H2O-Junkies, steht früh auf!

Neulich gesehen in der Schwimmhalle Europasportpark am S-Bahnhof Landsberger Allee: Da hängt, wohl damit die Damen und Herren im Kassenhäuschen nicht ständig von Nachfragen genervt werden, ein Aushang, auf dem steht in dicken Lettern:

Der Vorverkauf für die Kurse ab April beginnt am 22.02.2016 um 06:30 Uhr!

Ich hatte tatsächlich auch vor, mir da nen BerlinerBäder-Kurs zu buchen – nee, nicht für die Kinder, die sind eh viel zu beschäftigt, sondern echt und wirklich einfach mal für mich. Daher dachte ich mir, es könne nicht schaden, mal zu fragen, ob der Run auf die Erwachsenenkurse denn auch so hoch sei wie bekanntermaßen auf die Kinderkurse. Zu meinem Entsetzen erfuhr ich: JA!, die sind immer alle ganz schnell weg, manche stünden an diesem Tag ab 5 Uhr vor der Halle.. Uuuuh. Ich überleg mir das wohl doch noch mal mit dem Kurs.. (Ich bin eine von denen, die es angesichts der Terminprobleme der Berliner Bürgerämter nicht mal in die dortige Notfall-Warteschlange geschafft hat, als mein Personalausweis sich mal für einige Monate ganz fies in einer versteckten Tasche einer Schwiegermuttererbstückhandtasche versteckt hatte!)

Nun denn, wer jedenfalls disziplinierter ist in Sachen Frühaufstehen und sich dann auch noch für Badsport interessiert, hat gute Chancen auf (m)einen Kursplatz. Denn ich werde mit 99%iger Sicherheit an dem Tag weder ab um 5, noch ab um 6 und auch nicht um 7 auf gut Glück zur Schwimmhalle fahren. Petri heil also den Morgenstündigen unter euch..

Refugees Emancipation: Internet Cafés für Geflüchtete

Kontakt halten zu den nächsten Menschen in der Ferne. Sich informieren, lernen, sich vernetzen und/oder vernetzt bleiben. Sich zurecht- oder auch Zerstreuung finden. Das Internet gehört zu unserem Leben heute elementar dazu – oder, wie es die Deutsche Welle formulierte: „Das Internet und der Zugriff auf seine vielfältigen Inhalte ist von zentraler Bedeutung für die Lebenshaltung, fand der Bundesgerichtshof“.

Daher finde ich die Initiative Refugees Emancipation ausgesprochen unterstützenswert. Ich habe daher gerade was für die Unterstützung eines Internet-Cafés der Initiative in Potsdam gespendet, vielleicht hat ja die eine oder der andere auch die Möglichkeit, eine der Projekt-Initiativen zu unterstützen? Das geht ganz einfach hier über betterplace.org – oder auch durch direkte Beteiligung. Ach ja, die Spende ist in Deutschland übrigens steuerabzugsfähig.

Refugees Emancipation Clip from Refugees Emancipation Support on Vimeo.

„Das ist zu schaffen!“

– so schrieb es Lorenz Maroldt heute im Checkpoint, dem preisgekrönten Tagesspiegel-Newsletter, der hier das morgendliche Familienfrühstück seit Monaten bereichert, angesichts der dieses Jahr für Berlin zu erwartenden 70.000 Flüchtlinge bzw. 1 Million für Deutschland (zum ausführlichen Artikel hier entlang). Hilfe wird vielfach benötigt – und wer mit anpacken will und kann, findet hier vielleicht gute Anknüpfungspunkte. Inhaltliches Futter zur Thematik stellt übrigens seit neulich die taz kompakt zur Verfügung – mit einer Sonder-Rubrik in deren, wiederum, Newsletter. Hoffentlich hilft’s – nach den Worten folgen gute Taten, ja? Solidarität, ftw.: Seid dabei. Ach ja, wenn ich mich richtig erinnere, ist morgen übrigens Weltfriedenstag

#rp14, Zeltlager und Spielefest

Mein Talk ist online!, schaut mal (mit Knopf an die Backe labern oder so ähnlch.. ;)):

Bisschen diffus, zugegeben – ich war doch recht irritiert von der Situation mit den Kopfhörern, von dem echt recht heftig blendenden Licht, stand vorher #ohschreck erst noch an ’ner falschen Bühne, weil ich zu doof war, das Programm ordentlich zu lesen und wäre also fast noch zu spät gewesen,… 😉 Na ja.

Der Vortrag war als Impuls gedacht, und ein schönes Ergebnis war für mich, dass eine Person mir schrieb, sie würde jetzt eben durch diesen Impuls tatsächlich in Konstanz versuchen, ein weiteres Coderdojo zu gründen. Wenn das kein cooles Feedback ist! Wenn sich nun längerfristig noch etwas aus dieser Idee „OneDayOfCode/Programmiertag“ zusammenfügt, wäre das natürlich umso toller. Schauen wir mal. Die Vortragsdokumentation steht hier.

Das Zeltlager, von dem ich im Talk am Rande berichtete, gibts übrigens auch dieses Jahr wieder, den Flyer dazu könnt ihr hier abrufen, und hier seht ihr meine Laune-Mach-Livebericht-Vor-Ort-Tweets vom letzten Jahr. Vielleciht wär das ja auch was für eure Kids (oder Kids, die ihr kennt)? Es sind noch Plätze frei, Reisezeit sind die ersten drei Wochen der Berliner Sommerferien.

Übrigens, falls ihr in Berlin seid und morgen (Sonntag) Zeit habt: Kommt doch mit Kind und Kegel spontan tagsüber in den Mauerpark (Seite Mauersegler), da findet morgen zwischen 11 und 16 Uhr das große Kinderring-Spielefest statt, auf dem es neben Zeltlagerinfos viele tolle Aktivitäten (Jonglage, Hüpfburgen, Kinderschminken, Kartonstadt,…) gibt. Und mich! 😉 Bis denne?

rp14: Common kids can code?!

Am Mittwoch könnt ihr mich auf der re:publica14 sehen und hören: Um 17 Uhr 30 halte ich meinen an letztes Jahr anknüpfenden Vortrag „Common kids can code?!“, in dem ich fragen werde, ob Kinder im digitalen Zeitalter wirklich automatisch gleich Netzgemüse sind, oder vielleicht oft doch eher Netzburger. Und falls das so ist, warum wir gerade angesichts der aktuellen Überwachungs-Herausforderungen und dem Wunsch nach neuen Perspektiven dringend Interesse daran haben sollten, dies zu ändern. Ihr seid nicht vor Ort? Dann guckt doch einfach den Stream! – und wenn das nicht klappt, dann halt später auf Youtube.

Hier noch mal das Video vom letzten Jahr – und am Rande ein Exkurs-Verweis auf meine Dokumente zur e:publish-Keynote, in welcher ich aus anderer Perspektive mal Verlage ermunterte, Kinder in all ihrer Vielfalt und als aktiv Handelnde ernst(er) zu nehmen.

Auf die Ohren: 7 Mädchen, 365 Tage

Euren Ohren ist langweilig? Hört doch mal hier rein. Mach ich auch gerade.

KIDS – Berlin Kreuzberg: 7 Mädchen, 365 Tage

Sieben Berliner Mädchen mit Familien aus vier Nationen: Hanans und Jamilas Eltern stammen aus Palästina, Dalias und Adyans aus dem Irak, Manuelas aus Ghana, Sinem K.s Eltern sind kurdische Türken, die ihrer besten Freundin Sinem Y. Türken. Die Mädchen gehen in die 10. Klasse einer Kreuzberger Gesamtschule. Es ist ihr letztes gemeinsames Schuljahr, am Ende wollen sie ihren mittleren Schulabschluss machen. Werden das alle schaffen? Zwischen Schulstunden, erstem Job, Chillen, Praktikum und Theaterproben begleitet die Autorin die Kids ein Jahr lang und hört ihnen beim Erwachsenwerden zu.

Regie: Katrin Moll? | Ton: Andreas Stoffels, Katrin Moll? | Produktion: SWR / DKultur 2014 in Zusammenarbeit mit Moondog Productions

Statt Blumen: Speakerinnenliste goes Frauentag

Heute ist Internationaler Frauentag. Bitte, Leute: Keine Blumen! Wir brauchen schließlich keinen weiteren konsumfreudigen Valentins-Mutter-Gedönstag, sondern, ja, auch heute und nach wie vor: Es gilt, zu kämpfen.

Zu kämpfen gegen Ungleichbehandlung. Gegen Lohnungerechtigkeit. Gegen unterschiedliche Behandlung aufgrund des „Risikos“ einer Eltern- oder im konkreten Falle besser gesagt: einer Mutterschaft. Gegen unterschiedliche öffentliche Sichtbarmachung. Zu kämpfen gilt es zum Beispiel gegen #1frautv, also TV-Sendungen im ganz aktuellen, häufig sogar öffentlich-rechtlichen Fernsehen, bei denen zu den geladenen Gästen zu welchem Thema auch immer gerade mal eine oder (außer der ab und an weiblichen Moderatorin) keine Frau gehört. Zu kämpfen gilt es für gleichberechtigte #50Prozent. Zu kämpfen gilt es gegen Panels, auf denen keine oder zu wenig Frauen sitzen. Ha, und zumindest hier gibts jetzt was Neues: Die Speakerinnenliste. Lanciert heute, am Internationalen Frauentag. Digitaler Kampfgeist.

Danke an Railsgirlsberlin, die Entwicklerinnen, die dies stillschweigend und konzentriert umgesetzt haben.
Danke an alle, die das Projekt sonstwie durch immer wieder Drübersprechen am Laufen gehalten haben.
Danke an alle, die es nun weiter füllen, und an all die, die es im Sinne einer besseren Sichtbarmachung von Frauen zukünftig nutzen.

Hoch die Fäuste, Frauen, heraus zum Internationalen Frauentag!

Obstkisten-Ichhabsgleich: Baut mal wieder!! (oder kauft!)

Inspiriert von einem Freund, der für einen guten Zweck – Geld sammeln für ein soziales Kinder-Lego-Projekt im Kinderkeller in Marzahn – aus alten Europoolpaletten coooole Regale baut (KAUFT, Leute, KAUFT!, SO geht ökologischer Recycling-Sozialverträglichsei-Kapitalismus!! #werb #werb), ließ ich mir von meinem besten Paps selbst zwei Paletten hier „anliefern“. Wollte ich umbauen zu einem Küchen-Kräuter-Regal.

Nun ergab es sich jedoch, dass ich just am Tag vor der Palettenlieferung in einem Supermarkt einkaufen ging, in welchem, sieh an sieh an, Radieschen-Obstkisten weggeworfen werden sollten.

AUF DEN MÜLL! FREVEL WEGWERFGESELLSCHAFT!

Spontan nahm ich mich ihrer an, nun ja, nicht aller, aber drei Obstkisten durften mich begleiten. Schnell jeweils zwei kleine Löcher in die eh fürs Upcycling-Regal gedachte Wand gebohrt, Dübel ‚rein, da hinein jeweils ’nen geraden Schraubhaken. Obstkisten eingehängt, FEDDISCH! An den Seiten noch gebogene Haken nach Bedarf per Hand eingeschraubt, und schon hatte das seit Monaten immer ‚rumschwirrende Teesieb auch endlich einen schönen Platz gefunden. Das ging fix!! Das dritte Kistchen hängte ich an eine andere Wand – Altbau hin oder her, höher als so komm ich auch mit auf den Stuhl klettern nämlich sonst nicht mehr an meine Kräuter (und an die Berglinsen, die ich gaaaaanz oben auf die Kante gestellt habe, kihihi).

Also ick find dett echt supa so. Und aus den zwei schicken rohen Paletten bau ich dann eben.. na ja, halt was anderes. :-)

Hackts bei euch, Sanetta?!

Soeben erhielt ich eine E-Mail von einem Kinderkleidungsanbieter namens Sanetta, bei welchem ich vor Jahren mal etwas bestellt hatte. In der Mail stand mit Nennung meiner korrekten Kundennummer ein angeblicher Zahlungsausstand, den ich bitte bis zum.. auf eine angegebene Kontoverbindung überweisen solle. Keine vernünftige Signatur, die Absendemailadresse nicht überzeugend – offensichtlich gab es hier ein Problem. Meine Vermutung: Die Kundendatenbank wurde gehackt und irgendjemand versuchte hier möglicherweise eine Abzocke oder so.

Nun hätte ich diese E-Mail einfach ignorieren können, aber weil ich a) ein netter Mensch bin, welcher andere durchaus vor Schaden schützen möchte,
und weil ich b) auch meine Daten nicht in unbefugten Händen wissen möchte,

rief ich bei Sanetta an. Wies die nette Callcenter-Mitarbeiterin, mit der ich sprach, auf diese ominöse Mail hin, bat um Durchstellung an eine verantwortliche Person und/oder um direkte Auskunft. Was ich bekam war ein:

„Oh, Sanetta hatte vor zwei Monaten einen Dienstleisterwechsel. Wenn Sie in den vergangenen Monaten nicht bei Sanetta bestellt haben, können Sie die Mail einfach löschen. Das ist der alte Dienstleister, die hatten ein technisches Problem. Wir hatten heute schon mehrere solcher Anrufe.“

Auf erneute und erneute Nachfrage wurde mir nur noch mitgeteilt, dass der alte Dienstleister wohl „fortuna global“ hieße. Was die nun genau vertraglich mit Sanetta zu tun haben, mit wem ich nun sprach, warum mir dieser alte Dienstleister über eine ominöse help@sanetta-shop.de Mails schickt mit Zahlungsaufforderungen, denen ich aber nach Callcenteraussage nicht nachkommen muss, was das Unternehmen Sanetta hierzu selbst erklärt und ob meine Kundendaten nicht doch in falsche Hände geraten sind und das alles nur ein schlechter Versuch der Ruhigstellung ist, konnte ich leider nicht erfahren. Ich könne, wenn ich wolle, aber an die Absendeadresse der Mail schreiben, dass ich keine offene Rechnung habe. Dann bekäme ich vermutlich auch eine Bestätigung.

Whoot?

Ich mach das jetzt anders und erlaube mir hiermit vielmehr – auch im eventuellen Interesse all derer, die noch solche Mails bekommen haben (und vielleicht doch zahlen. Oder mindestens irritiert sind. Oder so.) – das Unternehmen Sanetta mit diesem Blogpost öffentlich um eine Stellungnahme zu bitten.

Sehr geehrte Damen und Herren, könnten Sie sich bitte erklären? Mit diesem – wenn auch wirklich sehr freundlich und höflich vom Callcenter mitgeteilten – „Löschen Sie einfach“ ist es nämlich in so einer Angelegenheit nicht getan.

Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen
manubloggt aka Manuela Schauerhammer

Identität in Berlin: Eine Generalprobe

Berlinerin? Deutscher? Flüchtling? Immigiert? Hier geboren, aber andernorts aufgewachsen? Was macht uns zu Berlinern? Wer darf sich so nennen, wer nicht, wann kommt wer an, wird wieder weggeschickt, wird aus- oder eingegrenzt? Gestern hatte ich die Ehre, der Generalprobe des neuen Theaterstücks ECHTER BERLINER !!!! IHR NICHT FUCK YOU des English Theatre Berlin beizuwohnen (Fotos hier in meinem Flick-Stream). Das experimentelle Stück ist eine Art Dokumentations-Theater: Der gesamte Text ist aus Zitaten zusammengesetzt; hierfür wurden mehrere Wochen lang Interviews mit Menschen mit den unterschiedlichsten Herkunftshintergründen geführt. Deren Erfahrungen, von der Behandlung durch Behörden über Alltagsdiskriminierung und Auseinandersetzung mit Rassismus bis hin zu Sprachbarrieren und eigener wie umgebungsseitiger Infragestellung spiegeln sich nun in berührender Weise in dem sehenswerten Kunst-Stück wieder. Sie tauchen nicht nur in den Sprechtexten auf, sondern werden durch Projektionen ins Bühnenbild immer wieder auch direkt in die Aufführung einbezogen. „Identität in Berlin: Eine Generalprobe“ weiterlesen