Entscheidend ist, was hinten rauskommt.

Soeben in meiner Mailbox (sinngemäß zitiert): Sag mal Manu, da gab es heute dank der FDP diesen riesigen Sieg gegen das Zugangserschwerungsgesetz, und in deinem Blog lese ich dazu NICHTS? Was ist los?

Na gut, dann mal meine unbedeutenden Gedanken dazu, die ich gerne mit der kleinen Öffentlichkeit meines bescheidenen Blogs teile:

Das ist eine Farce.

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#fsa09 – Freiheit statt Angst

25.000 Menschen (wo wart ihr anderen, die ihr alle kommen wolltet?!).
Viele bunte Luftballons.
Viel Musik (für eine Demo meiner Meinung nach fast zu viel & zu laut, aber na ja).
Super Sommerwetter.
Motivierte Redner auf der Tribüne.
Unglaublich viel Parteigedöns, was zwar in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen klar, aber irgendwie auch schade war (immerhin wurde die Demo eigentlich von über 160 Organisationen unterstützt!).
Verrückte, abgedrehte, lustige, durchgeknallte, junge, alte, normale Leute.
Sogar die weltbekannte Pippi Langstrumpf – klar eigentlich, schließlich ist sie doch bis heute das mutigste, freieste Mädchen der Welt, oder?

Aktionsmaterial

Oder: Wir basteln uns eine Überwachungskamera.

Material: kleiner Schuhkarton, Pappe, Klebstoff oder Klebeband, Schwarzes Geschenkpapier oder Farbe, Filzstifte, Holzstab (Besenstiel o.ä. tut es auch)
Zeitdauer: 10 Minuten
Eigentlich selbsterklärend, aber hier schnell für gänzlich Unkreative ne supereasy Bauanleitung:

Die Pappe auf den Schuhkarton auflegen, sodass sie ungefähr 5cm übersteht, und links und rechts runterfalten.
Nun bis zur Faltung seitlich die Pappe schräg wegschneiden.
Dieses „Pappdach“ auf dem Karton festkleben.
Nun den gesamten Karton inkl. Dach in (z.B.) schwarzes Geschenkpapier so glatt wie möglich einwickeln (oder alles einheitlich anmalen).
Auf einfaches Papier „Überwachungsauge“ malen, kreisrund ausschneiden
Fast fertig: Jetzt vorne „unters Dach“ das Auge als Objektiv aufkleben
In den Karton unten mittig ein Kreuz einschneiden, in welches der Holzstab eingesteckt wird
Diesen mit Klebeband gut fixieren, fertig.

Wochenendspaziergang

Keine Ausreden, dieses Wochenende gehen alle mit: Mama, Papa, Omma, Oppa, Mini, Maxi und Hinz und Kunz. Fragt mal bei den Nachbarn, mit denen Ihr eh schon immer mal was unternehmen wolltet nach, ob nicht genau dieses Wochenende der perfekte Zeitpunkt für nen gemeinsamen Ausflug wäre. Beim Kumpel, der nie Zeit hat für ein Bier, bei der fast vergessenen alten Freundin, bei Frau Krause von unterm Dach und beim Gemüsemann um die Ecke.

In Berlin ist nämlich am Samstag echt was los: Da ist die GRÖSSTE BÜRGERRECHTSDEMO ALLER ZEITEN BISHER, und ihr könnt live dabei sein. Also, bangemachen gilt nicht: Parole mitkommen! Für Freiheit statt Angst!

Treffpunkt ist um 15:00 Uhr am Potsdamer Platz, und wer mich ganz persönlich zwischen den mindestens 150.000 250.000 1.000.000 Leuten treffen will, der hält am besten ab kurz vor drei und bis zum Loslaufen an der ersten Ampel Europas, die da mittenmang auf dem Platz steht, Ausschau nach der kleinen Frau mit den schwarzen Haaren, den Seifenblasen und dem Kinder-Gesichter-Schminkkasten.

Ja, also dann – bis Samstag!

Terminkoordination

Wie den Vertwitterten und Bekannten schon zugetragen, ist bei uns der 12.09.2009 schon dick und fett rot im Kalender markiert. Warum? Na ganz klar: Da gehen wir auf die Straße. In Berlin. Für unsere Freiheit. Freiheit statt Angst.

Wer kommt mit? Ihr Lieben, lasst uns doch mal nen richtig bunten Block machen und das Ganze auch gleich mal für ein lange fälliges Wiedersehen (oder gerne auch Kennenlernen :-) ) nutzen. Danach noch ein kleines Picknick im Tiergarten oder so, das wäre doch echt eine gute Kombination von Aktivismus und kinderfreundlicher Wochenendplanung.

Nutzt doch bitte die Kommentarfunktion fürs Bescheidgeben, ob Euch das (zumindest theoretisch) interessiert – ich kümmere mich um den Rest & würde dann den Interessierten rechtzeitig unseren ganz individuellen Massentreffpunkt per Mail kommunizieren, wenn Euch das passt.

(Wer gar nicht mitlaufen will, kann ja der Kundgebung auch von vornherein nur aus dem Tiergarten lauschen und schon mal den besten Parkplatz Achtung witzig haha reservieren)

Hier entlang zum offiziellen Demo-Aufruf.

Stadtgespräch

via Netzpolitik.org

Vorgestern am späten Nachmittag: Söhnchen entdeckt auf dem Heimweg in Kinderaugenhöhe nebenstehendes Plakat, will wissen, was da steht, „und warum ist da so ein Kreuz drauf und ein schwarzer Rahmen drum?“

Unweit von uns an der Straßenecke ein freundlich beobachtender, offenbar zuhörender alter Mann. Ich entscheide mich mal dafür, Deutsch zu reden (sonst Frz.) – vielleicht kläre ich den Herrn ja gleich mit auf dabei. Nette Möglichkeit für mini-bürgerschaftliches Engagement am Abend, sozusagen.
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Gute Gründe

(gefunden bei wirres.net)

es gibt immer vermeintlich gute gründe böses zu tun:
rock and roll musik verbieten, um die jugend zu schützen.
nutella mit dem finger essen, um hungerattacken zu bekämpfen.
musikfans in grund und boden klagen, um „die kreativen“ zu schützen.
anti-personen-minen bauen, um deutsche arbeitsplätze zu schaffen.
atombomben über zwei japanischen städten abwerfen um einen krieg zu beenden.
belgrad bombardieren, um die serben davon abzubringen, albaner zu vertreiben und das Kosovo „ethnisch zu säubern“.
einen korrupten und folternden monarchen zu unterstützen und eine demokratisch gewählte regierung zu stürzen, um für stabilität im nahen osten zu sorgen.
terror-verdächtige foltern, um menschen zu retten.
zur denunziation aufrufen, um die nation zu retten.

(ganzen Artikel lesen: hier entlang)

Kindermund: Netzsperren

Abends im Netz, neben surfendem Mann und vergnügt tobenden Kindern. Irgendwann melden diese ganz unvirtuell Elternbedarf an. „Oder müsst ihr noch was gegen die machen, die das Internet verstecken wollen?“

Jepp.

Wir haben dann natürlich -politisches Engagement und Lesedrang hin oder her- doch auch ganz praktisch mit unseren Kindern gespielt. Aber das war eh klar, oder?

Keine Zensur! – Mahnwache am Brandenburger Tor

Heute morgen um neun pilgerten wir durchs Brandenburger Tor, um uns hinter ebendiesem der „Spitze des Eisbergs“ (wie der Sprengel von einem Redner genannt wurde) der Internet-Zensursperren-Gegner anzuschließen. Wenigstens ein Zeichen setzen.

Das Ganze war meiner Meinung nach eine echt gute Aktion – wenn auch die Einflussnahme auf die Abgeordneten dadurch nur gering bleiben wird. Andererseits, und das schreibe ich jetzt hier mit viel persönlichem Utopismus: Ich verfolge ja seit Jahren die Strategie des weichen Wassers, was den Stein bricht* – warum jetzt auf einmal pessimistisch werden? 😉

Was mich persönlich gefreut hat, ist, dass meine Spontaneingebung, mit einem Trauerblumenstrauß (also zweien – meinereinem und dem von save-privacy ;- ) auf der manif zu erscheinen, so gut aufgenommen wurde. Es kam sogar noch zu einer gemeinschaftlichen Kranz-bzw. Straußniederlegung vor dem Reichstag. Danke denen, die sich uns spontan angeschlossen und diese kleine Randaktion mitgetragen haben. Fotos lädt M gleich hier hoch übrigens.

*Es reißt die schwersten Mauern ein, und sind wir schwach, und sind wir klein, wir wollen wie das Wasser sein, das weiche Wasser bricht den Stein.