteiligungen, Belästigungen von oder Gewalt gegen Frauen entgegnet wird, dass das Männern auch passiert.

Ich hätte also gern eine Seite, auf die ich verweisen kann, um ohne viele Worte deutlich zu machen, dass das eben nicht gleich verteilt ist.

Dazu denke ich an Zahlen zu

Gewalt gegen Frauen
Gewalt in Beziehungen (in alle Richtungen)
Gewalt gegen Kinder in Familien
Tötungsdelikte (TäterInnen und Opfer)
Einkommen
Renten
Arbeitslosigkeit
politische Funktionen
Chefposten
Karriere

Gern auch geografisch aufgeschlüsselt: in Deutschland, in der EU, in unterschiedlichen Kontinenten.
Auch, um mit dem verbreiteten Bild aufzuräumen, dass es Frauen in Deutschland viel besser ginge.(…)“

Unterstützenswert! Wer hilfreiche Links hat und/oder sonst mithelfen will: Nehmt mit ihr Kontakt auf!