Service? Superservice! Großartiges Bürgeramt Pankow!

Gestern machte ich mich im wunderbaren Sonnenschein mit dem vor wenigen Tagen geborenen Drittkind auf seinen ersten Weg außerhalb der Wohnung – um nämlich das liebe Küken im Bürgeramt anzumelden. Vor Ort dann die Erkenntnis: Das passiert an einer speziellen Stelle im Standesamt (die anderen Kinder hatte immer der Papa angemeldet, ich war da nie dabei gewesen und hatte entsprechend keine Ahnung) – und diese Stelle ist nur an 3T/W geöffnet, der gestrige gehörte natürlich nicht dazu.

Die Damen am Bürgeramts-Empfang versuchten, mich trotzdem an den Tisch der zuständigen Kollegin zu bekommen, diese war aber zu der Zeit nicht vor Ort. Kurzentschlossen boten sie an, sich dann eben ihrerseits „um allet zu kümmern, ditt jeht ja so nich‘ mit so eem kleenen Würmchen!“ Eben kam der Anruf: Alles geklärt, Kollegin weiß Bescheid, Unterlagen sind vorgelegt, nachher kann ich alles abholen kommen.

Und dann geh ich noch mal am Empfang vorbei. Mit Blümchens. Weil derart mitkümmerndes Dorfleben in der Stadtbehörde echt mehr als wunderbar und definitiv selbst für das entspannte Pankow keine Selbstverständlichkeit ist.

H2O-Junkies, steht früh auf!

Neulich gesehen in der Schwimmhalle Europasportpark am S-Bahnhof Landsberger Allee: Da hängt, wohl damit die Damen und Herren im Kassenhäuschen nicht ständig von Nachfragen genervt werden, ein Aushang, auf dem steht in dicken Lettern:

Der Vorverkauf für die Kurse ab April beginnt am 22.02.2016 um 06:30 Uhr!

Ich hatte tatsächlich auch vor, mir da nen BerlinerBäder-Kurs zu buchen – nee, nicht für die Kinder, die sind eh viel zu beschäftigt, sondern echt und wirklich einfach mal für mich. Daher dachte ich mir, es könne nicht schaden, mal zu fragen, ob der Run auf die Erwachsenenkurse denn auch so hoch sei wie bekanntermaßen auf die Kinderkurse. Zu meinem Entsetzen erfuhr ich: JA!, die sind immer alle ganz schnell weg, manche stünden an diesem Tag ab 5 Uhr vor der Halle.. Uuuuh. Ich überleg mir das wohl doch noch mal mit dem Kurs.. (Ich bin eine von denen, die es angesichts der Terminprobleme der Berliner Bürgerämter nicht mal in die dortige Notfall-Warteschlange geschafft hat, als mein Personalausweis sich mal für einige Monate ganz fies in einer versteckten Tasche einer Schwiegermuttererbstückhandtasche versteckt hatte!)

Nun denn, wer jedenfalls disziplinierter ist in Sachen Frühaufstehen und sich dann auch noch für Badsport interessiert, hat gute Chancen auf (m)einen Kursplatz. Denn ich werde mit 99%iger Sicherheit an dem Tag weder ab um 5, noch ab um 6 und auch nicht um 7 auf gut Glück zur Schwimmhalle fahren. Petri heil also den Morgenstündigen unter euch..

Lieblingslyrik: Wer kommt mit zur Mascha-Kaléko-Lesung?


HandVerLesen – ein Mascha-Kaléko-Abend am 01.10.2015

Die Bibliothek am Wasserturm lädt am Donnerstag, dem 1. Oktober 2015 um 20 Uhr in das Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner in der Prenzlauer Allee 227, 10405 Berlin, zu einem Mascha-Kaléko-Abend mit der Berliner Künstlerin Cathrin Alisch (voc,viol,acc.), ein.
Die Dichterin Mascha Kaléko wurde als Tochter eines russischen Vaters und einer österreichischen Mutter 1907 am Rande der damaligen Donaumonarchie geboren. Sie war im Berlin der 1920er Jahre zu Hause und galt als ein außergewöhnliches literarisches Talent. Wacher Verstand verband sich bei ihr mit weiblichem Charme, politische Schärfe mit Witz und romantischer Ironie. Kalékos Sprache ist musikalisch und erlaubt ein Spiel mit den Rhythmen in Text und Ton. Cathrin Alisch gehört zu den Grenzgängerinnen zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie studierte Literatur- und Musikwissenschaft und absolvierte parallel dazu ihre künstlerische Ausbildung. Als Bühnen erfahrene Musikerin vertonte sie zum 100. Geburtstag der Lyrikerin Mascha Kaléko einige ihrer schönsten Gedichte – zeitlose Lieder über die Liebe und das Leben zwischen Trauer, Hoffnung und „aufgeräumter Melancholie“. Dabei konzentrierte sich Alisch auf die paar leuchtenden Jahre der jungen Mascha in Berlin.
Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen bei Anne Rüster, Tel.: 030 90295-3921, anne.ruester@ba-pankow.verwalt-berlin.de .

Rechtsruck Pankow? Ich will das nicht.

Ich wohne jetzt seit 16 Jahren in Pankow und fühle mich mit diesem Kiez sehr verbunden. Mit großem Erschrecken nehme ich hier im Kleinen wahr, was sich auch im Großen zeigt: Die fremdenfeindlichen Aktivitäten werden ganz offenkundig in vielfältiger Weise vor allem eines: immer mehr.

Das Kiez wird verschmiert. Besudelt. Hakenkreuze in den Bushaltestellen und an Laternenpfeilern, Flugblatt-Plakate rechter Gruppen, die nächstens auf Litfass-Säulen landen, ein verwehender Sack voller Flugblätter auf dem Gehweg vor dem Flüchtlingsheim, Aufkleber rechter Gruppierungen an Eingängen und Zaunteilen, immer wieder und in immer kürzeren Abständen besprühte Hauswände,.. Gerade hat es einen Flaschencontainer und Pfeiler getroffen – ich mag gar nicht so viele Fotos davon machen, wie ich es derzeit dokumentieren könnte. Und immer, wenn etwas davon beseitigt wurde, taucht schon eine neue Schmiererei auf.

Es gibt natürlich eine Menge Leute hier im Kiez, die sich dagegen einsetzen. Die mit anpacken, wenn es darum geht, solcherlei Schmierereien zu entfernen oder deren Entfernung durch zuständige Stellen zu veranlassen. Es gibt hier eine Menge hilfsbereiter, unterstützender Menschen, die sich für und in ihrem Kiez miteinander engagieren. Aber dennoch, es lässt sich nicht leugnen: In den letzten zwei Jahren hat sich hier definitiv etwas verändert – und mir gefällt diese Entwicklung ganz und gar nicht. Es gruselt mich…

Tropfen auf den heißen #LaGeSo-Stein.

LAGESO_Wasser

Gestern bereits lief es nicht nur über Twitter, sondern wurde u.a. auch vom rbb laut auf die Agenda gesetzt: Bei um 40 Grad Außentemperatur in Berlin müssen Menschen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (kurz: LaGeSo), der zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge in Berlin, ausharren. Tag und Nacht, teilweise über einen mehrtägigen Zeitraum. Ohne vernünftig sichergestellte Versorgung mit Essen, Wasser, Medikamenten oder Schlafplätzen – nicht einmal (ausreichend) Zelte sind vor Ort. Freiwillig Helfende riefen angesichts der offenbar katastrophalen Umstände vor Ort die Bevölkerung auf, akut aktiv zu werden und zu unterstützen.
„Tropfen auf den heißen #LaGeSo-Stein.“ weiterlesen

Noch was zur Zentralbibliothek

Ach ja, mit der Tempelhofer-Feld-Entscheidung ist ja – zumindest für diesen Standort – das Projekt Riesenzentralbibliothek jedenfalls erst einmal ebenfalls vom Tisch. So sehr ich unserer Stadt eine niegelnagelneue, supermoderne Zentralbibliothek, idealerweise noch mit spannender Architektur, gönne: Ein bisschen bin ich ja auch froh. Denn das heißt dann ja wohl, dass die Kiezbibliotheken, die seit Jahren bekanntlich immer wieder heftig von Mittelkürzungen bis Schließungen bedroht werden, noch ein paar Jahre länger an Ort und Stelle niederschwellige Angebote für die kleinen und großen Menschen vor Ort machen dürfen. Da man sich in Berlin ja so ziemlich jedes Buch in die eigene Filiale vor Ort bestellen kann, aber nicht alle Menschen in der Lage sind, sich allein und selbständig bis zum Tempelhofer Feld (oder wo auch immer sonst zu einer zentralen Stelle hin) zu bewegen, erscheinen mir persönlich die vielen kleinen dezentralen Bibliotheken ja auch irgendwie bedeutsamer als so ein schickes Riesendings. Und wenn – wovon in Knappe-Kassen-Zeiten ja nun mal auszugehen ist – eben alles nicht geht, dann.. Genau. Dann ist zumindest meiner Wahrnehmung nach die Berliner Entscheidung am Wochenende doppelt richtig gewesen.

Leerstand

Johnny Häusler hat so schön geranted in seinem Post „Als ginge es nur um das Tempelhofer Feld“. Auch ich habe eine Immobilie vor der Nase, die seit Jahren leersteht, und keiner weiß eigentlich, warum – Auszug aus einer Kleinen Anfrage der SPD von 2012(pdf):

„Der LiFo will das Grundstück Berliner Straße 42 vermarkten. Der Leerstand ist in dem Verkauf des Grundstückes begründet. Für das Gebäude Berliner Straße 43 besteht ein Erbbaurechtsvertrag mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin e. V. Warum der Verein keine Nutzung aufgenommen hat, ist nicht bekannt.“

Ende 2012 sollte für das Gebäude demnach ein Bieterverfahren eröffnet werden. Es gab dem Internet nach Pläne z.B. für ein Studentenwohnheimprojekt. Ob verkauft wurde oder nicht – keine Ahnung. Passiert ist seitdem jedenfalls: genau nichts. „Leerstand“ weiterlesen

#rp14, Zeltlager und Spielefest

Mein Talk ist online!, schaut mal (mit Knopf an die Backe labern oder so ähnlch.. ;)):

Bisschen diffus, zugegeben – ich war doch recht irritiert von der Situation mit den Kopfhörern, von dem echt recht heftig blendenden Licht, stand vorher #ohschreck erst noch an ’ner falschen Bühne, weil ich zu doof war, das Programm ordentlich zu lesen und wäre also fast noch zu spät gewesen,… 😉 Na ja.

Der Vortrag war als Impuls gedacht, und ein schönes Ergebnis war für mich, dass eine Person mir schrieb, sie würde jetzt eben durch diesen Impuls tatsächlich in Konstanz versuchen, ein weiteres Coderdojo zu gründen. Wenn das kein cooles Feedback ist! Wenn sich nun längerfristig noch etwas aus dieser Idee „OneDayOfCode/Programmiertag“ zusammenfügt, wäre das natürlich umso toller. Schauen wir mal. Die Vortragsdokumentation steht hier.

Das Zeltlager, von dem ich im Talk am Rande berichtete, gibts übrigens auch dieses Jahr wieder, den Flyer dazu könnt ihr hier abrufen, und hier seht ihr meine Laune-Mach-Livebericht-Vor-Ort-Tweets vom letzten Jahr. Vielleciht wär das ja auch was für eure Kids (oder Kids, die ihr kennt)? Es sind noch Plätze frei, Reisezeit sind die ersten drei Wochen der Berliner Sommerferien.

Übrigens, falls ihr in Berlin seid und morgen (Sonntag) Zeit habt: Kommt doch mit Kind und Kegel spontan tagsüber in den Mauerpark (Seite Mauersegler), da findet morgen zwischen 11 und 16 Uhr das große Kinderring-Spielefest statt, auf dem es neben Zeltlagerinfos viele tolle Aktivitäten (Jonglage, Hüpfburgen, Kinderschminken, Kartonstadt,…) gibt. Und mich! 😉 Bis denne?

rp14 Vortragsdokumentation

War das ein Aufwand!, aber ich hab es ja versprochen: Hier findet ihr endlich meine schriftlich ausgearbeitete Vortragsdokumentation zum rp14-Talk(pdf). Auf Youtube ist das Video noch nicht, ich reiche den Link nach, sobald ich was höre/sehe.

// Ergänzung 18.05.2014 Eben entdeckt (ist nicht in den Folien verlinkt, daher hier als Nachtrag:

CODERDOJO Lightbot
„We are delighted to announce the free to play CoderDojo Web Edition of the popular coding educational game Lightbot. In a collaborative effort between CoderDojo and Lightbot to get more young people coding, we’ve developed the Lightbot – The CoderDojo version for young people as a precursor to their first string of code. About Lightbot: Lightbot is a puzzle game made to get kids programming; a game whose game mechanics mask computer science concepts. Using simple commands, procedures, and loops, players instruct a robot how to traverse through each level. „

//

Die Vortragsfolien selbst hätten euch wenig genützt – Bilder angucken allein ists ja nicht. Ich habe also vieles sehr verdichtet, und dazu noch eine Menge Informationen, Organisationen,.., die ihr mir in vielen bereichernden Gesprächen ergänzend zugetragen habt, aufgegriffen und angefügt. Hoffentlich sind die nun proppevollen Folien so für euch nutzbar.

Weitere Ergänzungen, Hinweise,.. sind gerne gesehen! – und natürlich auch Support in Sachen „Projekt ComputerLernTag“. Klickt euch mal auf Seite 13, 14 der Dokumentation, da gibts ein paar mehr Infos dazu, Weiteres folgt zeitnah.

rp14: Common kids can code?!

Am Mittwoch könnt ihr mich auf der re:publica14 sehen und hören: Um 17 Uhr 30 halte ich meinen an letztes Jahr anknüpfenden Vortrag „Common kids can code?!“, in dem ich fragen werde, ob Kinder im digitalen Zeitalter wirklich automatisch gleich Netzgemüse sind, oder vielleicht oft doch eher Netzburger. Und falls das so ist, warum wir gerade angesichts der aktuellen Überwachungs-Herausforderungen und dem Wunsch nach neuen Perspektiven dringend Interesse daran haben sollten, dies zu ändern. Ihr seid nicht vor Ort? Dann guckt doch einfach den Stream! – und wenn das nicht klappt, dann halt später auf Youtube.

Hier noch mal das Video vom letzten Jahr – und am Rande ein Exkurs-Verweis auf meine Dokumente zur e:publish-Keynote, in welcher ich aus anderer Perspektive mal Verlage ermunterte, Kinder in all ihrer Vielfalt und als aktiv Handelnde ernst(er) zu nehmen.