Kinder, Freiheit, Ferien

Ich mach das mal wieder mit dem Ehrenamt im Sommer und fahre als Teamerin ins Zeltlager. Wieder mal nach Südschweden, auf den Platz mitten im Wald am Ufer des Bolmensees.

Dorthin, wo ich selbst als Kind schon Ferien machte. Im Kinderrat Tagespläne entwarf. Am Lagerfeuer diskutierte. Körbe flechten und Brausekiosk selbst betreiben lernte. Stelzenlaufen hätte lernen können (hab ich bis heute ausgelassen). Schnitzte, spielte, Kanu fuhr, nächtelang wach blieb, blödelte, lachte. Ernst genommen und nicht ausgegrenzt wurde. Für mich geschätzt wurde. Meine Meinung sagen, mich einbringen durfte. Freiheit erlebte.

Tja, genau, das Zeltlager gibts immer noch, organisiert nach wie vor vom Kinderring Berlin e.V. und von einer Berliner Falken-Gruppe. Wie seit ehedem findet es statt in den ersten drei Wochen der Berliner Sommerferien. Und es sind tatsächlich auch noch Plätze frei, für Kinder von (ca.) 8 bis 14 Jahren. Den Flyer gibts hier als pdf.

Wunschzettel der Frauenhäuser

Ihr wollt Weihnachten nicht nur nehmen, sondern auch geben, wisst aber nicht so richtig, wem? Ich für mich habe heute die entsprechende Inspiration gefunden. Hier.

Auf der Webseite heißt es:

Ziel der Aktion „Wunschzettel der Frauenhäuser“ ist es, gerade in der Weihnachtszeit Wünsche von Kindern und Frauen zu veröffentlichen, die von physischer oder psychischer Gewalt betroffen sind und in Frauen-schutzeinrichtungen in Deutschland die Feiertage verbringen, um Ihnen mit einem Weihnachtspäckchen eine Freude zu bereiten. Auch dringend Benötigtes und Wünsche der einzelnen Frauenhäuser finden sich in der Auflistung.

Die Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen können Sie einzeln beschenken, Wünsche und Adressen finden Sie unter dem Punkt „Frauenhäuser in Ihrer Nähe“ nach Postleitzahlen geordnet.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den jeweils angegebenen Adressen auf dieser Homepage nicht um die Adressen der Frauenhäuser selbst handelt, da diese anonym bleiben müssen, sondern um Adressen und Kontaktpersonen, die Päckchen und Pakete für die Frauenhäuser annehmen.

Allen UnterstützerInnen danke ich, auch im Namen der Frauenhäuser, auf diesem Weg herzlich für das Versenden von Päckchen, Geld- oder Sachspenden.

Gut(es) is(s)t, wer Gutes tut.

Heute im Supermarktregal zufällig entdeckt: Die gute Schokolade. Eine fair hergestellte Schokolade, hinter der eine Kinderinitiative steht .

„Wir möchten, dass die Kinder der Kakaobauern zur Schule gehen können, anstatt für uns Kakaobohnen zu pflücken. Damit ist unsere Schokolade eine wahre „Kinderschokolade“. Wir Kinder haben viel über Schokolade gelernt. Die Produktion von 100 g Schokolade verursacht 300 g CO2. Wir haben auch gelernt, dass die Kinder von den meisten der rund 2 Millionen Kakao-Bauern auf dem Kakao-Feld arbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen. Das ist bei uns anders: Diese Schokolade ist genau so produziert, wie wir Kinder jedes Produkt herstellen würden: Fair und Klimaneutral.
Wir haben einen Hersteller von ausgezeichneter Schweizer Schokolade, Chocolats Halba gefunden, und wir haben einen Experten gefunden, Pur Projet, der mit Bauern Edelhölzer anbaut. Wir nennen unsere Schokolade „Die Gute Schokolade“ und wir haben die ersten Einzelhändler überzeugt, unsere Schokolade zu verkaufen. Ein Teil des Verkaufspreises jedes Schokoriegels geht an die Plant-for-the-Planet Stiftung, um mehr Kinder zu empowern und zusätzliche Bäume zu pflanzen.
Wir sind sehr stolz auf unser erstes Plant-for-the-Planet Produkt.“

Die Tafel kostet gerade mal ’nen Euro pro Stück, ihr könnt die auch online kartonweise bestellen, 14 Tafeln, 14 Euro, keine Versandkosten. Lässt sich ratzfatz aufessen oder verschenken, aus der Alufolie könnt ihr noch Weihnachtsdeko oder Aluhüte basteln (okay, für Aluhüte braucht ihr ne ganze Menge Schoki, aber das dürfte auch gehen – kann man auch palettenweise bestellen.) – super Initiative. Und noch dazu superlecker. Los, weitersagen!

Prinzessin Leia goes Disney

Jaja, die Sache mit Disney und Lucasfilm und den voraussichtlichen drei weiteren StarWars-Teilen habt ihr sicher alle mitbekommen. Wie schön, dass nun auch Prinzessin Leia endlich aus ihrer männerlastigen Welt rauskommt und ein paar echte Prinzessinnenfreundinnen bekommt. Schaut selbst:

(in diesem Youtube Channel hab ich mich gerade festgeguckt – lohnt sich. Bette gleich noch ein weiteres Vid‘ ein, aber klickt euch echt mal durch!)

Bestattungen: Hier!

Straßenrandsfund. Falls ihr noch was Schnelles für die Mittagspause sucht..

(Btw.: Als das eine Kind neulich, ohne wirklich nach fahrenden Autos zu schauen, fast über die im Bildhintergrund verlaufende Straße gelaufen wäre, bemerkte das andere Kind trocken: „Wenn das schief gegangen wäre, hätten wir dich da gleich reinbringen können.“)

Absätze kommen ganz groß. Bei Kinderschuhen.

Meiner Oma (Schuhgröße 33/34, wirklich) dürfte das gefallen: Bei Deichmann gibts jetzt jede Menge Absatzschuhe! Die halbe Wand voller Stiefel Größe 31-36 besteht aus Schuhen mit „Wedges“, diesen neuen alten Keilabsätzen. Dumm nur, dass sich diese Schuhwand in der KINDERabteilung befindet, da ja bekanntlich Größe 31-36 nur in Ausnahmefällen Erwachsenenfüßen entspricht (okay, die 36 schon, aber ihr seht meinen Punkt).

Ach ja, zur kinderlosen Schuhgrößenrelation: Größe 31/32 entspricht (je nachdem, wie sie so ausfallen, also die Schuhe und gleichermaßen die Kinder..) so circa der Altersgruppe 6-8, 33/34 dann so 8/9 oder so, also bestes Grundschulalter, alle Angaben ohne Gewähr..

Bei mir weckt das irgendwie leise Erinnerungsgedanken, wisst ihr noch, vor ein paar Jahren, diese Neckermann-Stringtangas ab Kleidergröße 104?..

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Eier haben alle. Fragt sich nur, welche. (Update)

Vorgestern liefen die Kinder vor mir die Straße entlang und kamen an einem dieser riesigen Rosa-Ü-Ei-Werbeplakate vorbei. Sie blieben stehen, schauten, lasen (beide), und dann mussten sie lachen. Aber nicht so fröhlich, vor Freude, sondern eher so kopfschüttelnd-schlau. Und dann sagte die Tochter schelmisch zum Sohn: „Die darfst du dann aber NICHT kaufen, weil das ist ja NUR für Mädchen“, und er antwortete mit quietschiger Stimme: „Und du, du darfst ab jetzt nieniemehr ein normales Ü-Ei haben, weil die sind ja dann logischerweise nur für Jungs!“
Und dann gackerten sie und waren sich einig, dass das wohl Quatsch sei, und Sohn sagte noch: „Und in jedem siebten Ei ist so’ne komische Fee, die total dünn ist“, und Tochter war relativ schockiert, als er ihr anschließend ausführlich erklärte, dass die als echte Frauen gar nicht überleben könnten mit der Figur, Barbies übrigens auch nicht. Sie kamen schnell ins medizinisch Eingemachte, für so eine Optik müsste man einem Menschen Rippen entnehmen (wo er das wieder herwusste – keine Ahnung). Das fand sie dann ziemlich interessant, sie unterhielten sich noch eine Weile über Körperdeformationen und Spielzeug, welches als Lebewesen schon von Geburt an dem Tode geweiht sei, zum Beispiel irgendwelche Plüschtiere aus dem Spielzeugladen mit überdimensionierten Köpfen. Und dann rannten sie vor zum großen Ritterspielplatz und das Eier-Thema war für sie erledigt.

Ist es aber natürlich nur in diesem exemplarischen Fall, aber nicht generell. Warum, könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen, und da gibts dann wiederum Links, die anzuklicken es sich lohnt. „Eier haben alle. Fragt sich nur, welche. (Update)“ weiterlesen

Solidarität mit Pussy Riot

— Update 21.08.12: —

Die Aktivistinnen sind verurteilt worden, in einer nervenzehrenden, zeitraubenden, weltweit übertragenen und mit Unverständnis und Kritik aufgenommenen Urteilsverkündungsarie. 2 Jahre Straflager sind es geworden, was eine Berufung eventuell an Verkürzung ergibt, wird sich zeigen. Ein hartes Urteil bleibt es wohl in jedem Falle, allein schon die 5 1/2 Monate in Untersuchungshaft. Ich mag es mir selbst nicht vorstellen.

Den Text des Punkgebets in deutscher Übersetzung sowie eine lesenswerte Einschätzung, was das eigentlich Besondere an dem Prozess um Pussy Riot ist, und warum dieses Besondere letztlich alle angeht, könnt ihr hier aufrufen (gefunden via Twitter/annalist).

Während der Demonstration anlässlich der Urteilsverkündung vor der Russischen Botschaft in Berlin solidarisierten sich viele Menschen mit Pussy Riot – teilweise jedoch, wie die Mädchenmannschaft berichtet, mit kruden Vorstellungen, wie und womit den feministischen Aktivistinnen inhaltlich sinnvolle Unterstützung gezeigt werden könne.

Im Kölner Dom gab es eine Aktion dreier Menschen, die sich solidarisch mit Pussy Riot zeigen wollten – sie stürmten wohl einen Gottesdienst. Der Pfarrer schloss sie und ihr Anliegen mit ins Gebet, eine Strafanzeige wurde dennoch gestellt.

Auf dem Blog der Piratenpartei Hamburg hat jemand einen guten Artikel mit der Überschrift „Putin kündigt demokratischen Wertekanon auf“ geschrieben, in dem unten auch die Daten zum internationalen Spendenauruf, um die Aktivistinnen juristisch sowie hinsichtlich der Versorgung ihrer Kinder zu unterstützen.

Wie diverse Blätter melden, sind inzwischen weitere Mitglieder von Pussy Riot zur Fahndung ausgeschrieben.

Derstandard.at veröffentlichte bereits am Samstag eine gute Shortview einiger Kommentare von Zeitungen aus Russland und Europa.
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Skurriles Theater im Abendrot

Da war ich nun also bei dieser Theaterpremiere. Hatte mich vorher belesen, drüber gebloggt – und wusste doch nicht wirklich, was mich erwarten würde. Ein multilinguales Interaktionstheater? Bewegung im Park? Verschiedene jahrhundertealte Texte, miteinander verkreuzt? Zunächst einmal erwartete mich, einen kleinen, schwarz gekleideten Kamerapunkt im bewegten Görlitzer Park, nichts und niemand. Massen von Menschen ließen mich untergehen in einer Welle von Skurrilitäten: Den Theaterausgangspunkt suchend, sah ich mich zunächst zusammenhanglos konfrontiert mit dem eigenartigen Tanz eines zwei Meter großen, flauschigen gelben Bummi-Plüschbärs und einer menschenhohen Aufziehpuppe, die fortwährend gegen einen Mülleimer lief, umgeben von Fahrräder schiebenden Menschen und Kindern mit Bällen, die sie wieder und wieder in zum Glück noch nicht angezündete Grille schossen. Irritiert-überfordert bewegte ich mich vorsichtig durch diese offenbar ortsüblichen Installationen von A nach B und wieder zurück und traf endlich, mit etwa fünfzehnminütiger Verspätung und einem Tross ebenfalls die Shakespeare-Aufführung suchender Menschen – man hatte mir mein Ziel offenbar angesehen, sodass ich kleiner, ahnungsloser Punkt zu einem Magnet für Mitsuchende wurde – am rückseitigen Parkende ein. Mich erwarteten eine Wiese, eine breite Metallrutsche, in Tischdecken und Webpelzreste gewandete Menschen und eine Mauer aus Publikum, die ich recht problemlos durchdringen konnte für einen Platz in der ersten Rasenreihe.
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