UtopiaTM – Shakespeare im Görlitzer Park

Noch eine Woche, dann ist es soweit: Dann macht im Görlitzer Park wieder die Gruppe SHAKESPEARE IM PARK BERLIN Theater, diesmal mit einer Inszenierung namens UtopiaTM – Where All Is True.

Alles keinesfalls kostenlos, aber fürs Publikum gratis: Einfach hinkommen und teilhaben, wenn mitten in Kreuzberg in einem gemeinsamen, interaktiven Streifzug von Schauspielern und Publikum durch den Görlitzer Park „eine neue, bessere Welt entsteht (nach Shakespeare & Thomas More): Es herrscht Religionsfreiheit, Privatbesitz ist abgeschafft, niemand muss hungern, Arbeit für alle, Bildung für alle!(…)“ (aus der Einladung) – oder vielleicht auch nicht: Denn, so heißt es hier erläuternd weiter, und um diese Fragen kreist das Stück eigentlich, wie schon die mächtigen, 500 Jahre alten drei Ursprungstexte zur aktuellen Inszenierung: „Was würde es bedeuten, sich ein leeres Blatt Papier zu nehmen und eine neue, eine bessere Welt zu entwerfen? Und diese Idee dann zu vermarkten, zu verkaufen und durch den Fleischwolf der Realpolitik zu drehen? Was würde der Papst dazu sagen? Was der König tun? Und wie das Volk reagieren?“

„UtopiaTM – Shakespeare im Görlitzer Park“ weiterlesen

Wanted: Schwimmbuddies

Nicht auf meinem Ideenmist gewachsen, aber bei mir im Zeltlager auf fruchtbaren Boden gefallen ist die Idee, bis zum nächsten Sommer eine geeignete Rettungsschwimmerprüfung abzulegen – oder jedenfalls (die administrativen Hürden sind zumindest bei der DLRG nicht zu vernachlässigen, da besteht in mancher Hinsicht noch Klärungsbedarf) die für die Prüfung erforderlichen Anforderungen alle auf Prüfungsniveau zu erfüllen (Titel sind eh nur Schall und Rauch). Nun hab ich vor einigen Tagen mal geschaut, was denn diese Anforderungen eigentlich sind. Hab online einen Theorietest gemacht (pille palle, probierts selbst), und bin dann in die schöne große SSE-Europapark-Schwimmhalle mit den angenehmen 50m-Bahnen gefahren, um mich mal unverbindlich selbst zu testen. Hier das Ergebnis – und ne abschließende Frage.
„Wanted: Schwimmbuddies“ weiterlesen

Kunst am Ende der Welt

Da fährst du weit, weit weg, und von dort aus noch mal weiter, und dann lässt du auch noch den großen Campingplatz von Giby mit den hundert Kindern hinter dir, um mit einer noch kleineren Gruppe von gerade mal acht, neun Menschen in ein zweitägiges Außenlager zu fahren.

Und dann findest du am Außenlagerplatz, einem kleinen Nicht-Mal-Zeltplatz mit herzigem Plumpsklo und im Wasser versinkendem Steg (hier Piotrs Winterimpression von selbigem, weiter unten ein Foto von mir) am Ufer eines Flusses eine Galerie und triffst dort Menschen, die unglaublicherweise Menschen kennen, die du selbst kennst in irgendwelchen nahen oder fernen Großstädten dieser Welt, du unterhältst dich mit ihnen einen kurzen Abendmoment lang über Politik und Nationalismen und Mehrsprachigkeit und Schulsysteme – und du merkst, dass die Welt eben doch ein Dorf ist.

In Buda Ruska lernte ich den Naturfotografen Piotr Malcewski und seine Frau Anna kennen, der eben in genau dieser Weise über Ecken wieder Menschen kennt, die ich… Ihr seht. „Kunst am Ende der Welt“ weiterlesen

Abgründe des Pfandwesens

Nachdem der Supermarkt „Kaufland“ damit wirbt, jegliche Arten von Pfandflaschen und -kästen problemlos zurückzunehmen, bin ich neulich mit einem Großsammelsurium an Wasser-, Saft-, Mate-, Milch- und ähnlichen Flaschen sowie einem Matekasten und einem flaschenlosen Biosaft-Kasten dort eingetroffen. Ein stattliches Sümmlein kam auf dem Rücknahmebon zusammen. Die netten jungen Herren am Rücknahmeschalter sortierten die Flaschen und Fläschchen fleißig in die vor Ort bereitstehenden Kisten ein – nur den Kasten Mate stellten sie separat, wie auch die Biomilchflaschen und einiges andere. Ich dachte mir noch, dass sie dies wohl tun würden, weil es sich um sortimentsfremde Rückgaben handelte. Dann jedoch warfen die beiden den leeren Saftflaschenkasten schwungvoll in einen direkt neben dem „Sonderstapel“ stehenden Plastikmüll-Container. Auf meine irritierte Nachfrage, warum der Kasten denn weggeworfen würde, bekam ich nur ein „Aber wir zahlen ja den Pfand zurück!“. Ich fragte noch einmal. Dieselbe Antwort.

Ich bat dann darum, mir alle von Kaufland nur bezahlten, aber nicht wieder rückgeführten Kästen und Flaschen zurückzugeben, da das zwar zweifelsohne finanziell sehr nett von dem Supermarkt, aber nicht mein Anliegen sei. Und durfte mit dem leeren Mate-Kasten, den Bio-Milchflaschen und dem leeren Saftkasten wieder abziehen. Irritiert wurde extra für mich der Pfandbon noch mal geändert – und ein drittes Mal gesagt: „Aber wir hätten doch den Pfand ausbezahlt!“ Ja, Jungs, sehr nett von euch. Echt.

9/11 zum Ausmalen: WTF!

In den USA ist offensichtlich unter dem Titel We Shall Never Forget 9/11: The Kids‘ Book of Freedom gerade ein Kinder-Ausmalbuch anlässlich des zehnten Jahrestags des 11. September herausgekommen.
Zielgruppe sind Eltern, die ihren Kindern die Ereignisse und Folgen des 11. September erklären wollen – dieser Ansatz ist ja erst mal an sich durchaus nachvollziehbar. Aber als Ausmalbuch?! Sehr befremdlich.

Der Guardian beschreibt das Buch als ein

colouring book about the events of 9/11, complete with pictures of the burning twin towers and the execution of a cowering Osama bin Laden for children to fill in

„9/11 zum Ausmalen: WTF!“ weiterlesen

Was bewegen? Kann man schon mit sieben.

Neulich steckte in unserem Briefkasten ein Katalog von einem Kinderprodukte-Versandhandel. Jako-o. Wir blätterten den beim gemeinsamen Familienfrühstück durch – ja, das kann man an sich schon fragwürdig finden, Konsuminteressesteigerung und so.. – und ich bemerkte genervt, dass mal wieder bestimmte Spielsachen fast immer mit wie Jungs aussehenden Kindern, andere mit Mädchen abgebildet waren. Das glaubten mir die Kinder nicht und wollten es selbst überprüfen, blätterten dann den Katalog Seite für Seite durch – und fanden das ziemlich erstaunlich. Wir sprachen dann darüber, und irgendwann meinte der Große: „Das sollten die ändern. Aber das muss man denen erst mal sagen, sonst können die das ja nicht wissen. Deshalb schreib ich denen jetzt einen Beschwerdebrief. So!“

Setzte sich hin – und schrieb. Und schrieb. Und schrieb. Und dann war er fertig. Hier das Ergebnis. (Dem fügte er dann übrigens „zum Beweis“ noch Farbkopien einiger Katalogseiten bei.) „Was bewegen? Kann man schon mit sieben.“ weiterlesen