Hilf, Internet: Es fehlen 168 Latten an der Kuppel!

Soeben erreichte mich von einem Freund mit viel Kreativität und leicht verdrehten Ideen, die er zu vielseitiger Freude in Kinderzentren dieser Stadt ehrenamtlich umsetzen kann, folgende E-Mail:

Latten für geopädische Kuppel gesucht

Hallo,

Ich suche für eine neues Projekt Holzlatten in verschiedenen Längen. Gesucht werden die Querstreben aus Bettgestellen. Die Länge sollte zwischen 70-100 cm betragen. Also sammelt fleißig. Ich brauche so ca. 168 Stück.

Vielen Dank und bis bald

Internet, vorzugsweise in Berlin, kannst du helfen? Ich stelle gerne den Kontakt her.

Auf die Ohren: 7 Mädchen, 365 Tage

Euren Ohren ist langweilig? Hört doch mal hier rein. Mach ich auch gerade.

KIDS – Berlin Kreuzberg: 7 Mädchen, 365 Tage

Sieben Berliner Mädchen mit Familien aus vier Nationen: Hanans und Jamilas Eltern stammen aus Palästina, Dalias und Adyans aus dem Irak, Manuelas aus Ghana, Sinem K.s Eltern sind kurdische Türken, die ihrer besten Freundin Sinem Y. Türken. Die Mädchen gehen in die 10. Klasse einer Kreuzberger Gesamtschule. Es ist ihr letztes gemeinsames Schuljahr, am Ende wollen sie ihren mittleren Schulabschluss machen. Werden das alle schaffen? Zwischen Schulstunden, erstem Job, Chillen, Praktikum und Theaterproben begleitet die Autorin die Kids ein Jahr lang und hört ihnen beim Erwachsenwerden zu.

Regie: Katrin Moll? | Ton: Andreas Stoffels, Katrin Moll? | Produktion: SWR / DKultur 2014 in Zusammenarbeit mit Moondog Productions

Terminplanung: Man müsste mal.

Morgen noch nichts vor in Berlin? Dann tut doch mal was gegen Überwachung, denn Nichtstun ist ja auch keine Lösung, oder wie annalist es ausdrückt, Sicher ist: Nichts hilf nicht.

Daher hier noch kurz vor knapp eine Kurzfrist-Empfehlung: Auf zu Ausser Reichweite | Outside the Range – UnKonferenz morgen, am 5. April 2014 in Berlin.

Minecraftdenke meets real Berlin City Life

Neulich hat sich Tochter auf dem Weg zur Musikschule verfahren. Ist ne Station zu früh ausgestiegen in der großen breiten Straße mit dem U-Bahn-Viadukt. Da sieht es zugegebenermaßen, zumindest in dem Wollen, dass man doch richtig ist, richtig sein muss, schon so ähnlich aus wie eine Station weiter – aber eben nur _ähnlich_. Nicht gleich. Und vor allem nicht richtig. Sie suchte trotzdem und gerade deshalb bei den aus ihrer Sicht infrage kommenden Häusern nach dem richtigen Eingang, fand ihn natürlich trotz aller guten Bemühungen nicht – aber fand schließlich mit Hilfe eines netten Prenzlbergvaters nebst Kind, die beim Heimweg halfen, zumindest unbeschadet wieder nach Hause. Die Pointe folgt aber noch: Auf meine Frage, ob sie denn nicht gemerkt habe, dass das die falsche Station sein muss, meinte sie mit großen Augen:

„Na ja, ich hab eben gedacht, die haben die Kreuzung UMGEBAUT!“

(- Nichts ist für die Ewigkeit. Angesichts der uns umgebenden Berliner Wanderbaustellen und der Geschwindigkeit, mit der man auch sie schon zumindest in Minecraft ganze neue Welten schaffen kann, ist diese Vermutung in ihrer Welt vermutlich sogar recht… realistisch.)

Tagesspiegel DiversitySlam 2013: Eine Lesung

Ich schrieb in anderem Zusammenhang hier im Blog schon davon: Für den im Rahmen der Diversity Konferenz 13 von der Charta der Vielfalt zusammen mit dem Tagesspiegel organisierten „Diversity Slam“ beauftragte mich im Herbst der djb, eine Projektbewerbung zu erstellen sowie im Falle der Annahme für den djb zu slammen. 10 Minuten, alle kreativen Stilmittel erlaubt. Challenge accepted. Die Einreichung schaffte es ins Finale, und so präsentierte ich das Projekt im Dezember schließlich mit… einer szenischen Lesung. Die ich euch jetzt endlich auch zeigen kann – bitte sehr! 😉

„Tagesspiegel DiversitySlam 2013: Eine Lesung“ weiterlesen

Das kleine s möchte in der Garderobe abgeholt werden. ;-)

Vergangene Woche fand in Berlin zum zweiten Mal die Diversity-Konferenz statt. Zum ersten Mal gab es dort einen „Diversity Slam“ – 4 Organisationen, die in einem komplizierten Bewerbungsverfahren ausgewählt worden waren, traten jeweils mit einem max. 10minütigen Slam-Vortrag gegeneinander an. Ich wurde hierfür vom Deutschen Juristinnenbund zu dessen Projekt „Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung“, für welches ich diesen Sommer mehrere Wochen durch deutsche Lande tingelte, mit einer aus Zitaten erarbeiteten szenischen „Hauptversammlungs-Lesung“ ins Rennen geschickt. War das ein Spaß! „Das kleine s möchte in der Garderobe abgeholt werden. ;-)“ weiterlesen

BPB: Podcast Überwachung

Neulich in Berlin: Relativ kurzfristig trudelte eine Anfrage für eine Diskussionsrunde zum Thema Überwachung mit dem Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigesellschaft und erklärten Überwachungsbefürworter Rainer Wendt, dem Rechtsanwalt und Honorarprofessor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Prof. Niko Härting, spezialisiert auf Informationsrecht und die EU-Datenschutzverordnung, und dem BPT-Moderator Markus Heidmeier rein. Das Thema war gut, das Gespräch in der Nähe und zeitlich realisierbar, und so sagte ich kurzentschlossen als Teilnehmerin zu, die sich „mit Leidenschaft mit dem Thema auseinandersetzt, eine kritische, aber reflektierte Meinung hat und das Ganze aktiv begleitet“ (aus der Anfrage-Email). Ich hoffe, ich hab mich bei der Aufzeichnung Ende Oktober im Sinne der Anfrage trotz aller Kurzfrist passabel geschlagen. Den Podcast zum Hören gibts seit Neuestem hier zum Download (ich bin selbst noch nicht dazu gekommen, ihn komplett nachzuhören).

Eines möchte ich noch nachtragen – es ist der eigentliche Anlass für diesen Blogbeitrag, da ich dies dem Polizeigewerkschaftsvorsitzenden gegenüber nur noch im Nachgang als finale Antwort auf sein Abschluss-Statement sagen konnte, die Aufzeichnung war da aber schon vorbei:

Rainer Wendt spricht sich in seinem Abschluss-Statement mit Rückgriff auf die NSU-Angelegenheit nicht zum ersten Mal für mehr Überwachungstechniken aus. Dies empfinde ich nicht nur angesichts der Vorkommnisse selbst als völlig inakzeptabel (die langjährige Fehlaufklärung beim NSU-Skandal lag und liegt ja bekanntlich nicht z.B. an mangelnden Vorratsdaten, sondern an unterschiedlichsten geheimdienstlichen und polizeilichen Fehl- und Nichtermittlungen, Datenvernichtung etc.).
Unmöglich finde ich darüber hinaus aber: Ihm geht es ja eigentlich vor allem um Ressourcen – er fordert eine bessere Ausstattung der betroffenen Behörden, um die vorliegenden Aktenberge automatisiert schneller auszuwerten statt hierfür xyz Anzahl von Beamten ungleich länger „anachronistisch“ einzusetzen. Gleichzeitig fordert er aber doch pauschal „die Mittel der NSA“ und setzt sich für eine möglichst weite Befugnisausdehnung der Sicherheitsbehörden ein, ohne Beweise dafür, dass dies tatsächlich erforderlich und verhältnisgemäß sei, noch dazu unmittelbar angescihts eines umfassenden Überwachungsskandals. Ich meine, es ist zwar für jemand in seiner Position vielleicht erwartbar, aber dennoch mindestens unlauter, Forderungen derart emotional zu verschränken.
Oder seh ich da was falsch?!

Identität in Berlin: Eine Generalprobe

Berlinerin? Deutscher? Flüchtling? Immigiert? Hier geboren, aber andernorts aufgewachsen? Was macht uns zu Berlinern? Wer darf sich so nennen, wer nicht, wann kommt wer an, wird wieder weggeschickt, wird aus- oder eingegrenzt? Gestern hatte ich die Ehre, der Generalprobe des neuen Theaterstücks ECHTER BERLINER !!!! IHR NICHT FUCK YOU des English Theatre Berlin beizuwohnen (Fotos hier in meinem Flick-Stream). Das experimentelle Stück ist eine Art Dokumentations-Theater: Der gesamte Text ist aus Zitaten zusammengesetzt; hierfür wurden mehrere Wochen lang Interviews mit Menschen mit den unterschiedlichsten Herkunftshintergründen geführt. Deren Erfahrungen, von der Behandlung durch Behörden über Alltagsdiskriminierung und Auseinandersetzung mit Rassismus bis hin zu Sprachbarrieren und eigener wie umgebungsseitiger Infragestellung spiegeln sich nun in berührender Weise in dem sehenswerten Kunst-Stück wieder. Sie tauchen nicht nur in den Sprechtexten auf, sondern werden durch Projektionen ins Bühnenbild immer wieder auch direkt in die Aufführung einbezogen. „Identität in Berlin: Eine Generalprobe“ weiterlesen

Wir sind Spartakus.

Warum es lohnt, für seine Überzeugungen auch auf die Straße zu gehen und zu kämpfen, spricht PGP-Erfinder Phil Zimmermann in einem sehr lesenswerten Interview in der Zeit aus:

„Ich glaube, der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen ist, sie selbst zu schaffen. Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen. In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Dann müssen wir so hart wie möglich daran arbeiten, dieses Ziel zu erreichen. Wenn man vorhersagen will, wie ein Football-Spiel ausgeht, ist es besser, aufs Feld zu gehen und sich den Ball zu schnappen und ihn selbst in die richtige Richtung zu tragen.“

Setzt das um – kommt zur Demo Freiheit statt Angst morgen in Berlin. Ich werde dabei sein. Bis morgen?

Zum Thema Verschlüsselung von Mailverkehr erläutert Zimmermann im selben Interview eingangs übrigens treffend:

Eigentlich sollte jeder seine Alltagskommunikation verschlüsseln. Wir müssen an die Folgen unseres Handelns für die Gesellschaft denken. Nicht jeder Inhalt einer WhatsApp-Nachricht ist hochsensibel. Darum geht es aber auch gar nicht. Indem wir unsere Kommunikation verschlüsseln, tragen wir dazu bei, dass es zu einer sozialen Norm wird. Verschlüsselte Nachrichten werden dann als normal akzeptiert.

ZEIT ONLINE: Wieso ist das wünschenswert?

Zimmermann: Kennen Sie den Film Spartakus? Es geht um einen Sklavenaufstand im alten Rom. Der römische Feldherr verspricht allen Sklaven ihre Freiheit, wenn sie ihren Anführer, Spartakus, ausliefern. Bevor der sich zu erkennen geben kann, steht ein anderer auf und sagt: „Ich bin Spartakus“. Nach und nach stehen alle auf, um Spartakus zu schützen. Das ist es, was wir auch tun müssen: Wir alle müssen lernen, unsere Kommunikation zu schützen, denn damit bieten wir anderen Menschen Schutz. Wenn wir unsere Gesellschaft vor einer schlimmen Zukunft bewahren wollen, muss Verschlüsselung zur Bürgerpflicht werden.

Steht auf. Denn wir sind Spartakus.

PS: Demoroute der #FsA13: Karl-Marx-Allee/Otto-Braun-Straße/Alexanderstraße -> Alexanderstraße -> Stralauer Straße -> Spandauer Straße -> Anna-Louisa-Karsch-Straße -> An der Spandauer Brücke -> Rosenthaler Straße -> Weinmeisterstraße -> Münzstraße -> Memhardstraße -> Alexanderstraße
Los gehts um 13 Uhr.