Osterbunte Ohrläppchen

Zu Ostern stellen sich zumindest Kinder eiertechnisch wohl vor allem die Frage nach dem Wo, und dann vielleicht noch die nach rot, blau, grün oder gelb, und nach der Füllung (schnödes Hühnerei oder leckeres Schokoteil…).
Mir selbst als färbender Ostereiermama mit gewissen Qualitätsansprüchen stellt sich aber bei der ganzen Eierlegerei vor allem eine Frage: Was machen eigentlich die Hühner mit den weißen Bio-Eiern das ganze Jahr, wenn nicht gerade Ostern ist?
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Literarische Appetithäppchen für Kinder

Liebe Kinder, ein bisschen Stadtkultur gefällig? Ringelnatz hat’s!

An Berliner Kinder

Was meint ihr wohl, was eure Eltern treiben,
Wenn ihr schlafen gehen müsst?
Und sie angeblich noch Briefe schreiben.
Ich kann’s euch sagen: da wird geküsst,
Geraucht, getanzt, gesoffen, gefressen,
Da schleichen verdächtige Gäste herbei.
Da wird jede Stufe der Unzucht durchmessen
Bis zur Papagei-Sodomiterei.
Da wird hasardiert um unsagbare Summen.
Da dampft es von Opium und Kokain.
Da wird gepaart, dass die Schädel brummen.
Ach schweigen wir lieber. – Pfui Spinne, Berlin!

Joachim Ringelnatz

Verkehrsmeditationen

Wer Kinder hat oder einen stressigen Job -oder noch besser und-, der versteht aus persönlicher Erfahrung, was der Postkartenspruch

‚Das Leben ist einfach: Wir rennen hin und her, und eines Tages sind wir tot‘

bedeutet. Hin und her, her und hin, von Pontius zu Pilatus, fleißig wie der Hamster im Rad. Und irgendwann fällt er um. „Verkehrsmeditationen“ weiterlesen

Hoch hinaus – Winternachtsträume

Die Sonne scheint, es ist warm, das Auto geparkt und die Kinder auch (wo auch immer). M&M steigen aus und laufen einen Stadthügel hinunter, auf der Suche nach was auch immer, vielleicht einem romantischen Café für den babysittergesicherten Nachmittag.

Ach wo, ohne politische Auseinandersetzung kann ich nun mal nicht, erst recht nicht im Traum. Und für einen schnöden Cafébesuch brauchen wir auch keinen Babysitter, wo der Liebste doch das mit der Latte (also dem Kaffee – ein Schelm, wer anderes..) allmorgendlich bereits liebevoll in Heimarbeit erledigt. Dennoch – wenn auch in einer noch anderen Bedeutung, fehl platziert ist das Wort Latte in diesem Traum nicht , wie sich gleich zeigen wird:

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Biopolitische Frühstücksgespräche

Morgens halb neun in Deutschland. Frühstück in einem Krankenlager. Eltern versuchen sich über Bio-Umweltpolitik zu unterhalten, Kind schnappt was auf, fragt:
Papa, wie kann man Bio steuern?
Papa guckt irritiert, Mama antwortet einspringend: Na, indem man zum Beispiel Fleisch von Biokühen kauft. Wenn das viele Leute machen, dann werden auch mehr Bauern ihre Kühe auf diese Weise halten, weil sie sie ja auch verkaufen wollen. Und so kann man zum Beispiel Bio steuern.

Kurze Pause.
Können wir auch mal Bio steuern?

Wir erklären, dass wir das schon viel machen, kurze Ananlyse des Frühstückstischs.

Warum wollen wir denn Bio steuern?
Papa: Na, damit unsere Kühe keine Schafe essen!
Kind (irritiert): Was denn dann?
Papa (irritiert): Na Gras!
Kind (verständnisvoll): Ja, sonst macht es in den Kühen ja mäh mäh! – Aber warum sollten die denn Schafe essen?
Mama (erklärend): Na ja, nicht aus Absicht.
Kind: Genau, nur aus Versehen!

Uiuiui…

Fahrende Mauern

In der Bernauer Straße verlief bekanntlich einst die Berliner Mauer, glanzloses Bauwerk mit dramatischer Wirkung. Heute erinnert in selbiger Straße zumindest auf den ersten Blick nicht mehr viel an die einstige Trennwand. Die Straße wurde generalüberholt und verbreitert, die angrenzenden Häuser, an denen einst Fenster mit Backsteinen zugemauert wurden, sind mit schicken Glasfronten und nachträglich installierten, modernen Dachterassen aufgehübscht worden. Von Stacheldraht ist nichts mehr zu sehen, und Schäferhunde patrouillieren dort höchstens noch beim Gassigang mit Herrchen oder Frauchen.
Und doch:
Wenn man mit dem Auto durch die Bernauer Straße fährt und dann links an der neuen Ampel in die Wolliner Straße einbiegen will, kann es einem bei entsprechender Verkehrslage passieren, dass man sich kurzzeitig wie eingemauert fühlt. Die Linksabbiegerspur befindet sich nämlich mittig zwischen den Straßenbahngleisen, und genau dort wartet man dann also auf grün. Wenn es nun BVG-Fahrplan und Berliner Verkehr zufällig gerade so wollen, dass just in einem solchen roten Linksabbiegermoment in beide Richtungen geradeaus eine Straßenbahn kommt, so steht man da. Mittig zwischen den Gleisen, und links und rechts zieht eine fahrende Mauer vorbei.
Ich für meinen Teil war gestern froh, als mir an beschriebener Ampel ebendieser Gedanke kam, aber zum Glück keine Tram, und ich also einfach abbiegen konnte, ganz ohne Mauern (gleich welcher Art).

Im Winter wird es heiß!

Wer seinen Körper gesund erhalten und sein Abwehrsystem stärken will, ohne kilometerweit durch den Großstadtdschungel zu rennen oder ähnlich absurde Aktivitäten auszuführen, wird sich, schon allein des Aufwärmfaktors in der kalten Jahreszeit wegen, vermutlich mit dem Gedanken an regelmäßige Saunabesuche tragen.
Ich für meinen Teil bin früher (ja, mit knapp achtundzwanzig kann nun auch ich solche Dimensionen anführen…) regelmäßig in die Sauna gegangen und empfand dies insgesamt als sehr wohltuend und sinnvoll. Allerdings, diese Anekdote darf erzählt sein, entschied ich mich damals schon für eine reine Frauensauna, da ich bei einem der wenigen Mischsaunabesuche die sicherlich völlig hintergrundsfrei gestellte Frage eines nackten Opis, ob ich ihm mal „den Rücken abschrubben könnte“, doch irgendwie nicht wiedererleben wollte. Diese Einschränkung behielt ich seitdem mangels Bedarf an neuerlichen Missverständnissen bei, und in den letzten Jahren kann ich die Anzahl der tatsächlich in die Tat umgesetzten Saunabesuchsvorhaben eh an meinen Fingern abzählen (genau genommen an einer Hand).
Nun begab es sich aber im letzten Winter, dass ich „Im Winter wird es heiß!“ weiterlesen

Kasperletheater selber bauen

Man nehme:
Materialien: Bilderrahmen (in meinem Fall 50x70cm), Holzbrett in entspr. Länge, Winkel, Schrauben, „Tellerhalter“ von Ikea, Farbe, Handy (optional)
Werkzeuge & Co.: Schleifpapier, Holzbohrer, (Akku-)Schrauber, Hammer, Holzleim, ggf. Möbeltacker, Küchenrolle, Verbandskasten, Malerplane, Stoffreste

Idee:
Als passionierte Geschichtenerzählerin hatte ich schon lange Lust, mit meinen Kindern Kasperletheater zu spielen. Nun gibt es im Handel zwar die unterschiedlichsten Ausführungen derselben zu kaufen, aber die, die mir gefielen, waren immer viel zu sperrig oder / und zu teuer. Als ich in Frankreich ein Puppentheater aus Holz sah, welches nicht wie ein festes Möbelstück in den Raum gestellt werden, sondern wie ein Rahmen auf den Schrank geräumt werden kann, kam mir die Idee: Mit einem normalen Bilderrahmen müsste man so etwas doch auch ganz einfach selbst herstellen können! Und so tat sie.
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