Und der Zensus so?

Manche von euch werden sich vielleicht noch dunkel erinnern: Im letzten Jahr gab es einigen Rummel um die Volkszählung, gegen die sich zwei Jahrzehnte vorher Massen engagierten und die nun im vergangenen Mai erneut gestartet wurde, mit einem veränderten Verfahren, sodass viele sich gar nicht betroffen fühlten. Fragebögen wurden ja zunächst „nur“ an Hausbesitzer verschickt, sodass – wie in Städten ja vermehrt üblich – Mieter hiervon zunächst einmal gar nichts weiter merkten (wohlgemerkt: Aber dennoch, ohne hierzu weiter informiert zu werden, durch Weitergabe bestimmter Daten z.B. durch den Vermieter selbstverständlich betroffen waren und sind!). „Und der Zensus so?“ weiterlesen

Aktionstag gegen Vorratsdatenspeicherung am 14.12.2011

Kommt ihr mit zur Aktion gegen Vorratsdatenspeicherung morgen Vormittag? 10 bis 12 Uhr auf dem Pariser Platz. Ich werde da sein. Warum eine Teilnahme sinnvoll ist, steht (u.a.) in der heutigen Pressemitteilung des AK Vorrat. „Aktionstag gegen Vorratsdatenspeicherung am 14.12.2011“ weiterlesen

Massenpetition gegen Vorratsdatenspeicherung unterzeichnen!

Leute, bis zum 14. September könnt und solltet ihr diese Petition hier dringend noch mitzeichnen.

Gespiegelter Beitrag von vorratsdatenspeicherung.de:)
Bis zum 14. September 2011 müssen 50.000 Unterschriften im Internet gesammelt werden, damit der Initiator Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung das Anliegen persönlich im Bundestag vortragen kann. „Massenpetition gegen Vorratsdatenspeicherung unterzeichnen!“ weiterlesen

Nadia Plesner: Time for intervention


Die dänische Künstlerin Nadia Plesner hat mit Darfurnica ein hochpolitisches Kunstwerk geschaffen, mit welchem sie auf die furchbare Situation in Darfur aufmerksam machen will. Ihre Arbeit Darfurnica ist eine moderne Version von Picassos Guernica. In ihrem Werk stellt sie Ereignisse in Darfur mit zeitgleich aufgetretenem, weltweit beachtetem Hollywood-Klatsch parallel dar, um so auf die Absurdität dessen, was in der öffentlichen Wahrnehmung als wichtig wahrgenommen wird, hinzuweisen.

An der Schnittstelle zwischen Darfur und Hollywood steht in ihrem Bild ein halbverhungertes Kind mit einer Handtasche. Und genau diese Darstellung soll der vielbeachteten Künstlerin nun zum Verhängnis werden: Louis Vuitton hat die Künstlerin verklagt (bereits zum zweiten Mal übrigens, es gab zwischen dem Unternehmen und der Künstlerin schon einmal eine ähnliche Auseinandersetzung).

Das Anliegen von Nadia Plesner ist es, die Geschehnisse in Darfur in die weltweite Medienöffentlichkeit zu bringen, und die von ihr gewählte Ausdrucksweise sollte Teil ihrer künstlerischen Freiheit sein. Es ist gut zu wissen, dass das Dänische Museum HEART die Künstlerin hier unterstützt: Ab dem 21. März 2011 wird Darfurnica dort öffentlich ausgestellt.

Wer der Künstlerin helfen will, kann z.B. spenden, um sie in ihrem Prozess zu unterstützen.

Update: Eben einen Artikel vom Januar aus der WELT online gefunden – auch Henryk M. Broder hat sich mit Dafurnica und dem Vuitton-Konflikt (nun ja, dem alten und dem zu erwartenden, der im Januar noch nicht klar war) befasst. Und kommt zu dem Schluss, dass doch hoffentlich seitens Vuitton die Konsequenz eine „fette Spende für Darfur“ sein sollte.
„Nadia Plesner: Time for intervention“ weiterlesen

Internet nach Ägypten. Bitte helft!

Was aktuell in Ägypten vorgeht, können wir uns hier, glaube ich, gar nicht wirklich vorstellen, ganz egal, welche Kommunikationsmöglichkeiten den Menschen vor Ort zur Verfügung stehen. Je weniger Möglichkeiten sie aber haben, um über ihre Landesgrenzen hinaus mitzuteilen, was vor Ort geschieht, desto wahrscheinlicher ist es, dass Menschen unterdrückt werden können, ohne, dass Protest hierüber eine Chance hat, wahrgenommen zu werden; dass Macht missbraucht und Gewalt ausgeübt werden kann.

Um freie Meinungsäußerung und Demokratie weltweit zu stärken, braucht es: Infrastruktur! Und einmal mehr haben wir hier ganz praktisch die Möglichkeit, diese mit relativ einfachen Mitteln zur Verfügung zu stellen.

Daher: Bitte, springt mal über euren Schatten, macht mit!

Wie’s geht, ist in einer heutigen Pressemitteilung der Piratenpartei so gut dargestellt, dass ich diese hier der Einfachheit halber einstelle. „Internet nach Ägypten. Bitte helft!“ weiterlesen

Terror im Spielzeugladen


Die Entwicklung von Spielzeug geht einher mit der Entwicklung der Menschheit. Von primitiven ersten Formen wie Steinen, Holzstücken, Knochen oder groben Tonpuppen der frühen Steinzeit bis zu den hochtechnisierten Spielgeräten der Gegenwart. Kinderspielzeug war oft Spiegelbild der vorherrschenden Kunstepochen, aber auch der sozialen und politischen Anschauungen und Ereignisse. Oft wurde die Wirklichkeit der Erwachsenenwelt in der Parallelwelt der Kinderstuben nachempfunden.

(Quelle: Planet Wissen – Geschichte des Spielzeugs)

In den aktuellen „Zeiten des Terrors“ finden sich natürlich die passenden Utensilien bereits im Spielzeugregal: „Terror im Spielzeugladen“ weiterlesen

Aktiv gegen ELENA: Jetzt gehts rund!

Aktiv werden gegen ELENA ist jetzt ganz einfach: Beteiligt Euch an der Verfassungsbeschwerde gegen das unsägliche Verfahrensgesetz! Das kostet euch lediglich ne Briefmarke und ein bisschen Spucke (oder noch nicht mal diese, wenn ihr eine dieser neumodischen selbsklebenden Marken benutzt..) Mitmachen können alle, die abhängig beschäftigt sind.

Lediglich die Zeit ist sehr knapp:

Die einzige Herausforderung: Man muss innerhalb der kommenden Woche ein Formular ausdrucken, ausfüllen und zur Post bringen

beschreibt es treffend Markus von netzpolitik.org. Die Unterlagen müssen nämlich bis zum 25. März eingegangen sein.

Also los, alle mitmachen, und zwar schnell schnell! Auf dass das böse Spiel mit dem schönen Namen nun bald ein Ende hat.

Die Kritikpunkte zum ELENA-Verfahren sind unter anderem auf stopptelena.de, beim FoeBuD auf dieser Infoseite oder auch im AK-Vorrats-ELENA-Flyer (pdf) zusammengefasst (meine Blogeinträge hier zum Thema ELENA kennt ihr ja eh ;-)).

Big Parents Are Watching You

Nachstehenden Artikel habe ich für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift unerzogen verfasst, die seit letztem Samstag in den Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich ist und ansonsten auch als digitales Magazin hier abrufbar ist. Das Thema der aktuellen Ausgabe lautet: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist schlechter: Sichere Bindungen in der Familie.

Wer den Artikel lieber in Zeitschriftenformat digital lesen möchte, kann ihn hier auch als pdf mit Bildchen und in schöner Setzung kostenlos abrufen.

Big Parents Are Watching You.
Von Klein auf überwacht: Freiheitseinschränkungen in einer technisierten Kindheit

Aktuell gibt es beim Umgang mit Kindern in unserer Gesellschaft einen Trend, der sich aus der Sorge um das Wohl der lieben Kleinen nährt, aber mindestens bezogen auf die Würde der Kinder als fragwürdig, wenn nicht sogar als gefährlich einzuschätzen ist: nämlich den Trend, zu Gunsten der Sicherheit der Kinder deren Freiheit dramatisch zu beschneiden. Hauptargument bei diesen Freiheitseinschnitten ist der Wunsch der um das Wohl ihrer wenigen Sprösslinge besorgten Gesellschaft, die Kinder vor vermuteten Gefahren zu schützen. Dies erscheint vielleicht zunächst nachvollziehbar, jedoch: Ohne Raum für eigene Erfahrungen, ohne Raum für Eigenverantwortung können sich Kinder nicht entwickeln. Zu viel Sicherheit schränkt ein, bremst, unterdrückt. Oder nach dem Pädagogen, Kinderarzt und Autor Janusz Korczak, der sich bereits in den 1920er Jahren für Kinderrechte einsetzte: Freiheit bedeutet zwar weniger Sicherheit, hat aber dieser gegenüber einen höheren Wert.(1)

„Big Parents Are Watching You“ weiterlesen