Buchstabensalat

Jeden Morgen dasselbe Ritual: Briefkasten auf, Tagesspiegel schnappen, losspurten. Ich hab ihn abonniert, und ohne Abo fühl ich mich nicht vollständig (hab es mal ausgetestet vor ’ner Weile). Aber in letzter Zeit ist die Enttäuschung beim Zeitungaufschlagen doch oft ziemlich groß. Im Politikteil mindestens zwei Riesenseiten Werbung, die nicht etwa zusätzlich eingebaut werden, sondern den Inhalt schlicht verkürzen. Heute wieder. Und das, obwohl es doch derzeit wohl genügend Themen gäbe, über die es sich zu berichten lohnen würde! Ich sage nur: Mal was Kontroverses (und nicht nur einseitige Kommentare wie diese frustrierenden Sonntagsartikel hier und hier von Kurt Sagatz) zum Thema Datenschutz und Internetzensur, oder ein Artikel zu den Verfassungsbeschwerden gegen das BKA-Gesetz (gerade mal online ist da was zu finden, aber offensichtlich war das Thema für die Papierversion nicht „relevant“ genug..). Gerne auch mal wieder eine etwas ausführlichere Berichterstattung im Bereich Internationales – da ist heute gerade mal eine dreiviertel Seite gefüllt, der Rest ist Werbung. Wohl nichts los in der Welt, was? Friede Freude Eierkuchen in der Redaktion? Schon Sommerloch?

Das deprimiert mich, vor allem, weil ich als treue Tomate mich mit Zeitungswechseln so schwer tue. Klar, ich lese auch diverses täglich online, dann noch verschiedene Zeitschriften und im Wechsel auch andere Tages- und Wochenzeitungen: am Wochenende im Wechsel oft Süddeutsche oder FASZ (beide zusammen sind kindertechnisch einfach nicht zu schaffen), manchmal in Häppchen Die Zeit, ab und an ’ne taz (die wäre mir aber zu wenig neutral als tägliche Hauptzeitung),… – aber da ist eben keine dabei, die meine täglichen Bedürfnisse –auch mit Berlinteil und Co.- so richtig erfüllt. Ich MAG einfach meinen täglichen Tagesspiegel. Wo ich auf jeder Seite weiß, was da wo wie steht, wo ich geliebte Kolumnen blind finde. Macht der Gewohnheit.

Nur – wenn die politische Berichterstattung da weiter so mau bleibt, wird vielleicht der innere Schweinehund verlieren und ich schau mich doch mal nach Alternativen um. Probeabo der Berliner Zeitung? Die könnte ich mir noch am ehesten vorstellen..

Lieber Tagesspiegel, krieg den A…. hoch, sonst bin ich weg!

2 Gedanken zu „Buchstabensalat“

  1. Meine derzeitige Variante: Berlin-Teil Tsp online (auch wenn ich froh wäre, wenn diese dusselige Kommentarfunktion wieder off wäre) und Zeit im Abo.

    1. Hmm. Bin noch nicht schlauer. Aber trotz eines bis eben zeitunglosen Wochenendes (eben erst wieder rein) fühle ich mich auch nicht wirklich dümmer als vorher 😉

      Grüße
      Manu

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