9/11 zum Ausmalen: WTF!

In den USA ist offensichtlich unter dem Titel We Shall Never Forget 9/11: The Kids‘ Book of Freedom gerade ein Kinder-Ausmalbuch anlässlich des zehnten Jahrestags des 11. September herausgekommen.
Zielgruppe sind Eltern, die ihren Kindern die Ereignisse und Folgen des 11. September erklären wollen – dieser Ansatz ist ja erst mal an sich durchaus nachvollziehbar. Aber als Ausmalbuch?! Sehr befremdlich.

Der Guardian beschreibt das Buch als ein

colouring book about the events of 9/11, complete with pictures of the burning twin towers and the execution of a cowering Osama bin Laden for children to fill in

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Lippenstift oder Fußball statt Rauchen

Eben über Twitter fand ich einen Blogbeitrag zur aktuellen Kampagne Rauchfrei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Da geht es um die finanzielle Motivation, mit dem Rauchen aufzuhören, und um anscheinend unterschiedliche „Motivationshilfen“ für Mädchen und Jungen.

Kopfschüttelerzeugend. Und lesenswert.

Was bewegen? Kann man schon mit sieben.

Neulich steckte in unserem Briefkasten ein Katalog von einem Kinderprodukte-Versandhandel. Jako-o. Wir blätterten den beim gemeinsamen Familienfrühstück durch – ja, das kann man an sich schon fragwürdig finden, Konsuminteressesteigerung und so.. – und ich bemerkte genervt, dass mal wieder bestimmte Spielsachen fast immer mit wie Jungs aussehenden Kindern, andere mit Mädchen abgebildet waren. Das glaubten mir die Kinder nicht und wollten es selbst überprüfen, blätterten dann den Katalog Seite für Seite durch – und fanden das ziemlich erstaunlich. Wir sprachen dann darüber, und irgendwann meinte der Große: „Das sollten die ändern. Aber das muss man denen erst mal sagen, sonst können die das ja nicht wissen. Deshalb schreib ich denen jetzt einen Beschwerdebrief. So!“

Setzte sich hin – und schrieb. Und schrieb. Und schrieb. Und dann war er fertig. Hier das Ergebnis. (Dem fügte er dann übrigens „zum Beweis“ noch Farbkopien einiger Katalogseiten bei.) „Was bewegen? Kann man schon mit sieben.“ weiterlesen

Wohin die Autos schwimmen

Heute wurde ich auf einen interessanten Artikel bei evangelisch.de mit dem Titel „Krieg und Katastrophen: Wie sag ich’s den Kindern?“ aufmerksam gemacht.

Der Artikel berichtet von einer qualitativen Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen beim bayerischen Rundfunk (IZI):
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Klappe zu, Elena tot?

Die seit Montagnachmittag dominierende Meldung ist das vom Bundesministerium für Wirtschaft und vom Bundesministerium für Arbeit verkündete Aus für den Elektronischen Leistungsnachweis ELENA. So sehr mich dieses Aus, für das ich mich als eine von vielen in den letzten mindestens zwei Jahren vehement und immer wieder eingesetzt habe, auch zunächst einmal freut: Das reicht so noch lange nicht. Und ich kann dieses Aus auch nicht einfach so, voll sommerlich-jubelnder Heiterkeit, hinnehmen. Es gibt da nämlich einige Punkte, die ich an der Gesamt-Vorgehensweise mehr als kritisch finde. „Klappe zu, Elena tot?“ weiterlesen

Unfallstatistik: Tagesschau verwirrt

Gerade titelt die Tagesschau online anlässlich der neuen Zahlen zur Unfallstatistik: Unfallstatistik 2010 vorgestellt. Weniger Verkehrstote – mehr Kindern unter den Opfern.

Diese Überschrift ist mindestens missverständlich, denn sie referiert mit „mehr Kindern“ fälschlich gleichermaßen auf die Gesamt-Unfallstatistik wie auch auf die Verkehrstoten. „Unfallstatistik: Tagesschau verwirrt“ weiterlesen

Was wir werden.

Am Wochenende in der U-Bahn: Neben Tochter (5) und mich setzt sich eine stylische Frau mit Kinderwagen, in welchem ein ebenso stylisches, niedliches Baby blubbert und lacht. Töchterlein beobachtet das etwa 4-monatige Kind eine Weile, mustert eingehend die Garderobe des kleinen Menschleins (schwarzes Doors-T-Shirt, karierte Hose, Käppie, dunkelblaue Söckchen) und meint dann profihaft:

„Da sieht man schon gut, dass das mal später ein Junge wird!“

Griff ins Klo

Der vorgestrige Rücktritt von Silvana Koch-Mehrin ist derzeit in aller Munde, und dass diese Politikerin sich mit ihrem Verhalten -sowohl bezüglich ihrer Doktorarbeit als auch hinsichtlich ihrer Präsenz im Europaparlament, durchaus auch verglichen mit der in Talkshows, sowie mit der geringen Menge von ihr initiierter politischer Initiativen – angreifbar gemacht hat, ist das eine.

Das andere aber ist der unglaublich schlechte Kommentar von Henryk M. Broder heute morgen in Radio1, in welchem dieser die in meinen Ohren nicht nur dämliche, sondern insgesamt übergeneralisierende, klischeehafte und frauenfeindliche Meinung vertrat, eine Mutter von drei Kindern gehöre eh nicht in die Politik oder/und Uni, sondern zu ihren Kindern und es sei ja nicht anders zu erwarten, als dass sich eine Frau mit so etwas übernähme. Und weitere Schoten bezüglich der These „hübsche Frauen“ und „Doktortitel“. Was habe ich gekotzt.

Wer auch mal würgen will: Hier könnt ihr den Kommentar noch mal hören.